Ist mein Kind agressiv?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von simba123 15.11.10 - 19:09 Uhr

Hallo,

seit Tagen zerbrech ich mir den Kopf.....
Seit September geht mein Kleiner (2,5 J) in den KIGA. Das er voller Energie ist und zimlich temperament voll ist weiß ich, auch ärgert er gern mal die anderen Kinder. Da ich weiß wie er ist, hab ich schon des öfteren die Erzieher gefragt wie er sich den anderen Kindern gegenüber verhält, die meinten er haut schon mal hin aber nichts worüber ich mir gedanken machen muß, das ist meistens in Situationen wo sie eng aufeinander sitzen, sonst ist er ein unauffälliges Kind.
Am Freitag Abend dann ruft mich eine KIGA Mama voll entsetzt an und meinte das, das verhalten von Meinem Sohn nicht mehr ginge, ihre Tochter (3,5) kommt jeden Tag mit neuen Blessuren heim und sie hat schon Angst vor meinem Sohn, auch greife der gezielt an den Kehlkopf und greift zu.
Heut habe ich dann nochmals mit den Erziehern geprochen die meinten das mein Sohn mit dem Mädchen gar nicht zusammen kommt und das ihnen auch nichts aufgefallen ist.
Daraufhin hab ich die Mutter nochmal angerufen und die meinte das mein Sohn das ja nur mache wenn kein Erzieher in der Nähe ist und da er ja so agressiv ist soll ich ihn besser aus der KIGA nehmen. Und sie selber haben sich als "Opfer" bezeichnet.
Ich mein wir reden von einem 2 Jährigen???
Ich weiß jetzt echt nicht wie ich weiter verhalten soll????

Beitrag von kanische 15.11.10 - 19:15 Uhr

Oh Oh das hört sich nicht toll an.

Wir hatten auch so einen kleinen bei uns aber der konnte das auch mit seinen gerade 2 jahren sehr gut. Mein kleiner hat sehr unter ihm gelitten am Anfang. Die Erzieherinnen haben sich dann intensiv darum gekümmert und dann war die Sache auch bald geklärt. Bitte doch um ein Gespräch mit der anderen Mutter und den Erzieherinnen. Lass die Erzieherinnen ganz genau beobachten wie sich das verhält mit dem mädchen und deinem Sohn. Vielleicht kann eine Praktikanten mal ein besonderes Auge drauf haben. Auch würde ich vielleicht mal die beiden Kinder spielerisch befragen lassen von den Erzieherinnen. Dein Kind aus dem Kindergarten nehmen wäre das absolut falsche!!!!

LG und viel Glück

Beitrag von geralundelias 15.11.10 - 19:19 Uhr

Hallo,

das sind "Probleme", die innerhalb der Kitazeit auftauchen, deshalb sollten die Erzieherinnen eingebunden werden. Ich find´s nicht in Ordnung, dass die Mutter sich bei dir zuhause meldet um es zu besprechen...vielmehr sollte dies, wenn sie Gesprächsbedarf hat, im Kiga mit den Erzieherinnen und dir stattfinden.
Schlag´ ihr das doch mal vor!
Ansonsten würde ich sagen, dass du dich an den Aussagen der Erzieherinnen orientieren solltest. Wenn sie nichts beobachtet haben, dann wird nichts gewesen sein. Das Mädchen hätte sich doch bei ihnen über deinen Sohn beklagt, wenn es so wäre, oder!?
Klar, die Erzieherinnen können ihre Augen nicht überall haben, aber wenn es tatsächlich täglich wäre, dann hätten sie das definitiv mitbekommen.

Also...Gespräch mit der Mutter und den Erzieherinnen am Ort des Geschehens vereinbaren und vorher erstmal berhigt bleiben (auch wenn´s schwer fällt)

LG und schönen Abend noch #liebdrueck

Beitrag von simba123 15.11.10 - 19:28 Uhr

Die Tochter geht nicht zu den Erzieherinnen da es bei den anderen Kindern nicht als Petze da stehen möchte...Wortlaut der Mutter

Beitrag von zahnweh 15.11.10 - 19:47 Uhr

Hallo,

ich denke, ich würde noch mal um ein Gespräch mit Erzieherinnen + der anderen Mutter gleichzeitig bitten!

