Kauf einer Eigentumswohnung / seltsame Wünsche der Verkäufer

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von murrle 16.11.10 - 22:21 Uhr

Hallo allerseits,

folgendes Problem: Meine Eltern, die im Ausland leben, haben sich entschieden hier eine Wohnung zu kaufen, damit sie jederzeit kommen können. Das Geld haben sie, warum also nicht. (auf einem deutschen Konto)

Jetzt waren sie da und haben eine Wohnung angeschaut, die Ihnen gefallen hat. Die Verkäufer haben nach 2 Tage überlegen zugesagt, Ihnen die Wohnung zu verkaufen, wobei durch die Blume gesagt wurde, die verkaufen an sie, weil andere Interessenten abgesprungen sind. Was solls... Meine Eltern haben nicht mal gehandelt und dem geforderten Preis zugestimmt.

Ein Tag danach der Anruf: Ja, sie wollen einen Teil des Geldes ein Monat vor Vertragsabschluß beim Notar (immerhin 20.000 Euro). Dafür kriegen sie den Schlüssel, aber sonst keine anderen Sicherheiten. Diese 20.000 sollen beim Notar nicht erwähnt werden (Steuersparen...). Begründung: Wenn meine Eltern abspringen, dann haben sie wenigstens das??? Und ein paar andere Sachen in die Richtung.

Meine Eltern haben sich beim Anwalt beraten lassen, der davor dringend abriet, unserios und gefährlich.
Was meint Ihr? Kommt es Euch auch so setsam vor?

Danke

Beitrag von seikon 16.11.10 - 22:26 Uhr

Ich würde die Wohnung nicht kaufen. So wie sich das jetzt schon anhört kassieren die die 20.000 Euro und den Notartermin wird es dann nie geben. Und dann haben deine Eltern die Rennerei um das Geld wieder zu bekommen.

Ne ne. Es gibt noch viele schöne Wohnungen.

Beitrag von myimmortal1977 16.11.10 - 22:27 Uhr

Natürlich ist das unseriös. Manche VK machen so was, allerdings wird der Rest der Summe, die nicht im KV auftauchen soll, dann erst nach der Erledigung sämtlicher Formalitäten und Eintragungen und Schlüsselübergabe übergeben.

Das was die wollen, geht gar nicht.

Das was man machen kann, wenn Deine Eltern tatsächlich interessiert sind, einen Vorvertrag zu machen, den kann man selbst handschriftlich machen. Bei Maklern ist so was üblich.

Darin verpflichtet sich der Kaufinteressent für die Abnahme der Wohnung und wenn er abspringt, wird eine Summe X fällig. Bei mir waren es damals 8000 DM, die ich an den Makler hätte zahlen müssen, wenn ich abgesprungen wäre.

Aber das was die wollen, ist sehr unseriös und es wäre schön blöd, wenn sich Deine Eltern darauf einlassen würden.

Ich hätte da aber nochmal eine Frage.... Wenn selbst ein Anwalt Euch schon sagt, dass so ein Vorgehen unseriös ist, warum fragst Du hier nochmal nach?????

LG Janette

Beitrag von murrle 16.11.10 - 22:43 Uhr

Vielen Dank für eure Meinungen,

den Anwalt haben sie bei sich konsultiert, nicht in der BRD, deswegen wußten wir nicht, ob es hier vielleicht doch üblich ist.

Beitrag von vwpassat 16.11.10 - 22:59 Uhr

Vielleicht kann man hier nen Deal mit dem zuständigem Finanzamt machen?


Die interessieren sich schon für Steuerhinterzieher.

Beitrag von murrle 16.11.10 - 23:03 Uhr

Ja , das habe ich auch schon überlegt.
Wäre die Sache eigentlich wert, nachdem die uns so viel Nerven gekostet haben. Leider alles nur mündlich;-)

Und morgen darf ich noch anrufen und den Kauf absagen, danach geht die Suche vom Neuen los. Ach, das ist alles :-[

Beitrag von parzifal 16.11.10 - 23:23 Uhr

Nein, dass ist doch vollkommen seriös. Ich weiß überhaupt nicht warum der Anwalt Einwände hat.


Was für Antworten erwartest Du, wenn schon der Anwalt davon abrät?

Welcher Normaldenkende kann dies nicht "seltsam" finden?

Beitrag von sternschnuppe215 17.11.10 - 09:44 Uhr

genau so siehts aus!!! ich arbeite im Bereich der Immobilienfinanzierung.

Dies Procedere ist nicht üblich.... Nach notariellem Kaufvertragsabschluss müssen Auflagen "Ämterseitig" erfüllt werden, damit der Kaufpreis in die Fälligkeit kommt ... wenn die Auflagen (Vorkaufsrechte... ect.) nicht erfüllt sind/ werden können, kommt es nicht zum Verkauf...

d. h. das Geld wäre dann futsch!!!

Schwachsinn, wenn man solch ein Geschäft eingehen würde...

Ich würde an Stelle Deiner Eltern eher dazu tendieren, die Kaufpreiszahlung über ein "Notaranderkonto" abwickeln zu lassen, denn so haftet der NOTAR selbst, wenn er das Geld falsch oder voreilig verteilt und Deine Eltern gehen KEIN Risiko ein...

Beitrag von parzifal 17.11.10 - 12:05 Uhr

Aus Kostengründen rate ich vom Notaranderkonto ab.

Heute wird das doch über Eintragungen von Vormerkungen "erledigt".

Beitrag von snailshell 17.11.10 - 11:58 Uhr

Nie und nimmer würde ich das machen.
Was ist denn mit den 20.000,- EUR, wenn nun die Verkäufer noch abspringen?
Da deine Eltern dann nichts schriftlich haben, wäre das Geld ja dann futsch.

Beitrag von cherry19.. 17.11.10 - 13:27 Uhr

#schock

Nee, nehmt Abstand davon und sucht noch ein wenig.

Beitrag von manavgat 17.11.10 - 19:43 Uhr

Das ist Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Ich würde entweder jetzt klar nach karten und weniger anbieten... ;-)

oder

eine andere Wohnung suchen.

Im übrigen sollten Deine Eltern sich den Immobilienmarkt genau ansehen, bevor sie kaufen.

Gruß

Manavgat