Konsequenzen helfen einfach nicht - geht es anderen auch so??

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lilly_lilly 15.11.10 - 11:15 Uhr

Hallo!

Meine Tochter (3.5 Jahre) ist eigentlich ein Engel. Aber manchmal treibt sie mich in den Wahnsinn.
Mir ist klar, dass das nun mal "das Trotzalter" ist, und dass das mehr oder weniger normal ist.

Aber ich lese/ höre oft von tollen Erziehungstipps - nur bei mir funktionieren die nicht.

Beispiel: Vicky trödelt morgens ewig rum, will sich nicht anziehen lassen. Ok, also habe sie irgendwann einfach mit dem Schlafanzug in den Kindergarten gehen lassen.
Fazit: Es ist ihr egal. Einfach egal. Und nun?!?#kratz:-[

Oder: Sie ist hatte eine MOE und musste Medikamente nehmen. Das ist bei uns eh immer ein Problem - klar. Aber es nützt ja nun mal nichts. Da gut zureden nicht half, habe ich ihr die Antibiotika unter sanfter Gewalt eingeflöst. Leider war es in den 5 Tagen jedes mal das gleiche Theater und wurde einfach nicht besser.

Ist das bei euch auch so? Hat jemand Tipps?

LG, Lilly

Beitrag von jamey 15.11.10 - 11:22 Uhr

gerade bei den medikamenten lieben die kleinen ja oft ihren auftritt. da wird theater nur um des theaters willen gemacht... gar kein großes gerede und gezeter machen. mund auf, löffel rein, ohne große worte. wenn die mama nicht mehr mitdiskutiert machts bald keinen spaß mehr.

und mit dem trödeln...ja da hätte ich auch gern ein rezept, wobei bei mir die drohung mit dem schlafanzug im kiga oder barfuß oder nur in schlüppi...durchaus wirkt ;-)

wir haben das beim zu bett gehen. ewiges theater, immer wieder aufstehen. sandmann verbot wirkt kaum, aber der entzug der geschichte, der sitzt tief. also es kommt wohl auch immer darauf an, wie wichtig das ein oder andere für die kinder ist.#gruebel

Beitrag von danii1975 15.11.10 - 11:25 Uhr

Hi Lilly,

manchmal habe ich das Gefühl, das es mir nur allein so geht, aber ich find es doch immer wieder schön gleiches zu lesen und das beruhigt mich ungemein, da ich oft das Gefühl habe, irgendwo und irgendwann was falsch gemacht zu haben.
Ich hab das auch schon mit Triple P versucht, aber es sinbd halt nur Tipps....die Realität sieht anders aus.

Ich droh ihr immer, das sie denn das und das nicht darf, wenn sie nicht hört, oder sie bekommt Geschichten entzug, aber sie liebt Geschichten also hört sie dann auch.

Übrigends meine wird nun auch 3,5......

LG
Danii

Beitrag von kruemlschen 15.11.10 - 11:26 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist zwar ein Jahr jünger, aber auch schon voll in der Trotzphase und ich kenne Dein Problem.

Wenn bei uns logische Konsequenzen nicht fruchten, weil es ihm egal ist, dann gibt es die Androhung und dann natürlich auch den Vollzug von Strafen.

Das allerbeste Mittel bei uns ist der Entzug von Sandmännchen oder Süßigkeiten.
I.d.R. reicht da bereits die Drohung.

Und ganz ehrlich, es ist mir dabei völlig egal was andere von meinen "Erziehungsmethoden" halten, schließlich muss ich mit meinem Sohn unter einem Dach leben und nicht irgendwer anderes.

Gruß K.

Beitrag von tragemama 15.11.10 - 11:28 Uhr

Hallo Lilly,

Antibiose gibts bei uns nur noch als Zäpfchen, das ist am wenigsten Theater, ganz einfach.

Und ganz ehrlich: Ich liebe meine Tochter, aber ich frage sie nicht, ob sie sich anziehen möchte. Stimmt nicht, ich frage einmal. Wenn das Theater ist, wird sie einfach angezogen.

Andrea

Beitrag von lilly_lilly 15.11.10 - 11:45 Uhr

Hallo!

Danke für deine Antwort. Aber Zäpfchen gehen bei uns gar nicht. Da müssten wir sie schon zu zweit festhalten...

Und anziehen, wenn sie nicht will: Gleiches Theater. Ich bin im 6. Monat schwanger, da ist das auch gar nicht mehr so einfach eine 3 Jährige Wilde zu bändigen.

Nun ja, schön zu wissen, dass es auch anderen so geht.

LG, Lilly

Beitrag von bine3002 15.11.10 - 11:46 Uhr

Erziehung bedeutet immer auch Kreativität. Man kann nicht die Patentrezepte des Einen einfach übernehmen und davon ausgehen, dass es beim eigenen Kind ebenso gut funktioniert. Deswegen sind solche Tipps auch immer nur TIPPS. Kann man probieren, muss sich aber auch darauf einstellen, dass es nicht klappt.

