Späte Auffälligkeiten bei Läsion im Frontallappen

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von olivia76 17.11.10 - 10:27 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist knapp 3 und hat aufgrund einer schweren Meningitis und Enzephalitis eine relativ große Läsion im rechten Frontal-/Parietallappen. Bisher lief alles gut. Die prophezeite spastische Parese konnten wir mit eisernem Vojta-Training umgehen (oder vielleicht hat sein Gehirn das auch allein geschafft -keine Ahnung), und auch ansonsten sind sich alle (SPZ, Neuropädiater, Kinderarzt) einig, dass er sich wider Erwarten ganz prächtig entwickelt hat. Die Testung der kognitiven Leistungen war vor einem Jahr unauffällig.
Deshalb wurden auch vor knapp einem Jahr die regelmäßigen Kontrollen im SPZ und in der Kinderklinik eingestellt.

Nun zum Problem: Mein Mann und ich haben in letzter Zeit zunehmend ein ungutes Gefühl, was seine kognitive Entwicklung angehet. Wir können es auch garnicht genau benennen, es ist wohl vielmehr die Angst, dass er doch nicht so glimpflich davongekommen ist. Von Arztseite hören wir nur, dass eben immer mit Auffälligkeiten gerechnet werden muss, insbesondere auch mit der Entwicklung höherer intellektueller Fähigkeiten.

Wer kennt dieses "Warten" auf Probleme? Wie seid Ihr damit umgegangen?
Eigentlich waren wir über diese beschissene Defizitsuche schon seit über einem Jahr hinweg. Das wollen wir auch nicht. Wir wollen unser Kind ganz normal aufwachsen lassen. Aber wir wollen eben auch nichts übersehen.

Ich freue mich auf Eure Antworten!

O.

Beitrag von barzoli 17.11.10 - 11:45 Uhr

Hallo,

ich kenne das Warten auf Probleme auch nur zu gut.
Ich habe für mich rausgefunden, dass es keinen Sinn macht, das Kind ständig diesbezüglich im Blick zu haben.
Ich habe gemerkt, dass ich mir dann einfach zu viele Gedanken mache wie zB. sollte sie das oder das nicht schon besser können......und sie dann auch damit nerve.....

Bei unserer Tochter sind aufgrund einer Klein und Stammhirnbestrahlung massive defizite in der kompletten Entwicklung zu erwarten.

Wir werden es so handhaben, dass wir einfach regelmäßig mit ihr zur Testung gehen um nichts zu verpassen. Bei Kindern in dem Alter stellen sich Probleme einfach erst im Laufe der Entwicklung dar.

Dein SOhn ist auch noch sehr klein und es stehen noch jede Menge Entwicklungsschritte in allen Bereichen an, wenn ihr ein ungutes Gefühl habt dann besteht auf einen Test!

Grüsse
Barzo

Beitrag von olivia76 18.11.10 - 09:49 Uhr

Hallo!

Vielen Dank für Deine Antwort!

Ja, so sehe ich das eigentlich auch, bzw. so sind auch meine Erfahrungen. Die ersten zwei Jahre waren wir ständig unter Beobachtung und wurden ständig befragt. Wir haben eigentlich auch ganz gut gelernt, damit umzugehen. Ich nehme mal an, solche unguten Gefühle bzw. Phasen werden uns wohl doch noch immer mal wieder die nächsten Jahre begleiten.

Nochmal Danke für Deine Antwort
und alles Gute für Euch,
O.