Konsequenten schön und gut aber bis wo hin??

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sonnec 15.11.10 - 15:45 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin ratlos. Mein Töchterlein von 3J hat mich in den letzten 3 Tagen an den Rand des erträglichen gebracht.
Der Anfang ist immer unterschiedlich, das Ende immer gleich. Sie bekommt ihren Kopf nicht durch und fängt an unfassbar laut zu schreien und um sich zu schlagen. Es ist egal ob sie beim spiel mit einem anderen Kind in Streit gerät oder ich einfach zur Toilette gehen will und ihr dass gerade nicht passt. Sie fängt dann laut an zu schreien, ohrenbetäubend zu schreien und zu schlagen. Am Samstag haben wir mit 2 Mama´s und deren 2 Kinder am Tisch gebastelt. Die Maus nimmt einem anderen Kind was weg. Das andere Kind wehrt sich und meine Tochter haut direkt, ein Handgemenge entsteht und ich hole meine Maus zur Seite und versuche ihr zu erklären, dass das Kind die Farbe wirklich zu erst hatte und sie nach der Farbe fragen soll, sie kann ja schließlich reden .... und in jeden Fall darf sich nicht einfach losschlagen ... Sie fängt an zu schreien, haut mich, will mich beißen ... ich bringe sie also in ihr Zimmer mit den Worten, du bekommt jetzt erstmal eine Auszeit, wenn du dich beruhigt hast kannst du wieder raus kommen. Nur bleibt sie nicht in ihrem Zimmer. ich sitze also vor der Tür und sie will an mir vorbei und kratz, beißt nach mir.... ich rede dann auf sie ein was natürlich nix bringt. Und das ganze geht Minuten lang, sie versucht an mir vorbei zu kommen, ich hintere sie daran ... das ganze geht dann wirklich lange und irgendwann fällt sie mir weinend in die Arme. Meine Freundin sagt, ich würde mich doch nicht so in die Ecke treiben lassen und ich solle die Tür zu halten, bis sie sich beruhigt hat.
Ich sehe das meine Süße in der Situation nicht mit ihren Gefühlen klar kommt und ich versuche darauf einzugehen und ihr zu helfen, was leider nicht so gut funktioniert.
Aber die Tür zuhalten kann doch nicht wirklich die Lösung sein??

Habt ihr einen Rat für mich?

Beitrag von tragemama 15.11.10 - 15:53 Uhr

Sorry, ich finde beides heftig: Einsperren oder sich vor die Tür setzen und körperlicher Gewalt ausgesetzt sein.

Ich hätte versucht, sie abzulenken, ihr eine andere Farbe anzubieten o.ä., Du hast die Situation ja durch diese unsägliche Auszeit erst zur Eskalation gebracht. Aber dieses "Durchsetzen um jeden Preis" bringt sicher nichts ausser Frust auf beiden Seiten.

Andrea

Beitrag von sonnec 15.11.10 - 16:12 Uhr

Hallo Andrea,

wenn es mit einer anderen Farbe getan gewesen wäre, hätte ich hier nicht um euren Rat gefragt.
Sicherlich ist beides heftig. Daher suche ich ja auch nach einer Lösung um beim nächsten Trotzanfall besser darauf zu reagieren.
Jede Mutter geht hier anders mit ihrem Kind um, weil nicht zuletzt auch jedes Kind anders ist.
Das Thema ablenken hätte hier sicherlich gut funktioniert, wenn ich gesehen hätte dass meine Süße die andere Farbe haben möchte.
Ich bin auch ein Freund der Ablenkung oder der sanften Lösung.
Kennst Du dazu das Buch "Das Mary Poppins Prinzig" da sind tolle Ideen dazu drin. Nur leider helfen die im Moment nicht wirklich.

Grüße
Sonnec

Beitrag von sonne_1975 15.11.10 - 15:53 Uhr

Ich würde sagen, wenn sie alleine in ihrem Zimmer nicht bleiben will, dann ist sie noch nicht soweit dafür.
Mein Sohn konnte es lange auch nicht und ich habe nach ein paar Versuchen es nicht mehr gemacht.
Erst viel später ging es dann plötzlich, er ist freiwillig gegangen.

Ich würde bei dieser Situation mit ihr zusammen ins Zimmer gehen (aus der Situation rausnehmen war ja schon sehr richtig) und mit ihr bleiben, bis sie sich beruhigt hat. Ob sie jetzt umarmt werden will oder nicht, wirst du ja sehen.

Es ist ein schwieriges Alter, es geht ein paar Wochen ganz schlecht, dann mal wieder gut, dann wieder schlecht... Mein Sohn ist 4,5, es ist zwar besser, aber es ist immer noch sehr viel da.

