in der erziehung kein muß?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lenser 18.11.10 - 11:12 Uhr

hallo,
voab möchte ich sagen das ich seit 6 jahren in deutschland lebe und das daher meine rechtschreibung nicht gut ist.also ihr lieben bitte keine andeutungen das ich nochmal zur schule muß....

ich möchte geren wissen was ihr unter nicht erziehung versteht.ich höre immer wieder das manch eltern sagen "ich erziehe mein kind nicht,es soll die persönlichkeit so entwickeln so wie sie sind"

irgendwo finde ich die einstellung gut,aber da stell ich mir die frage,wie geht es dann weiter?überall im leben, sei es in der schule oder im berufsleben werden einem ständig gränzen gesetz.

oder im alltag heißt (nicht erziehen)also kein muß einstellung das sie am tisch beim essen nicht auf essen müßen.oder wie meine tochter sie möcht immer die selben sachen essen wie nudel oder reis,kein gemüse kein obst. auf essen möchte sie nie, auch wenn sie es selber portioniert.
das einfach akzeptieren?nachlassen und sagen wie du möchtest?wenn sie sich eine serie nach der anderen ansehen möchte , es einfach genemigen??

ich freu mich über aufklärung
liebe grüß lenser

Beitrag von miss-bennett 18.11.10 - 11:28 Uhr

Hallo!

Das ist oft ein Punkt, um den mein Mann und ich viele Gespräche "spinnen". Er würde die Kinder manchmal einfach alles so machen lassen, wie sie wollen. Da halte ich dann dagegen, denn, wie Du es schon sagtest, was passiert dann später?

Ich bin der Meinung (und finde, bei meinen Kindern komme ich damit sehr gut an), die Kinder immer ausprobieren zu lassen, wenn sie es anders machen möchten, damit sie mit eigenen Augen sehen, warum ich es eben nicht so haben wollte. Aber wenn es ums Elementare geht, dann bin ich nicht kompromissbereit: gegessen wird am Tisch, angezogen werden Sachen, die dem Wetter entsprechen, Jacken werden aufgehängt, Zähne müssen geputzt werden, Hausaufgaben müssen gemacht werden, auch wenn sie der Meinung sind, die wären langweilig ;-)

Aufessen müssen sie nicht, da ich ihr natürliches Sättigungsgefühl nicht zerstören möchte. Dafür dürfen sie den Teller aber nicht vollstopfen, lieber sollen sie sich zwei Mal was holen.

Probieren müssen sie was auf den Tisch kommt, aber es muss nicht alles jedem schmecken. Meine wollen auch manchmal jeden Tag Nudeln und dann wollen sie lange keine Äpfel mehr... Mittlerweile weiß ich, dass das eine vorübergehende Phase ist und kann das auch akzeptieren (aber nur weil es im Allgemeinen gut klappt).

Mit dem Fernsehen gibt es keine Diskussion: sie suchen sich was aus, ich stelle mir meinen Wecker und mache den Fernseher dann aus, falls sie denken, dass Mama es in der Küche nicht mitbekommt und versuchen länger zu gucken! Aber dafür biete ich ihnen Optionen an: ein Spiel, ein Spaziergang, Basteln, Kekse backen...

Und sonst ist mir wichtig, dass sie gute Menschen werden, dass sie Rücksicht auf andere nehmen und anderen helfen, auch wenn es manchmal einfacher wäre, wegzuschauen.

Ich glaube, jeder muss es für sich und seine Kinder harausfinden. Aber ein paar Grundregeln müssen einfach allgemein gelten.

LG Miss Bennett

Beitrag von twins 18.11.10 - 11:30 Uhr

So werden kleine Egoisten erzogen, die ihr Leben so gestalten wie sie wollen und alle müssen sich danach richten. Rücksichtslose kleine Biester werden das.

Ich habe eine Freundin, die entschuldigt alles was ihr Sohn (6) macht....

