Was tun mit unserer Tochter (15)

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von fraz 15.11.10 - 14:44 Uhr

Hallo zusammen,

Es geht um unsere Tochter (15):
Langsam aber sicher wissen wir nicht mehr weiter. Unsere Tochter hat sich in den letzten Monaten total verändert. Seit sie in der Pubertät ist, hat sie sich von einem fröhlichen, angenehmen Menschen in eine ihre Umgebung terrorisierende Jugendliche verwandelt, in den letzten Monaten gar so schlimm, dass die ganze Familie darunter leidet. Sie hat auch viele Freunde verloren. Zudem hatte sie plötzlich den totalen Schulverleider und -verweigerer, sodass wir sie in eine teure Privatschule ( Internat ) versetzen liessen ( auf ihren eindringlichen Wunsch).

Nur: Seither ist alles nur noch schlimmer: Am Sonntagabend bringen wir sie kaum dazu, wieder ins Internat einzutreten, es gibt regelmässig Geschrei und Geheule und sie geht jeweils erst auf den allerletzten Drücker. Auch wenn sie sagt, dass ihr das Internat gefällt!....
Und: die zwei Tage zuhause sind der absolute Horror! Sie benimmt sich, wie wenn sie im Hotel wäre, schreit herum, wenn ihre Wäsche nicht gleich gewaschen ist, isst Unmengen von Süssigkeiten ( mittlerweile geht das ganze Taschen- und Kleidergeld dafür drauf ), hängt NUR vor dem PC oder mit ihren Freundinnen rum, die ihr noch geblieben sind, etwas anderes interessiert sie nicht. Wir werden nur noch angeschrien oder sie bricht gleich in Tränen aus.

Mein Mann meint, das sei der übliche Herzschmerz einer Pubertierenden. Ich hingegen habe das Gefühl, dass sie Hilfe braucht oder aber eventuell die Pille, die sie seit 10 Monaten nimmt ( wegen Mensbeschwerden) nicht verträgt.

Auch trauert sie seit Monaten einer verflossenen Beziehung nach zu einem Jungen, der sie in meinen Augen nur ausgenützt hat. Sie kommt nicht darüber hinweg, will aber mit mir nicht darüber reden.

Es ist sehr schwierig momentan für uns alle. Ich wäre froh um Eindrücke und Meinungen von aussen, da ich mir zunehmend grosse Sorgen mache. Braucht sie Hilfe (Psychotherapie), soll sie die Pille absetzen oder was können wir noch für sie tun?
Übrigens: Sie hat für nächsten Sommer schon eine Lehrstelle, es ist also umso wichtiger, dass sie die obligatorische Schulzeit wirklich gut abschiessen kann.

Danke!

Beitrag von blaue-rose 15.11.10 - 17:33 Uhr

Hallo Fraz,


ich denke sie braucht Hilfe. Die große Schwierigkeit ist aber an sie ran zu kommen.

Es hört sich für mich an als ob es mit ihrem damaligen Freund zusammen hängen könnte. Es kann Liebeskummer sein, es kann aber auch sein das in der Beziehung mehr gelaufen ist als ihr wisst und sie daher sich so verändert hat.

Versuch für sie dazu sein und höre ihr zu wenn sie reden möchte. Ich weiß es ist sehr schwer da sie erst einmal dazu bereit sein muss.

Eine Psychotherapie hilft auch nur wenn sie sie annimmt. Ob sie die Pille absetzen soll würde ich mit ihrem Arzt bereden und nicht eigenmächtig handeln.


Freundliche Grüße

blaue-rose

Beitrag von moni66 15.11.10 - 19:20 Uhr

Hallo
sehr schwierig aus der Ferne eine Diagnose zu erstellen.
Mit der Pille schliesse ich mich der Vorrednerin an
Und ansonsten signalisiere ihr dass du da bist für sie
Hast du dir schon mal überlegt ihr einen Brief zu schreiben ins Internat?
In dem du ihr schreibst, was du empfindest dass ihr da seid für sie?
WEil sie bekommt ihn dann da dort, und dann hat sie Zeit bis zum Wochenende das alles zu überlegen und dann kommt sie vielleicht auf dich zu.
Ich finde dass man mit Briefen manches oft besser ausdrücken kann wie mit Worten
Alles Gute für euch
LG
Moni

Beitrag von koerstn 16.11.10 - 00:29 Uhr

Hallo!

