An alle Schulkinder-Eltern 2011, wo die Kinder Sprachprobleme haben...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von schnuffel0101 15.11.10 - 12:02 Uhr

Mein Sohn kommt nächstes Jahr in die Schule. Leider hat er noch immer ein wenig Sprachprobleme. Letzte Woche waren wir bei der Schulanmeldung und er wurde dort auch getestet. Vom Kopf her ist alles top in Ordnung, nur an der Sprache hapert es halt ein wenig . Nun steht es zur Debatte, ob er in die normale Regelschule kommt oder auf eine Förderschule für Sprache.
Ich bin mir selber noch nicht wirklich sicher, was man machen soll.
Nun bin ich einfach mal interessiert, ob hier noch andere Eltern sind, die vor dem selben Problem für nächstes Jahr stehen und freue mich auf eine tolle Diskussion.

Hoffe auf Eure Antworten

Beitrag von lenesiegel 15.11.10 - 12:18 Uhr

Hallo,

wie äußert sich denn sein "Sprachproblem" ?!
Bekommt er Bücher vorgelesen oder Geschichten erzählt ?

Wann genau ist er denn geboren ?!

Kann Dir aber weiter auch grad nix sagen.

LG, Lene

Beitrag von schnuffel0101 15.11.10 - 13:07 Uhr

Er spricht teilweise zu undeutlich und zu schnell. Das scheint er aber aus der Familie seines Vaters zu haben, die machen das nämlich auch.
Er bekommt jeden Abend Bücher im Bett vorgelesen.
Er ist am 13.09.05 geboren.

Beitrag von lenesiegel 15.11.10 - 13:29 Uhr

Ich denke, dann kannst Du da nur immermal wieder daraufhinweisen, daß er versucht deutlich und langsamer zu sprechen - scheint ja ererbt, oder eben ab"gehört" zu sein. Sprich doch mit der fraglichen Sprachheilschule. Besser wäre ja vermutlich, man würde die "Probleme" vor Schulbeginn angehen, oder ?! Warum erstnoch ein Dreivierteljahr warten ?!

Ich hab als Kind immer sehr undeutlich gesprochen, einfach weil ich sehr verschüchtert war - jeder hat irgendein "handicap" - kann man Toleranz üben ;-)

Liebe Grüße und alles Gute dem kleinen Großen !

Beitrag von bine3002 15.11.10 - 12:19 Uhr

Meine Tochter wird erst 2012 eingeschult, hat aber zur Zeit auch noch Sprachprobleme, von daher habe ich mir durchaus auch schon Gedanken darüber gemacht "Was wäre wenn..."

Im Moment würde ich dazu tendieren, sie trotz Sprachproblemen in eine Regelschule zu schicken. Ich mache das davon abhängig, ob sie selbst Probleme damit hat, ob sie beispielsweise deswegen aufgezogen wird. Lesen und schreiben kann sie schon etwas und schreibt auch Worte richtig, die sie noch falsch ausspricht. Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber sie macht es. Sie ist auch konzentriert und aufmerksam, wenn sie etwas erklärt bekommt, außerdem schon sehr geduldig und ehrgeizig. Von daher mache ich mir überhaupt keine Gedanken, dass sie dem Unterricht nicht folgen kann oder sowas. Bleibt halt nur die Sorge, dass 6jährige vielleicht weniger tolerant sind und sie hänseln könnten. Aber auch da würde ich zur Zeit denken, dass sie sich mit ihrer großen Klappe dagegen wehren kann.

Eine Förderschule sehe ich vor allem deswegen kritisch, weil ihr dann eine Umschulung begvorstehen würde. So weit ich weiß ist es so, dass die Kinder 2 Jahre lang auf eine Sprachförderschule gehen und dann in die 2. Klasse einer Regelschule umgeschult werden. Das würde ich gerne ersparen wollen.

Wie ist es denn bei Euch. Glaubst Du, dass dein Sohn dem Unterricht auf einer Regelschule folgen könnte? Und wie sieht es aus, falls er gehänselt wird? Könnte er damit umgehen? Immerhin haben auch andere Kinder Defizite, einige auch welche, die sich nicht "verwachsen". Sie müssen ein Leben lang damit umgehen und schaffen das teilweise sehr gut.

Beitrag von schnuffel0101 15.11.10 - 13:08 Uhr

Ich könnte es mir auf jeden Fall vorstellen, dass er dem Unterricht folgen könnte. Er ist vom Kopf her absolut fit und echt pfiffig. Beim Test in der Schule hat er in einigen Sachen alle erstaunt.

Beitrag von sunflower.1976 15.11.10 - 14:03 Uhr

Hallo!

In Rheinland-Pfalz ist es so, dass die Sprachförderschule über die reguläre Grundschulzeit läuft. Die Kinder können vorher schon zur Regelschule gehen, wenn sich ihre Sprache verbessert hat oder sie wechseln nach den vier Jahren zur weiterführenden Schule entsprechend ihrer schulischen Leistungen.
Daher muss man genau schauen, wie es im eigenen Bundesland ist.

