meine Große leidet unter meiner Vollzeit-Stelle :-(

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ciciotella 16.11.10 - 10:11 Uhr

Hallo Zusammen

meine Große (5) wirkt in der letzten Zeit sehr frustriert, antwortet frech anderen Leuten gegenüber und benimmt sich auch schonmal daneben (spuckt etc.). #schock

Das kenn ich von ihr gar nicht. Nachdem es nun in den letzten Tagen sehr häufig zu frechen Antworten gegenüber meiner Eltern und Freundinnen gekommen ist habe ich sie heute morgen angesprochen was mit ihr los ist. Ihre Antwort war, dass sie keine Lust hat, dass ich ihr sehr fehle, sie bei mir sein möchte und sie nicht möchte, dass ich immer arbeiten bin.

Ich muss dazu sagen, dass wir leider darauf angewiesen sind, dass mein Mann und ich beide Vollzeit arbeiten gehen. Das hat verschiedene Gründe. Möchte das auch nicht weiter erläutern, denn darum geht es nicht. Aber langfristig werde ich natürlich schon in den kommenden 2 Jahren meine Stunden wieder reduzieren. Zur Zeit geht das aber nicht.
Ich habe aber Angst, dass diese Frustration an Chiara nagt und das auf ihre Entwicklung oder Psyche schlägt.

Ich bin Italienerin und weiß, dass in Italien die Mütter fast alle wieder Vollzeit arbeiten gehen nach dem Mutterschutz und auch teilweise bis 18, 19 Uhr. Ich frage mich, wie die das immer hinkriegen oder ob die Kinder auch so sehr darunter leiden #schmoll .

Was ratet ihr mir?

Ich möchte schonmal sagen, dass ich dieses Forum gut kenne und schätze. Aber ich werde auf Moral-Apostel oder unangemessene Kommentare nicht antworten. Ich möchte bitte Tips wie ich, bzw. meine Tochter besser damit umgehen können und keine Anfreindungen oder Sonstiges. Danke. #blume

LG
Cicio + Chiara (5) und Luis Alessio (19 Monate)

Beitrag von risala 16.11.10 - 10:35 Uhr

Hi,

so wie ich es verstehe, gehst Du noch nicht lange wieder VZ arbeiten - richtig? Falls ja, braucht Deine Tochter zum einen Zeit, sich daran zu gewöhnen UND Du solltest Dir nach Feierabend Zeit für Deine Kinder einräumen.

In der Zeit, die Du für die Kinder reservierst, solltest Du auch alles andere liegen lassen - Haushalt, etc kann warten bis die Kinder im Bett sind. Vielleicht solltest Du die Zeiten auch teilen. Also zuerst der Kleine ein wenig zeti - und dann ausschließlich zeit für Deine Große. auch am WE solltest Du möglichst viel Zeit für sie haben.

Ich selbst gehe von Anfang an VZ arbeiten - mein Mann ist zu Hause. Obwohl mein Sohn es nicht anders kennt, gab es immer wieder Phasen, in denen er weinte und nicht wollte, dass ich wieder arbeiten gehe. Vor allem, als ich einen Job hatte, bei dem ich von 7.15 - weit nach 19 Uhr außer Haus war (oft auch Rufbereitschaft 24h) und teilw. auch am Wochenende arbeiten musste. Auf Dauer ist das abslout familienfeindlich.

Seit 3 Jahren habe ich eine Stelle mit regelmäßigen Arbeitszeiten von 8-17 Uhr und es kommt nur noch selten vor, dass Fabian sagt, ich soll nicht arbeiten gehen.

Ich versuche eben soviel Zeit wie möglich mit meinem Sohn zu verbringen - auch alleine. Da muss dann auch manchmal mein Mann drunter leiden, der natürlich auch Zeit mit mir verbringen möchte. Aber unser Sohn braucht meine Zeit JETZT und nicht in 10 Jahren!