Schimpfwörter (richtig harte) .....ist halt jetzt so das Alter
sie muss Popo abputzen.....er kann es zu Hause nicht aber im Kiga
will nicht in den Kiga....ist ja nicht so wichtig, die Pflicht fängt in der Schule an
wenn er sich nicht anderen beim Spielen unterordnen kann...sind die anderen Schuld und Störenfriede
keine Tischmanieren....wird doch überbewertet
er macht Spielsachen absichtlich kaputt....ist halt ein Junge

Sie sagt dann immer...er ist ein Feingeist, sehr sensibel, etc. um ja nicht mal mit der Erziehung anzufangen. Wie gesagt, für alles eine Entschuldigung, damit der Junge so bleiben kann wie er ist und die Mutter keine Arbeit hat.

Muss jeder selber wissen, wie die Erziehung definiert wird aber ich hoffe, das ich unseren Kinder mitgeben kann, was sich gehört und was nicht.

Grüße
Lisa

Beitrag von ilva08 18.11.10 - 18:26 Uhr

"Wie gesagt, für alles eine Entschuldigung, damit der Junge so bleiben kann wie er ist und die Mutter keine Arbeit hat."

Das bringt es auf den Punkt. Diese Art von Erziehung ist in Wirklichkeit eine Form der Vernachlässigung.

Das böse Erwachen folgt, wenn das Kind in die Schule kommt. Ihr glaubt gar nicht, wie unglücklich diese Kinder dann werden... sie verstehen auf einmal die Welt nicht mehr, wenn sie Grenzen gesetzt bekommen und Anforderungen an sie gestellt werden. Das ist wirklich traurig, für das Kind...

... und wenn dann die Eltern nicht die Kurve kriegen und den bösen Lehrern, den bösen Mitschülern, der bösen Leistungsgesellschaft die Schuld geben, wird das Ganze zur Neverending Story. Die Umwelt soll sich meinem feingeistigen Kind anpassen, nicht umgekehrt... ratet mal, wie lange das Kind DARAUF warten kann... Brrr... #zitter

Beitrag von mansojo 18.11.10 - 12:36 Uhr

hallo,

natürlich müssen kinder sich auch einigen regeln halten
meine müssen z.bsp was anziehen wenn sie raus gehen
der große muss in die schule
sie müssen sich die zähne putzen
usw.

der große hat seine pflichten im haushalt
hält er diese nicht ein gehen gewisse previlegien flöten


nun ist die frage wie man das ganze verpackt
wenn ich ständig hinter meinen kindern herrenne und sage du musst,du musst wird das nix
wir als eltern leben den kindern den alltag vor
unser großer fragt oft warum muss das so sein
das gemeinsame suchen nach einer erklärung kann witzig und sehr kreativ sein

lg

Beitrag von lisasimpson 18.11.10 - 13:13 Uhr

"ch höre immer wieder das manch eltern sagen "ich erziehe mein kind nicht,es soll die persönlichkeit so entwickeln so wie sie sind" "

EHRLICH?

ich kenne nicht viele menschen, die sich das zur maxime machen (und dann noch durchhalten)


Ich persönlich glaueb, daß man schon sehr phlegmatisch sein müßte, um dsa auch nur einen einzigen tag auszuhalten.
Aber zwischen "Nicht erziehen" im sinne von gar keinen einfluß nehmen und "kind muß teller leer essen" gibt es meiner meinung nach schon eine große bandbreite

wenn wir davon ausgehen, daß wir Menschen (zwar instiktreduzierte -und damit auch formbarerer) Säugetiere sind, die natürliche Bedüfnisse haben und nach deren Befriedigung streben, so sind gerade die themen Essen, schlafen, ausscheidungen Themen, bei denen sich durchaus die Frage stellt, wie viel einfluß denn gut, ab wann problematisch und wo auch gefährlich ist.
Muß ein kind zum schalfen gezwungen werden?
was passiert mit unserem natürlichen hunger- und sättigungsgefühl, wenn dieses permanent von außen bestimmt und nicht nicht selbt wahrgenommen, erlebt und damit umgegangen wird?
wird ein kind schneller oder langsamer "trocken" wenn man es mit 12 monaten auf ein töpfchen bindet oder ist die kontrolle der schließmuskeln etwas was das kind selsbt entwicklen kann usw..

aber auch andere bedüfnisse- nach sozialer nähe, anerkennung, zugehörigkeit,. nach lob und anpassung an die soziale gruppe....
auch da sollte man genau hinschauen, bis zu welchen grad kinder da unterstützung brauchen (weil sie eben im gegensatz zu anderen säugetieren nicht so stark instinktgeleitet sind, sondern auf Modelle und anregung angewiesen sind) und wo einflußnahme von außen eher das gegenteil bewirkt.