LG Alla

Beitrag von sonnec 15.11.10 - 16:19 Uhr

Hallo Alla,

ich denke auch dass das Zimmer schicken vielleicht noch zu früh ist, eine Umarmung hatte ich auch schonmal versucht, was aber leider nichts gebracht hatte.
Wir hatte im Sommer die letzte Trotzphase und da ging das recht gut mit ablenken. Ich weis das es immer Phasen sind und ich hoffe wirklich, dass diese bald vorüber ist. Aber wie Du schon richtig bemerkt, werde die Phasen wieder kommen.
Ich hatte dazu auch mal einen Vortrag besucht, wie man mit Kinder die Emotionale Intelligenz fördern kann und soll. Aber versuch mal einem schreiend Kind zu erzählen "Schatz ich verstehe, dass du jetzt wütend bis ... " Sie kann ihre Gefühle noch nicht mit Worten klären und wird von der Wut übermannt.
Ich verstehe dass ja schon, aber ...
Aus Deinen Worten lese ich aber, dass ich das wohl zu mindestens nicht komplett falsch mache, was mir ja schonmal wieder Kraft gibt.

Danke !!

Beitrag von anira 15.11.10 - 15:54 Uhr

wenn sie anfängt zu schlagne besodners dich
ganz klar und deutlich möglichst in einen klatne tonfall
ich lasse mich nicht von dir schlagen
und dann bringst du sie in ihr zimmer
immer und immer wieder
kein nettes wort
(fällt schwer wenn man weis das es nur selber die gefühle sind;))

einfach nur sagen ich lass mich nicht hauen du gehst in dein zimmer
kein wort zuviel kein trost anbieten
der trost kommt erst wenn sie sich fallen lässt und in deine arme fällt

vermeide das wort auszeit
das hört sich negativ an
einfach kurz und knapp warum
nein du haust


danach kann das einreden erfolgen;)

Beitrag von sonnec 15.11.10 - 16:24 Uhr

Hallo Anira,

tja, so in etwa sagt das mein Mann auch und ich muss sagen, bei ihr trotz sie nicht so schlimm wie bei mir.

ich hatte bislang ehrlich gesagt nicht den mumm das so durch zu ziehen.

Sie lernt ja auch von meinen Gefühlen und ich darf daher ja auch klar meine Gefühle äußern.

ok, die Theorie ist klar, jetzt brauch ich nur noch den schneit es mal zu versuchen.


Danke !!!!

Beitrag von lenesiegel 15.11.10 - 17:08 Uhr

Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber der Rat Deiner Freundin gefällt mir nicht - ich sehe das wie Du und denke auch sie ist schlicht überfordert und gefangen in ihren Gefühlen, und mit diesen Gesellen würd ich sie nicht allein lassen. Nimm sie mit ins Zimmer und haut gemeinsam auf ein großes, weiches Kuschelkissen o.ä. ein. Bei uns hat das gut geklappt und endet dann eher in einem Lachanfall, wenn sie dann weniger wütend ist, sondern nur noch enttäuscht, ob der "verlorenen" Farbe, dann stellt Euch vor den Spiegel und schneidet im Wettstreit die trauerndste Grimmasse ;-)

Eine Alternative zur Vorbeugung (in dem Alter) ist zwei Gefäße mit der gleichen Farbe hinzustellen..., ...tauschen ist auch ne gute Sache (aber im Wutausbruch natürlich nicht realistisch ;-) )

Liebe Grüße an die "Maus" und die liebe Mama

Beitrag von lenesiegel 15.11.10 - 17:14 Uhr

hab noch nen Nachtrag - während dieser Trotzanfälle, auch noch wenn man glaubt er ist fast vorbei - war es bei uns immer fatal, wieder vom Vorfall anzufangen - den "Vortrag" machen wir jetzt erst abends in der Gute-Nacht-Geschichte vom "kleinen Jungen" (da wird die Zurechtweisung dann im übertragenen Sinne nachgeholt - das nimmt er immernoch persönlich genug, ist aber weniger "gängelnd") - weiß nicht, ob ich das jetzt gut erklärt habe #kratz

Beitrag von sonnec 15.11.10 - 17:29 Uhr

das ist bis jetzt der beste Gedanke finde ich,
so hab ich sie aus der Situation raus genommen und eine Lösung für ihr Wut parat.
Das spätere besprechen der Sache ist richtig und wichtig, ob nun danach oder erst abends ist da denke ich nicht kriegsentscheidend.
Wichtig ist nur, dass man darüber nochmals spricht.

Für die harten Konsequenzen ist sie denke ich noch zu klein, das versteht sie denke ich noch nicht.

Danke !!!!!!!!!! #huepf

Beitrag von babybaer4 15.11.10 - 18:20 Uhr

Hallo,

bei meiner Tochter hat es geholfen sie in ihr Zimmer zu bringen,später ist sie dann auch von alleine reingegangen um sich zu beruhigen.Natürlich mit Türeknallen;-)
Bei meinem Sohn hat dieses nur noch zu mehr Hysterie geführt.Ich habe ihn zwat in sein Zimmer gebracht bin aber bei ihm geblieben und habe abgewartet.Habe mich etwas abseits gesetzt und ihm gesagt wenn er möchte kann er zu mir kommen.
Fing er an zu toben,Hauen oder schmeißen habe ich ihn festgehalten bis es wieder ging.Hört sich zwar hart an aber nur das hat geholfen.Ablenken oder auf ihn einreden ging gar nicht.
Heute mit 5 folgt er seiner großen Schwester, nur das er nicht die Tür knallt aber dafür laut stampfend und merkernder Weise ins Zimmer geht.

