2,5 J. und immer noch so eine Sauerei beim Essen! (Vorsicht lang!)

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von inis 15.11.10 - 09:43 Uhr

Guten Morgen zusammen,

bin ein bißchen genervt und könnte wohl auch ein paar Ratschläge gebrauchen...

Mein Sohn ist im Dezember genau zweieinhalb Jahre alt, und seine Eß-Technik ist immer noch gruselig.
Dazu als Vorgeschichte: er hat - genau wie sein Vater - oft nicht viel Appetit, so daß ich oft schon froh bin, wenn ich überhaupt irgendwas zu Essen in ihn reinkriege. Gewichtstechnisch liegt er immer am unteren Ende der Normal-Skala (sieht nicht unterernährt aus, aber könnte ruhig 1-2 kg mehr haben).
Bis noch vor ein paar Monaten fand er Essen insgesamt oft mühsam, wenn er z.B. mittags sehr müde war, hat er lieber mir eine Flasche mit Kakao abgetrotzt, anstatt sich ans Mittagessen zu machen. :-[
Das ist jetzt etwas besser geworden - auch, weil ich ihn halt bisher mit "Händen und Füßen" essen lasse, solange er wenigstens feste Nahrung zu sich nimmt...

Dazu muß ich noch sagen, daß ich persönlich sehr gern esse (und auch normal Besteck benutze ;-) ), und mein Söhnchen eigentlich auch viele verschiedene Dinge mag (und ich ihn nicht zwinge, irgendwas zu essen, was ihm nicht schmeckt). An der Nahrungsauswahl oder dem Vorbild kann es also eher nicht liegen...

...Kartoffelstücke, Fleischstückchen, Gemüse, alles wird bei ihm mit der Hand in den Mund gestopft, das probiert er sogar mit Müsli. Joghurt und Suppe ißt er unter großem Geklecker mit einem Löffel (wobei er die Suppe noch lieber mit Brot auftunkt).
Brot (egal ob Toast, Körner- oder Graubrot) wird grundsätzlich erstmal vom Belag befreit - und wenn ich ihn dann bitte oder auffordere, auch was vom Brot zu essen, knabbert er in der Mitte ein Loch rein und zerlegt das Ganze in Stückchen. Das ist soooo eklig... :-(

Soll ich ihn also "zwingen", öfter mit der Gabel zu essen - auf die Gefahr hin, daß er dann gar nichts ißt?
Soll ich ihm einfach noch mehr Fingerfood anbieten?
Soll ich versuchen, ihn sein Brot selbst schmieren zu lassen?
Oder irgendwelche anderen Ideen, um seine Feinmotorik oder Hand-Auge-Mund-Koordination zu schulen? (Malen z.B. sieht bei ihm "altersgemäß" aus, auch wenn er es nicht so häufig und vll nicht so gern tut...)

Und wie war das bei euren Mäusen? Vielleicht wird das einfach in ein paar Monaten "von selbst" besser?

#danke schon mal fürs Zuhören und vielleicht auch Antworten,

lg,
inis mit Iulian (*01.06.08)

Beitrag von whiteangel1986 15.11.10 - 09:59 Uhr

ja ja, so unterschiedlich kann das zugehen. Abgesehen das dein sohn wenig isst wäre ich froh wenn mein kind mal nicht SOOOO kleinlich wäre. Sobald er ein kleines bisschen essensrest am finger hat, isst er nicht weiter. Erst wenn mami das abgewischt hat, oder gesagt "leck den finger doch ab"#aerger So dauert eine mahlzeit auch oft ewig.... Also so macht das auch wenig spass.

An deiner stelle würde ich mal versuchen nebenbei evtl. mal zu füttern oder abzuwischen. Aber ihn stetig ermahnen nicht zu spielen könnte bei deinem zwerg wirklich nach hinten gehen. Lass ihn doch erst den belag vom brot essen und hinterher das brot. Ist doch nun egal. Sieht zwar wirklich nicht lecker au, aber er isst. Wieso eigendlich "zwang mit der gabel essen"? Ist er nicht gern damit? Ich mache daraus immer einen spass. Sobald er was auf der gabel spießt, sage ich immer munter "giegs" und er isst weiter. Vielleicht isst er ja das "abendbrot" wenn er eine gabel hat und aufgiegsen kann? (bei uns wirkt das wunder) Häppchen schneiden und gabel in die hand!

Alles gute WhiteAngel

Beitrag von inis 15.11.10 - 10:09 Uhr

Hallo,

danke für die Antwort schon mal...

...ja, essen ist bei uns eine Erfahrung für den ganzen Körper... #schein

Ähm, er versucht es mit einer Gabel, aber das Aufpieksen klappt einfach nicht gut (falscher Winkel oder falsche Stelle), dann wird er schnell genervt und schmeißt die Gabel auf den Boden. Inzwischen läßt er sie von sich aus dann schon lieber liegen... (Krabbeln sah bei ihm so ähnlcih aus: es klappt nicht, also lass ich es!)