Aber es ist eben so, daß es nun mal auch viele gefahren der moderenen welt gibt ,die kinder noch nicht ausreichend einschäthzen können und da den einfluß von erwachsenen brauchen.
wie der straßenverkehr funktioniert, das einschätzen von geschwindigkeit von herannahenden autos, die unterscheidung von fiktion und realität, einschätzen von gefahren usw...
all das können Kinder nur bedingt- und das ist auch gut so, denn so bleiben sie offen und können sich mit anleitung an ihre Umgebung erheblich viel besser adaptieren, als wenn sie schon derart "programmiert" auf die welt kämen.

Grenzen gibt es übrigens immer und überall. diese müssen nicht extra gesetzt werden, damit kinder sich an diese gewöhnen.
Vom morgentlichen aufstehen, der schulpflicht, der rücksichtnahme auf andere, von bezahlen an der supermarktkasse, der begrnztheit von ressourcen (geld, zeit, raum...), den bedürfnissen von anderen usw..

also die Grenzen ihrer Freiheit lernen Kinder schon sehr früh kennen- da mußt du dir keine sorgen machen. wie Kinder am besten mit dem frust umgehen lernen, der sich aus dem erleben von grenzne ergibt (könne ise ds gut ertragen und sind kreativ um dann doch noch ihre bedüfnisse zu befriedigen oder können sie den frsut nur schwer ertragen und haben wenig ideen, wie sie damit umgehen können...) das ist die viel spannenendere frage..
und auch da ist die überlegung- wie viel elternliche einflußnahme da gut tut und wie viel freiheit es braucht um kreativ zu werden


P.s.- sorry, übrigens. da du ja keien muttersprachlerin bist, wirst du mit meinem buchstabenwirrwarr sicher noch größerer probleme haben als der rest:)

lisasimpson

Beitrag von aggie69 18.11.10 - 13:46 Uhr

Eine schöne Frage auf die man nicht so leicht anworten kann.

Natürlich ist eine gute Erziehung sehr wichtig aber man sollte auch ein Händchen dafür haben, diese Erziehung umzusetzen und nicht aus Sturheit und mit "darum" als Argument alles durchsetzen wollen.

Wenn ein Kind satt ist oder nicht mehr essen mag, dann braucht es auch nicht weiter zu essen. Wenn einer dann mit Argumenten kommt wie: das hat aber alles Geld gekostet oder in Afrika verhungern die Kinder und Du ißt nicht auf.... ist das zwar wahr, kann aber nichts daran ändern, daß das Kind satt ist. Wenn es dann später alt genug ist, wird man nur die dumme Antwort bekommen: "Dann pack das Zeug doch ein und schicke es hin!"
Nein, wenn es nicht mehr mag, dann darf es aufstehen. Natürlich gibt es dann auch nichts anderes zu essen. Außer natürlich, diese eine Mahlzeit besteht aus etwas, was das Kind garantiert nicht ißt - dann kann man ein Ersatzessen in Erwägung ziehen. Natürlich würde ich nichts kochen, von dem ich weiß, daß mein Kind es garantiert nicht essen wird aber es kann ja sein, daß man mal bei Oma zum Essen ist und da gibt es nur fettes Fleisch und Salzkartoffeln. Da würde sogar ich auf dem Rückweg bei McDonadls anhalten und mich erst mal richtig satt essen.
Kurz gesagt - ich will von meinem Kind nicht mehr verlangen, als ich selbst bereit zu tun bin.