Beitrag von sonnec 16.11.10 - 20:17 Uhr

Wenn ich mir die Antworten so durchlese zeigt sich mir, dass ich in der Tat nicht alleine bin mit diesen Problemen und das macht die Situation zwar nicht wirklich besser, aber es beruhigt mich dann doch!
Ich werde die nächsten Tage versuchen den einen oder anderen Weg einzuschlagen. Mal sehen welcher am besten Erfolg zeigt.

Danke in jeden Fall für die Aussicht, dass es auch ein Trotzphase ein Ende findet.

Ich muss die Tage so oft an eine Tante von mir denken, die hat immer gesagt
"es wird nicht einfacher, es wird anders"

Danke !

Beitrag von hummelinchen 15.11.10 - 18:40 Uhr

Wühl einfach mal im www

Denn jedes Kind braucht etwas anderes...

http://www.babycenter.de/toddler/erziehung/wutanfaelle_klarkommen/

alle:
http://www.google.de/#hl=de&rlz=1R2MOOI_deDE401&q=Wutausbr%C3%BCche+bei+Kleinkindern&aq=f&aqi=g1&aql=&oq=&gs_rfai=&fp=4803fd73a9f89a0d

viel Erfolg...

lg Tanja

Beitrag von zahnweh 15.11.10 - 19:28 Uhr

Hallo,

solche Phasen kenne ich auch.

Türe zu halten geht gar nicht!!
Aber mit ihr in eine andere Situation wechseln mache ich auch. Allerdings bleibe ich nicht vor der Türe, sondern gehe mit rein. Dort gebe ich ihr die "Erlaubnis" zu schreien.

d.h. schreien darf sie dann so viel sie will. Nur schlagen, beißen etc geht nicht.
So lange sie ihrem Gefühlsausbruch steckt, mit dem sie selbst nicht klar kommt, halte ich ihre Hände fest und schaue ihr in die Augen.
Wenn ich spüre dass sie Nähe braucht, nehme ich sie auf den Schoß, halte sie fest (nicht zu hart, nur so wie sie es grade braucht) und warte.

In der Zeit rede ich nur das notwendigste. Kein auf sie einreden, beschwichtigen oder sonstwas (das macht sie wütender und mich auch, wenn ich mal wütend bin).
Wenn sie sich etwas beruhigt hat - merke ich daran, dass sie mir dann wieder in die Augen schaut! - rede ich noch mal in Ruhe mit ihr über die Situation. Erst mal, dass sie wütend war, wie sie sich gefühlt hat.
Dann Stück für Stück die Situation noch mal. Ich "tadle" das Hauen/Beißen und sage ganz klar, dass das nicht geht, sage ihr aber auch, dass ich sie verstehe und lieb habe.
Wenn sie sich beruhigt hat, gehen wir wieder zu den anderen.

Seit dem Kindergarten entschuldigt sie sich dann auch beim anderen Kind. Das war aber ein enormer Entwicklungsschritt seither. :-)

Auf ungefragte Vorwürfe der anderen Mutter gehe ich dann allerdings nicht ein. Sonst müsste ich den Raum verlassen, weil ich einen Wutanfall bekäme :-p (jedenfalls bei Beleerungen - kein Tippfehler! - oder Aussagen wie "du MUSST"/"sonst wird sie dir noch auf der Nase herumtanzen" oder sonstiges). Ich habe in die Situation eingegriffen und das andere Kind vor weiterem Schaden bewahrt, habe meine zur Rechenschaft gezogen, aber sie nicht als Täter an den Pranger gestellt.

Beitrag von courtney13 15.11.10 - 21:49 Uhr

Ich finde das du das ganz gut machst, du musst halt konzequent sein.
Tür zu halten oder sogar abschließen find ich schon etwas krass.

Wichtig ist, dass du sie aus der angespannten Situation raus nimmst und das tust du ja indem du sie ins Zimmer (oder woandershin) schickst.

Ich denke halt, dass ist bei ihr ein prozess und das gibt sich im nächsten halben Jahr! War bei meiner großen auch so.

Vor ca. einem Jahr noch hat sie im KIGA Pullis zerschnitten!!! Heute hat sich das geändert. Klar tickt sie auch ab und zu nochmal aus, und auch sie kommt in ihr zimmer. ABER sie lässt die Zimmertüre zu. Sie traut sich nicht sie aufzumachen. Keine Ahnung warum, aber ich find es natürlich gut!

Kopf hoch, auch diese Phase geht vorbei.

LG Courtney