...vom Brot ißt er halt auf die Methode meist gar nichts oder kaum was, und ehrlich gesagt ärger ich mich einfach auch ein bißchen, wenn ich so derart viel Brot wegschmeißen muß... mein Mann gibt ihm dann häufig die Wurst ohne Brot, das mach ich aber nicht mit. #kratz

Achja, füttern akzeptiert er fast gar nicht mehr (nur bei Kiwi witzigerweise), da gibts dann eher Wutanfälle... und er würde es ja dadurch auch nicht besser lernen, oder?

lg,
inis

Beitrag von anarchie 15.11.10 - 10:12 Uhr

Hallo!

Ich habe 3 Kinder, die immer mit dem gewicht an/unter der untersten Kurve waren...und 1 Kind, dass eher kräftig ist.

Ich finde das Essverhalten deines Kindes normal.
Kinder sind verschieden, auch hier.
Das Eine super-pingelig...das Andere ein Anarchist.


Mein Ältester hat mit 2,5 sehr wohl alleine Brote geschmiert und auch sehr ordentlich gegessen, und auch gute Mengen...er war soooooo dünn.....ist bei ihm halt so. Noch immer(er ist 8). Aber er ist kerngesund.


Meine Tochter war auch suuuuper-zierlich, ass sehr ordentlich, aber in homöopathischen Dosen.. Sie ist 6, isst imemr noch wenig, ist immer noch seeehr schlank - und kerngesund.

Mein 3. Kind begann mit 14 Monaten zu essen, da wog er bereits 14kg(vollgestillt).
Er ist auch eher so ein Schmierer...da wird Brot in Apfelsaft getunkt, Besteck ist doof und den Pulli wechsle ich sowieso nach dem Mittag.

mein 4. Kind ist erst 14 Monate und isst kaum was...


Wenn dich etwas ekelt, unterbinde es.
schätze ab, was dringlicher ist: das Schmier-Erlebnis deines Sohnes, oder dein Ekel. Das dringendere bedürfnis geht vor.

Kein Kind verhungert am gedeckten Tisch.
Und einige Kinder SIND dünn, werden es immer sein, egal was man tut.
Solange sie dabei fit sind, hat man nur die Wahl sich Stress zu amchen, indem man hinterher ist, oder sie machen zu lassen und keinen Stress zu haben.
Von der tatsächlichen Nahrungsaufnahme her, ist es völlig egal.

Moritz ist nun schon 3, da fange ich auch langsam an, mehr auf anständiges essen zu achten...dass er nicht die Finger nimmt, mit geschlossenem Mund kaut, etc...
Allerdings nicht so, dass er den Spaß am essen verlöre, dass ist es mir nicht wert...


und ich bin überzeugt, das sjedes Kind mit liebevoller, positiv-verstärkender Anleitung, Geduld und guten Vorbildern bis zur Einschulung gut isst.
Vermutlich shcon im Kiga, wenn es dort die anderen esen sieht...

lg

melanie

Beitrag von pegsi 15.11.10 - 10:21 Uhr

Hallo Inis, :-)

Meine Tochter ist einen Monat älter als Dein Zwerg.
Sie ißt phasenweise sehr gerne mit der Gabel (zum Beispiel morgens das Marmeladenbrot, das ich in kleine Stückchen geschnitten habe), an anderen Tagen hat sie keine Geduld dafür.
An manchen Tagen ißt sie das Brot (vor allem Klappstullen) prima, an anderen fischt sie sich den Käse runter und ißt nur den.
An manchen Tagen ißt sie die Brotrinde einfach mit, an anderen (bzw. bei anderen Brotsorten) muß sie ab.
Manchmal schmiert sie ihr Brot selbst, manchmal nicht...

Zur Förderung: Meiner Kleinen macht es einen Riesenspaß, Mama und Papa zu füttern, dafür strengt sie sich richtig an. Vielleicht hilft das ja ein bißchen?

Da Du Deinen Schatz nicht zwingen kannst, ordentlich zu essen, würde ich versuchen, etwas Dampf rauszunehmen und ihn einfach machen lassen.

Meine Tochter ist auch nicht gerade dick (aber auch nicht untergewichtig), und manchmal frage ich mich, ob sie tatsächlich genug bekommt. Ich überlasse die Entscheidung, wie viel sie ißt aber immer ihr. Mit Gewalt geht ohnehin nichts, zum Essen überredet werden finde ich ganz ungesund, was bleibt da schon noch?

Vom Babybrei hast Du doch sicher auch einiges wegwerfen müssen, was auf dem Boden oder sonstwo gelandet ist. Wenn Du die Brotreste eindämmen möchtest, gib Deinem Schatz doch erst einmal nur ein halbes Brot. Oft essen Kinder kleine Portionen ohnehin besser.
Ihr könnt ja auch einfach mal abends einen Schnittchenteller machen, von dem alle essen. Futterneid ist eine feine Sache. :-)

Langer Rede kurzer Sinn: Biete so viel Spaß wie möglich an und versuche mit Humor zu nehmen, was dabei rauskommt. Dein Schatz wird das Essen lernen wie alle anderen auch. Und je freier Du ihn machen läßt, desto weniger "gestört" (im wahrsten Sinne des Wortes) wird er in dieser Beziehung später. :-)