Unser Großer...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von amy2411 15.11.10 - 15:55 Uhr

... macht mir Sorgen. Vor einem Jahr verstarb meine Schwiegermutter, kurz darauf folgten heftige Verdauungsprobleme (Verstopfung) und im Sommer wurde unser zweites Kind geboren. Weiss nicht, wie und ob das alles zusammenhängt, aber unser Großer (3) ist oft antriebslos, oft müde. Er geht gerne in den Kiga, gerne zur Musikgruppe (mit mir oder Oma), gerne auf den Spielplatz, u.s.w....aber er guckt nur.

Heute hat mich die Erzieherin angesprochen. Er braucht immer jemand, der ihn aufordert mitzumachen. Nach dem Turnen sagt er "war doof". wenn ich sage, dann geh doch nicht mehr hin (ich weiss.. das ist pädagogisch ganz falsch, aber irgendwann war ich es einfach satt immer zu hören "dies war doof" und "das ar doof") dann protestiert er.
Abends bei uns ist er oft ausgelassen. Dan holt er alles nach.

Sein Trotzen besteht eigentlich nur aus jammern. Gerne auch wenn etwas für ihn unvorhergesehenes eintritt, zb ich parke woanders als gewohnt, hole ihn statt mit dem Kiwa und Buggyboard nur zu Fuß ab, dann jammert er so sehr dass er nach jedem Wort nach Luft schnappen muss. Ist es zuviel verlangt, dass er sich plötzlich draufeinstellen muss? Müsste ich das vorher ankündigen?

Im Moment ist er ieder sehr lauffaul, vielleicht weil ihm seine Verdauung wieder sehr zu schafen macht, ein vrzwickter Teufelskreis.

Seinen kleinen Bruder liebt er übrigens. Auch wenn er manchmal austesten will, wieviel stärker er ist, verbringt er viel Eit damit, ihn zum lachen zu bringen u.s.w. Er sagt immer "er macht ihn ml eben glücklich" wenn der kleine weint ud das schafft er aucch fast immmer!

Wir waren anfang des Jahres schonmal bei der Erziehungsberatung...weil er immer so traurig war. Wir möchten nicht, dass er sich selber im Weg steht, dass er genießt was er erlebt.

Ist ganz schön lang geworden, sorry!

Beitrag von fraz 15.11.10 - 17:35 Uhr

Hallo

Ich weiss nicht, ob ich dir helfen kann, aber von mir soviel:

Mein Sohn ist ähnlich. Auch ich habe mir immer wieder Sorgen gemacht und fand/ finde es nicht "normal", dass ein Kind so viel nörgeln und hadern muss.

Aber: Es gibt einfach Kinder, die das halbleere Glas sehen, nicht das halbvolle. Mit meinem Sohn kann ich mittlerweile darüber reden und ihn immer mal wieder darauf aufmerksam machen. Auch er hasst Veränderungen aller Art. Früher waren Ferien ein Spiessrutenlauf, und kaum waren wir zuhause, meinte er, schade, dass die Ferien vorbei sind ;-)

Ich habe inzwischen gelernt, damit umzugehen. Es ist, zumindest bei meinem Sohn, eine Charaktereigenschaft, die sich, so hoffe ich, noch auswächst.....

Alles Gute

Fraz

Beitrag von karna.dalilah 15.11.10 - 19:27 Uhr

Die Verdauungstörungen können durchaus mit dem Tod der Oma, der Geburt des Geschwisterchen usw zu tun haben.
Seele und Körper sind ja miteinander verbunden.
Zudem lassen einen Verdauungsprobleme nicht gerade zu fröhlichen, fidelen Menschen werden.
Auch sind Depressionen schon im Kindesalter möglich.

Ich denke entweder ihr arbeitet euch selber vorsichtig zu eurem Kind vor oder ihr könntet mal überlegen, ob ihr psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollt.

Alles Gute
Karna

Beitrag von lisasimpson 15.11.10 - 20:07 Uhr

was war euer auftrag an die Erziehungsberatung?

was hat sich verändert in dieser zeit?

wodurch habt ihr diese veränderung zustande gebracht?

lisasimpson

Beitrag von amy2411 16.11.10 - 20:58 Uhr

Wir sind Anfang des Jahres zur Erziehungsberatung gegangen, weil wir nicht wussten wie wir mit seiner Traurigkeit umgehen sollten.

