Umsatzsteuer, wer kennt sich aus?

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Beitrag von christinaf 15.11.10 - 12:49 Uhr

Hallo,

ich frage hier für einen Freund. Ich weiß , dass das ein breites und schwieriges Thema ist aber vielleicht weiß trotzdem jemand Rat.

Er ist Freiberufler seit ca. 2 1/2 Jahren. So viel ich weiß wird / wurde immer diese Umsatzsteuervoranmeldung gemacht ( 4 mal im Jahr) und hatte trozdem immer noch dicke Nachzahlungen. Die Steuerberaterin hatte mal angekündigt, dass er ein paar Hundert € zurückbekommen würde, Ende vom Lied war er hatte ein paar Tausend € zu zahlen. Auch wenn ich mich damit nicht auskenne finde ich so einen Unterschied sehr fragwürdig.

Jetzt ist es so, dass er insgesamt für 2009 ( ich meine auch noch für 2008) ca. 9.000€ nachzahlen muss. Er wird wohl in den nächsten Tagen den Bescheid bekommen.

Fakt ist, er wird das Geld nicht haben und kann nichts mehr von der Bank bekommen. Aber darum geht es mir jetzt nicht.

Meine eigentliche Frage ist jetzt. Da er eh den Steuerberater wechseln will, macht es Sinn das jetzt noch zu machen, evtl. mit den letzten Unterlagen? bzw. Wenn der Bescheid kommt, dürfte er ja die Möglichkeit haben Einspruch zu erheben. Was ist außer der Frist alles zu beachten?

Sollte man auch gleich einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen? Hat so was Aussicht auf Erfolg?

Ich habe auch gehört, dass es Möglichkeiten einer
Ratenzahlung dort gibt. Allerdings sehr selten. Hat es jemand schon mal bekommen? Sollte man bei der Beantragung auch auf bestimmte Formulierungen achten?

Mir ist schon bewusst, dass es wohl keine allgemeinen Ratschläge geben wird. Wichtig wäre nur die Sache noch mal von jemanden prüfen zu lassen und einfach noch bisschen Zeit zu gewinnen dafür. Bzw. das geld aufzubringen. Mittlerweile denke ich schon, dass da einiges schief lief.

Vielleicht kennt sich jemand damit aus oder war auch schon in so einer Situation.

Vielen Dank.

lg

Christina

Beitrag von carina65 15.11.10 - 13:17 Uhr

Hallo,

Vielleicht habe ich die Frage nicht richtig verstanden, aber auf jede Rechnung der er schreibt und kriegt steht die Steuer. Dann muss er nur die Steuer die er kriegt(Ausgangsrechnungen) minus Steuer die er bezahlt(Eingangsrechnungen nehmen und weisst selber genau wie viel er bezahlen muss, Nur wenn er Verlust macht kriegt er Steuer wieder. Und jedes Jahr nach ev. Jahresabschlüßbuchungen wird die Steuer dann noch mal korrigiert.

LG
Carina

Beitrag von smartysandra 15.11.10 - 13:22 Uhr

puh!
hat er die voranmeldungen immer selbst erstellt und abgegeben oder erstellen lassen? wenn erstellen lassen, hat er seine unterlagen immer vollständig abgeliefert? ist er ein ist-versteuerer oder ein soll-versteuerer? d.h. versteuert er die erlöse, wenn er das geld erhalten hat oder wenn er die rechnung geschrieben hat?
eine aufschiebung bei ist-versteuereren ist meistens nicht möglich, da er das geld ja schon eingenommen hat!
als aussenstehender kann man schlecht sagen, was da schief lief.
lg sandra

Beitrag von tragemama 15.11.10 - 14:04 Uhr

Kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich eine Rechnung schreibe, weise ich dort die USt aus. Wenn der Betrag eingeht, kommt diese USt bei mir auf ein extra Konto, wovon am Quartalsende alles abgebucht wird. Was hat er denn damit gemacht??

