Meine Mutter lässt mich nicht in Ruhe

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 10:17 Uhr

Hallo Forum.

Ich muss meinen Ballast abwerfen - sonst drehe ich irgendwie durch.
Habe gerade (mal wieder) eine bitterböse Mail von meiner Mutter bekommen. Mit schlimmen Vorwürfen, Unterstellungen, Belastungen. Ich bin emotional stehen geblieben, würde mein Umfeld kaputt machen, sei hinterhältig, gemein und noch viel mehr. Umgerechnet hat sie mir drei DinA4 Seiten darüber geschickt, was für eine blöde, schlimme Tochter ich (36) bin.

Gestern schickte sie einen Brief an meine Tochter (6) mit viel Schmonz und Schleimerei auf Welpenbriefpapier mit Blümchenaufklebern. Heute diese freche Mail.

Ich möchte einfach keinen Kontakt mehr. Aber sie rückt mir immer wieder auf die Pelle, taucht einfach auf, erzählt blöde Dinge über mich, lästert, schimpft, ist vornerum aber freundlich zu mir. Ich kenne das gar nicht anders, deshalb brauchte ich sehr, sehr lange, um zu kapieren, was bei uns in der Familie eigentlich "nicht stimmt".

Seit ich ein Kind habe, ist es eigentlich noch schlimmer, weil sie darauf besteht, dass sie das Oma-Sein ausleben kann. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass mich die hygienischen Bedingungen bei meiner Mutter sehr abschrecken: Sie merkt nicht, wenn Lebensmittel verschimmelt sind und serviert sie dennoch (bspw. Apfelsaft; da schwimmt dann der blaue Schimmel auf der Oberfläche). Sie hat das ganze Jahr über Lebensmittelmotten in der Wohnung und wenn sie einem Nudeln auftischt, liegen darin mitgekochte Maden. Angeblich sieht sie das nie - aber es kommt fast immer vor. Außerdem bin ich - wenn ich das kritisiere -spießig und altmodisch. Mich ekelt die Wohnung meiner Mutter an. Es ist dreckig, vollgestopft und für mein Empfinden ist sie auf dem Weg, ein Messie zu werden.
In meinen Augen ist meine Mutter eine Borderlinerin. Es gibt keine Diagnose, denn alle außer ihr spinnen - einschließlich ich.

Ihre ständigen Kontaktattacken stören mich. Ich fühle mich belästigt und Mails wie heute sind einfach nur der Horror.

Ich kann die Uhr danach stellen, wann wieder so eine Mail kommt. Es ist fünf Wochen Ruhe - dann legt sie wieder los. Ich reagiere gar nicht mehr drauf. Nur heute konnte ich es mir nicht verkneifen mit dem Satz zu antworten: "Hast Du nichts Besseres zu tun als solch einen Bullshit vom Stapel zu lassen?"

Ich will nicht mehr und ich kann auch nicht mehr. Meine Mutter ist wie ein Fluch.

Beitrag von juniorette 17.11.10 - 10:25 Uhr

Hallo,

du bist 36 Jahre alt, und solltest erwachsen gut genug sein, den Kontakt zu Personen abzubrechen, die dich terrorisieren.

Unerwünschte Emails?
Mails von bestimmten Absendern werden bei mir automatisch gelöscht (kann man recht einfach einstellen).
Unerwünschte Anrufe?
Wenn sie ihre Nummer mitsenden, siehst du ja, wer es ist und du brauchst nicht ans Telefon gehen.
Unerwünschte Besuche bei dir?
Na, mach einfach nicht die Haustür auf, wenn du siehst, dass es deine Mutter ist bzw. schlag ihr die Tür vor der Nase zu.

Ich habe vor 7 Jahren den Kontakt mit meinen Eltern abgebrochen, und praktiziere es so, wie oben angegeben.

LG,
J.

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 11:05 Uhr

Danke J., für Deine Worte.

Ich hatte eher erwartet, dass mich alle hier verurteilen im Stil von "Eltern muss man ehren", "Man muss auch mal verzeihen können" oder so.

Ich habe ständig Zweifel an meiner Wahrnehmung - das ist das Fatale.