LG Silvia

Beitrag von kleinehexe1606 15.11.10 - 12:42 Uhr

Mein Sohn ist auf einer Sprachheilschule und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Er geht seit September und alle sagen was er doch für Fortschritte gemacht hat. Hier an der Regelgrundschule wäre er gnadenlos untergegangen, weil es niemanden interessiert ! Leider habe ich das mit meiner Tochter schon durch. Ich finde bei Sprachproblemen die doch deutlich sichtbar sind diese Entscheidung einfach super, normaler Regelschulplan und schnellstmögliche Ausgliederung in die Regelschule, sobald die Sprache gut ist. Ich kann die Schule nur jedem empfehlen. Achso mein Kind hatte keine Schwierigkeiten im Kindergarten, weder wurde er gehänselt noch war er Aussenseiter.

Beitrag von fiori_ 15.11.10 - 13:52 Uhr

Hallo,

ganz meine Meinung!

mein Sohn geht auch auf eine Förderschule und nach anfänglichen bedenken die beste Entscheidung meines und vor allen seines Lebens.

Meiner wäre auf der Regelschule auch total untergegangen, kein Wunder bei diesen enormen Anforderungen die an die Kids gestellt werden.

Mein Sohn wechselt wenn alles gut läuft nächstes Jahr in die Regelschule und wenn nicht geben wir Ihm noch ein Jahr.

Er ist gut in der Schule und er packt das.

LG

Beitrag von andi626 15.11.10 - 13:54 Uhr

Hallo,

wann ist denn bei euch Stichtag? Hat er in der nähe Geburtstag? Wenn ja, laß ihn noch ein Jahr im Kiga.

Wir haben das Problem auch gehabt, meine Tochter (jetzt 7) hat am 27.09. Geb. 3 Tage vor Stichtag und wäre 2009 ein Muß-Kind gewesen. Hatten aber auch noch sprachliche Probleme und die Sprachschule war im Gespräch.

Wir haben unsere Tochter dann 1 Jahr noch im Kiga gelassen und sie weiterhin Logopädisch betreuen lassen, und siehe da, es hat funktioniert.

Was ich damit sagen will ist, laß deinem Sohnemann einfach die Zeit die er noch braucht. Es ist nicht schlimm, wenn er ein Jahr später in die Schule kommt.

Andi626

Beitrag von schnuffel0101 15.11.10 - 14:33 Uhr

Er ist am 13.09.05 geboren. Stichtag ist der 30.09.

Beitrag von andi626 15.11.10 - 16:12 Uhr

Versuche ihn zurückzustellen.

Wir haben es mit Attest von Logopädin, Ki-Arzt und SPZ-Attest ohne große Probleme geschafft.

1 Jahr länger im Kiga ist eine lange Zeit, lohnt sich aber.

Andi626

Beitrag von sunflower.1976 15.11.10 - 14:01 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist im Juni 2005 geboren und kommt nächstes Jahr zur Schule.
Er hat eine angeborene Sprachentwicklungsverzögerung (ursprüngliche Diagnose: verbale Entwicklungsdyspraxie, Dysgrammatismus, universelle Dyslalie) bei ansonsten normaler Entwicklung.

Um den 3. Geburtstag herum konnte er 20 Wörter sprechen und hat dann nach vielen Diskussionen mit Ärzten und auch Arztwechseln Logopädie verordnet bekommen. Die Therapie hat geholfen, aber unser Sohn hat sehr sehr langsame Fortschritte gemacht. Er hatte einfach viele "Baustellen", an denen er arbeiten musste, angefangen von der bewussten Kontrolle über seine Zunge/Lippen, Lautbildung, Grammatik usw. Mittlerweile kann er für seine Verhältnisse ganz gut sprechen, auch wenn er von altersgerechter Sprache noch einiges entfernt ist. Seit Juni, also etwa seit seinem 5. Geburtstag kann er einfache Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätze sprechen. Mittlerweile spricht er mit Sätzen samt Nebensätzen und versucht sich an anderen Zeitformen. Die Verbendungen stimmen häufig nicht, aber das ist erstmal zweitrangig. Fragesätze klappen mittlerweile auch gut.
Ein bißchen Schwierigkeiten machen ihm noch die Zischlaute (v.a. Z, CH (wie in Küche) und SCH). Er kann sie, muss aber in den Wörter bewusst drüber nachdenken, wie sie ausgesprochen werden. Das war aber auch genauso, als er das K gelernt hat und nachdenken musste, ob ein Wort mit K oder - wie er es vorher gemacht hat - mit T gesprochen wird. Er lernt die deutsche Sprache wie eine Fremdsprache, obwohl es für ihn keine ist.
Schwierige neue Wörter sind noch schwer für ihn und nicht immer gut zu verstehen. Im Alltag ist eine ganz normale Unterhaltung möglich und auch Fremde verstehen ihn mittlerweile gut. Schwer ist es für ihn, längere Geschichten nachzuerzählen, komplizierte Geschehenisse aus dem KiGa zu erzählen bzw. seine "umständlichen" Spielideen für Rollenspiele mit Playmobil o.ä. zu erklären. Aber auch das wird besser.