Beitrag von werner1 15.11.10 - 18:34 Uhr

Sie meint die Einkommensteuer, nicht USt.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von tami_26 15.11.10 - 20:06 Uhr

Hallo!

Ratenzahlung bei Umsatzsteuernachzahlung wird i.d.R. nicht gewährt, da es sich bei dieser Steuer um einen durchlaufenden Posten handelt. Dein Freund hat die Umsatzsteuer erhalten und an das Finanzamt abzuführen.

lg


Beitrag von tami_26 15.11.10 - 20:14 Uhr

<Die Steuerberaterin hatte mal angekündigt, dass er ein paar Hundert € zurückbekommen würde, Ende vom Lied war er hatte ein paar Tausend € zu zahlen. >

Hat er denn nicht bei seinem Steuerberater oder dem Finanzamt nachgefragt warum er doch zahlen muss statt einer Erstattung zu bekommen?

Die Voranmeldungen sowie die Umsatzsteuerjahreserklärung sind unter Vorbehalt der Nachprüfung. Wenn er sich einen neuen Steuerberater sucht kann der auch die Jahre nochmal überprüfen, die bereits gelaufen sind.

Aussetzung der Vollziehung kann es nur im Rahmen eines Einspruches geben. Dafür müssen aber ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des angefochtenen Verwaltungsaktes bestehen oder die Vollziehung muss für den Betroffenen eine unbillige Härte zur Folge haben.

lg

Beitrag von vwpassat 15.11.10 - 20:42 Uhr

So ganz kann ich Dir ehrlich gesagt nicht folgen.

Die monatl. bzw. (wenn so genehmigt) vierteljährlichen Umsatzsteuervorauszahlungen ergeben sich ja aus den getätigten Umsätzen abzüglich der Lieferantenrechnungen. Das zahlt man dann bis 10. des übernächsten Monats und gut.

Am Ende des Jahres muss eine komplette Umsatzsteuererklärung abgegeben werden, die wird sich aber im Normalfall nicht so erheblich davon entfernen, es bleibt also eine kleinere Nachzahlung bzw. Erstattung.

Wie schon angemerkt, wäre es wichtig zu wissen, ob Soll oder Ist-Versteuerung!


Dann ist da noch der Punkt der Einkommenssteuer. Wer viel verdient, muss auch da Vorrauszahlungen leisten und abgeechnet wird mit der Einkommenssteuererklärung.

Bringt er da etwa was durcheinander?

Beitrag von werner1 16.11.10 - 07:48 Uhr

Freiberufler heisst automatisch Ist-Versteuerung.
Ausserdem ist der Unterschied nicht besonders gross.

Beitrag von tami_26 16.11.10 - 08:14 Uhr

Falsch!

Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten muss beantragt werden und bedarf der Genehmigung des Finanzamtes.

Beitrag von werner1 16.11.10 - 08:20 Uhr

Ich weiss.

Auf Antrag beim Finanzamt kann ein Unternehmer die Steuer nach §20 UStG berechnen, wenn sein Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr nicht höher als 125.000 € lag oder wenn er nicht buchführungspflichtig ist.

Beitrag von christinaf 16.11.10 - 17:26 Uhr

Hallo,

vielen lieben Dank für die Antworten und Sorry, dass ich jetzt erst schreibe.

Ich habe mir schon gedacht, dass das ganze zu kompliziert ist / wird. Da ich mich selber ja auch nicht damit auskenne und nötige Einzelheiten dann doch nicht weiß, kann ich jetzt auf Anhib leider auch vieles nicht beantworten :-(

Dachte wäre halt eine Möglichkeit um doch noch eniges zu erfahren, daher dieser Weg.

Fakt ist, er wird sich so oder so noch mal mit einem anderen Steuerberater in Verbindung setzen. Wechseln wird er so oder so. Vielleicht kann er noch mal bisschen Licht ins Dunkle bringen.

Danke nochmals.

lg

Christina