Minimaler Anspruch auf ALG II - verzichten? Gesetzliches Nettogehalt?

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Beitrag von little-girl 18.11.10 - 16:16 Uhr

Hallo zusammen,

bei mir steht momentan obige Frage im Raum.
Laut neuer Berechnung habe ich ab 01.12. nur noch einen Anspruch von ca. 11€ monatlich ALG II, vorher waren es rund 200€. So ganz verstehe ich es nicht. Mein Sachbearbeiter meinte, das liegt an dem gesetzlichen Nettogehalt, der ihm erst jetzt in meiner Abrechnung aufgefallen sei. #gruebel Außerdem bekomme ich seit 01.11. Wohngeld für mein Kind in Höhe von 167€.
Nun soll ich für mich Wohngeld beantragen.

Da nun Ende November eine Sonderzahlung ansteht (13. Monatsgehalt) und ich das im Falle eines weiteren ALGII-Bezuges zurückzahlen müsste dachte ich nun schon darüber nach, auf diese 11€ einfach zu verzichten. Raus aus ALGII zu sein wäre auch das Beste was mir passieren kann, oder? Kann ich das? Wie stelle ich das an? Könnte es irgendwelche Nachteile für mich haben, an die ich momentan nicht denke??

Hier mal eine kurze Aufschlüsselung:

Ausbezahlt vom Arbeitgeber bekomme ich monatlich 996€. Darin ist allerdings das Kindergeld enthalten. Mein monatliches Nettogehalt liegt somit bei ca. 812€. Laut Sachbearbeiter (und Abrechnung - gesetzliches Nettogehalt) 882€.
Also:

812€ Gehalt
184€ Kindergeld
133€ Unterhaltsvorschuss
167€ Wohngeld Kind
(11€ ALG II)


War das verständlich??

Beitrag von bowh 18.11.10 - 17:47 Uhr

Hallo,

was ich an der Sache nicht verstehe, an wen musst du dein 13.Gehalt zurück zahlen?? Die ARGE kann doch nur die 11€ wieder zurück verlangen, mehr NICHT!

Niemand kann die das Geld wegnehmen. Du wirst einfach ein paar Monate durch das 13.Gehalt kein Anspruch auf das ALGII haben.

Gehe zur ARGE und sage denen, das du keinen Anspruch mehr auf das ALGII haben möchtest. Deine KK wird ja von deinem Brutto-Lohn abgezogen und somit ist das ja auch geklärt. Mann muss doch keine Sozialen Leistungen annehmen, wenn man nicht möchte. Wozu auch, mit Deinem Gehalt kommt man doch ganz gut zurecht. Da wird es kein Problem sein, dich dort rausnehmen zu lassen.

Aber wegnehmen kann dir keiner was, nur den Monat anrechnen, d.h. du bekommst die 11€ nicht und dann danach die Monate fällst du auch raus.

LG bowh :o)

Beitrag von little-girl 18.11.10 - 18:19 Uhr

Hallo!

Danke für deine Antwort!
Soweit hast du ja auch recht. Ich müsste das Geld quasi an die Arge "zurückzahlen". Aber: In der Zeit in der ich es "abstottere" muss ich ja trotzdem immer wieder Weiterbewilligungsanträge ausfüllen, alles offenlegen, usw. Wenn ich von der Arge weg wäre nicht mehr.
Wohngeld beantrage ich nun auf jeden Fall, die Dame vom Amt meinte, dass ich wohl einen Anspruch habe.

Bin jetzt nur noch am Überlegen ob ich mich JETZT von der Arge "abmelde", dann kann mir keiner vorschreiben wann ich mich um das Wohngeld kümmere. Jetzt müsste ich es sofort machen. Oder? Denkfehler?

Beitrag von windsbraut69 19.11.10 - 07:07 Uhr

"Gehe zur ARGE und sage denen, das du keinen Anspruch mehr auf das ALGII haben möchtest."

Und dann wird das Gesetz geändert?

Sie muß einfach keinen Folgeantrag mehr stellen aber den Anspruch hat sie automatisch, solange sie unter der Einkommensgrenze liegt.

Gruß,

W

Beitrag von bowh 18.11.10 - 17:50 Uhr

Achso noch was vergessen, wenn das Geld vor dem 30.11.2010 kommt, dann kann es sein, das du Anteilig etwas zurück zahlen musst, oder eben die 200€. Aber wenn es erst im Zufluss-Monat Dezember kommt, würde das mit dem AG besprechen, das es erst im Dezember kommt, dann musst du nur die 11€ zurück zahlen.

ABER, wie das mit dem Wohngeld aussieht, weiß ich nicht. Da müsstest du mal dort anonym anrufen oder bei Deiner/m Sachbearbeiter/in.

Beitrag von little-girl 18.11.10 - 18:20 Uhr

Ich bekomme mein Gehalt IMMER im laufenden Monat (also vor dem 30.11.). Daran ist nichts zu machen (ÖD). Aber das ist mir jetzt "egal", deswegen melde ich mich ja auch ab.

Beitrag von windsbraut69 19.11.10 - 07:08 Uhr

Anonym?

Beitrag von ziva2008 18.11.10 - 18:19 Uhr

Hey, also erstmal vermute ich, dass dein Bearbeiter zwar dein netto von 812 Euro berücksichtigt hat, aber der Unterschiedsbetrag der ist, der sich übersteigendes Einkommen deines Kindes nennt. Ich denke dein Kind hat einen Bedarf von 414 Euro und der übersteigende Betrag wird bei dir angerechnet und das Kind ist im Bescheid am Ende sicher auf +-0 Euro....