Also irgendetwas passt da auf jeden Fall nicht. Sie sagt zwar, dass ihr das INternat gefällt, aber will jeden Sonntag Abend nicht wieder hin? Warum wollte sie denn auf's Internat? Normalerweise finden die meisten Teenies allein den Gedanken doch schon schlimm. Weit weg von allen Freunden. Hat sie das evtl. als Lösung für ein Problem gesehen (weglaufen) und bemerkt nun, dass es gar nicht geholfen hat und sie zusätzlich noch ihr normales Leben aufgegeben hat? Mein erster Gedanke war, da steckt mehr hinter, aber sie traut sich nicht, euch das zu sagen? Evtl. weil sie eigene Fehler eingestehen muss?
Auch das Essen von so vielen Süßigkeiten, Frustessen?
Das sie mit dir nicht über ihren Liebeskummer reden möchte, kann ich verstehen, hätte ich mit meiner Mutter damals auch nie, aber alle meine Freunde waren gut informiert. Vielleicht ein heikler Weg, aber gibt es eine Freundin, die du vielleicht mal fragen kannst?
Ich hab auf jeden Fall das Gefühl, dass sie jemanden zum reden braucht, der ihr dann auch mögliche Lösungen aufzeigt, ob es gleich eine Therapie sein muss, sei mal dahingestellt. Gibt es vielleicht eine Patentante, ältere Freundin, zu der sie ein gutes Verhältnis hat?

So, dass waren jetzt meine spontanen Gedanken dazu, vielleicht etwas verwirrend, aber ich hoffe, du steigst da durch! ;-)

Alles Gute für euch!

LG Koerstn

Beitrag von lajo 18.11.10 - 07:33 Uhr

Denke das sind die Hormone, ihr Freund ist weg, dann die Schule usw. Du kannst ihr nur Hilfe anbieten und sagen, dass du ihr gerne zuhören willst, wenn sie etwas bedrückt und evtl einen Rat braucht. Bloß keine Vorwürfe machen, wenn sie dir irgendetwas erzählen will. Erzähl ihr doch von deinem Liebeskummer, den du sicherlich auch mal hattest. Mach mal einen schönen Einkaufsbummel mit ihr und geh Eis essen und versuch so an sie ranzukommen, aber sie muß von sich aus etwas erzählen.

Beitrag von linajan 18.11.10 - 19:43 Uhr

Hallo,
also ich bin selber ein 15 jähriges Mädchen und denke ich könnte ihnen dabei helfen.
Ich hab zwar auch meine Probleme, aber ich kann niemanden davon erzählen denn ich fühl mich dann immer sehr schwach.
Ich breche selber sehr oft in tränen aus wenn ich mich mit meiner Mutter streite nicht weil mit mir nicht irgendwas stimmt, sondern weil manchmal mich nur eine Kleinigkeit soo kaputt machen kann, dass ich nicht weiter weiß außer weinen.
Meine Mutter fällt es sehr schwer an mir ranzukommen, ich schrei sie auch immer an und ich kann ihnen versichern, dass es ihrer Tochter wie mir geht es tut ihr danach sehr Leid kann es aber nicht zu geben.
Ich denke sie sollten nicht versuchen gegen ihre Tochter anzureden, sondern mit ihr sprechen.
Sich zusammen einen schönen Tag machen was trinken gehen und dann ganz leicht und locker sie fragen wie es ihr momentan geht und ihr sagen das egal was passiert sie immer für sie da sein werden.
Sie sind ihre Mutter und sie müssen ihr aber auch das Gefühl geben das sie immer mit ihnen über alles reden kann :-)
Das wichtigste für ihre Tochter ist, dass sie ihre Mutter und beste Freundin sein sollten #liebdrueck

Beitrag von lajo 20.11.10 - 20:00 Uhr

Ich war auch immer sehr weinerlich in dem Alter und habe auch rumgeschrieen. Sind wohl die Hormone.

Beitrag von linajan 21.11.10 - 19:19 Uhr

das denk ich auch :)

Beitrag von manavgat 18.11.10 - 20:28 Uhr

Ich vermute mal, dass nur jedes 2. WE ein zwingendes Heimfahrwochenende ist.... Wenn sie sich so aufführt, dann reduziere die Heimfahrten. Vielleicht überlegt sie sich dann, dass es so nicht geht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von freno 20.11.10 - 14:25 Uhr

hallo

also wir haben auch oft probleme mit unserem 14jährigen. er isi hochbegabt, ist nur mit älteren zusammen und reden ist nicht möglich.

ich sage ihm immer wieder, dass ich ihn gern hab.

in ganz schlimmen situationen habe ich meinen bruder gefragt, ob er mal mit ihm reden kann. das war sehr gut. da erzählt er viel.

und ich bekomme inkurzform mit was los und ob ich was tun kann.

gruss freno