Zum Teil kann mein Sohn natürlich seine Persönlickeit entfalten ABER, wenn er sinnlos Spielzeug durch die Gegend wirft, es kaputt macht oder nicht aufräumt, dann kommt der "Spielzeugmops" und dann ist das Spielzeug für eine Weile erst mal weg! Ganz einfach.
Mein Sohn hat schon doof aus der Wäsche geguckt, als eines Tages seine Dose mit Stiften leer war. Ja klar, er hat sie ja auch am Abend davor mehrfach ausgekippt, die Stifte durch die Gegend gefeuert und sich geweigert, sie wieder einzuräumen. Die leere Dose hat der Spielzeugmops da gelassen, damit mein Sohn auch weiß, was fehlt. Nach ein paar Tagen waren die Stifte wieder da und was meinst Du wie ordentlich die jetzt aufgeräumt werden - bzw. er nimmt nur immer einen raus und wenn er eine andere Farbe braucht, dann legt er erst den einen Stift zurück, bevor er den nächsten nimmt. - Ich staune ja! Mal sehen, wie lange das klappt.

Wenn wir bei Oma sind und er ist bockig, dann darf er sich sofort verabschieden und wir gehen gleich nach Hause. Ist für mich zwar manchmal unpraktisch, weil ich vor hatte, ihn mal für eine Stunde da zu lassen aber wenn er sich nicht benehmen kann, werden sofort die Konsequenzen gezogen.

Ich schreie nicht und ich rege mich auch nicht auf aber wenn er sich voll daneben benimmt, dann muß er irgendeine Konsequenz zu spüren bekommen. Schläge sind in unserem Haushalt tabu - genau so, wie sie schon tabu waren, als ich selbt Kind war. Ich bin der Meinung, daß Schläge keine erzieherische Maßnahme sind, sondern daß die Eltern sich nicht im Griff haben und sich abreagieren müssen. Dabei ist es ja soo leicht, sich an kleineren zu vergreifen. Wenn das Kind einen Meter größer wäre, würde es auch keiner mehr wagen, Hand an ihn zu legen.
Nein, ich bin fast 40 Jahre älter als mein Sohn und habe trotzdem noch genug Phantasie um mein Kind auf einer Seite zu verstehen - ihn aber auf der anderen Seite in die richtige Richtung zu lenken.

Kinder kann man noch austricksen. Wenn sie kein Gemüse essen wollen - brauchen sie nicht. Das schmeckt uns Erwachsenen sooo gut, daß wir es ihnen gleich vom Teller mausen und uns den Bauch reiben, wie lecker das ist. Da Konkurrenzdenken bringt das Kind meißt dazu, das Gemüse trotzdem zu wollen. Man kann es auch gleich von Teller weglassen und sagen "Du willst ja sowieso keins!" Was meinst Du, wie schnell sie das dann doch wollen?
Bei uns im Kindergarten ist um 9.00Uhr Obstpause. Da bekommen die Kinder nur Obst zu essen - und die essen das alle. Da ist keiner dabei, der das verweigert, weil es sonst die anderen wegfuttern.
Laß dem Kind das Gefühl, daß es seine eigene Entscheidung ist. Du wirst staunen, wieviel mehr es dann ißt.

Mein Opa wollte mich immer zwingen den Teller leer zu essen. Ich hatte so eine Angst vor den Mahlzeiten, daß ich schon mit Knoten im Bauch an den Tisch gekommen bin. Klar, daß man dann kaum was runter bekommt. Wenn er beim Essen nicht dabei war, konnte ich viel entspannter essen.

