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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sany1978 18.11.10 - 08:22 Uhr

Guten Morgen

Darf, ich hier mal jammern? Vielleicht habt ihr ja ein paar aufmunternde Worte für mich ;-)

Als wir uns für Kinder entschieden haben, wußten wir, dass es nicht einfach werden wird. Meine Eltern wohnen gut eine Autostunde von uns entfernt. Dazu kommt, dass meine Mutter krank ist, nicht lange im Auto sitzen kann, meine Kinder nicht hochheben kann etc. Mein Vater ist mit Haushalt und Job total ausgelastet und zur Zeit auch nicht mehr der fitteste. Mein Mann hat seine Eltern schon in jungen Jahren verloren. Geschwister haben wir beide keine.
Meine Verwandschaft wohnt sehr weit weg, es besteht kein Kontakt. Der Patenonkel (letzter Verwandter mütterlicherweits) meines Mannes wohnt bei uns im Ort und ist kinderlos. Hat aber mehr Interesse an den Kindern von Bekannten als an unseren. Die restliche Verwandschaft meines Mannes wohnt ca. 10km entfernt auf einem Bauernhof. Sein Onkel und seine Tante haben viele eigene Enkel und durch die Arbeit auf dem Hof ohnehin viel zu tun.
Wir sind eigentlich immer willkommen, wenn wir vorbei kommen, aber von sich aus melden sie sich nie, auch nicht telefonisch. Nicht mal zum Geburtstag meines Mannes #heul

So, beim großen haben wir lange überlegt und dann beschlossen, drei befreundete Paare zu seinen Paten zu machen. Ein riesengroßer Fehler :-(. Die einen haben Probleme ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen (Trennung, dann wieder zusammen, Trennung usw.), die anderen hatten vor lauter eigenen Verwandschaftsbesuchen nur noch wenig Zeit, haben kurzfristig abgesagt oder sich einfach mal "totgestellt" um dann plötzlich wieder vor der Tür zu stehen #aerger.
Zu seiner 3. Patentante besteht ein guter, wenn auch nur sehr spärlicher Kontakt.
Beim Kleinen dachten wir, komm wir machen es besser und nehmen die Cousine meines Mannes, die auch auf dem Hof lebt. Und ne gute Freundin. Seit dem Geburtstag meines Kleinen herrscht haben wir von ihr aber auch nix mehr gehört :-(. Habe zwischendurch mal ihren Mann beim Einkaufen getroffen, und er war freundlich und gesprächig wie immer, auch beim Geburtstag war alles harmonisch

Ich habe keine Lust mehr, allen hinterher zu laufen :-(. Mein großer fragt oft, warum er keine Onkel/Tante, zweite Oma/Opa hat. Man merkt mittlerweile deutlich, dass er es vermisst. Auch mein Mann und ich kommen langsam an unsere Grenzen. Er ist den ganzen Tag am arbeiten und muß mir abends die Kinder abnehemn, damit der Haushalt nicht komplett liegen bleibt. Ich habe seit über 14 Monaten nicht mehr länger als 2-3 Stunden am Stück nachts geschlafen. Mein Kleiner schläft nicht durch, wacht nachts mehrmals schreiend auf und trinkt auch noch eine Flasche nachts (laut Kia aber alles normal). Der Große kommt zu kurz, weil man nur noch selten etwas mit ihm alleine unternehmen kann. Es fehlt einfach die Zeit und die Kraft. Auch er ist gerade total schwierig. Er ist aber auch sehr sensibel.

Babysitter können wir uns nicht leisten, außerdem hängt mein Kleiner sehr an mir und läßt sich nachts z.B. nicht mal vom papa beruhigen.

Ihr seht, bei uns ist alles sehr verfahren. Wir tun unser bestes um unsern Kindern eine schöne Zeit zu ermöglichen. Wir als Paar kommen schon lange zu kurz.

Ich hätte noch viel ausführlicher schreiben können / müßen, abe rich denke, hier ist das wichtigste enthalten. Ansonsten fragt einfach nach, gerne auch per PN.

Vielleicht geht es ja jemandem ähnlich oder ihr habt einfach so Tipps für mich/uns.