Ich mag ihre Art zu leben einfach nicht. Ihre überspannte Lebensweise. Die Art, wie sich mich behandelt: Wehre ich mich, dann bin ich blöd, gemein, dumm, fies, berechnend. Meine Grenzen werden nicht akzeptiert. Aber ich bin die Tollste und Beste, wenn sie hier ein und aus gehen kann, wenn sie über alles Bescheid weiß und 10 Mal am Tag hier anrufen kann. In dem Moment, wo ich Grenzen setze, dreht sie durch.

Ich lebe, seit ich denken kann, in diesem Konflikt, in diesem Spagat.

Wenn ich so eine böse, schlimme Tochter bin - warum lässt sich mich nicht einfach in Ruhe? Sie geht sogar einen Schritt weiter: Wenn ich auf sie nicht reagiere, dann gibt sie meine Telefonnummer an andere Menschen weiter, die mich dann anrufen und irgendwas im Namen meiner Mutter wollen.

Es haben mich auch schon wildfremde Menschen angequatscht - sie haben mich beschimpft, weil ich angeblich so böse zu meiner Mutter bin.

ich will einfach nur meine Ruhe haben - ist das so schwer zu verstehen?

Es ist alles ausgesprochen, alles geklärt. Aber ich komme nicht zur Ruhe.

Und mich macht das richtig krank!

Ab heute werde ich keine Mails mehr lesen. Meinen Handyvertrag habe ich eh gekündigt; dann gibt es eine neue Nummer.

Ich will auch nicht, dass meine Tochter Kontakt zu ihr hat. Mich regt das alles auf...

Beitrag von juniorette 17.11.10 - 11:56 Uhr

Hallo,

"Ich hatte eher erwartet, dass mich alle hier verurteilen im Stil von "Eltern muss man ehren", "Man muss auch mal verzeihen können" oder so. "

das durfte ich mir nur einmal von meiner Schwester anhören, hab ihr aber deutlich gesagt, dass sie sich solche Sprüche gefälligst sparen soll #augen

"Ich habe ständig Zweifel an meiner Wahrnehmung - das ist das Fatale. "

DAS ging mir ganz genauso, glaub mir Ich habe mir so lange selbst die Schuld an den Schwierigkeiten zwischen meinen Eltern und mir gegeben, bis ich ein verunsichertes labiles Häufchen Elend war.

Ich habe auch nicht von heute auf Morgen "einfach so" den Kontakt abgebrochen, sondern meinen Eltern einen sehr langen Brief geschrieben, wie schlecht es mir geht, wenn sie mich so und so behandeln, dass sie ihr Verhalten mir gegenüber ändern müssen, weil ich das nicht mehr aushalte etc.
Sinngemäße Antwort:
"wir werden dich weiter so schlecht behandeln, weil du es ja nicht anders verdienst" - seitdem waren sie für mich gestorben.

"Wenn ich so eine böse, schlimme Tochter bin - warum lässt sich mich nicht einfach in Ruhe? "

Das habe ich sie in besagtem Brief auch gefragt, aber eine Antwort habe ich nie bekommen. Ich weiß also ganz genau, wovon du sprichst.

"Sie geht sogar einen Schritt weiter: Wenn ich auf sie nicht reagiere, dann gibt sie meine Telefonnummer an andere Menschen weiter, die mich dann anrufen und irgendwas im Namen meiner Mutter wollen. "

Diese Menschen sind allerdings noch übergriffiger als deine Mutter. Niemals würde ich mich für sowas hergeben.
Da hilft dir wohl nur noch, nur noch ans Telefon zu gehen, wenn du die Nummer kennst. Leute, die seriös sind, werden dir auf deinen Anrufbeantworter sprechen.

"Und mich macht das richtig krank! "

Ja, mich hat das auch krank gemacht - sowohl die Situation, bevor ich den Kontakt abgebrochen habe, als auch danach, weil ich mit der eiskalten Antwort auf meinen Brief so nie gerechnet hätte.

"Ich will auch nicht, dass meine Tochter Kontakt zu ihr hat. Mich regt das alles auf... "

Ich möchte auch nicht, dass mein Sohn Kontakt zu seinen Erzeugern hat, ich kann dich total verstehen.

Ich wünsche dir wirklich alles Gute #liebdrueck

LG,
J.

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 15:12 Uhr

Liebe Juniorette.