Gruß
Kim

Beitrag von curlysue2 16.11.10 - 10:35 Uhr

Hi,

ich weiß nicht ob es wirklich hilft. Aber versuch möglichst offen zu ihr zu sein. Gib ruhig zu, dass auch Du traurig bist, weil Du im Moment so lange arbeiten musst, dass es aber leider sein muss irgendwann wieder weniger wird. Sag ihr, dass es ojk ist darüber traurig zu sein, dass es aber dnan um so schöner ist, wenn Ihr Euch danach wiederseht.
Dann überlegt zusammen was ihr machen könnt, damit ihr besser damit zurecht kommt. Vielleicht abends eine extra Kuschelrunde oder am WE eine bestimmte Zeit nur ihr zwei zusammen (Eis essen, spielen, kuscheln, alles was Euch einfällt und Spaß macht).
Zwar wird sie es immer noch nicht toll finden, aber auch eine 5-jährige versteht es wenn es so sein muss. Traurig sein darüber ist erlaubt. Und gebt Euch Zeit, dass ihr Euch an diese Sitution gewöhnt.

Habt Ihr im Umkreis auch noch andere Eltern, die beide arbeiten gehen? Die könntest Du ihr ja als Beispiel nennen, so nach dem Motto: Siehtst Du, wir sind nicht alleine, auch bei anderen gehen die Mamas arbeiten.

Ich wünsche Dir alles Gute. Ihr packt das schon#liebdrueck

LG

curlysue

Beitrag von chrysalaki 16.11.10 - 10:38 Uhr

Hallo,
ich bin auch eine Vollzeit beschaeftigte Mutter und wenn ich demnaechst kein Lotto gewinne wird es so bleiben#zitter. Meinen Kindern misfaellt es mal mehr mal weniger auch.
Ich habe es ihnen so erklaert dass es nun mal bei unserer Familie so ist und mann es nicht aendern kann. Aber ich bin ja nachmittags zuhause und wir versuchen einiges an Familienzeit nachzuholen.
Es ist doch einfacher geworden seitdem meine Kids die Schule besuchen. Ich mache alle morgens Schulfertig und bringe sie auch weg. Dann sind sie ungefaehr um 12.30 zu hause und ich komme ca. um 16.00 Uhr von der Arbeit.
Nur meine kleine Prinzessin bleibt noch dieses Jahr daheim und ist somit ein bisschen frustriert:-( wenn ich gehe. Aber das aendert sich ab Sept. 2011 auch denn dann ist KITA angesagt.
Ehrlich gesagt waere ich auch lieber zu Hause bei den Kids aber was solls...
lg
Chrysalaki + Anhang #klee

Beitrag von chrysalaki 16.11.10 - 10:42 Uhr

Wer Rechtschreibfehler findet darf sie gerne behalten!#danke

Beitrag von kikou 16.11.10 - 11:05 Uhr

Hallo Cicio,

Ich lebe in Frankreich und da ist es auch üblich, recht früh wieder ins Berufsleben einzusteigen. Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit (mein Mann hat allerdings das Glück, relativ flexibel in seiner Zeiteinteilung zu sein) und ja, es ist nicht immer einfach...vor allem für uns Eltern. :-) Ich habe mir am Anfang auch unheimlich viele Gedanken um das Wohlbefinden meiner Kinder gemacht.

Seit dem Eintritt in den Kindergarten ist es jedoch leichter geworden, denn hier geht der Kindergarten eh bis 16.30h und danach gibt es die Möglichkeit der Abendbetreuung bis 18.30h. Wir bemühen uns immer, diese Zeiten nicht bis zum Anschlag auszuschöpfen, es ist aber eine Beruhigung, die Kinder "gut aufgehoben" zu wissen, zumal wir keine Familie im Umkreis haben, die mal einspringen kann.

Ich kann es mir finanziell auch nicht erlauben, zu hause zu bleiben und ganz abgesehen davon, würde mir persönlich "nur" zu hause bleiben nicht genügen, zumal meine Kinder (beide mittlerweile in der Schule) ja eh von 8.00 - 17.00h aus dem Haus sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Akzeptanz der Kinder grösser ist, wenn man selber zufrieden mit der Situation ist. Auch wenn wir uns manchmal sagen, hach, wäre das schön, wenn wir alle zusammen zu hause bleiben könnten, so wissen wir doch, dass es nicht geht und freuen uns umso mehr an der Zeit, die wir füreinander haben.