Und deswegen gibt es auch so viele verschiedene Tipps. Beim Einen hilft ein Belohnungssystem auf die Sprünge, beim Anderen helfen solche Konsequenzen wie im Schlafanzug gehen, und beim Dritten braucht es vielleicht mal einen ordentlichen Anschiss... ist vielleicht nicht pädagogisch wertvoll, aber manchmal doch angebracht, zumindest kenne ich Fälle, die es immer wieder auf die Spitze treiben und für die selbst meine unendliche Geduld nicht ausreicht.

Bei meiner Tochter würde ein "Anschiss" eher verstören als helfen. Sie reagiert gut auf Erklärungen und mit viel Geduld und "Diskussionen" bekommt man sie recht gut in die Richtung, in die man sie haben möchte. Bei ihr haben wir auch überhaupt keine Probleme mit Anziehen oder Medikamentenhabe... noch nie gehabt. Dafür macht sie in anderen Situationen "Stress". Konsequenzen müssen selten folgen. Ab und zu mal am Abend, wenn das Theater beim Duschen, Zähneputzen und Anziehen zu arg wird. Dann lesen wir keine Geschichte vor und das schmerzt (sowohl sie als auch uns). Oftmals reicht aber auch die Vorstellung, was wohl die anderen Kinder sagen, wenn sie sich nicht wäscht und dann "stinkt". Also wie gesagt... wir haben kaum Probleme mit ihr.

Beitrag von lisasimpson 15.11.10 - 11:56 Uhr

gewalt und demütigung sind keine "kosnequenz"

wenmn sich ein KLEINKIND nicht alleien anziehehn kann oder will, dann bekommt es hilfe- das ist die kosnequenz
jedes normale kinder wird früher oder später nach selsbtändigkeit streben.
kein 14 jähriger fähjrt darauf ab, von mutti angezoigen zu werden.
so lange kinder aber noch danach verlangen sind sie noch nicht so weit entwicklet, daß sie diese übergangssituationen gut alleine meistrn können.-
sie zu demütigen wird nicht den gewünschen erfolg haben (aber es wird auswirkungen haben)

ein kind, daß angst hat vor medikamenten wird diese nicht mit "sanfter gewalt" (was ist das denn das?) überwinden.
du kannst aber verabredungen mit deinem kind treffen, du kannst sie fragen, wie sie denkt, daß sie das am besten hinbekommt (selbst nehmen lassen, in saft einrühren, zäpfchen verschreiben lassen, ein spiel draus machen.
ihr fragt oma und opa, mama und papa, bruder und schwester... was ihnen dabei hilft, wenn sie medis nicht nehme nwollen und überlegt euch euren eigenen schlachtplan, wie ihr nun am bestenr mit den medis vorgehen könnt, um sie "unschädlich zu machen"

bei meinen jungs würde sciehr helfen, daß sie als räuber die medikamente schnell "stibitzen" müßten und vor meinem zugriff schützen.
oder aber wir würden eine sezene nachspielen, die sie kennen (bobo will keine medikamente nehmen- da kommt der papa auf die idee, das kasperle den löffel halten zu lassen)

etwas, was ihnen komeptenzen gibt ,was sie stark werden läßt, was ihnen macht darüber gibt ,wo sie sich phnmöchtuig fühlen.

du verstärkst das efühl der ohnmacht, inde m du zwingst und demütigst- dsas wird nicht den effekt haben, den du möchtest (kooperation)

lisasimpson

Beitrag von black_megara 15.11.10 - 12:46 Uhr

Hallo lisa,

das hast du wirklich gut geschrieben und deine Ansicht finde ich auch toll, ich versuche das auch auf diesem Weg zu handhaben, leider wählt man aber trotzdem manchmal genau den falschen Weg, weil man es so kennt und es sich einfach macht.
Wie sagt Jesper Juul so schön: "Eltern machen am Tag 20 Fehler".
http://wireltern.eu/news/jesper-juul-eltern-machen-20-fehler-pro-tag.html

Liebe Grüße
Jessi

Beitrag von lisasimpson 15.11.10 - 13:11 Uhr

oh je- mit 20 Fehlern hätt ich aber nen wirklich guten tag erwischt:)

aber: ich wunder mich eben nicht, wenns schief läuft, weil ich nen fehler gemacht habe

lisasimpson

Beitrag von lenesiegel 15.11.10 - 13:02 Uhr

wow, ich ziehe den Hut....gut argumentiert.

