falscher Finger operiert - was jetzt?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von klan82 18.11.10 - 20:27 Uhr

Hallo!

Ich wurde heute an einem Finger operiert. Das Problem ist, dass es der falsche war. Habe schon seit Monaten schmerzen mit Schwellung am rechten Ringfinger. Bin dann zum Chirurgen und habe mich nach langem hin und her überreden lassen mir das Ringband durchtrennen zu lassen. Bin heute hin, habe eine Plexusanästhesie bekommen, also so das mein ganzer Arm taub war. Ich wurde in OP gebracht, alles wurde abgedeckt und ich wurde operiert ohne das ich etwas gesehen habe. Es wurde ein Verband gemacht, als noch alles abgedeckt war. Musste noch 2 Std. da bleiben und durfte dann heim. Als ich dann zu Hause war und die Betäubung nachgelassen hat, habe ich gemerkt das mir der falsche finger weh tut. Habe dann in der Praxis angerufen und mir wurde gesagt, dass der Mittelfinger operiert wurde, weil es bei denen so im Computer stand. Ich bin weinend zusammen gebrochen, weil es einfach zuviel war. Muss dazu sagen, dass ich Rehuma habe und ich so froh war die Op gemacht zu haben und mal ohne Schmerzen zu sein. Die Aufklärungsbögen habe ich durchgelesen und auf dem einem stand Ringfinger re. und auf dem anderen sogar Mittelfinger li., habe das aber durchgestrichen und richtig hingeschrieben und erst dann unterschrieben. Die Arzthelferin hat mich auch nochmal gefragt welche Seite und ich habe rechts gesagt. Man bin fix und fertig. Was soll ich jetzt machen? Der Arzt hat gesagt ich soll ruhig bleiben und wir sehen morgen weiter.#schock

L.G. klan82

Beitrag von tragemama 18.11.10 - 20:40 Uhr

Such Dir sofort einen RA, der sich auf Patientenrecht spezialisiert hat. Geh morgen zu einem anderen Arzt, der Dir die zugefügte Verletzung attestiert.

Mann...

Andrea

Beitrag von michi0512 18.11.10 - 20:42 Uhr

Es tut mir schrecklich leid - wirklich. Genau das war mein Horror als ich vor einigen Monaten am Handgelenk operiert wurde: das die die falsche Hand nehmen.

Ich würde morgen zum Doc gehen... mir anhören was er zu sagen hat, dann einen Anwalt aufsuchen. Rausfinden wer den Fehler gemacht hat etc....

Sämtliche Kosten (Krankengymnastik o.ä.) würde ich dem Doc aufdrücken...

Alles Gute und berichte mal was Morgen raus kam.

Beitrag von klan82 18.11.10 - 21:04 Uhr

Danke das werde ich machen!

Beitrag von manavgat 18.11.10 - 20:43 Uhr

Das tut mir leid für Dich!

Wende Dich umgehend/sofort an einen Fachanwalt für Medizinrecht

http://www.experten-branchenbuch.de/fachanwalt/medizinrecht/

Es geht hier um Deine Gesundheit. Wenn Du nicht zielstrebig das Richtige tust, dann wirst Du von denen über den Tisch gezogen.

Die Klinik/Ärzte müssen Dir nicht leid tun, die sind versichert. Aber Du brauchst jemanden, der Deine Rechte vertritt!

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von klan82 18.11.10 - 21:07 Uhr

Danke!

Zur KK werde ich morgen auch gehen, mal sehen was die so sagen. Anwalt habe ich mir auch schon überlegt, aber ich habe leider keine Rechtschutzversicherung

Beitrag von tragemama 18.11.10 - 21:25 Uhr

Das ist egal. Nachdem definitiv die Gegenseite Bockmist gemacht hat, muss sie auch die Kosten tragen!