Die Erzieherinnen aus seiner damaligen Loslösegruppe waren sehr erleichtert. Eine der Erzieherinnen hatte schon an eine Form von Autismus gedacht (Er wollte nach dem Frühstück immer direkt Stuhlkreis machen, freies Spiel war überhaupt gar nicht möglich, er wiederholte alles ständig. Wenn ich ihm zb morgens sagte, ich putze gleich Fenster, dann sagte er 30 mal nacheinander "Mama Fenster putzen" , wenn ich ihn abholte war er fix und fertig), verwarf das dann aber und setzten ihm einen ganz festen Ablauf, malte immer nach dem Frühstück ein Bild mit ihm...und wir verabredeten dann, dass ich ihn statt um 12 schon um 11 abhole. Dort wussten sie auch nicht, wie sie mit seiner "tiefen Traurigkeit" umgehen sollten.

Die Beraterin riet uns vor allem anders mit dem Verlust der Schwiegermutter umzugehen. Während ich sonst Fotos "versteckte", riet sie mir schöne Erinnerungen hervorzurufen.
Und tatsächlich folgte auch eine recht gute Zeit... Er hatte dort auch einen guten Freund, einen wilden und die damaligen Erzieherinnen erzählten ganz glücklich, dass sie die beiden manchmal zügeln mussten.

Er liebt Gewohntes, nur ist es bei ihm ein schmaler Grat zum Tic (den Sommer über hat er zb jeden Besuch mit ausgedehntem Abschiedszeremonien genervt). Heute gab es wieder Geheul weil ich woanders geparkt hatte als er wollte. Im Kiga ist er sehr vorsichtig und steht sich damit selbst im Weg (die Zeit draussen verbringt er am Tor, wo ich ihn abhole) und er spielt nur mit den Erzieherinnen.
Ich kann das alles akzeptieren nur blutet mir das Herz..ich will doch nur das er glücklich ist.

..und dann noch diese blöden Verdauungsprobleme, die ihn auch noch belasten :-(.

Beitrag von sunflower.1976 16.11.10 - 23:32 Uhr

Hallo!

Ui, das klingt schwierig #liebdrueck

Du schreibst, dass eine Erzieherin schon mal an eine bestimmte Form des Autismus gedacht hat. Wurde Dein Sohn denn diesbezüglich und auch auf kindliche Depressionen mal untersucht?
Einfach so versuchen, die Situation zu ändern, würde ich langfristig nicht, sonden auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen (KiA und ggf. auch Kinderpsychologe). Wenn es wirklich nur eine Phase ist und kleine Änderungen im Alltag reichen würde, ist es prima. Aber ausschließen lassen, dass mehr dahinter steckt, würde ich auf jeden Fall.

Manche Sachen erinnern mich nämlich an mein Patenkind (6 Jahre), bei dem eine Form des Autismus diagnostiziert wurde. Eben unter anderem diese Probleme mit unvorhergesehenen Situationen, nicht einhalten können eines Rituals o.ä.

Dass alles "doof" ist und Dein Sohn lieber zuschaut kann ein Zeichen dafür sein, dass er mit der Situation irgendwie überfordert ist - zu laut, Kinder bewegen sich für ihn unvorhersehbar,unklare Abläufe, keine Kontrolle über die Situation usw. Das ist dann seine Methode, sich zu schützen.

Was die Ursache und damit die Lösung ist, kann aus de Ferne wahrscheinlich niemand sagen. Such Dir Hilfe, und wenn es nur dazu dient, dass Du Dir keine Sorgen machen mehr musst, dass "mehr" dahinter steckt.

LG Silvia

Beitrag von amy2411 18.11.10 - 13:50 Uhr

Nein, aauf Depressionen oder Autismus wurde er noch nie untersucht.
Er hat ja auch immer wieder Phasen, wo es echt gut ist. So, auch bei der U7a.
Und wenns mal nicht so gut läuft, heisst es immer, er ist ja noch so klein.
Ich kann auch gut damit umgehen ein stilles Kind zu haben, locke ihn auch gerne mal aus der Reserve. Und zu Hause oder bei Oma und Opa ist er oft richtig ausgelassen. Oder wenn er mit den Kindern, die er schon gut und lange kennt im Garten spielt (dann aber auch immer nur mit einem Kind, nie in der Gruppe).

Muss ich seine Kontaktfähigkeit irgendwie fördern oder ist es zu früh?

Leider wird er auch immer stark durch seine Verdauungsprobleme gebremst. Oft habe ich das Gefühl er ist schlapp und kann nicht mithalten.

Ach, habe ich schon erwähnt, dass Papa ein Spießer ist und ich viel zu viele Erziehungsratgeber lese? #schein er hat es also auch von zu Hause aus nicht leicht...