Ich war als Kind auch eine kleine Fernseheule - obwohl, wenn man es aus heutiger Sicht sieht kann es nicht so schlimm gewesen sein, denn nachmittags gabs ja kein Fernsehprogramm, sondern nur Testbild.
Ok. mein Kind dürfte schon Fernseh gucken - vielleicht auch mehr als andere, wenn seine Aufgaben erledigt sind. Genaue Zeitmessungen würde ich dabei wohl nicht veranstalten und ich denke, wenn man nicht so ein Geschiß drum macht, wird es von allein langweilig. Werden wir sehen, wenn es so weit ist. Wenn es zu viel wird, kann man sich ja noch ein paar Aufgaben ausdenken, die zu erledigen wären, um das Taschengeld aufzubessern... Oh, da habe ich viel Phantasie...:-p

Ich bin so eine Mama, die sich noch gut in ein Kind reinversetzen kann. Entscheidungen können auch diskutiert werden und werden auch erklärt und bgeründet. Wie sonst sollen die Kinder verstehen, was wir von ihnen wollen?
Aber ich gebe auch nach, wenn ich einsehe, daß meine Sichtweise weder logisch noch wichtig nicht.

Beitrag von amalka. 18.11.10 - 17:01 Uhr

Hm, werden wir mal uns jetzt nach urbia-Müttern richten und die Folgen dann später tragen ? Haben die Urbia-mütter Psychologie oder ähnliches studiert ?

Du führst so krasse Beispiele auf... Kinder brauchen Grenzen, sie brauchen eine feste Ortientierung, sie brauchen auch Vorgaben wie ,,muss´´... Dies heißt nicht, amn soll sich wie ein General aufführen aber bestimmte Grenze muss es geben. Ein Kind muss lernen, gegen Nein zu verstoßen und schlißelich dafür auch konseqeunzen zu tragen..

Wenn ein kind nur nudeln oder gott weis was es war...essen will, dann gibdt du nach..nein oder ? Schon was von einer mangelernöhrung vo nderen Folgen gehört ?
Jaaa, nachlassen, das nenne ich nicht Freiheit und freie Entwicklung aber eine Feigheit des Elternteils, sich mit einem auseinandezusetzen.Man macht sich es in dem Moment einfacher, um dann später Probleme zu haben. Manchmal viel größere..

Wenn ich von einer Erziehung spreche, weiss ich, dass bestimmte Grund,,muss´´ unentbehrlich sind. Dass man auf rot stehen bleiben muss und dies lernen muss, fragst du da auch danach: Soll ich das Kind entscheiden lassen ?

Bitte, bitte...wenn du dir in diener Erziehung so vollkommen unsicher bist, dann hol dir doch ein Buch in dem die folgen von so einem ,,leben und leben lassen´´ beschrieben werden..

Es ist eher für mich die Kunst, diese Muss den Kids so verständlich zu amchen ,dass sie diese akzeptieren und es am Ende kein muss sein müssen!!!

