Brauche dringend eure Hilfe!

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von regenbogen83 17.11.10 - 11:41 Uhr

Hallo, ich bin am verzweifeln und brauche mal bitte eure Hilfe.

Im Januar 2008 hab ich mich von meinem Ex getrennt. Unsere gemeinsame Tochter war da 2,5 Jahre alt. Am Anfang ging das mit Selbstmorddrohungen, Drohungen das Kind wegzunehmen und dem ganzen scheiß einher. Juline hat da auch viel mitbekommen.

Im Juni 2008 hab ich meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Im August 2008 hat mein Ex seine jetzige Frau kennen gelernt.
Ab da ging es steht’s bergauf. Mein Ex hat die kleine regelmäßig jedes 2. we genommen und 2 mal für eine Woche mit in Urlaub. Das lief soweit alles ganz harmonisch. Wir haben uns erziehungs- technisch gut verstanden und so ziemlich alles miteinander abgesprochen...

Im November 2009 die Scheidung. Im Dezember 2009 bekamen mein Ex und seine Freundin ihr 1. Kind, im Januar 2010 haben die beiden dann geheiratet.
Und da ging’s dann auch mit den Problemen los. Juline wollte nicht mehr zu ihrem Papa, laut ihrer aussage drehte sich alles ums baby, sie musste ihr Zimmer teilen, keiner hätte zeit für sie, sie müsse immer alleine spielen usw...

Seit ende 2008 leben wir mit meinem Freund zusammen. Den hat sie am Anfang öfters mal mit Papa angesprochen. Wir haben ihr aber erklärt dass der Jörg (mein Freund) nicht ihr Papa ist, sondern der Uwe (mein EX) der Papa ist. Das Thema war dann auch nach 2 mal gegessen.

So vor 4 Monaten hab ich dann gesagt bekommen das mein ex mit der neuen Familie umzieht. 300 km weit weg. Und das er Juline dann nur noch alle 6-8 Wochen holt aber dann wochenweise und die hälfte der Ferien. Ich wollte aber nicht das Juline im KIga alle 6-8 Wochen eine Woche fehlt, sie machen im Kiga mit den Schulanfängern Projekte wo sie sich 3 mal die Woche für 30-45 min treffen. Ich wollte nicht dass sie da ständig fehlt, weil ich das auch für Wichtig halte.

Also war die Regelung alle 4-5 Wochen für ein we und die hälfte der Ferien. Wir hatten ausgemacht dass Er Juline 2-3 mal die Woche anruft um mit ihr zu sprechen. (in den Herbstferien wollte er sie eine Woche holen, hat aber einen tag vorher ne sms geschrieben das er krank ist und Juline nicht holt)

Nunja lange rede Kurzer sinn... er ist zum1.10. umgezogen. Die letzten 4 Wochen davor hat er Juline 2 mal für 3 std geholt weil er im Umzugstress war und keine zeit für sie hatte...

In den letzten 7 Wochen hat er sich 3 mal für 2 min gemeldet um mit seiner Tochter zu sprechen...
Keine nachfrage ob es was Neues gibt, oder so sondern nur "ich hab dich lieb, und ich bin viel am arbeiten und ich weis noch nicht wann ich es schaffe dich zu holen!"

Seit 2 Monaten zahlt er auch keinen Unterhalt mehr. letzte Woche hat er mir erzählt das er bei dem neuen AG erst am 15 lohn bekommt und das er ja viel weniger verdient und das es deshalb keinen Unterhalt mehr gibt... (Er hatte hier einen gut bezahlten Job mit geregelten Arbeitszeiten, hat ein 13+14 Monatsgehalt bekommen und Urlaubsgeld)

Das ganze läuft natürlich über einen Anwalt. Jetzt bekamen wir ein schreiben von seinem Anwalt... Sein Anwalt FORDERT uns auf ihm schriftlich zu versichern das wir den Unterhaltstitel nicht vollstrecken werden...

Ich könnt echt kotzen...

