Sohn ist 1,3 Jahre zurück und muß nächstes Jahr in die Schule :(

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von wohomy 16.11.10 - 13:51 Uhr

Hallo

Wie schon in der Überschrift geschrieben, ist mein Sohn (5,5 Jahre) 1,3 Jahre in seiner Entwicklung zurück.
Wir waren mit ihm im SPZ wo er einige Tests bei Ergotherapeuten und Psychologen gemacht hat.
Heute kam nun der Abschlussbericht, aus dem ich mal grob die Ergebnisse hier aufschreibe.

Beurteilung Psychologen :

Das intellektuelle Leistungsvermögen reichte von durchschnittlichen bis hin zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen.
Insgesamt ist seine kognitive Entwicklung als nicht altersentsprechend zu bezeichnen.
Es ergab sich im durchgeführten Testverfahren ein durchschnittliches Entwicklungsalter von 4,2 Jahren.
Im Bereich Sprache zeigen sich ebenfalls Entwicklungsrückstände.
Seine Aussprache ist teilweise unverständlich, die grammatikalischen Strukturen sind noch nicht sicher usw.
Starkes Stottern das als psychisches Stottern interpretiert werden muß.

Beurteilung Ergotherapeuten:

Starke Stimmungsschwanken
Distanzlosigkeit.
Sehr geringe Frustrationstoleranz.
Es zeigt sich eine sensomotorische Wahrnehmungs-und Koordinationsstörung.
Dabei fallen sensomotorische Unsicherheiten vor allem im feinmotorischen Breich auf.
Außerdem zeigt sich eine leichte Schwerkraftunsicherheit beim Umgang mit Gleichgewichtsreizen.

Wir sind jetzt in der interdisziplinären Frühförderung angemeldet wo er dann in den Bereichen, Logopädie, Ergotherapie und Heilpädagogik gefördert wird.
Nun ist es so das er nächstes Jahr zur Schule gehen muß.
Und wenn ich daran denke, bekomme ich Bauchschmerzen, ob er das auch schaffen wird, usw.
Klar ist das er auf eine Förderschule kommt.
Aber ist es möglich das er bis dahin noch soooooo viel aufholen kann?
Ich habe mit der Kindergartenleiterin schon gesprochen ob er nicht noch ein Jahr im Kindergarten bleiben könnte.
Dies wird aber vom Kindergarten sowie auch vom SPZ nicht befürwortet, da man ihn nicht so fördern könne wie er es braucht.

Man hat uns auch nahe gelegt ihn für die restliche Kindergartenzeit in einen intergrativen Kindergarten zu schicken.
Klar hat er es da besser, aber es hat soooooo lange gedauert bis er in seinem jetzigen Anschluss gefunden hat.
Außerdem ist alles neue sehr beängstigend für ihn.

Meine größte Sorge ist halt das er nicht soviel aufholen kann bis nächstes Jahr.
Vielleicht gibts ja hier jemanden dem es ähnlich geht/ging und der mir von seinen Erfahrungen berichten kann.

Danke fürs lesen, und sorry das es etwas lang und wahrscheinlich auch ziemlich wirr ist, doch das alles belastet mich sehr

LG



Beitrag von kati543 16.11.10 - 16:00 Uhr

Hat er denn bisher keinen I-Status im Kiga? Wie hat das der Kiga denn gemacht?

Melde dich mal bei rehakids.de an. Dort gibt es auch ein Forum für Kindergarten und Schule. Meine Jungs müssen nächstes Jahr noch nicht in die Schule - erst übernächstes Jahr ist der Große dran. Ich hatte allerdings immer das Gefühl, dass Kinder, die ohnehin auf eine Förderschule gehen, nicht unbedingt Kinder sind, die zurückgestellt werden. Aber die Zurückstellung ist sowieso sehr schwierig geworden.

Beitrag von wohomy 17.11.10 - 07:02 Uhr

Danke für deine Antwort.

Nein er hat keinen I-Status im Kindergarten.
Das einzigste was er im KIndergarten bekommt ist Sprachuntericht.

Danke für den Tip, werde mich da mal anmelden und durchlesen.