Beitrag von bienemaja1979 18.11.10 - 21:06 Uhr

oh je, oh je....

morgen gleich bei deiner Krankenkasse anrufen, dann bei der Schlichtungsstelle, dann von einem anderem Arzt den falsch operierten Finger attestieren lassen und dann zum Anwalt.

Hast Du noch den Aufklärungsbogen? Aufbewahren!!!

Alles Gute für Dich und lass Dich von dem Arzt morgen nicht belatschern!

LG
Maja

Beitrag von julimausi1983 18.11.10 - 23:23 Uhr

Ohje,

das war genau die Angst vor meiner Knie-OP.
Aber die war berechtigt, denn selbst mein Freund hatte kurz vor der OP Angst, dass die was falsches operieren.

Voruntersuchung paar Wochen vorher:
anstatt das linke Knie wollten die mir das rechte Knie röntgen
-konnt ich noch abwenden, also doch links Röntgenbild-
Ich weiss doch, wo die Schmerzen seit über 7 Jahren sind....

Vormittag Untersuchung kurz vor der OP die Aussage des Arztes:
ja das Knie ist ja jetzt egal, sie sollen ja an der linken Schulter operiert werden - öhm bitte was? An der Schulter ist noch alles ok.
Naja, Schönschrift konnte er nicht lesen - da stand schön geschrieben "linkes Knie, Schmerzen" (nicht von mir geschrieben!) und anstatt Schmerzen hat er Schulter gelesen *seine Aussage: ja das kann man ja gar nicht lesen hier* (ich konnte das klar und deutlich erkennen)

Glücklicherweise wurde ich im OP nochmal gefragt, was die denn operieren sollen - ok, die wollten auch, dass ich zuschaue bei der Knie-Arthroskopie - aber ne danke....

Hm,
was würde ich nun an deiner Stelle tun.
Tipps hast du ja eigentlich schon einige bekommen.

Ich würde mich ganz schnell an die Krankenkasse wenden und die mal fragen, wie du nun vorgehen sollst. Denke mal dass sie dir raten werden einen Anwalt aufzusuchen. Aber genaues kann ich dir (für mich wohl zum Glück) nicht schreiben.

Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!

Beitrag von myimmortal1977 18.11.10 - 23:49 Uhr

Hey, ich wurde dieses Jahr auch operiert und ich hatte auch tierisch Angst, dass die mir das falsche wegoperieren.

Ich wurde aber im Narkoseraum nochmal deutlich gefragt, was operiert werden soll, es wurde alles nochmal abgeglichen, mit dem, was auf den Papieren stand und es wurde auf das zu operierende Bein ein dickes Kreuz gemacht.

Nimm Dir bitte nicht gleich einen RA, wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast, die das abdecken würde. Denn ich spreche aus eigener Erfahrung, meine Mutter hat 6 Jahre gegen einen Arzt wegen Ärztepfusch geklagt.

Du musst sämtliche Kosten erstmal vorstrecken und ob Du tatsächlich aufgrund dieses Fehlers ein nennenswertes Schmerzensgeld erhältst, ist fraglich.

Denn maßgeblich bei der Urteilssprechung wird sein, wie groß Deine Einschränkungen aufgrund des Behandlungsfehlers sein werden oder zu diesem Zeitpunkt sind. Behältst Du keine Einschränkungen, gibt es auch kein Geld.

Meine Mutter gewann damals einen 6 jährigen Prozesskrieg in 2 Instanzen vor dem Oberlandesgericht. Der Arzt wurde zum lebenslangen Ausgleich ihrer Minderleistung auf dem Arbeitsmarkt verurteilt und zu einer Summe X Schmerzensgeld.

Die Kosten, bevor der Richter das Urteil sprach, beliefen sich auf 12000 € Prozesskosten, die sie bis zur Urteilssprechung hätte vorstrecken müssen.