Vielen Dank für Deine aufbauenden Worte. Mir scheint, dass Du zu den wenigen Menschen gehörst, die wirklich nachvollziehen können, wie es einem in dieser Situation ergehen kann.

Ich kenne meine Mutter ja gar nicht anders. Ich bin so aufgewachsen und die Jahre haben wirklich Spuren bei mir hinterlassen. Aber ich habe immer an mir gezweifelt, weil ich ständig vermittelt bekam, dass mit mir was nicht stimmt, dass ich blöd bin, gemein, fies, berechnend. Ich hatte über viele Jahre hinweg von mir selbst ein ganz schlechtes Bild -was mit nicht gut getan hat.

Ging es mir gut, dann war ich "oberflächlich, vergnügungssüchtig, verschwenderisch, egoistisch". Lag ich am Boden, "dann hat man ja gewusst, dass das mit mir kein gutes Ende nimmt."

Diese Mail heute ist voller Widersprüche und strotzt vor Gemeinheit. Ich bin ja verrückt, gehöre in Therapie, sie hat es immer nur gut mit mir gemeint, aber ich stoße ihren "Lieben" immer wieder vor den Kopf, das sei krankhaft und ich würde sie krank machen, das habe ihr Arzt gesagt. Und jeder, mit dem sie über mich spricht, würde auch sagen, dass ich gemein sei.

Ich mag ihre Art nicht. Ich mag ihr Wesen nicht. Nein - ich mag das einfach nicht und ich habe nie daraus einen Hehl gemacht. Und: Sie ist mir oft peinlich, mit dem, was sie tut. Muss ich alles mögen, was sie macht, nur weil andere das mögen?? Sie wirft mir vor, dass ich langweilig sei wie ihre Mutter, dass ich ein farbloses, tristes Leben führe und dass sie deshalb mein Kind vor mir "retten" müsse, damit es in dieser Tristesse nicht eingeht. Wenn man das so liest, dann denkt man, ich würde auf dem Friedhof leben und arbeiten, so grau scheint das zu sein. Ich selbst finde mein Leben sehr abwechslungsreich, ich habe einen kreativen Beruf, der mir sehr viel Freude und Bestätigung bringt und ja - ich mag es in meiner Freizeit eher ruhig, im Kreise meiner kleinen Familie. Wir unternehmen viel gemeinsam, fast jeden Tag. Ich mag mich nicht übertrieben schminken wie sie, ich mag schicke, dezente Kleidung, ich mag ordentliche Einrichtung, die nicht überladen ist, und ich mag Gespräche, die Sinn machen und gesunde Ernährung. Oh, ich rauche nicht und ich saufe und kiffe auch nicht. Echt total langweilig...

Ich weiß ncht mehr, was ich machen soll, damit ich endlich in Ruhe gelassen werde. Ich erwarte nicht mal mehr, dass man mich akzeptiert, wie ich bin. Ich will einfach nur meine Ruhe. Und ich will auch nicht, dass mein Kind da hingeht, weil das dort einfach nur...überspannt ist.

Vor allem fühle ich mich so fremdgesteuert, wenn ich da mein Kind hinbringen soll.

Beitrag von simone_2403 17.11.10 - 15:31 Uhr

Dann bring es da nicht hin.Du bist nicht verpflichtet dazu,denn Großeltern können nur dann auf Umgangsrecht pochen,wenn es dem kindeswohl dienlich ist.

So wie du die ganze Situation beschreibst,ist es alles andere aber sicher nicht dienlich.

Als erstes würde ich die E-Mail der Mutter sperren,so kommst du nicht in die Versuchung doch darauf zu antworten.Als nächstes würde ich entweder meine Telefonnummer ändern oder aber zumindest einen Anrufbeantworter anschaffen.Wie J. schon schrieb,anständige Leute sprechen da drauf ;-)

Für all das andere musst du dich vor NIEMANDEN rechtfertigen.Wenn andere meinen dein Leben sei langweilig,nuja,dann meinen die das eben.