Du musst arbeiten gehen, weil du für deine Familie (mit)sorgen willst. Das ist doch ein positiver Punkt. Damit einher geht weniger Zeit mit seinen Kindern, andererseits gibst du ihnen doch auch ein paar wichtige "messages" mit: man arbeitet, um sich sein Leben so zu gestalten, wie man es (im Rahmen seiner Möglichkeiten) möchte, man arbeitet, weil man einen Beruf erlernt hat und Spass hat, zu arbeiten und sich mit anderen Menschen auszutauschen, etc.
Will sagen: eine Berufstätigkeit ist nichts Negatives, im Gegenteil!
Geh positiv an diese Sache ran, dann wird deine Tochter auch den positiven Aspekt sehen.

Ausserdem ist sie jetzt 5 Jahre alt. In diesem Alter hat sich meine Tochter auch oft so benommen. Ich habe dieses Verhalten aber eher auf die Tatsache bezogen, dass sie einfach grösser wird, eigenständiger sein will, ihre Meinung haben will ("Mama, das ist MEIN Leben") - gleichzeitig war aber da auch die Unruhe, ein bisschen Angst vor der Schule und auch ein bisschen Zickenalarm. Ich habe das nicht empfunden als Reaktion auf meine Berufstätigkeit, eben weil ich an diesem Faktor nichts ändern kann und möchte.

Liebe Grüsse,
Kikou

Beitrag von berry26 16.11.10 - 12:27 Uhr

Hi,

"Ich bin Italienerin und weiß, dass in Italien die Mütter fast alle wieder Vollzeit arbeiten gehen nach dem Mutterschutz und auch teilweise bis 18, 19 Uhr. Ich frage mich, wie die das immer hinkriegen oder ob die Kinder auch so sehr darunter leiden . "

Genau das ist das Problem bei euch. Wärst du eher Vollzeit arbeiten gegangen hätte es deine Tochter nicht anders gekannt und es wäre kein Problem gewesen. Jetzt ist sie in einem Alter wo sie das richtig mitbekommt und die Zeit mit dir vermisst. Bei deinem Sohn wird es warscheinlich auch kein Problem geben, oder?

Was du jetzt tun kannst ist nicht viel. Versuche einfach so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen wenn du zuhause bist. Verbringt die Zeit am Wochenende möglichst abwechslungsreich und unternehmt viel mit euren Kindern. Wenn deine Tochter merkt das sie trotzdem noch viel mit dir machen kann und sie nicht automatisch "abgemeldet" ist, weil du arbeitest, wird es sich auch wieder bessern.

LG

Judith

Beitrag von ciciotella 16.11.10 - 14:07 Uhr

das stimmt nicht ganz.

ich arbeite schon wieder vollzeit seit meine große 4 monate alt ist, also ist sie auch damit groß geworden.

ich war nur zwischendurch 9 monate zu hause mit meinem sohn. ;-)

ich denke einfach sie tickt einfach im moment so. aber ich hoffe das das eben nicht noch weitreichendere folgen haben wird.

aber ihr habt mir schon sehr viel mehr mut gemacht!!

danke euch ;-)

lg cicio

Beitrag von berry26 16.11.10 - 14:10 Uhr

Achso. Naja dann hat sie sich warscheinlich einfach in den 9 Monaten daran gewöhnt. Das geht teilweise sehr schnell.

Ich denke aber wirklich das sich das ganze wieder einspielt. Versuch einfach soviel wertvolle Zeit mit Ihr zu verbringen wie möglich, damit sie merkt das du sie trotzdem noch genauso lieb hast, wie vorher.

LG

Judith

Beitrag von arienne41 16.11.10 - 15:43 Uhr

Hallo

Meinem Sohn ing es psychisch sehr schlecht als ich wieder Vollzeit gearbeitet hab.

3 Monate sah ich es mir an dann zog ich die Konsequenzen.

Meine Arbeit war mir immer sehr wichtig hatte Platz 1.

Als mein Sohn da war hatte er Platz 1.

Ich hab die AZ gekürzt und mich dann neu orientiert.

Am Anfang dachte ich manchmal das ich einen hohen Preis zahle dafür das ich noch ein Kind wollte, ich bin Alleinerziehend, und es gab natürlich finanzielle einbußen.
Plötzlich reichte es gerade so für alles.
Plötzlich nicht mehr " Oh schicke Bluse " die kaufst du sondern rechnen ob es reicht. Reichte meist nicht und die Bluse blieb im Laden :-(

Heute geht es uns besser als vorher.