#danke fürs lesen

LG Sany

P.S. Dazu kommt noch, dass meine Mama panische Angst vor Krankheiten hat und meine Kinder oder wir mindestens ne Woche gesund sein müßen, damit wir zu Besuch kommen können :-(

Beitrag von pumukel75 18.11.10 - 09:21 Uhr

Sorry wenn ich gleich ganz direkt werde, aber was machst du tagsüber, wenn dein Mann arbeitet?
Für einen normalen Haushalt der eine Struktur hat, braucht man ja nun keine Stunden um den tagsüber in Ordnung zu halten...
Irgendwie scheint ihr euch eure Zeit völlig falsch einzuteilen und im Normalfall stehen bei und auch keine Verwandten in der Tür um die Betreuung der Kinder zu übernehmen. Sind die beiden nicht im Kiga oder in der Schule?
Das mit den Paten habe ich irgendwie nicht verstanden, was erwartest du denn von denen?

Beitrag von sany1978 18.11.10 - 09:37 Uhr

Hallo

Mein kleiner schläft seit Geburt an sehr schlecht, ich komme auf max. 5 Stunden schlaf in 24h. Da habe zumindest ich tagsüber zur Zeit nicht die Kraft 100% zu geben. Mein Kleiner ist erst 14 Monate, bei uns kann man Kinder erst mit 2 1/2 Jahren in den Kiga bringen (man muß dann aber den doppelten Beitrag zahlen). Mach mal deinen Haushalt, wenn du so nen kleinen Zwerg am Bein hängen hast, der losbrüllt, sobald du ihn alleine lässt. Ich war seit über 4 Jahren noch nie einen Tag ohne Kind. Mein Mann und ich hatten in den letzten 4 Jahren als Paar keinen Abend für uns. Wir sind nur noch Eltern, wir haben für unsere Beziehung keine Zeit.
Ich erwarte von niemandem dass er die Betreuung übernimmt. Ich hatte mir damals von den Paten einen Familienersatz für meine Kinder erhofft (im Sinne von Tante/Onkel). Hatten damals auch alle groß geagt, dass sie diese Patenfunktion schon so sehen würden.


Beitrag von joshua0709 18.11.10 - 10:03 Uhr

Hallo nochmal,
Du musst auch gar nicht 100% geben, mach Dich nicht fertig, nur weil andere erzählen (nachprüfen kann das ja niemand), dass alles mit ein bisschen Organisation locker zu schaffen ist. Außerdem ist es einfacher ohne Kinder mal eben schnell zu putzen. Ich habe das auch oft während dem Mittagsschlaf (wenn es denn einen gab) der Kinder oder abends gemacht, wenn mein Mann daheim war. Du solltest nur daran denken, dass Du die Zeit in der Dein Mann daheim ist auch für Dich nutzen könntest...

Beitrag von sany1978 18.11.10 - 10:40 Uhr

Hallo

#danke für deine aufmunternden Worte.

LG Sany

p.s. ich meld mich später nochmal ausführlicher bei dir

Beitrag von schneutzerfrau 18.11.10 - 11:16 Uhr

Hallo

nicht böse sein aber ihr müßt es wirklich anders angehen.

Paten ect sind nicht da um dir dein Leben einfacher zu gestalten, natürlich ist es toll wenn sie sich mal um die kinder kümmern, ist aber bei uns auch so nicht der fall.

Ich weiß wenn man müde ist, ist alles schwerer. Aber es geht. Meine maus hat sich auch nie einen milimeter von mir weg bewegt, ich habe ihr dann von klein an gesagt "heute will ich das das und das schaffen, arbeiten wir zusammen haben wir viel zeit zum spielen wenn nicht dann nicht". Dann habe ich ihr immer in dem raum wo ich war etwas gegeben zum spielen und habe meinen Haushalt gemacht... mein mann spielt sicherlich wenn ich heim komme mit den kindern ( 2 tage allein ) denn da arbeite ich .... aber er arbeitet voll , deshalb ist der haushalt mir :-)

Bezieh den kleinen ein, gib ihm auch einen lappen und lass ihn helfen. Lass ihn tags über weniger schlafen, damit er nachts besser schläft und sich damit die ganze situation beruhigt.

Es werden viel bessere Zeiten kommen!!! Wo du dies hier hinter dir gelassen hast und lachst. also kopf hoch!

Lg sabrina

Beitrag von sany1978 18.11.10 - 10:39 Uhr

Habe da noch was vergessen in Bezug auf die Paten. Eigentlich der wichtigste Punkt für mich;-)

Da wir wie gesagt keine Geschwister haben, ist es mir wichtig, dass meine Kinder eine andere Bezugsperson haben, mit der sie vertraut sind, die ihnen wichtig ist eben ein Tante/Onkel-Ersatz. Was, wenn meinem Mann und mir etwas zustößt? Wohin kommen meine Kinder? Ich möchte nicht, dass sie in diesem Fall auseinandergerissen werden, sondern dass sie dann gemeinsam bei jemandem aufwachsen, den sie kennen und der liebevoll mit ihnen umgeht. Und diese Person fehlt uns nach wie vor, obwohl schon einige gesagt haben, dass wir da auf sie zählen könnten. Und das ist etwas, was mich sehr traurig macht.