Du wirst noch eine Weile damit zu kämpfen haben,auch deine Selbstzweifel werden noch eine Weile an dir nagen.Wenn du aber den Absprung geschafft hast,dann hält dich nichts mehr ;-)

Ich wünsch dir viel Kraft und alles Gute.

lg

Beitrag von alpenbaby711 17.11.10 - 17:33 Uhr

Glaub mir solche Psychobriefchen konnte meine Mutter auch super schreiben. Inzwischen haben wir seit 7 Jahren keinen Kontakt mehr miteinander, meine Eltern und ich. Wenn ich doch mal was mitkriege was sie sich wieder geleistet haben lach ich inzwischen drüber. Dazu hab ich jedoch auch eine Therapie gebraucht. Denn meine Eltern waren sicherlich nicht grundsätzlich schlecht aber es sind viele Dinge gewesen die mein Leben und mich ein Stück weit zerstört haben. Die Vergangenheit hat auch gewaltig meine Zukunft beeinflußt, doch für die jetzige Zukunft bin ich selbst verantwortlich und du hast Verantwortung für deine Tochter finde ich. Gut das du das auch so siehst. Versuch deine Mutter immer mehr zu ignorieren, grenzen zu setzen und diese, egal was kommt durchzuhalten. DAs wird sichelrich noch ein wenig schwer aber auf dem richtigen Weg biste ja schon. Im übrigen hab ich auch einiges bekommen aber ich musste fast auf die Knie fallen wenn ich selbst mal was kritisiert habe bekam ich ewig vorgehalten wie undankbar ich doch sei. Tja ich hätte immer machen müssen was sie sagen und tat ich das nicht war ich die böse Tochter. ABer meine Eltern haben dann mir einen Brief geschickt und stellenweise sogar Kopien an die restliche Verwandtschaft. Im übrigen haben sie da eigentlich auch mit allen Zoff. Du siehst es gibt noch mehr geplagte Leute wie dich, grins.
Ela

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 17:47 Uhr

Hallo Ela,

danke für Deine Zeilen.

Ich habe mich da so sehr darin wieder erkannt in dem, was Du schreibst:

Wenn ich meine Meinung sage, bin ich böse, schlimm, gemein, verletzend.

Wenn ich alles tue, was man mir sagt, dann bin ich die Allertollste, die Beste.

Ich habe letztes Jahr eine Therapie angefangen. Kaum war ich dort, rückte meine Mutter nach. Sie macht jetzt auch eine Therapie beim gleichen Psychologen - weil ich ja so schlimm bin. Sie muss alles, was sie mit mir "mitmacht", verarbeiten. KOmisch - dabei gehe ich so gut wie möglich aus dem Weg, sie rückt aber immer wieder nach. Was gibt es jetzt also zu verarbeiten? Vor einigen Wochen hat sie bei uns angerufen und mitgeteilt, dass sie sich ein Haus im gleichen Ort kaufen will - weil sie uns so vermisst?! Allein die Vorstellung, dass sie hier wohnen will, ist ein absoluter Horror für mich. Ich habe ihr ganz klipp und klar per Mail mitgeteilt, dass ich das nicht wünsche und sie hier nicht willkommen ist.

Erst folgte Schweigen, dann gestern der Brief an meine Tochter, heute diese rotzfreche, böse Mail an mich.

Ich habe vor Wochen meinen Schlüssel für meine alte Wohnung zurück gefordert. Sie weigert sich, ihn herauszugeben. Sie habe Angst vor mir (hä?), und mein Angebot, dass sie den Schlüssel schicken soll, lehnte sie ab: Zu umständlich. Stattdessen wollte sie mir eine Bekannte vorbeischicken, die hier in meiner neuen Wohnung (ich bin umgezogen) kommt, um den Schlüssel abzugeben. Das will aber ich nicht. Dann rief eine andere Frau an und "verlangte", dass ich 30 km weit zu deren Arbeitsstelle fahren soll, um dort meinen Schlüssel abzuholen. Wer bin ich denn???

Mich macht das mürb. Es macht mich krank. Ich weiß keinen Rat mehr.

Ich brauche meinen Schlüssel, weil ich kommende Woche Wohnungsabnahme habe. Es ist ein Schlüssel für eine zentrale Schließanlage, also auch nicht nachzumachen.

Ich bin am Ende mit den Nerven.

