Teilleistungsschwäche (sorry lang)

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Beitrag von wenckal 17.11.10 - 17:04 Uhr

Hallo zusammen,

es geht um meinen Sohn. Er ist im September in die erste Klasse gekommen. Im Oktober hat er seinen 7. Geburtstag gefeiert. Schon nach nur 3 Wochen Schule hat mich die Lehrerin um ein Gespräch gebeten. Sie hatte das Gefühl das Nik sich unwohl fühlt und sich schlecht konzentrieren kann. Auch zu den Mitschülern fand er nicht so richtig Anschluss. Zuhause habe ich davon nichts gemerkt er hat seine Hausaufgaben gemacht und wenn ich fragte wie es ihm in der Schule geht, sagte er nur:"gut"! Habe mich von da an wöchentlich mit der Lehrerin getroffen. Sie sagte es wird immer schlimmer. Er weint bei der kleinsten Ermahnung und hätte massive Probleme beim Lesen. Z.B. kann er nicht sagen, ob das Wort Oma mit O oder A anfängt! Kurz nach dem Gespräch hat Nik sich auch mir gegenüber geöffnet, ist in Tränen ausgebrochen und war völlig aufgelöst. Er sei der schlechteste in der Klasse und das wäre so schlimm für ihn er könne gar nichts und das mache ihn traurig. Habe ihn in den Arm genommen und getröstet und ihm versichert dass seine Lehrerin mir bestätigt hat dass er sehr intellgent wäre, vorallem in Mathe wäre er sehr gut und er hätte ein sehr großes Allgemeinwissen. (Hat sie wirklich gesagt).

Wir leben in Österreich und hier gibt es neben der 1. Klasse auch noch eine Vorschulklasse, für Kinder die noch nicht ganz reif für die 1. Klasse sind aber schon schulpflichtig sind. Hier wird mehr Wert auf den Sozialen Umgang gelegt und den Kindern langsam der Schulalltag näher gebracht. Ohne Hausaufgaben etc... Habe meinen Sohn, in Absprache mit der Lehrerin und der Direktorin, jetzt in diese KLasse gegeben, um ihm zunächst den Druck zu nehmen. Dennoch steht demnächst der Test wegen Teilleistungsschwäche an. Jetzt frage ich mich was genau das ist. Habe mich im Netz umgeschaut und offenbar kann das alles mögliche sein ADHs, ADS, LRS Legasthenie etc.... weiß jemand wie so ein Test abläuft?
wenn jetzt eine solche Teilleistungschwäche diagnostiziert wird, wie geht es dann weiter?

Vielen Dank für Eure Antworten!

P.S Hatte ganz vergessen zu erwähnen das mein Mann schwerer Legastheniker ist!

Beitrag von seluna 17.11.10 - 18:23 Uhr

Hallo,
das dein Mann Legasthniker ist, hast du hoffentlich weitergegeben?

Bei uns war es u.a ein IQ test der gemacht wurde, dazu ein Schreibtest, die persönliche Beobachtung.
Dabei kam raus, das mein Sohn einen sehr guten IQ hatte und sein IQ nicht seiner Leistung entsprach.
Dann hies es Teilleistungsschwäche Legasthenie.

Wichtig ist, das das kind nicht unter druck gesetzt wird, das er nicht zu hören bekommt was er nicht kann und er den Rückhalt bekommt, den er benötigt.

Habt ihr mal sein Gehör untersuchen lassen? Das wäre auch angebracht.
Vielleicht hört er die Buchstaben gar nicht richtig und kann sie deshalb nicht einordnen.

Mein Sohn ist jetzt 11, 5 klasse.
Er liest sein einem guten halben Jahr erst und ich finde das ist völlig o.k




Beitrag von delfinchen 17.11.10 - 21:10 Uhr

hallo,

legasthenie ist wohl erblich bedingt und es haben rund 3% der bevölkerung.
bei uns in bayern läuft die überprüfung so ab:
1) kinderarzt bestätigt, dass auf der 4. hirnachse organisch alles ok ist.
2) kinderpsychologe oder schulpsychologe (zweiterer scheint mir sinnvoller, das sonst eventuell zweimal getestet wird, wenn die schulen das attest nicht anerkennen sollten) führt ein iq-test und einen rechtschreibtest durch.
3) klassenlehrer schreiben eine stellungnahme und legen diktate/ probearbeiten in sachfächern/ aufsätze vor.

weichen dann die leistungen im diktat/ lesen erheblich von denen des iq-tests ab (ist die leistung in diesen berechen als der iq schließen lässt), dann geht man von einer legasthenie aus.
dabei kann es dann eine kombinierte lese-rechtschreibstörung geben oder beide störungen können isoliert vorliegen. oder eines ist ne störung, das andere ne schwäche.
das attest des schulpsycholgen legt dann den nachteilsausgleich fest und gibt dem lehrer anweisungen zur förderung des kindes.

beim übertritt in eine weiterführende schule wird alles nochmal getestet. bei der schwäche wird dann wiederum alle zwei jahre überprüft, ob sie noch vorliegt. die störung gilt dann das ganze "schulleben".

wie gesagt, so läuft es in bayern. habe allerdings gelesen, dass deutschand das einzige land ist, dass auch die schwäche anerkennt, in allen anderen ländern gibt es wohl nur die störung.

viele grüße und alles gute - soltest du noch was wissen wollen, kannst du mir gerne eine pn schicken.


delfinchen

ps: er kann eventuell auch eine verarbeitungsschwäche haben, wenn er den anfangsbuchstaben nicht hören kann. das sind llerdings dinge, die schon im kindergarten auffallen sollten, da anlaut/ inlaut/ endlaut - zumindest hier - bestandteil des schuleignngstests sind.

ads/ adhs hätte weitere merkmale, die du wahrscheinlich schon festgestllt hättest oder auf die dich jemand im kindergarten oder in der schule angesprochen hätte.

das wars jetzt aber :-D



Beitrag von zanadu01 18.11.10 - 07:49 Uhr

Ist im Kindergarten schon etwas aufgefallen? Geht ihr zur Ergotherapie? Die untersuchen bei uns ziemlich viel. Bei meinen Sohn waren es 10 Stunden zur Diagnose. Da kam auch raus das er eine Hörverarbeitungsstörung hat.
Jetzt in der dritten Klasse ( worde auch noch eine LRS) festgstellt.
Freu dich, wenn sie etwas feststellen, mein Sohn ist jetzt von den Noten befreit und schreib seine KLassenarbeiten alleine.
Bei einer LRS und Legastnie muß das Kind ganz anderes gefördert werden.
Da nützt das normale Üben überhaupt nichts.