Mein Sohn hat grad wieder so ne Phase, wo er ganz viel bei Mama sein will und am liebsten von ihr angezogen werden möchte (obwohl er es doch schon gaaanz stolz selber gmacht hat), naja jedenfalls hast Du mich jetzt bestärkt ihm den Wunsch zu erfüllen. Wird ja sicher nur eine Phase sein :-)

Liebe Grüße und vielen Dank. #winke

Beitrag von lisasimpson 15.11.10 - 13:10 Uhr

falls er das mit 14 noch will- dann melde dich nochmal - oder besprich ds dann mit seiner freundin:)

lisasimpson

Beitrag von danii1975 15.11.10 - 13:23 Uhr

Hi Lisa,

find ich gut, wenn das klappt, nur Rollenspiele würden bei uns nicht funzen, wie es bei der TE ist keine Ahnung.
Meine Mausi würde sagen, nimm du doch:-p, sie wäre froh, keine Medi nehmen zu müssen, deswegen helfen bei uns nur Androhungen mit Sandmannentzug oder Geschichten streichen.
Wobei ich sagen muss, es gibt ja schon leckere Medis, die meine kurze gern nimmt.....die schmecken nach Orange oder Erdbeer;-)......

LG
Danii

Beitrag von lisasimpson 15.11.10 - 14:01 Uhr

"Meine Mausi würde sagen, nimm du doch"

was evolutionsgeschichtlich wahrscheinlich die klügste antwort ist.
denn es ist sicher erst ein mal die ungefährlichkeit einer substanz durch beobachten zu beweisen als durch "selbst nehmen".

nun ja- ich würde sie puppenmutti spielen lassen und ideen entwicklen lassen, wie man die puppe davon überzeugen könnte, ihre medis zu nehmen und sie dann als mutter agieren lassen.
sie wird der puppe höchst wahrscheinlich gut erklären können, warum sie die medis nehmen solle und wofür die gut sind.
und sie wird eine lösung finden (vielleicht mit deiner hilfe?!):)

lisasimpson

Beitrag von danii1975 15.11.10 - 16:27 Uhr

Ach ich hab keine Probs das zu nehmen....:-pdas zeugs schmeckt ja echt lecker....hihi....

Ne aber ehrlich, ich bin ja nicht die TE und ich habe meine Mittel und Zwecke die ich einsetze...wenn sie Puppenmami spielen würde, würds auch nicht klappen...jedes Kind tickt anders;-)......
Und bei mir klappt es bisher, ausser Zäpfchen, aber das mach ich dann auch nicht...oftmals finden wir ein Kompromiss wo ich sie wählen lasse, denn sagt sie natürlich: Mama ich nehme den Saft, ich will kein Zäpfchen.....

Aber Rollenspiele find ich echt klasse aber umsetzbar bei meiner ist es nicht:-(....schade eigendlich........

LG
Danii

Beitrag von cori0815 15.11.10 - 14:20 Uhr

hi Lilly!
Ja, das mit den Medikamenten ist ja so eine Standard-Situation. Und Kinder spüren genau, wenn Eltern unter Druck geraten, weil es ja sein "muss". Da kann man sie richtig auflaufen lassen, diese blöden Eltern ;-)

Also kein Theater, keine Worte, nur Medizin verabreichen. Dann fehlt ihr bald das Erfolgserlebnis, wenn du dich gar nicht aufregst und dich hinterher ihr gegenüber nicht rechtfertigst. Dann hat sie keine Aufmerksamkeit durch ihr Verhalten bekommen, nichtmal negative Aufmerksamkeit. Das wird mit der Zeit fruchten. Verlange aber nicht von ihr, dass sie es beim ersten Mal abstellt. Sie muss ja erst sehen, ob es öfter nicht klappt ;-)

Und zum Thema "sie bummelt und es nervt sie nichtmal, dass sie im Schlafanzug in den Kindergarten muss" braucht es vielleicht auch mal eine Zeit, bis sie tatsächlich im Kindergarten angesprochen wird und bis es ihr peinlich ist. Du bist also auf dem richtigen Weg, brauchst einfach nur ein bisschen Durchhaltevermögen.

LG
cori

Beitrag von clautsches 15.11.10 - 14:30 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist auch 3,5 und hat so seine "Phasen". Allerdings sind die Zwerge ja mittlerweile in einem Alter, in dem man super kommunizieren kann, insofern find ich´s nicht mehr so tragisch.

Wenn wir es morgens eilig haben und er trödelt, dann helf ich ihm beim Anziehen. Und erkläre nebenbei auch, warum wir es so eilig haben. Und auf dem Weg zum Auto heißt es dann "wer ist Erster?!"

Medikamente müssen sein, wenn man krank ist. Das versteht ein Kind in dem Alter schon. Leon hasst Nasentropfen, aber wenn ich ihm erkläre, dass er damit besser schlafen kann und dass er schrecklich Ohrenweh bekommt, wenn er sie verweigert, dann geht das auch.

Generell reden wir einfach viel. Wenn er den totalen "Anfall" hat, lasse ich ihn erstmal ausbocken und wir reden dann über den Grund. Und wenn er was anstellt, erkläre ich ihm, warum mich das sauer macht und dass wir uns beide an Regeln halten müssen, damit das Zusammenleben funktioniert. Dabei hilft es immer recht gut, zu betonen wie groß er doch schon ist. ;-)

LG Claudi