Beitrag von alocin1970 16.11.10 - 22:39 Uhr

Hi,

dann lass ihn doch zurückstellen. Mein Sohn wird im September 2011 sechs und hätte auch in die Schule gemusst (Stichtag hier in NRW ist dann 30.9.), aber er hinkt auch hinterher, wenn die Diagnose auch nicht so ist wie bei deinem Sohn. Er ist eine Frühgeburt, lief sehr spät, hat eine Muskelhypotonie und Koordinationsstörung. Was mir aber v.a. zu denken gab, ist, dass er ein ziemlicher Einzelgänger ist und wenig Kontakte zu gleichaltrigen Kindern hat, nur zu den großen Geschwistern seines großen Bruders (die sind dann um die 9 Jahre alt). Er geht Kindern lieber aus dem Weg und spielt mit Erwachsenen, d.h. mit mir, seinen Großeltern, Babysitter. Er hätte den harten Schulalltag mit den vielen Kindern nie gepackt. Wir haben uns mit Rückendeckung des Kindergartens entschieden, ihn zurückzustellen. Man hat mich vorher gewarnt, dass es hier in NRW fast unmöglich ist, aber es war ganz leicht. Gespräch mit dem Rektor, Gespräch mit der Schulärztin, und die hat sich quasi sofort bereit erklärt, ihn zurückzustellen. Die Untersuchungen waren da nur noch Formsache, obwohl er da sogar ziemlich gut war. Er ist ziemlich klug, aber eben sehr sehr ängstlich, sehr Mama-bezogen, und seine motorische Entwicklung ist weit zurück, da ist seine zweijährige Schwester fitter als er.

Wäre da nicht auch was für euch? Bei den Diagnosen?

Liebe Grüße, Nico

Beitrag von wohomy 17.11.10 - 07:18 Uhr

Danke für deine Antwort.

Wir würden ihn gerne zurückstellen lassen.
Aber wie gesagt sind alle ( Psychologen, Ergotherapeuten, Kindergartenleitung) anderen dafür, das er nächstes Jahr in die Schule kommt, da er dann besser gefördert werden kann.

Er geht ja zur Zeit in einen normalen Regelkindergarten, da wir woanders keinen Platz bekommen haben.

Wir haben nächste Woche einen Termin in der Grundschule um den Antrag für eine Förderschule auszufüllen.
Werde dann das Thema zurückstellen nochmal ansprechen.

Das das alles so kompliziert sein muß, will doch nur das beste für meinen Süßen:-(


Beitrag von alocin1970 17.11.10 - 13:19 Uhr

Ja, ich hatte deine Mail erst später ganz genau gelesen und auch da erst gesehen, dass er sowieso in eine Förderschule kommt und dass der KiGa es ablehnt, ihn noch ein Jahr zu behalten. Da denke ich dann auch, dass der KiGa recht hat, denn er wäre ja dann bis ca. 7,5 Jahre im Kindergarten. Das bringt ihn dann auchz wirklich nicht weiter, wenn es nicht ein Kindergarten ist, der auf solche Kinder ausgerichtet ist. Ich denke, dass die Förderschule dann doch besser ist. Der Freund meines Ältesten ist jetzt auf eine Förderschule gekommen und kommt super klar - es sind Klassen mit 8 Kindern und eben spezialisiert, da wird man ganz anders auf ihn eingehen können als im KiGa mit 25 Kindern.

Und eine Förderschule ist auch was ganz anderes als eine Grundschulklasse mit 27 Schülern (wie bei meinem Großen), da gehen meiner Meinung nach Kinder, die nicht so sind wie andere, unter. Mein Sorgenkind würde es eben nächstes Jahr sozial auch noch nicht schaffen, da er vom Sozialverhalten wie ein Vierjähriger ist. Und die wenigen Freunde, die er langsam bekommt, sind auch erst zwischen 3 und4. Die großen Kinder (8, 9 etc.) zähle ich nicht zu seinen Freunden, sie kümmern sich eher UM ihn, als MIT ihm zu spielen.

Alles Gute, Nico

Beitrag von aoiangel 17.11.10 - 17:41 Uhr

Ich finds irgendwie ein bisschen seltsam.
Der Psychologe schreibt zwar wohl eindeutig das er entwicklungsverzögert ist, so wie du in deinem ersten Posting schreibst, aber er plädiert nicht fürs zurückstellen?
Und die Ergotherapeutin auch nicht?

Mein Sohn ist ebenfalls ein wenig entwicklungsverzögert, nebenher noch verhaltensauffällig, sprachentwicklungsverzögert, hat eine motorische Schwäche, ne auditive Wahrnehmungsstörung, ne sensomotorische Integrationsstörung, ...
Kurz und knapp - Asperger Syndrom.
ABER, ALLE Seiten sprechen sich ganz klar dafür aus ihn zurückstellen zu lassen und ihn auf gar keinen Fall regulär nächstes Jahr einzuschulen.