Heute weiß ich das jeder Cent den ich verloren hab es mein Kind wert war und ich würde wieder so handeln.

Das es meinem Kind psychisch gut geht ist für mich das wichtigste.

Spreche nur bewußt vom Kleinen weil der Große mit 27 Jahren schon einen guten Weg gegangen ist und allein klar kommt.

Du hast nur 2 Möglichkeiten

1. Es so hinzunehmen wie es ist und es zu ertragen oder

2. Es zu ändern.

Ich konnte es eben nicht ertragen.

Beitrag von leiahenny 16.11.10 - 18:31 Uhr

Bist Du Dir sicher, dass es überwiegend an deiner Vollzeitstelle liegt ?
Mit 5 Jahren, wenn die Schule winkt verändern sich Kinder und testen ihre Grenzen.
Natürlich bedeutet es Veränderung, aber Kinder spiegeln auch oft unsere eigene Unsicherheit.
Nimm Dir viel Zeit für Sie , wenn Du zu Hause bist.
Zeig ihr es kommt auch auf die Qualität und nicht Quantität an.

Beitrag von derhimmelmusswarten 16.11.10 - 19:53 Uhr

Ich will dich nicht persönlich angreifen. Nur generell kann ich nicht verstehen, warum es sooo unausweichlich sein soll, dass man als Frau mit kleinem Kind auch Vollzeit arbeiten geht. Für meine Begriffe ist es das nicht, weil ich persönlich mit Einschränkungen gut leben kann. Ich brauche weder ein teures Auto, noch ein dickes Haus, noch teure Urlaubsreisen, noch Markenklamotten. Ich würde an deiner Stelle anderweitig Einsparungen treffen, auch wenn es dir unmöglich scheint. Zeit mit seinem Kind zu verbringen ist viel größerer Luxus.

Beitrag von sandra7.12.75 17.11.10 - 08:29 Uhr

Hallo

Manchmal sind es nicht teure Urlaubsreisen,dickes Auto und schicke Klamotten.

Manchmal MUß Frau mit Vollzeit arbeiten gehen da die Exiztens bedroht ist.

Wir kennen hier keine Hintergründe also just for fun macht sie es bestimmt nicht.
Könnte ja auch sein das mit ihrem Einkommen gerade alles so abgedeckt ist und sollte sie ausfallen bricht alles auseinander.

Nicht zu schnell verurteilen.

S.

Beitrag von ciciotella 17.11.10 - 11:39 Uhr

mehr sag ich dazu nicht #pro

Beitrag von nele27 17.11.10 - 10:24 Uhr

***Ich brauche weder ein teures Auto, noch ein dickes Haus, noch teure Urlaubsreisen, noch Markenklamotten.***

Davon hat die TE auch nichts geschrieben.

Die Gründe für zwei Vollzeitstellen sind so vielfältig. Manche verdienen z.B. nicht so viel und arbeiten lieber beide voll um sich selbst zu finanzieren - was ich persönlich auch viel besser finde als beim Staat die Hand aufzuhalten.

Oder man will sich nicht auf eine Stelle verlassen, weil die vll. nicht so sicher ist und hält deswegen die zweite.

Oder man ist sich bezgl. Fortbestands der Beziehung nicht mehr so sicher und will sich nicht abhängig machen.

Und und und...

Außerdem, nur mal am Rande: Warum wird gerade die Frau immer verantwortlich gemacht, wenn beide VZ arbeiten und es mit dem Kind nicht so gut klappt? Der Mann ist doch genauso "Schuld" dran, wenn man schon so denkt...

LG, Nele

Beitrag von nuckelspucker 16.11.10 - 20:32 Uhr

hey du,

auch bei uns ist es ein MUSS, dass wir beide arbeiten gehen. ich habe aber irgendwann von 40 auf 35 stunden reduziert, weil das bei mir finanziell nur etwa 100 euro ausgemacht hat. die 100 euro hab ich schnell ausgegeben, gelegenheit gibts immer, aber die zeit, die ich dann mehr mit meinem sohn hatte, hat das geld nicht aufgewogen.