Beitrag von joshua0709 18.11.10 - 22:59 Uhr

Hallo lenser,
eine sehr interessante Frage über die hier erst kürzlich diskutiert wurde.
Ich persönlich kenne niemand, der nicht erzieht und auch niemand, der zu faul ist um zu erziehen. Wohl aber Menschen, die sehr festgefahrene Ansichten in einzelnen Bereichen haben und sehr viel Energie darauf verschwenden, diese Regeln eingehalten zu wissen (wir stehen erst auf, wenn alle fertig sind mit essen, ich sage immer bitte, wenn ich etwas möchte usw.)
Kein Problem, sollte es in einer Familie immer möglich sein das auch selbst 100% vor zu leben (die möchte ich übrigens kennen lernen).
Höflichkeit als solches und Manieren im Besonderen sind wichtige Grundsätze in der Erziehung, aber wie setze ich das im Detail um?
Wie viele Regeln die konsequentes Handeln (erklären, ermahnen, Taten folgen lassen) erfordern, können Eltern übereinstimmend stets verfolgen?
Das Elternpaar muss sich vorher einig sein und im Klaren darüber, was eine Regel für Folgen für das eigene Handeln hat (Vorleben des Gewünschten)
Ich glaube, dass weniger mehr ist, habe mich aber schon des öfteren dabei ertappt, wie ich mich in einer Situation verfahren habe. Da gab es eine Dynamik, die ich so vorher nicht gesehen habe, so dass ich dann nur unter Gebrüll und Drohung ein zornendes Kind ins Auto setzen konnte.
Hätte ich da von Anfang an etwas mehr Humor bewiesen und den Ernst der Lage nicht sooo wichtig genommen, wäre dieser Einkauf entspannter abgelaufen. Erziehung ist natürlich nicht einfach, aber ich kann diesen Kämpfen nur negatives abgewinnen. Was kann daran gut sein, schlechte Stimmung zu haben?
Ich sehe das Ganze ähnlich einem Quadrat in dem jeder seine Freiräume haben soll, aber es ganz klare Grenzen gibt, die das Miteinander regeln. Das Leben hat Grenzen und ist zeitgleich sehr dynamisch. Man kann von einem kleinen Kind nicht erwarten, das es das miteinander in Verbindung bringen kann. Das müssen wir Erwachsenen tun. Und uns fällt das auch oft genug schwer.
Intuition: Ein ziemlich abgewetzter, viel gebrauchter Begriff.
Wer kann schon sagen, dass sein intuitives Handeln reiner Intuition entspringt? Wer weiß schon, wie viel Erfahrung, eigene Erziehung und kultureller background darin enthalten sind? Schwierig!
Einige in meinem Bekanntenkreis erziehen als verlängerter Arm ihrer eigenen Eltern. Alles anders zu machen oder ungefiltert zu übernehmen, bedeutet für mich lediglich, dass man die eigenen Eltern einen wichtigen Teil der Erziehung und damit der Verantwortung übernehmen lässt.
Etwas bewusst NICHT zu tun unterscheidet sich essentiell davon, etwas nicht sehen zu wollen oder zu faul zu sein, um zu handeln.
Ich beobachte meine Kinder viel und schreite nicht sofort ein, wenn ich für mich entscheide, dass jetzt etwas geschehen KÖNNTE was ich nicht will (weil es gefährlich werden könnte, etwas kaputt gehen könnte), aber ich bin präsent und kann sehr schnell eingreifen. Immer gelingt das natürlich alles nicht, gute Vorsätze und Reflexion hin oder her.
Als ich Kinder bekam, habe ich sehr naiv gedacht: Du gibst alles, was Du aus bestem Wissen und Gewissen tun kannst und dann wird schon das Gewünschte dabei heraus kommen. Ich habe schon in den ersten Wochen mit meinem Junior gemerkt, dass ich da einem Irrtum aufgesessen war.
Ähnlich einem neuen Kuchenrezept. Man kauft die besten Zutaten und stellt sich Stunden in die Küche. Knetet liebevoll Teig und schnippelt und hexelt und verziert. Das Resultat ist dann ein völlig eingefallener Kuchen, der aber lecker schmeckt.
LG
Joshua0709

Beitrag von wemauchimmer 19.11.10 - 09:57 Uhr

Hallo lenser,
vielleicht solltest Du diese Frage bei "Rabeneltern.org" mal stellen. dort tummeln sich ein Haufen Leute, die solche seltsamen Vorstellungen vom Kindergroßziehen haben.
Ich selber halte davon nichts und kenne nur Negativbeispiele. Es ist halt eine Mode, aber ich glaube nicht, daß wirklich viele da mitmachen bzw lange daran festhalten. Es wird aber sicherlich einige Gegenden geben (Großstädte...) wo es vielleicht mehr Anhänger davon gibt als im Durchschnitt.
LG

Beitrag von bille2000 19.11.10 - 11:11 Uhr

Hallo Lenser,

nicht erziehen - wie soll das denn funktionieren? Erziehung sind doch so viele Sachen, nicht nur feste Regeln, sondern auch das eigene Verhalten. Mit allem was man tut und wie man es tut "erzieht" man doch auch sein Kind. Denn es lernt aus dem Verhalten der Erwachsenen. Und: jedes Kind will lernen, es ahmt das Verhalten der Erwachsenen nach und ist begierig all das zu könnenund zu tun, was die Erwachsenen tun. Für "Nicht-Erziehung" müsste man sein Kind also völlig ignorieren...

