Kind knapp 5 entwicklungsverzögert - Suche Austausch

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von antje1406 16.11.10 - 21:24 Uhr

Hallo liebe Urbianer,

mensch, da bin schon so lange Mitglied bei Urbia und schaue erst heute das erste Mal in dieses Forum rein. #kratz

Dabei mache ich mir schon seit Jahren Sorgen um meinen Sohn, weil ich ziemlich zeitig merkte, dass er in seiner Entwicklung verzögert ist.

Im Januar wird mein Sohn 5 und bis letztes Kita-Jahr besuchte er noch einen normalen Kindergarten. Da es dort gar nicht mit der Integration geklappt hat, hat man uns die Frühförderung ans Herz gelegt. Dort zeigte sich schnell, dass mein Sohn ein dreiviertel Jahr entwicklungsverzögert ist.

Seit August hat er nun einen I-Platz und die Kita ist toll. Er bekommt 4x in der Woche Sprach-und Bewegungstherapie. Fühlt sich wohl und hat Spaß. Balsam für meine Seele. :-)

Große Probleme hat er nach wie vor mit der "Lautstärke". Wir können kein Volksfest besuchen, keinen Zirkus, kein Kaspertheater, Sankt Martin, etc. Alles, wo viele Leute sind, viele verschiedene Geräusche, all das kann er nicht vertragen. Er fängt sofort an zu weinen, hält sich die Ohren zu und will nach Hause. Kennt das jemand? Bislang konnte mir auch in der Kita dazu niemand weiterhelfen. Ohren sind ok. Hörtest normal.

Ein anderes Thema beschäftigt mich auch? Wird er mal die Regelschule besuchen können, später einmal einen Realschulabschluss oder Abitur machen?

Naja, es tat schon gut, dass alles mal aufzuscheiben. :-p

Freue mich, wenn sich jemand Gleichgesinntes meldet, mit dem man sich ab und zu mal austauschen kann.

Liebe Grüße,

Antje

Beitrag von jindabyne 16.11.10 - 22:35 Uhr

Hallo Antje,

meine Große ist 4,5 Jahre alt und auch entwicklngsverzögert. Sie besucht einen normalen Kindergarten, allerdings ist die Gruppengröße dort geringer als sonst (ihre Kleingruppe besteht aus 8 Kindern und einer Erzieherin). Seit vier Jahren bekommt sie gezielt Therapien, erst KG, dann Logo, im Moment auch Frühförderung.

Wir machen uns ähnliche Gedanken wegen der Schule. Eigentlich tendiere ich dazu, sie ein Jahr zurückstellen zu lassen, also erst 2013 einzuschulen. Sie macht alle Entwicklungsschritte durch, die andere Kinder auch durchmachen, nur eben viel langsamer und später. Ende Januar hat sie Einschulungsuntersuchung (nächstes Schuljahr wäre sie ein Kann-Kind und da muss sie jetzt schon zur Untersuchung #augen).

Lg Steffi

Beitrag von zanadu01 17.11.10 - 08:39 Uhr

Hallo, ihr solltet unbeding zu einem Paudiologen gehen. Da können sie die Ohren richtig testen. Das mit der Geräuschemfindlichkeit , kann auf eine Hörverarbeitungsschwäche hindeuten.

Was aus deinen Kind wird , zeigt die Zeit.
Mein Mann worde als nicht beschulungsfähig getestet. Zum Glück haben seine Eltern das nicht geglaubt , er hat später E- Techink studiert.

Beitrag von antje1406 17.11.10 - 13:15 Uhr

Danke für den Tipp. Ich habe schon einen Termin beim Pädaudiologen gemacht, aber das dauert...

Bislang konnte mir keiner benennen, was das sein könnte. Ich bin froh über Deinen Hinweis, denn dann kann man wenigstens mal googeln.

Danke und lg,
Antje

Beitrag von mama-von-niklas 17.11.10 - 12:17 Uhr

Hallo Antje,

mein Junior ist auch 5 Jahre alt, leicht entwicklungsverzögert und hat mit lauten Geräuschen und unbekannten Situationen auch seine Probleme. Er klammert sich dann an mich und heult wie ein Schlosshund.