Die Ergotherapeutin meint es wäre katastrophal da er motorisch z.B. gar nicht in der Lage ist richtig zu schreiben. Die Logopädin hat ne ähnliche Meinung, gerade mit dem Schrifterwerb würde er sich schwer tun, da er immernoch Probleme mit G und K hat und zudem ähnliche Wörter (z.B. Uhr/Ohr) am hören nicht unterscheiden kann.
Der Kinderarzt war beim letzten Termin gelinde gesagt "geschockt" und der Kindergarten gibt uns recht das er noch nicht in die Schule "gehört" weil einfach das "Gesamtpaket" nicht stimmt.

Letztendlich würde ich aber an deiner Stelle trotzdem versuchen mal mit der Schulleitung zu sprechen.
Das ist im Grunde der erste Weg.
Wir haben das für Anfang nächstes Jahr geplant, da kann man gleich alles vortragen, mal in Ruhe über das Kind sprechen.
Und ich hoffe ja das wir dann dieses Jahr unseren Sohn vielleicht sogar aus dieser ganzen Schulanmelde-Maschinerie noch raushalten können, ich werde aber gleich mit entsprechenden Schreiben der ganzen Therapeuten und Ärzte dort auflaufen.

LG Anne

Beitrag von wohomy 18.11.10 - 09:08 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ja sie sind wirklich ALLE dafür das er nächstes Jahr zur Schule geht.
Mit der Begründung, das er im Kindergarten nicht die notwendige Förderung bekommt.
Er geht ja wie schon geschrieben in einen normalen und nicht in einen integrativen Kindergarten.

Wir haben uns jetzt eine Förderschule angesehen, und uns auch lange mit der Rektorin unterhalten.
Ist eine Förderschule mit Schwerpunkt Sprache.
Er würde da nicht mit der ersten Klasse anfangen sondern in die sogenannte E Klasse kommen.
In der Klasse sind dann höchstens 10-12 Kinder so das die Lehrerin auch genügend Zeit für jedes einzelne Kind hat.

LG

Beitrag von mama-von-niklas 17.11.10 - 12:47 Uhr

Hallo,

wir beschäftigen uns zur Zeit auch mit dem Thema Rückstellung.

Mein Junior ist leicht entwicklunsgverzögert und müßte eigentlich nächtes Jahr in die Schule. Nachdem Niklas aber ein Extremfrühchen ist, werden wir ihn auf alle Fälle zurückstellen lassen.

Ich habe die Info bekommen, dass weder die Schule noch der Kindergarten etwas gegen den Willen der Eltern ausrichten kann. Zur Not gibt es 5 Instanzen über die man eine Rückstellung durchkämpfen kann. In aller letzter Instanz wird aber meistens dem Wunsch der Eltern entsprochen.

Wir haben auch den "Rat" bekommen, Niklas auf eine Förderschule zu schicken. Allerdings kam es mir so vor, als wollte das Gesundheitsamt nur die Förderschule auslasten. Ich will und werde meinem Kind diesen Stempel aber nicht aufdrücke lassen, ohne dass ich einen Versuch in einer Regelschule durchgeführt habe.

Alternativ prüfen wir gerade "alternative Schulformen", die meinem Kind vielleicht die Chance geben, sich in Ruhe zu entwicklen.

Viele Grüße
Gabi mit Niklas (*16.09.2005, SSW 28+6, 497 Gramm)

Beitrag von supermaus72 17.11.10 - 19:02 Uhr

Hi Du,
das mit den alternativen Schulformen finde ich für Euch vielleicht eine echte alternative.
"ohne dass ich einen Versuch in einer Regelschule durchgeführt habe":
Ich komme aus NRW, und bei uns ist es so, das eine Regelschule Dein Kind nicht nehmen muß, die stellen dann einen Förderbedarf fest und verschiedene Gutachter sagen was sie meinen welche Schule die richtige ist.
Ich will Dich nicht entmutigen, versuche nur rechtzeitig die richtigen Leute auf Deine Seite zu ziehen, indem Du z.B. im Vorfeld mit mehreren Grundschulleitern sprichst.
Trotzdem, laß Dich auch mal auf eine Förderschule ein und gehe z.B. zu einem Tag der offenen Tür oder laß Dir einen persönlichen Termin geben und Dir alles beschreiben und zeigen.
Drück Euch ganz fest die Daumen!!!!!!
Ganz liebe Grüße
Supermaus72

Beitrag von kati543 17.11.10 - 21:26 Uhr

Die Schule ist ja Landessache in Deutschland und so natürlich in jedem Bundesland anders geregelt. Aber versteife dich nicht zu sehr darauf, dass "dem Willen der Eltern entsprochen wird" - meistens ist das nicht der Fall. Eine Regelschule MUSS dein Kind nicht aufnehmen, wenn ein Förderbedarf festgestellt wurde.