Beitrag von alpenbaby711 17.11.10 - 19:50 Uhr

Oh das mit der SChlüsselgeschichte ist scheiße ums direkt zu sagen. Biete notfalls an das sie ihr die Rechnung schicken sollen oder du sonst dafür aufkommst. Im Notfall wird dir nichts anderes übrig bleiben. Das es einen krank macht weiß ich, ich leide unter anderen unter selbstverletzendem Verhalten seit ich 14 bin. Nebenbei wollte mein Vater mit mir mal in den Graben fahren hat er selbst gesagt. Ich weiß noch wann und wo. Dann sagte er auch oft zu mir: Schau mal drüben ist ein Strommast ich geh rauf und stürz mich wegen dir runter. Ich wurde missbraucht, glaubten sie mir nicht ( klar sie liebten den Kerl wie nen eignen Sohn), wobei der Grund dafür schlimmer war als die Tatsache selbst.
Deine Mutter ist offensichtlich wirklich krank und wenn es ein guter Psychologe ist wird er das merken und dahin gehend einwirken. Wenn du aber Befangenheit bei ihm vermutest dann such nen anderen wo du ihr nicht sagst wer es ist. Ich selbst bin vor 11 Jahren, als wir noch Kontakt hatten) weggezogen und diese 300 km, vorher 350, zwischen uns hatte vieles leichter gemacht. Ich konnte endlich mehr frei atmen. Wenn man davon absieht das sie die ersten Jahre fast täglich angerufen haben, manchmal der Vater sogar bis zu 3 mal ( aber nichts wichtig. Einmal sogar nur um mir zu sagen das John McEnroe beim Tennis nen Vogel mit seinem Tennisschläger erwischt hatte), wenn ich sagte ich muss aufs Klo, muss weg oder hab keine Zeit war er zutiefst beleidigt weil ich nicht mal Zeit haben würde mit meinem Vater zu telefonieren. Nebenbei hab ich dann angefangen gegen den Türrahmen zu hauen weil ichs nicht mehr ausgehalten haben. Sie wollten ständig wissen was alles gekostet hat ( wir lebten aber nie über unsere Verhältnisse), und wehe ich sagte es nicht dann waren sie beleidigt. Trotzdem hab ichs nicht immer gesagt schließlich waren ihre Fragen so zwanghaft und sonst was. An sich die Frage ist ja nicht außergewöhnlich.
Wegziehen kannst du ja nicht so einfach, das du verschwindest ins Nirvana. Sie ließen mich sogar verfolgen. Ich hab früher 4 mal versucht mich umzubringen. glaub mir das sind keine Eltern wert.
Ela

Beitrag von schullek 17.11.10 - 11:37 Uhr

nicht jeder mensch kann seine gefühle absolut kontrollieren und sich konsequent von eigentlich geliebten menschen lossagen. und ja, die meisten kinder lieben ihre eltern, egal was passiert ist oder noch passiert. deshalb finde ich es auch unangebracht zu sagen: du bist 36,...
wenn du das so konntest ist das toll für dich. aber wie gesagt, nicht jeder mensch ist gleich, niocht gleich stark, nicht gleich emotional belastbar etc....

lg

Beitrag von juniorette 17.11.10 - 12:01 Uhr

"wenn du das so konntest ist das toll für dich. aber wie gesagt, nicht jeder mensch ist gleich, niocht gleich stark, nicht gleich emotional belastbar etc.... "

Du hast doch keine Ahnung, was der Kontaktabbruch zu meinen Eltern mit mir angerichtet hat.

Trotzdem wäre die psychischen Schäden, die ich ohne diesen Kontaktabbruch erlitten hätte, wesentlich schlimmer als die, die mir der Kontaktabbruch eingebracht haben.

Ich wollte der TE nur einen kleinen (schmerzlosen) Tritt in den Hintern geben, um ihr zu helfen. Glücklicherweise hat sie mich richtig verstanden.

Schließlich hat sie auch eine kleine Tochter, die sie vor so einer (Groß)mutter schützen muss, denn die Tochter kann sich noch nicht alleine wehren. Insofern war meine Erinnerung, dass sie erwachsen ist, durchaus nicht zu hart.
Sollte ich die TE damit verletzt haben, entschuldige ich mich bei ihr!