Diese Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen hatte er schon immer. Gott sei Dank ist es im laufe der letzten 2 Jahre deutlich besser geworden.

Ich habe festgestellt, dass Niklas auf meine Anspannung reagiert. Je mehr ich versucht habe, ihn vor solchen Situationen zu "beschützen" um so schlimmer wurde es.

Inzwischen meide ich diese Situationen nicht mehr, sondern versuche z.B. nahe am Eingang vom Kaspertheater einen Platz zu bekommen.

Viele Grüße
Gabi mit Niklas (*16.09.2005, SSW 28+6, 497 Gramm)

Beitrag von antje1406 17.11.10 - 13:24 Uhr

Hallo Gabi,

ja, genauso ist es bei uns auch. Ich bin neulich auch mit Vincent beim Kaspertheater gewesen und er hat es "ausgehalten", da ich ihm die ganze Zeit die Ohren zugehalten habe. Am Ende war er mächtig stolz auf sich, hat die Geschichte auch toll gefunden und redet heute noch davon.

Obwohl er zwischendurch immer wieder geweint hat und ich ihm angeboten habe, nach Hause zu gehen. Wollte er dann doch nicht. :-)

Es tut mir oft so leid, denn ich sehe er leidet darunter. Ich versuche ihn auch nicht immer rauszuziehen, wie bspw. dieses Jahre Sankt Martin. Es hat ganz gut geklappt mit einigen "Aussetzern".

Ich hoffe, das verliert sich im Verlauf der Jahre und bin mächtig gespannt auf den Termin beim Pädaudiologen.

Lg,
Antje

Beitrag von klee76 17.11.10 - 20:44 Uhr

Hallo Antje

mein Sohn 7 Jahre ist aufgrund eines Gendefekt auch entwicklungsverzögert, ca 1-1,5 Jahre.

Ich hatte auch ziemlich bald das Gefühl, daß mit Jonas etwas nicht in Ordnung ist, aber unsere Kinderärztin hat uns vertröstet das würde sich verwachsen (es war damals auch noch nicht so ersichtlich) Erst als er 4 war ist es richtig aufgefallen. Danach Frühförderung und ist lt. Jahr in die Förderschule eingeschult worden. (Schwerpunkt geistige Entwicklung) Dies war keine leichte Entscheidung, aber die richtige. Die Klassenstärke ist bei 9 Kindern (1 Lehrerin, 1-2 Erzieher)

Gestern hatten wir eine Gespräch in der Schule, da Jonas lt. Jahr getestet ob die Förderung weiterhin bezahlt wird (geht über den über den Bezirk bzw. Sozíalamt und nennt sich Eingliederungshilfe)
Wurde wieder genehmigt, da bei Jonas eine leichte Intelligenzminderung vorliegt.

Es hieß da auch das er aufholen kann und er wenn er erwachsen ist sich wirklich alles verwachsen hat oder er auch im schlimmsten Fall auf 10-12 Jahre stehen bleibt, und im besten fall das er später eine normale Ausbildung (Handwerk) absolvieren kann (Die Schule von Jonas geht über die Lebenshilfe und hat eigene Ausbildungstätten bzw. werden z. Tl auch in normale Firmen vermittelt)

Wir werden für Jonas jetzt einen Schwerbehindertenausweis beantragen, und Chancen stehen gut das er einen bekommt

lg Christine mit Jonas


Beitrag von rubia71 03.12.10 - 13:01 Uhr

Hallo,

die Geräuschempfindlichkeit könnte auf Wahrnehmungsstörungen hinweisen, die können dazu führen, dass der Betroffene bei viel Trubel nicht (wie man es normalerweise automatisch tut) die `unwichtigen´Reize ausblenden kann und dadurch total überflutet und überfordert wird. Hier können verschiedene Therapien helfen, habt ihr euch iin der Hinsicht mal beraten lassen?
LG Rubia