Mir ist wichtig, dass die Erzieherinnen eingreifen, wenn sich Kinder hauen (egal ob nun, meine ein anderes Kind oder ein anderes Kind meine)

Bei uns ist es so, dass die Kinder ernst genommen werden, wenn sie zu den Erzieherinnen laufen und ihnen von solchen Vorfällen berichten.
Sie schimpfen dann nicht mit dem anderen Kind, sondern klären die Situation mit den Kindern gemeinsam! Eher als Mediator und Anregung, Aufklärung WARUM oder was kann man nun ändern - entschuldigen oder ähnliches.
Das finde ich gut, da den Kindern so auch Wege gezeigt werden, wie sie nach und nach ohne Erwachsene Person solche Situationen klären können und manchmal eben keine böse Absicht sondern ein Versehen dahinter steckt oder eine Gegenreaktion oder was auch immer.

Einer anderen Mutter zu sagen, sie solle ihr Kind aus dem Kiga nehmen, finde ich schon sehr krass. Dazu müsste schon einiges vorgefallen sein vor allem auch gegenüber mehreren Kindern! Ansonsten würde ich als Mutter mein eigenes Kind aus dem Kindergarten nehmen, wenn ich merke, dass sie Angst hat. Vorher jedoch versuchen Lösungswege zu suchen. Z.B. das erste was ich meinem Kind mitgegeben habe: wenn du unsicher bist: geh zur Erzieherin und suche Rat! (ok, ich weiß, sie ist so offen, dass sie das auch tut und viele Momente auch selbst zu klären versucht und ich weiß, dass die Erzieherinnen eben auch auf die Kinder eingehen wie beschrieben).
Selbst wenn so vieles vorgefallen wäre, würde ich als Mutter des "Opfers" das Gespräch mit dem Kindergarten suchen. Bzw. auch mit der Mutter. Ok, sie hat angerufen, aber gleich mit Vorwürfen nicht so sehr mit dem Klärungsversuch. ... Mal zusammen setzen oder versuchen zu erkunden, was da wirklich los ist, würde mich interessieren, bevor ich vorschlagen würde ein anderes Kind rausnehmen zu lassen.

Beitrag von cori0815 15.11.10 - 20:07 Uhr

Erstmal finde ich, alle Beteiligten sollten den Ball flach halten.

Kinder, die mal im Kindergarten hauen, kneifen oder andere umrempeln, sind ja nicht gleich aggressiv. Kinder wollen einfach austesten, was passiert, wenn...

Wenn eine aufgebrachte Mutter bei dir anruft, ist natürlich der Schock erstmal groß. Ich kann einerseits die Aufregung der Mutter verstehen, andererseits aber auch deine Empörung. Beides hat seine Berechtigung.

Und ich finde, damit ihr die Sache klären könnt (die ja eigentlich wahrscheinlich gar nicht so ernst ist wie es sich erstmal anhört), solltet ihr gemeinsam ein Gespräch mit den Kindergärtnerinnen suchen. Lasst euch einen Termin geben und die Kindergärtnerinnen dazu Stellung nehmen. Nehmt einen Termin, der etwas in der Ferne liegt, so dass die Erzieherinnen Zeit haben, die Kinder erstmal zu beobachten. Und dann könnt ihr beiden erzählen, wie ihr die Situation seht und die Erzieherinnen berichten lassen, was sich im KiGa abspielt und wie sie es bewerten.

Grundsätzlich stellt sich ja auch die Frage, wie er sich zuhause aufführt. Denn ein Kind, das zuhause völlig unauffällig ist und im Kindergarten aber durch aggressive Handlungen auffällt, ist ja nicht grundsätzlich aggressiv. Es scheint ja dann eher an der Umgebung zu liegen. Vielleicht fühlt er sich unsicher im Kindergarten und versucht seine Unsicherheit mit solchen Gebärden zu kaschieren. Das gilt es jetzt halt heraus zu finden.

Du kannst zuhause sicher schon mal unterstützen, indem du mit deinem Sohn zuhause aggressives Verhalten (wenn er mal sauer oder bockig ist) versuchst zu besprechen und ihr euch ein "Ventil" überlegt, wie er seinen Bock rauslassen kann.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und viel Ruhe.