Die Schuleingangsuntersuchung steht noch aus. Aber wir hatten bei der Schulanmeldung schon mal ein Vorgespräch mit dem Rektor, der mit unserem Sohn ein paar grobe Tests gemacht hat. Er sah kein Problem mit dem regulären Schulbesuch.

Zudem fahren wir im Januar für vier Wochen zu einer stationären Sprachheil-Reha. Im Moment hat unser Sohn eine Therapiepause bei der Logopädin weil er schon über zwei Jahre zwei Mal wöchentlich hin geht. Aber er geht zum therapeutischen Reiten (v.a. für´s Selbstwertgefühl) und wir nutzen täglich einen Hörwahrnehmungstrainer (Gerät, das klassische Musik so umwandelt, dass es spezielle "Reize" im Gehirn setzt, die für bestimmte Lauterkennung nötig sind).

Eine Sprachheil-Schule wäre sicher für unseren Sohn nicht schlecht. Aber die nächste ist gut 30 km entfernt und ist zudem eine Ganztagsschule. Da das Taxi, das ihn fahren würde, nicht den direkten Weg nehmen würde sondern auch noch andere Kinder einsammelt und wegbringt, wäre er vor 16:30 nicht zuhause. Das finde ich für einen Erstklässler heftig.
Er kennt alle Kinder, mit denen er zur Schule gehen wird und die Klasse ist klein (20 Kinder). Seine zukünftige Klassenlehrerin hat den Ruf, dass sie keine extrem hohen Ansprüche stellt und zudem versucht, auf die Kinder individuell einzugehen.
Eine Option ist auch, dass er zusätzlichen Unterricht durch einen Lehrer der Sprachheilschule bekommt, der Kinder mit Schwierigkeiten in ihrer jeweiligen Schule "besucht". Unter welchen Bedingungen das möglich ist, muss ich aber noch herausfinden.

Geht Dein Sohn denn zur Logopädie? Ist eien Diagnose gestellt worden? Was sagen denn der KiA (U9) und die Erzieherinnen dazu?

LG Silvia

Beitrag von schnuffel0101 15.11.10 - 14:34 Uhr

Ja, er geht zur Logopädie. Ziemlich lange schon. Hat auch dadurch gute Fortschritte gemacht. Ich kenne auch andere Kinder, die mit Sprachproblemen in eine normale Regelschule gegangen sind.

Beitrag von gismomo 15.11.10 - 22:07 Uhr

Hallo,

ich stehe vor der gleichen Frage.

Mein Sohn kommt nächstes Jahr in die Schule und bekommt Logopädie, seitdem er vier ist.
Er spricht sehr viel, hat ein überdurchschnittlich gutes Gehört, aber seine Aussprache ist noch relativ undeutlich. Wenn ich es aber mit dem vergleiche, wie er noch vor einem Jahr gesprochen hat, dann hat er schon sehr große Fortschritte gemacht. Momentan arbeiten wir am "sch". Ich übe viel mit ihm, da ich unbedingt will, dass er bis zu Schulbeginn auf dem bestmöglichen Stand ist.

Die Erzieherin im Kiga hat mir zur Sprachheilschule geraten - einer ihrer Söhne war auch dort und sie hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Allerdings hat sie drei Kinder aus einer Gruppe von insgesamt 10 Kindern für die Sprachheilschule empfohlen, was wir dann auch wieder etwas seltsam gefunden haben.

Der Logopäde war nicht der Meinung, dass mein Sohn auf eine Sprachheilschule gehen soll, hat aber gemeint, ich könne ihn dort ja einmal vorstellen um ganz sicher zu gehen.

Ich bin momentan am Überlegen, ob ich das tun werde. Einerseits will ich meinen Sohn nicht noch mehr unter Druck setzen, er ist gerade sowieso etwas empfindlich. Andererseits wäre ein bisschen mehr "Sicherheit" für MICH gut - ich habe wirklich Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, und das belastet mich ziemlich.

Vorteil an der Sprachheilschule sind die kleineren Klassen und die bessere Förderung. Gravierende Nachteile sind aber, dass mein Sohn dann jeden Tag über 30 km mit dem Bus fahren müsste und dass er dann nicht mit seinen Freunden aus dem Kiga eingeschult werden würde. Er hängt total an seinen Freunden aus dem Kiga und ich weiß, dass das für ihn ganz schlimm wäre und er sich - ganz egal, was alle sagen würden - wie ein Versager vorkommen würde, wenn alle in die gleiche Schule gehen, nur er nicht.

Deshalb versuche ich, ihn so weit wie möglich darin zu unterstützen, dass er auf die gleiche Schule gehen kann wie seine Freunde. Ich werde nächstes Jahr deshalb auch beruflich kürzer treten und stelle mich darauf ein, dass ich ihn zuhause stark unterstützen muss. Wenn es dann doch nicht notwendig ist, freue mich - aber ich rechne erst mal damit, dass es nicht einfach wird.

Wenn ich nur wüsste, was richtig ist...

lg
K.

Beitrag von gismomo 15.11.10 - 22:10 Uhr

Ich meine natürlich "Gehör" - Tippfehler!