wenn ich ab februar wieder arbeiten gehe, werde ich nur 30 stunden arbeiten. das geht, weil ich noch während der schwangerschaft ne gehaltserhöhung bekommen habe und der einschnitt so nicht allzugroß ausfallen dürfte. aber ich weiß nicht, wie lange wir diesen luxus aufrecht erhalten können, da mein mann derzeit gesundheitlich ein dickes tief durchläuft.

als wir beide 40 stunden pro woche gearbeitet haben, haben wir uns die zeit so gut es ging aufgeteilt. also zweimal die woche war ich zeitig im KIGA und dreimal die woche mein mann. so war mein großer nie allzulange dort und hat den nachmittag mit einem von uns beiden verbringen können.

geht das bei euch denn? dass du mal kürzere tage hast und dafür an anderen tagen länger arbeitest, an denen dein mann kürzer arbeiten kann?

ich hab an den kurzen tagen übrigens meinen haushalt hinten angestellt und ausschließlich was mit meinem sohn gemacht. er hat es genossen. wenn mein mann zeitig zuhause war, haben die beiden auf dem grundstück aufregende sachen gemacht wie traktor fahren, handwerkeln usw.

er war die nr. 1 und lief nicht nebenher, wenigstens an den kurzen tagen. den haushalt hab ich dann abends geschmissen, wenn er im bett war.

lg claudia + niclas + lucas

Beitrag von gismomo 16.11.10 - 22:31 Uhr

Hallo,

ich arbeite nicht Vollzeit, habe aber einen Beruf, in dem ich mal mehr, mal weniger arbeite, und vieles schlecht planbar ist. Außerdem kostet mich mein Beruf auch sehr viel Kraft, so dass es sich für mich anfühlt, als würde ich viel mehr arbeiten- wenn ich heimkomme, hab ich oft keine Kraft mehr für die Kinder übrig.

Ich habe seit einem Jahr herumgemacht und mich nun entschieden, auf 35% zu reduzieren. Klar sind es finanzielle Einbußen, und nicht gerade wenig, aber ich komme mit der Situation nicht mehr klar und es ist nicht nur für mich sondern für die ganze Familie belastend. Ich mag das so nicht mehr haben. Ich werde das jetzt noch ein Dreiviertejahr durchstehen müssen, anschließend wird es dann hoffentlich besser.

Ich habe mit vielen Bekannten darüber gesprochen, und im Prinzip kam immer das Gleiche dabei heraus: Es gibt tatsächlich Frauen, die eine unendliche Power haben und super damit klar kommen. Aber der Großteil der Frauen tut sich schwer damit und hat ständig das Gefühl, dass etwas zu kurz kommt. Ich habe dieses Gefühl nun seit sieben Jahren, weil ich seit dieser Zeit Kinder habe plus arbeiten gehe. Und ich mag jetzt einfach nicht mehr.
Ich kann nicht ganz aufhören zu arbeiten, das geht finanziell nicht, aber ich kann wenigstens so wenig wie irgend möglich Stunden nehmen - und das tue ich auch, das Minimum was ich nehmen kann sind 35%. Ich freu mich riesig darauf und lebe wirklich ein Stück weit darauf hin - nicht mehr abends feststellen müssen, dass ich meinen kleinen Sohn den ganzen Tag eigentlich nur vertröstet habe, weil ich nach dem Job, dem nötigsten Haushalt und Hausaufgaben mit dem Großen keine Zeit mehr übrig hatte um mit ihm zu spielen. Nicht mehr jeden Abend frustriert sein, weil ich den ganzen Tag über keine Zeit für "mich" hatte und meine "Freizeit" frühstens um 21.30 Uhr beginnt, wenn ich eigentlich schon zu müde bin und schon wieder daran denke, ins Bett zu gehen. Nicht mehr so viel bei Urbia herumhängen, weil es sich ja nicht lohnt, für fünf Minuten irgendwas anderes anzufangen, und der nächste Termin schon in den Startlöchern steht. ;-)