LG

Beitrag von berry26 17.11.10 - 10:49 Uhr

Hi,

ich gebe meiner Vorschreiberin Recht. Wenn man es mit jemanden zu tun hat, der einen komplett ignoriert, dann wird das Terrorisieren mit der Zeit langweilig.

Im Notfall könnte man sie auch anzeigen, aber ich denke das du es so ganz gut hinkriegen wirst.

LG

Judith

Beitrag von nightwitch 17.11.10 - 10:54 Uhr

Hallo,

ihre Mails in den Spamfilter packen - oder wenn es einfach zu bewerkstelligen ist: Emailadresse löschen (weiß ja nicht wo du die sonst so angegeben hast).

Telefonanrufe nicht beantworten, Tür nicht öffnen, nicht zu ihr hinfahren. Fertig.

Kapitel abschließen und neues anfangen - ohne Mutter. Wenn die Familie hinter ihr steht, sich auch von denen trennen. Hört sich im ersten Augenblick hart an, weil man da unter Umständen auf einem Schlag einen Haufen "Leute" verliert, aber glaub mir: hinterher lebt es sich einfacherer. Wir haben uns vor ca 2 Monaten auch von so einigen Leuten aus dem engeren Freundeskreis getrennt, weil wir einfach keinen Bock mehr auf die Spielchen hatten (Lästereien, hinterm Rücken-Gerede, Ausnutzen, gegenseitiges Ausspielen usw). Man lebt echt befreiter und hat mehr Kraft sich evtl. was neues zu suchen.

Die meisten meinen zwar noch: aber es ist doch Familie - aber ernsthaft: eine Familie die sich hinter einer so kranken Person stellen, möchte ich nicht mehr als Vertraute und Familie haben.


Gruß
Sandra

Beitrag von sunshine1176 17.11.10 - 10:54 Uhr

Hallo Sarosina,

lass dich mal aus der Ferne drücken! Ich stelle es mir schlimm vor, wenn man so eine Familie hat! Leider kann ich dir nicht wirklich helfen, sondern mich nur meiner Vorschreiberin anschließen!

Stell es so ein, dass ihre Mails direkt gelöscht werden, dann musst du den Schrott nicht mehr lesen und an dich heran lassen!

Ich mache es grundsätzlich so, dass wenn es bei mir klingelt und ich niemanden erwarte, dann mache ich gar nicht auf. Bzw. ist eigentlich fast immer die Klingel ausgestellt.

Wenn mich jemand ohne Nummer anruft, gehe ich nicht dran. Wenn es eine ungekannte Nummer ist, gehe ich auch nicht dran und wenn es eine Nummer ist, die ich kenne und nicht mag (z.B. meine Schwiegermutter), dann gehe ich erst recht nicht dran.

Auch wenn es schwer ist, aber brich den Kontakt ab. Reagiere auf nichts mehr von ihr und versuch über den Dingen zu stehen! Du bist mehr als erwachsen und solltest dich nicht so behandeln lassen (müssen)! Ehrlich nicht! Das hat niemand verdient!

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass sich die Situation bald auflöst!

LG sunshine

Beitrag von danat 17.11.10 - 20:06 Uhr

Hallo,

du hast ja schon einige bestärkende Antworten bekommen. Ich finde auch, dass du -nur aufgrund der genetischen Verwandtschaft- zu nichts verpflichtet bist, wenn dich deine Mutter so massiv unter Druck setzt.

Du musst keinen Kontakt haben und auch dein Kind muss das nicht.

Ich wollte dir noch folgenden Tipp geben: in vielen Städten gibt es Beratungsstellen, die Angehörige von psychisch Kranken beraten und unterstützen. Denn das ist wirklich eine massive Belastung und ab und zu braucht man jemanden der einen den Rücken stärkt und auch den ein oder anderen guten Rat geben kann, wie man auf das Verhalten psychisch Kranker reagieren sollte, um z.B. übergriffiges Verhalten besser abzuwehren. Oft über AWO, Diakonie oder Caritas. Vielleicht findest du bei Google etwas in deiner Stadt > psychosoziale Beratungsstelle. Du könntest auch bei deiner Stadtverwaltung, beim sozialpsychiatrischen Dienst nachfragen, wo solch eine Beratung angeboten wird (manchmal bieten die das auch direkt an), die kennen sich auch gut aus, wer vor Ort helfen kann.