LG Sany

Beitrag von gh1954 19.11.10 - 22:59 Uhr

Du schreibst, dass deine Kinder Onkel und Tanten vermissen, weil ihr beide Einzelkinder seid.

Wie oft lese ich hier in "Einzelkinddiskussionen" das "Argument": Wir wollen nur ein Kind, damit wir ihm ALLES bieten konnen.
Ich bin der Meinung, dass man seinen Kindern mit Geschwistern mehr "bietet", als man mit übermäßigem finanziellen Einsatz erreichen kann.
Irgendwann steht man da und merkt, dass man keine Familie hat, so wie ihr jetzt.

Beitrag von joshua0709 18.11.10 - 09:51 Uhr

Hallo Sany,
wenn man nachts über Monate hinweg wenig schläft sieht oft alles düsterer aus als es tatsächlich ist. Du fühlst Dich allein gelassen, das kann ich verstehen.
Eine direkte Betreuung innerhalb der Verwandtschaft hatten wir in den ersten Monaten auch nicht, das lag aber daran, dass meine Kleine 24h an mir hing und ich gestillt habe, so dass es schwierig war jemand anders diese Aufgabe übernehmen zu lassen und der Große natürlich ausschließlich meine Aufmerksamkeit wollte (er kam auch oft zu kurz).
Wir haben sehr bemühte Großeltern auf beiden Seiten, auch meine Schwester kümmert sich. Aber eben nur sporadisch, da jeder seinen eigenen Lebensbereich hat, bzw. eine Autostunde dazwischen liegt.
Leichter wurde es, als der Große 2 mal die Woche zu einer Tagesmutter ging, so hatte ich 3 h lang nur ein Kind, genial!
Ansonsten Kurse besuchen, Krabbelgruppe, Freunde mit Kindern, viel
spazieren gehen, raus gehen....
Geht der Große in den Kindergarten?
Abends am WE mal alleine weggehen, Sport treiben wenn der Partner zu Hause ist, ein Bad nehmen usw. Du musst Dir selber was Gutes tun.
Das Schlafverhalten ist dynamisch, ändert sich immer wieder. Wir hatten auch unglaublich schlechte Zeiten, nachts um 4:30 war die Nacht für mich oft zu Ende, keine Mittagsruhe, abendliche Schreiaktionen, 2 Kinder auf dem Arm, Dauerstillen, 1,5 h abendliche Einschlafbegleitung, Haushalt usw. Keine einfache Zeit!
Die jetzt heimlich, still und leise vorbei gegangen ist! Dafür gibt es andere Probleme.
Im Endeffekt ist man als Eltern immer auf sich alleine gestellt, denn wir müssen (meist die Mütter) bis in die letzte Instanz gehen. Ein Allheilmittel gibt es nicht. Aber man lacht auch viel mehr. Ist begeistert von der schnellen Entwicklung der Kleinen, von ihrer Neugier und ihrer Unbedarftheit. Für das Elternsein gibt es keine einfachen Worte oder Tipps, da jedes Kind anders ist, man selbst eine eigene Persönlichkeit ist.
LG
Joshua0709

Beitrag von granate05 18.11.10 - 13:19 Uhr

Hallo Sany

Was du erzählst ist ein ganz normaler Alltag mit Kindern.
Auch meine Kinder haben schlecht geschlafen (mein 2 jähriger schläft immer noch nicht gut). Ich hab seit 4 Jahren keine Nacht durchgeschlafen und wenn du redest von 5 Stunden, so finde ich das gar nicht so wenig.
Bei uns gab es des öfteren Nächte wo ich vielleicht drei Stunden insgesamt geschlafen habe.
Ich kann dich deshalb auch sehr gut verstehen und weiß wie ausgepowert du wohl bist.
Dennoch, lass dich trösten, es wird wieder besser. Meine Große ist jetzt 4 und mittlerweile klappt es bei ihr auch in der Nacht sehr gut.
Unterstützung von Familie habe ich auch nicht, ab und zu hilft mir eine Bekannte aus dem Kindergarten und wenn sie Hilfe braucht nehme ich ihr mal die Kinder ab. Hast du keine Bekannte die Kinder im selben Alter hat? So kannst du vielleicht mal den Grösseren zu einem Freund gehen zu lassen.

lg