Auf ALG II kannst du immer verzichten, es wird keinem was ausfgedrängelt, jedoch wurdest du darauf hingewiesen, dass du Wohngeld für dich beantragen sollst, da ist das nicht mit aussuchen, das musst du dann tun, weil da kein Wahlrecht besteht und es sich um eine vorrangige Leistung handelt.
Solltest du verzichten wollen, reicht das formlos schriftlich... Kein Highlight....

Wenn du eine Einmalzahlung bekommst, fällst du den Monat ja eh raus und dir geht nichts verloren, eine angemessene Aufteilung kommt bei dem Leistungsanspruch auch nicht in Frage, also denk drüber nach- das wichtigste-> versichert bist du ja ;o)

Beitrag von little-girl 18.11.10 - 18:29 Uhr

Hallo!

Danke für deine Antwort!

Weißt du ob beim Wohngeld die Einmalzahlung berücksichtigt wird, bzw. irgendwie mit verrechnet wird?
Ich werde den Antrag stellen und wenn er bewilligt wird, bin ich aus dem ALG ja so oder so raus. Mir geht es eher darum WANN ich den Antrag stelle.. (ob ich nicht ein paar Monate auf die 11€ verzichte und dafür mein Weihnachtsgeld behalten darf).
Die Dame von der Wohngeldstelle meinte am Telefon aber auch schon, dass ich mit Wohngeld wohl besser dastehen werde, also vermutlich würde ich es bekommen. Hm. Taugen die Rechner im Internet was?

Übrigens.. Das mit dem bereinigten Einkommen usw. habe ich nicht so richtig verstanden, aber die werden schon wissen was sie tun! ;-)
Und das Kind ist im Bescheid auf 0, genau.

Beitrag von ziva2008 18.11.10 - 19:15 Uhr

Wir wissen immer, was wir tun :-D

Also erstmal der Einkommensüberhang:
Kind X hat eine Regelleistung und einen kopfteiligen Anspruch Miete -> beides zusammen ist der Bedarf-> Bsp: 414 € gesamt

Kind X hat aber Kindergeld (184€), Unterhaltsvorschuss (133€) und Wohngeld (167€) und damit ja ein Einkommen von 484 € insgesamt, es braucht aber nur 414 Euro um den o.g. Bedarf zu decken, so bleiben 70€, die das Kind dir überträgt, weil es die ja "nicht braucht".

Ich weiß nich kann nichtb erklären, aber sonst wäre ich auch Lehrer geworden ;-)

So beim Wohngeld ist meines Wissens der Zufluss Banane und das Einkommen der letzten und zu erwartenden 12 Monate wird bei der Berechnung zu Grunde gelegt, da eird nicht jeden Monat neu berechnet, nur weil man ein paar Euro mehr hat, da wird das zu gleich Teilen aufgeteilt... Aber meine Wohngeldzeit ist lange her. Es fließt zwar mit in die Berechnung ein, aber ändert dadurch nichts, wann du den Antrag stellst ;o)

Beitrag von ziva2008 18.11.10 - 19:21 Uhr

Also beim Wohngeld ist es meines Wissens so, dass die letzten 12 und zu erwartenden 12 Monate zu Grunde gelegt werden, also deine Einmalzahlung wird so oder so, egal wann du den Antrag stellst, berücksichtigt. Zum Beispiel hast du 12 Monate lang 1000 Euro und einen Monat davon ne Einmalzahlung von 1000 Euro, so werden die 13000 Euro aufs Jahr aufgerechnet zu gleichen Teilen... Da wird nur neu berechnet, bei gravierenden Einkommensänderungen...

Zum Einkommensüberhang:

Kind X hat einen Gesamtbedarf von 414 Euro (215 Euro Euro RL und 199 Mietanteil)- es hat Einkommen von 484 Euro (Kindergeld 184 Euro, Unterhaltsvorschuss 133 Euro und Wohngeld 167 Euro). Somit überträgt dir das Kind X einen Betrag von 70 Euro, weil es den ja "über hat" und "nicht braucht" um den Bedarf zu decken...

Ich hoffe ich konnte bißchen helfen, ich weiß ich kann nicht erklären, sonst wäre ich Lehrer geworden :-D

LG
PS. Wir wissen immer, was wir tun ;-)

Beitrag von little-girl 18.11.10 - 21:47 Uhr

Danke, du hast das gut erklärt mit dem Einkommensüberhang. ABER:

In meiner Lohnabrechnung stehen die 882€ als "gesetzliches Netto", ausbezahlt werden aber nur 812€ (+184€ Kindergeld). Warum legt mein Bearbeiter die 882€ zu Grunde als MEIN Nettogehalt? Von Kinderüberhang, etc. hat er nichts gesagt! Und er ist mein Kollege, er hätte mir das sicher so gesagt wenn es so wäre oder? Kapiere ich nicht ganz. :-)

Aber das mit dem Wohngeldantrag habe ich verstanden, dann stelle ich ihn doch gleich! :-) Danke!

Beitrag von windsbraut69 19.11.10 - 07:16 Uhr

Das weihnachtsgeld nimmt Dir niemand weg, ob Du jetzt ALGII beziehst und es angerechnet wird oder nicht!

Beitrag von yanis82 19.11.10 - 08:24 Uhr

Hi,

denk bitte daran: Kinderwohngeld ist evtl. an deinen Alg II-Anspruch gekoppelt.
Ohne deinen Anspruch (die 11 €) fällt auch idR das Kinderwohngeld weg.
Erkundige dich einfach bei deiner Wohngeldstelle, ob nicht Wohngeld für euch beide zusammen möglich wäre.

LG
Yanis