Sein Kind mitbestimmen zu lassen ist eine andere Sache. Auch Kinder haben schoneine eigene Meinung und die sollte man auch resprektieren. Wenn sie satt ist, braucht meine Tochter nicht aufzuessen, wenn sie etwas nicht mag, muss sie das auch nciht essen. Zu soetwas möchte ich auch nicht gezwungen werden, also tue ich das auch nciht bei meiner Tochter. Ich versuche natürlcih zu steuern indem ich nur gesunde Sachen zur Auswahl anbiete und ihr erkläre, daß man sich auch nachnehmen kann und ihr erst mal nur eine kleine Menge gebe. Kinder können das meistens ncoh nicht richtig einschätzen wieviel sie wirklich schaffen. Da muss man halt helfen.

Ansosnten vesuche ich einige klare Regeln aufzustellen, z.B. daß sie beim essen nicht rumhampeln und spielen soll (klappt nicht immer, sie ist sehr aktiv), daß sie während des essens nicht aufsteht (wer aufsteht ist fertig) etc

Ich denke, wer es nicht lernt sich an Regeln zu halten wird es später schwer habenim Leben, denn überall gibt es Regeln. Das muss man früh akzeptieren.

Für mich ist die Kunst der Erziehung ein gesundes Mittelmaß an Regeln und Freiraum, an Lob und Kritik, an Förderung und Eigenständigkeit zu finden.

Liebe gRüße,

Bille

Beitrag von lenser 19.11.10 - 15:34 Uhr

ok.meine frage wurde zum teil von ein paar urbinis beantwortet dafür ein herzlichen dank!!
ich finde aber manche antworten richtig heftig muß ich sagen!
weit hergeholt,nicht richtig verstanden.

das nicht erziehen, nicht so weit verbreite ist wußte ich natürlich nicht.ich höre es häufiger.ich kann es zum teil nicht verstehen darum hab ich auch hir im forum geschrieben,und um aufklärung gebeten.

nun meine beispiele kahmen bei euch nicht gut an, hab ich bemerkt.
nur mal so zur info meine tochter muß nicht aufessen.das muß ich respektieren.aber erlich akzeptieren möchte ich es nicht so.mit 5 jahren kann man schon bischen mehr wiegen als wie 16,5 kilo...
also kein aufess zwang..

und ja meine kleine geniest auch eine erziehung.wir haben grenzen und regel zuhause.

ich habe genug bücher gelesen.hab selber eine erziehung bekommen,und tausch mich öfters mal auch mit anderen eltern aus.

vor paar jahren bin ich öfters hir im forum gewesen.da waren die leute hir auch zum teil noch normal sind auf fragen eingegangen.heute ist es ganz anderst!wirklich schade

Beitrag von kathrincat 20.11.10 - 16:05 Uhr

erziehung ist wichtig! es muss regeln geben, nicht auf die straße laufen, sich benehmen, egal ob zuhause oder unterwegs,.....


aber, aufessen nicht, kinder essen soviel sie wollen, auch wenn der teller noch voll ist. und wenn meine zeiten hat wo sie nur eine sachen essen möchte bekommt sie die auch. macht man als erwachsener ja auch so, oder isst du alles und immer auf, auch wenn du keine hunger mehr hast?

beim tv ist es natürlich anders, zuviel ist nicht gut, sie kann 1-2 folgen sehen am tag und gut ist, ausser es kommt mal wirklich was schönes, was sie mitschauen soll.

Beitrag von walktoireland 22.11.10 - 11:23 Uhr

Hi,

also ich weis nicht, Erziehung passiert doch jede Minute.

Obwohl ich meine Kinder auch echt locker erziehe und wir fahren sehr gut damit. Es gibt gewisse Grundregeln bei uns und die werden auch 100 % eingehalten.

Ab und an lass ich mich von meinem Kindern auch mal von einer anderen Meinung ueberzeugen. Es werden einige Kompromisse gemacht aber NEIN heist bei uns immer NEIN da wird auch nie diskutiert.

Mein groser ist bis jetzt :-) ganz gut geraten und weder aggressiv noch vorlaut.

LG

Tess