Wünsch dir viel Kraft.

Liebe Grüße, Dana.

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 20:20 Uhr

Liebe Dana.

Danke für Deinen Hinweis. Ich habe heute mittag bereits in der Tat beim sozialpsychiatrischen Dienst angerufen. Ich bin vor 4 Wochen umgezogen, zu meinem Lebensgefährten, kenne ich hier noch nicht so gut aus, habe aber über Internet eine passende Adresse gefunden.
Morgen will man mich zurückrufen, wegen eines Beratungstermins. Allerdings wird das wohl nichts vor Weihnachten, teilte man mir mit.

Parallel dazu habe ich mich nach einem neuen Psychologen umgeschaut, da der alte ja auch von meiner Mutter aufgesucht wird und ich es nicht ertrage, wenn wir uns dort quasi die Klinke in die Hand geben.

Ich habe schon mit der Krankenkasse Kontakt aufgenommen und meinen Wunsch zu wechseln vorgetragen, weil ich Befangenheit fürchte. Ich muss den Vorfall jetzt noch schriftlich einreichen, dann wird ein Wechsel stattfinden können.

Ich brauche wirklich dringend Hilfe, habe ich festgestellt. Mir geht es körperlich sehr schlecht und fühle mich, als stehe ich unter Strom.

Ich fühle mich so belastet, dass ich denke, keine Luft mehr zu kriegen. Es ist einfach grauenhaft. Zumal ich ja noch ein Kind habe und einen Job, der mich beansprucht. Ich kann heute kaum klar denken und mich holt wieder so vieles ein...

Und vor allem diese Schizophrenie macht mir zu schaffen: Heute bekam ich ein großes Lob für meine Arbeit; ich habe eine mir gestellte Aufgabe mehr als perfekt gemeistert und man bat mich, den Folgeauftrag auch zu übernehmen. "Uns allen hat Ihre nette Art und Ihr freundliches Wesen gefallen", sagte man mir heute. Zwei Stunden vorher hatte ich diese bitterböse Mail von meiner Mutter bekommen: "Ich bin ent-täuscht von Dir, denn alles, was Du kannst, ist täuschen." Ich verstehe das alles nicht.

Vor allem nochmal die Frage: Wenn ich so schlimm, so schrecklich bin - warum lässt sie mich dann nicht einfach in Ruhe??? Soll sie doch froh sein, wenn ich weg bin. Zumal ihr Arzt ihr angeblich sogar dazu geraten hat, sich von mir zu distanzieren, weil ich sie ja krank mache...

*seufz* Und jetzt klingelte gerade wieder mal das Handy, mit unterdrückter Nummer...als ich ranging (es ist mein Geschäftshandy; ich bin freiberuflich tätig und brauche es), legte man auf.



Beitrag von danat 17.11.10 - 21:04 Uhr

#liebdrueck du Arme, das hört sich wirklich sehr schlimm an.
Und das klingt auch, als ob ihr räumlich recht nah beieinander seit (trotz dem Umzug zu deinem Freund). Konnte der sozialpsychiatrische Dienst erstmal Gespräche übernehmen um dich zu stabilisieren?

Ich finde es komisch, dass dein Therapeut euch beide als Patienten angenommen hat. Das kenne ich so nicht. Da verweist man eigentlich lieber an einen Kollegen.

Gibt es ein paar Kleinigkeiten, die dir jetzt helfen könnten, dich wieder etwas zu erden? Vielleicht kannst du dir etwas Gutes tun - auch wenns nur ne Kleinigkeit ist. Ein warmes Bad mit Entspannungsduft, dein Lieblingseis. Oder mach etwas Schönes mit deinem Kind (z.B. Schokoladen-Früchte-Fondue). Mir helfen Waldspaziergänge immer richtig gut (bei schlechtem Wetter sogar besonders). Zweifel nicht an dir selbst. Nimm all die anderen (positiven) Rückmeldungen aus deiner Umwelt ernst.

Deine Zweifel haben ja wahrs. einen langen Ursprung und eine lange Geschichte, denn die Rückmeldungen, die du als Kind von deiner Mutter erhalten hast, waren sicher auch damals schon sehr ambivalent und verunsichernd. Mach dir das bewusst ... und grenz dich davon ab. Jetzt bist du erwachsen, nicht mehr auf deine Mutter angewiesen. Auch wenn du es vermisst eine sorgende, liebe Mutter zu haben - du kannst jetzt selbst für dich sorgen und dich selbst wertschätzen.