Man merkt das Juline zwischen den Stühlen steht. Sie weis das sie einen Papa hat und fragt auch öfters wann sie mal wieder zu Papa darf. Ich sage dann nur noch das sie zu Papa darf, sobald der Papa zeit für sie hat und sie holt. Sie nennt meinen Freund jetzt immer öfters Papa oder Zweitpapa. Sie hat gefragt ob sie den Jörg Papa nennen darf, wir haben ihr die Entscheidung gelassen. Wenn sie Jörg mit Papa ansprechen will ist es ok, und wenn sie ihn einfach weiter Jörg nennt ist auch ok. Die Papapost vom Kiga hat sie freudestrahlend dem Jörg gegeben. Er macht wirklich viel für sie, er war zum Laternen bastelt mit ihr im kiga, er geht mit ihr schwimmen oder in die Spielplatzhalle wenn ich samstags arbeiten muss. Er bringt sie in den kiga wenn ich Frühschicht habe oder holt sie vom kiga ab wenn ich bis 22 Uhr arbeiten muss.
Er lacht und albert viel mit ihr, sie lesen zusammen und solche sachen eben.

Jedes Mal wenn der Papa denn mal für 2 min anruft um mit Juline zu telefonieren ist sie danach total durch den Wind, sie will dann nicht mit Jörg kuscheln oder ihm gute Nacht sagen, sie hört auf nichts mehr sie macht nachts wieder ins bett und solche sachen.

Wir sind echt ratlos. Wie soll das weitergehen. Juline ist jetzt fast 5,5 Jahre alt. Ich bin am überlegen ob ich dem Papa einfach das telefonieren mit seiner Tochter verbiete. Ob das allerdings gut für mein Kind ist weis ich nicht. Ich bin mir so Unsicher was ich machen soll. Ich will doch nur das Beste für mein Kind, aber WAS ist denn das Beste???

Hoffe hier kann mal jemand seine Meinung dazu abgeben, sofern ihr es bis hier runter geschafft habt zu lesen…

Danke schonmal
LG Janette

Beitrag von parzifal 17.11.10 - 12:28 Uhr

Wenn der Vater sich nicht treffen will kannst Du wohl wenig machen.

Das Telefonieren zu verbieten halte ich aber für ein Pulverfass. Dies solltest Du nur öffnen, wenn es wirklich angebracht ist. Hierzu müsstest Du also vorher kompetenten Rat einholen.

Es gibt keinen Grund eine Erklärung abzugeben, dass Du auf die Vollstreckung verzichtest. Warum auch?

Dein Ex soll nachweisen, wie hoch sein Einkommen derzeit ist und weshalb es notwendig gewesen sei, sein Einkommen so herunterzuschrauben.

Dann kannst Du prüfen (lassen), ob der Grund allgemein gerechtfertigt ist.

Beitrag von kruemlschen 17.11.10 - 12:48 Uhr

Hallo Janette,

bzgl. der Unterhaltsgeschichte hast Du ja bereits einen Anwalt und der wird wohl hoffentlich die Forderung Deiner Tochter durchsetzen ohne dem Gejammer des Vaters Beachtung zu schenken.

Bzgl. dem Rest würde ich an Deiner Stelle zunächst versuchen mit dem KV zu sprechen. Versuche ihm sachlich und ruhig die Situation Eurer Tochter näher zu bringen, sag ihm welche Auswirkungen sein Verhalten bei Eurer Tochter hat und zwar möglichst ohne Vorwürfe, einfach nur die Fakten.
Dann würde ich ihn bitten sich Gedanken darüber zu machen wie er künftig mit der Situation umgehen möchte und das dann in einem späteren Gespräch gemeinsam zu besprechen.
Schlag ihm auch ein Mediationsgespräch bei einer neutralen Stelle (JA oder Familienberatungsstelle) vor.

Außerdem solltest Du dringend mit Deiner Tochter sprechen. Sag ihr unbedingt, dass es vollkommen ok ist alle beide "Papas" gleichermaßen zu lieben, dass sie deswegen kein schlechtes Gewissen haben muss und dass sie Euch ihre Gefühle immer ehrlich mitteilen darf, z.B. wenn sie kurz nach einem Telefonat mit Papa Uwe nicht mit Papa Jörg kuscheln möchte, weil sie in dem Moment lieber zu Uwe möchte.