Konkrete Tipps:
- Nicht jede schwierige Phase deiner Tochter auf deine Berufstätighkeit schieben
- Auch das Positive an eurer Situation sehen (wir leisten uns mehrmals im Jahr einen Kurzurlaub und das tut der ganzen Familie einfach supergut - wäre nicht möglich, wenn ich nicht arbeiten würde, und dies sagen wir auch ganz offen unseren Kindern)
- die Zeit abends beim Ins-Bett-Bringen intensiv nutzen für Kuscheln und Körperkontakt - ich bleibe häufig noch zehn Minuten bei meinen Kindern liegen, weil sie es so gern wollen, und es tut uns allen sehr gut.
- bei jedem Termin genau abwägen, welche Priorität er hat (ich weigere mich seit Jahren, für den Kuchenverkauf im Kindergarten zwei Stunden meiner kostbaren Zeit zu verbraten, nur um fremden Leuten Kuchen zu verkaufen und dabei zwanzig Euro für den Kindergarten zu erwirtschaften. Endlich, nach zwei Jahren zäher Verhandlungen und Diskussionen, ist der Elternbeirat so weit, dass er anstelle des Kuchenverkaufs auch eine Geldspende annimmt...!) Leider liegen meine Freundschaften und Bekanntschaften gerade auch ziemlich auf Eis, weil meine Kinder vorgehen - aber das soll und wird sich ab nächstem Jahr ändern und ist nur eine Übergangslösung
-Generell erkaufe ich mir ab und an Zeit: durch eine Haushaltshilfe, durch ein qualitativ hochwertiges Fertigessen, durch einen Besuch im Indoorspielplatz (wenn ich fix und fertig bin und einen Kaffee brauche, ohne ständig von den Kindern angequatscht zu werden - dort sind sie beschäftigt und ich kann mich entspannen und brauch mich um nichts zu kümmern).

Mir sind auch die Zeiten sehr wichtig, in denen ich meine Kinder ganz alleine habe und in denen wir bewusst etwas miteinander machen: Plätzchen backen, zwei Stunden ins Bett kuscheln und Geschichten vorlesen, basteln, etc. Da mag ich dann auch nicht, dass Freunde meiner Kinder mit dabei sind und das Ganze verwässert wird. Für diese Tage nehme ich mir bewusst Zeit und verteidige sie mit Zähnen und Klauen, sonst würden sie mir nämlich weggenommen werden, weil es immer irgendetwas "nebenher" zu tun gibt. Ich gehe auch selten ans Telefon, weil es mich einfach nervt, wenn ich gerade mit meinen Kindern beschäftigt bin, dass ich ständig unterbrochen werde. Wichtig und dringend sind nämlich zwei Paar Stiefel...

lg und alles Gute,
K.

Beitrag von arthurmama 17.11.10 - 11:24 Uhr

Hallo Cicio,

ich lese Du hast 2 Kinder, wobei einer wirklich noch ein Mini ist, der viel Aufmerksamkeit einfordert.

Ich weiß nicht ob deine Tochter nur wegen des VZ-Jobs zu kurz kommt.
Ich kann mir vorstellen, dass alles zusammen einen Beitrag dazu leistet. ich bin auch VZ-tätig udn habe auch 2 Kidner, die sehr fordernd sind. Der Kleine mehr, weil er eine große Klappe hat und der Große weniger, weil er "vernüntftig" tut. Aber beide brauchen gleich viel Aufmerksamkeit.
und genau diesen Aspekt verliere ich auch zeitweise aus den Augen. Deswegen muss ich die Familien-Zeit ganz genau organisieren. Es gibt Stunden, die sind exklusiv für jeweils ein Kind da und es gibt Stunden, da bin ich einfach da. Exklusive Stunden lege ich auf Tage, wo der Eine der beiden gerade irgendein Sport oder Musik macht (dann kann er nicht eifersüchtig werden) und es hat den Nebeneffekt, dass diese regelmäßig und unerbittlich stattfindet. Und diese Exklusiv-Stunden nutzen wir für Spiele, Vorlesen, Reden, Quatschmachen - eben ganz entspannt und exklusiv.

Ausserdem würde ich es auch ein bisschen auf das Alter (5) schieben. Da bietet der Tag nicht mehr die so großen Anreize, weil alles eingespielt ist. Mit Schule kommen ganz neue Anforderunegn und Anreize.

LG, I.

Beitrag von sunnygirl1978 17.11.10 - 17:28 Uhr

Hallo,

ich musste drei Monate Vollzeit arbeiten weil eine Kollegin ausfiel. Meinem Sohn 5 ging es auch sehr schlecht - es hat sich wieder gebessert als ich runterging mit den Stunden. Da stand für mich fest - Nie mehr.