LG
cori

Beitrag von bine3002 15.11.10 - 20:28 Uhr

Oh wie mich dieses Aggressiv-Gequatsche nervt...

Meine Tochter war so zwischen 16 und 24 Monaten eine Beisserin. Es passierte nicht oft, aber wenn es passierte, musste ich mir von einer Bekannten ständig diesen Blödsinn anhören (obwohl es noch nicht mal ihre Tochter war, die gebissen wurde). Wie oft habe ich ihr erklärt, dass meiner Tochter einfach die Worte fehlen, um ihre Emotionen auszudrücken und sich anders zu wehren, dass wir daran arbeiten, aber dass es einfach seine Zeit braucht. Na ja, was soll ich sagen? Mit 24 Monaten war es vorbei, sie war seitdem nie wieder "aggressiv", hat weder gehauen, noch gebissen, sondern kam - wie wir es besprochen hatten - zu mir, wenn sie ein Problem hatte. Doch das war dann auch nicht recht, weil dann hat sie ja immer "gepetzt".

Fakt ist: Viele Kinder sind "aggressiv", sie hauen, kratzen, beissen. Die Gründe dafür sind vielfältig und es ist wichtig, sie genau zu analysieren. Wie kam es dazu? Was ist vorher passiert? Worum ging es in dem Streit? Und was hätte das Kind anders machen können? Wichtig ist auch, die Emotionen zu benennen ("Du bist jetzt wütend!") und einen Bezug zu sich selbst herzustellen ("Ja, ich kenne dieses Gefühl. Mir ging es auch mal so als meine Mama mir etwas verboten hat...."). Ich habe meiner Tochter auch immer abverlangt, sich zu entschuldigen. Es ging mir dabei darum, dass sie sieht, wie traurig das andere Kind ist und auch wie sie ihren fehler wieder gutmachen kann. Z. B. habe ich sie mit einem Taschentuch zu dem anderen Kind geschickt.

Wenn dein Kind sich aber nur im Kindergarten so verhält, dann hast Du kaum eine Chance. Es ist die Aufgabe der Erzieherinnen, sich darum zu kümmern. Und das "Opfer" muss lernen, sich bemerkbar zu machen, wenn ihm so etwas passiert ist.

Wie die andere Mutter sich verhält (dich anzurufen und auf dich einzureden) ist höchst albern und lächerlich. Ich kann sie zwar verstehen, denn auch sie möchte ihrer Tochter helfen. Letztlich tut sie das aber nicht, denn sie sollte ihr lieber beibringen, sich zu wehren. Nicht durch Zurückhauen, sondern durch Worte und selbstbewusstes Auftreten. Und ich weiß wovon ich rede, weil auch meine Tochter im Kindergarten anfangs ein "Opfer" war. Da war ein Junge, der sie immer "kitzelte". Und er umklammerte sie auch. Klingt nicht schlimm, war für meine Tochter aber höchst nervig, weil er einfach immer wieder kam, so wie eine lästige Fliege. Ich habe mit ihr immer wieder geübt, was sie tun kann, was sie sagen kann und dass sie im Notfall den Erzieherinnen Bescheid geben soll. Die habe ich gebeten, ein bißchen drauf zu achten. Nach ein paar Monaten war es dann gut. Heute sind die beiden befreundet.

Tatsächlich habe ich aber auch mal daran gedacht, die andere Mutter anzurufen. Mir wäre aber im Traum nicht eingefallen, sie aufzufordern ihren Sohn aus dem Kindergarten zu nehmen. Ich hätte eher ein Treffen auf dem Spieplatz ausgemacht oder so, um mir überhaupt erstmal ein Bild zu machen.

Beitrag von sandra7.12.75 15.11.10 - 21:09 Uhr

Hallo

Mein Sohn war auch so.Allerdings konnte er nicht sprechen und sich miteilen.

Er ist jetzt 4,5 Jahre alt und ist Lammfromm#verliebt#verliebt.

Ich würde das gemeinsam mit der anderen Mutter im Kiga klären.

lg