Du wirst den KV nicht zwingen können sein Verhalten zu verändern, da kannst Du nur hoffen und meist ist es ja leider doch so, dass das Interesse von Vätern an ihren Kindern geringer wird wenn die Entfernung größer wird.
Deine Tochter wird sich an den Zustand gewöhnen und irgendwann wird sie ihrem Vater vermutlich selbst am Telefon sagen dass sie keine Lust mehr auf seine "Pflichtanrufe" hat.

Wichtig ist, dass Du Deiner Tochter zu hause ein stabiles Umfeld schaffst und ihr klar machst, dass sie sich für ihre Gefühle nicht zu schämen braucht und immer zu Euch kommen kann.

Ich wünsche Euch alles Gute.

VG K

Beitrag von silbermond65 17.11.10 - 12:51 Uhr

Laß die Kleine weiterhin mit Papa telefonieren.Scheint ja das einzige zu sein was sie momentan von ihm hat.

Sein Anwalt FORDERT uns auf ihm schriftlich zu versichern das wir den Unterhaltstitel nicht vollstrecken werden...

Warum solltest du das machen? Dein Ex hat anscheinend mutwillig mit dem Umzug seinen Verdienst runtergeschraubt,also muß er normalerweise nach Titel zahlen.
Wenn es keinen wichtigen Grund für diesen Umzug gab,würde ich sehr wohl vollstrecken lassen.

Beitrag von racheldani 18.11.10 - 09:47 Uhr

Hallo, ich kenne die Situation, und will auch das beste fürs Kind. Also ich denke das der Kontakt zu Papa wichtig ist. das beste wie du dich verhälts ist wichtig. du solltest offen sein, viel liebe geben, mit ihr auch reden, und ihr auch sagen das es so ok ist. sie muss ja nicht mit jörg dann, er soll auch zeigen das er es so akzeptiert, denn es ist ihre art die situation zu verarbeiten. jörg sollte als ihr bester freund anzusehen sein. so würde ich den neuen parntner nen. dein bester freund, hiflt und stehtzu dir. egal papa oder nicht. mit dem telefonat könnte man den vater fragen ob evtl die tochter ihn anrufen kann wann sie mag. denn dann kann sie sich die situation raussuchen und entscheiden sofern es geht. und ganz gut wäre wenn auch der vater gut zureden und alles gut und ok ist was die tochter macht.. bezüglich jörg und ihren verhalten. dem vater etwas in gewissen reden, also auf der emotionalen basis das die tochte rihn vermisst und er doch sich bisl mehr kümmert auch wenn sie bei ihm ist. .... sie lernt damit um zugehen und mach dir da keine sorgen. ich glaube sie können gut trennen und weiss wer papa ist und wer bester freund... sie ist ja so fast aufgewachsen.. wichtig ist das du ausgeglichen bist und glücklich und diesses glück weitergeben kannst:-)

Beitrag von starshine 18.11.10 - 16:58 Uhr

Puh.... waum zieht man 300 km weit weg um weniger zu verdienen und unregelmaessig zu arbeiten.... aber egal - ich wuerde sicherlich pruefen lassen, wie viel er denn verdient, denn das wuerde ich so nicht glauben. Also Titel vollstrecken und seinen Verdienst feststellen lassen.

Ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass Juline weiss, dass es voellig ok ist beide Papas zu lieben und dass sie damit keinem unrecht tut. Ich glaube, das denkt sie und fuehlt sich im Zwiespalt. Das muss unbedingt aufhoeren! Ich denke das koennte auch Ursache dafuer sein, dass sie nach den Anrufen so stark reagiert - sie weiss gar nicht, wie sie ihre Gefuehle kanalisieren soll.

Er sollte ganz klar mit einem Vorschlag kommen, wie er den Umgang so gestalten kann, dass weder Kiga noch sonstiges Familienleben darunter leidet.