Viele liebe Grüße, Dana.

P.S. Auch an dein Geschäftshandy könnte doch (v.a. abends) erstmal die Mailbox gehen, oder? Und du rufst zurück.

Beitrag von danat 17.11.10 - 21:14 Uhr

Sag mal, ... ich hoffe, du liest dir diese absurde Mail nicht immer wieder durch? Löschen! Oder: Ausdrucken, löschen, verbrennen - wäre eine Möglichkeit.

Beitrag von sarosina1977 17.11.10 - 21:32 Uhr

Liebe Danat.

Danke für Deine Anteilnahme. Und nein - ich lese mir das nicht immer wieder durch. Ich habe das Ding nur ein mal gelesen, als es kam. Und nicht mal gründlich, nur überflogen, und das, was hängen blieb, war so absurd - da fällt einem nichts mehr dazu ein.

Ich möchte die Mail ausdrucken und aufbewahren, für die Therapie. Denn ich denke, dass es wichtig ist, anhand solch eines "Stoffs" therapeutische Grundlagenarbeit zu leisten.

Wegen des Handyhinweises: Weißt Du, das Handy ist für mich ein wichtiges Arbeitsmittel, über das ich einen Großteil meiner Aufträge bekomme, auch abends. Ich arbeite derzeit an einem großen Projekt mit, erwarte immer wieder Rückrufe, und da ich es oft mit Künstlern zu tun habe und die eher zu unkonventionellen Arbeitszeiten arbeiten - so wie ich auch (ich arbeite jetzt gerade auch nebenher am PC), kommt es eben vor, dass auch mal abends das Handy klingelt. Ich finde das nicht schlimm, es gehört zu meinem Arbeitsalltag und eine Mailbox habe ich nicht mehr an, weil ich mich darüber ärgerte, fürs Abhören zu bezahlen, auch wenn nur jemand aufgelegt hat.

Und irgendwie sträube ich mich dagegen, mein mir mühsam aufgebautes Kontaktenetz, das ich für meine Arbeit brauche, kaputt zu machen oder nicht zu pflegen, nur weil meine Mutter es missbrauchen will wie vieles anderes auch. Vielleicht war das ja aber gar nicht meine Mutter - sondern nur einer ihrer befreundeten Ufo-Forscher, mit denen sie sich auf 2012 vorbereitet - das Jahr, in dem die Erde untergehen wird. Und nur sie und andere gute Menschen werden überleben. Ja, Tatsache.

*seufz*

Beitrag von danat 17.11.10 - 21:59 Uhr

Ok, kann das alles gut nachvollziehen. Dann pass dabei aber gut auf dich auf. So lang es für dich ok ist, ... klar, geh ans Telefon. Wenns in einem Moment mal nicht geht, dann kannst du den entgangenen Anruf wahrs. verschmerzen (späterer Rückruf, etc.).
Kann man nicht auch verschiedene Nummer sperren lassen? Das die einen nicht anrufen können? Ich glaube, sowas gibt es. Vielleicht kann dir dein Telefonanbieter dazu etwas sagen.

Find es schön, dass du grad viele positive Dinge aufgezählt hast, die du dir selbst erkämpft hast. Und in dieser Welt hat deine Mutter keine Macht - da erlebst du deine Kompetenzen und Erfolge. Sich darauf zu orientieren, gibt dir hoffentlich schon wieder ein kleines bisschen Kraft und Selbstvertrauen zurück. Und sei ruhig wütend und stinksauer auf deine Mutter ... das ist besser als sich in Enttäuschung und Selbstzweifel stürzen zu lassen. Wütend sein hat etwas bewältigendes (für mich zumindest). Erst traurig, dann wütend, dann abschließen.

#liebdrueck

Beitrag von castorc 19.11.10 - 17:40 Uhr

Ich kann nur sagen, dass es mir viel besser ging nachdem ich mich damals entschloss den Kontakt zu meiner Mutter komplett abzubrechen.
Ein dicker und entgültiger Schlussstrich kann sehr befreiend sein.