Wenn Du diesen Weg gehst, informiere Dich vorher bei Deiner Krankenkasse, was die empfehlen würden. Die wissen, wie viel Aussicht so was hat oder nicht. Sie nennen Dir auch gute Patientenanwälte. Und ggf. steht Dir, wenn Du keine Rechtsschutz hast, Prozesskostenhilfe zu.

Bei meiner Mutter wiesen die Gutachter allerdings gravierende Behandlungsfehler nach, die ihr ein halbes Bein hätten kosten können. Sie war ein Jahr im Krankenhaus, wurde 19 Mal (!!!) aufgrund des Pfusches nachoperiert. Sie konnte nie wieder richtig laufen bzw. ihr Sprunggelenk abrollen, es war fast vollständig zerstört.

Dir viel Glück!!!!!

Janette

Beitrag von manavgat 19.11.10 - 13:44 Uhr

Nimm Dir bitte nicht gleich einen RA, wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hast

Das ist ein blödsinniger Rat!!!!!


Hier ist eindeutig der Fehler bei der Klinik, so dass die sämtliche Kosten begleichen müssen.

Hat die TN keine Rechtschutz und kein/zu wenig Geld, dann bekommt sie PKH.

Ohne Anwalt bekommt man in diesen Sachen auch kein Recht.

Gruß

manavgat

Beitrag von myimmortal1977 19.11.10 - 16:45 Uhr

Wenn Du meinen Beitrag mal richtig gelesen hättest, hättest Du folgende Erkenntnisse sammeln können:

Ich habe der TE geraten, vorher ihre KK zu kontaktieren. Denn eine KK nennt einen gute Patientenanwälte, die sich auf gewissen Gebieten expliziert auskennen.

Und nein, Du kannst nicht die Aussage treffen, es würden keine Kosten auf sie zukommen, wenn sie nicht vorher prüft a) hat sie Anspruch auf Prozesskostenhilfe, dafür muss man auch erstmal den Bescheid abwarten und b) hätte eine Klage wegen so einem Fehler überhaupt Aussicht auf nennenswerten Erfolg bei Gericht.

Wenn sie nämlich keinen Anspruch auf Prozesskostenhilfe hat, muss sie bis zum endgültigen Urteil die anfallenden Kosten auf eigene Rechnung tragen. Und das kann nicht jeder mal eben so locker aus eigener Tasche bezahlen oder meinst Du, ein beauftragter RA wartet auf sein Geld, bis ein Urteil gesprochen wurde?????

Ich habe der TE nur geraten, sich vorher umfassend zu informieren und sie darüber aufgeklärt, dass gewisse Schritte auch finanzielle Dinge nach sich ziehen könnnen.

Das war der kleine aber feine Unterschied.

Beitrag von summersunny280 19.11.10 - 13:29 Uhr

Oh je das ist wohl das blödeste was einem passieren kann ......

ich würd auch meine rechte vertreten lassen .......


Als ich damals ne voruntersuchung wegen dem ks hatte und ich ins zimmer rein kam begrüßte mich der arzt nett und freundlich und meinte das ich ja die wäre mit dem ks und danach sterilisation #schock

Hab mich da total unwohl gefühlt und voll panik gehabt als es ans eingemachte ging.
Und als dann die pda nicht wirken wollte und ich ne vollnarkose bekam dacht ich schon das schlimmste .



Beitrag von babsi1987 20.11.10 - 19:26 Uhr

Auweia, das tut mir sehr Leid.

Das sowas heut zutage noch passiert, ist wirklich traurig.

Ich würde erstmal mit dem operierendem Arzt darüber sprechen und dann sofort zum RA.

Ich wurde zum Glück noch nie operiert. Hätte auch nie einen Gedanken daran verschwendet das sowas überhaupt möglich ist. Bin wirklich grad sprachlos.

Beitrag von manavgat 20.11.10 - 19:33 Uhr

Sie tut gut daran mit der Gegenseite weder zu sprechen, noch zu verhandeln, bevor! sie einen Anwalt gefragt hat.

Gruß

Manavgat