Betreungsverfüg. o. Generalvollmacht?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von pevel 16.11.10 - 17:53 Uhr

Hallo,

ich habe eine Frage an euch und hoffe, ihr könnt mir helfen!

Mein Opa ist schwerkrank und seine Lebenserwartung liegt bei weniger als 7 Monaten.

Er ist geistig gesund, also voll zurechnungsfähig, jedoch körperlich 100% unfähig (bettlägerig) / bewegungsunfähig.

Seine Hausärztin empfahl nun seiner Frau (die die Pflege übernimmt und weiterhin bis zum Schluß übernehmen will zu Hause) beim Amtsgericht eine Betreung zu beantragen.
Ich habe mich vielseitig erkundigt und bin der Meinung, dass eine Generalvollmacht (vom Notar) in dem Fall der beiden sinnvoller wäre.

Gerüchten zur Folge soll diese jedoch nicht überall anerkannt sein und kann zu Problemen führen.
Ich jedoch sehe er Schwierigkeiten auftreten im Umgang mit dem Gericht, denn meine Oma ist bereits 78 Jahre alt und rechtlich wäre es mgl., dass sie als Betreuerin nicht anerkannt wird und jemand anderes, fremdes eingesetzt wird. Außerdem besteht rechenschaftpflicht gegenüber dem Amtsgericht, was bei einer notariell beglaubigtem Generalvollmacht entfällt.

Was nun ist für die beiden die beste Lösung??? Der Opa will auf keinen Fall ins Pflegeheim o.ä. und die Oma wäre gesundheitlich
in der Lage, die Betreuung zu übernehmen, da sie unterstützend von einem Pflegeteam begleitet wird.

Was wäre am besten??

Vielen Dank vorab.#danke

Beitrag von elcheveri 16.11.10 - 20:37 Uhr

Hi
warum übernimmst Du nicht die gesetzl Betreuung,habt Ihr ein gutes Verhältniss????
Außerdem wird das nicht einfach werden da dein Opa ja geistig fit ist.....also braucht er demzufolge gar keinen gesetzl Betreuer der Entscheidungen für ihn trifft,denn darum geht es ja.....es gibt Patientenverfügungen die man bei den Hausärzten bekommt und die man beglaubigen lassen kann..
Lg Eva

Beitrag von myimmortal1977 16.11.10 - 23:10 Uhr

Man macht in so einem Fall eine Betreuungsverfügung.

Eine Generalvollmacht regelt die finanziellen Verhältnisse z. B. über Kontenvollmachten (wer drauf zugreifen darf), über den Tod hinaus.

Hat Dein Opa einen guten Hausarzt? Den Deine Oma auch kennt? Ich kenne keinen Arzt, der einen Patienten, dessen baldiges Ableben voraus zu sehen ist, z. B. wegen einer schweren Erkrankung wie z. B. Krebs, in ein Pflegeheim zwangseinweisen lässt.

Solange Deine Oma sich wirklich körperlich in der Lage fühlt, die Arbeiten auf sich zu nehmen, passiert da eigentlich gar nichts.

Es wird auch kein Arzt versuchen, wenn es nicht auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten geschieht, lebensverlängernde Maßnahmen bei einem Schwerstkranken einzuleiten.

Ich verlor meine Mutter im Sommer an Krebs, alles was man machte, passierte auf ihren eigenen Wunsch. Man hat ihr nur das Ableben mit ein paar Hilfsmitteln (Schmerzmitteln, Sauerstoff) versucht erträglicher zu machen. Aber ansonsten hätte ich sie auch sterbend mit nach hause nehmen können, ohne das jemand was gesagt hätte.

LG Janette

Beitrag von brianna123 17.11.10 - 06:03 Uhr

Hallo!

In einer Betreuungsverfügung wird geregelt, wer im Falle des Falles die gesetzliche und rechtliche Betreuung übernehmen soll.

In einer Vollmacht wird bestimmt, wer als Bevollmächtigter eingesetzt wird OHNE das eine rechtliche Betreuung bei Gericht eingesetzt wird.

Eine Betreuung kann erst eingerichtet werden, wenn dein Opa geistig nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.

Falls also, wie du schreibst, dein Opa geistig noch klar ist, kann er eine Vollmacht erteilen. Die kann beim Betreuungsgericht hinterlegt werden.

Falls die Vollmacht mal nicht anerkannt werden sollte, dann kannst du dich an das Betreuungsgericht wenden und für den Aufgabenkreis, der nicht anerkannt wird, die Betreuung beantragen. Es ist daher sinnvoll, eine Vollmacht und gleichzeitig eine Betreuungsverfügung zu treffen.

Vorsorglich sollte dein Opa auch eine Kontovollmacht direkt bei der Bank hinterlegen.

Falls du Fragen hast, kannst du dich gern an mich wenden.

LG

Sabrina

Beitrag von pevel 18.11.10 - 18:47 Uhr

Danke für eure Antworten!

Meine Großeltern haben sich jetzt entschieden eine Generalvollmacht durch mit Hilfe eines Notars zu erstellen.

Nun, auf Grund voreiliger Verwandter , wurde bereits bei Gericht die Betreuung durch meine Oma beantragt. Ein Gutachter und Richter wird nach Hause kommen, so teilte man uns mit.
Kann man ohne Konsequenzen widerrufen? Oder ist das Amtsgericht aktiviert, sobald man einen Antrag auf Betreuung auf den Weg bringt??

Danke nochmal und viele Grüße