Ich weiß nicht weiter, wem glauben Kita oder Ärzte????

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von mami-2010 19.11.10 - 13:09 Uhr


Hallo,

ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber vielleicht hat jemand einen Rat.

Zur Geschicht...

Gestern hatte ich ein Elterngespäch in der Kita zwecks Rückstellung für die Schule... Ich bin der Meinung mein kleiner (5Jahre) ist noch nicht soweit (er sieht alles noch zu sehr als Spiel an und hatte auch bis vor einem Jahr Probleme mit den Ohren) und die Kita meint das auch.

Er wurde von einer Sprachberaterin getestet in der Kita und Sie ist der Meinung das er eine Sprachentwicklungstörung hat und das ganze input was er bekommt nicht verarbeiten kann... Ohje ich habe schon das schlimmste geahnt, nur war ich beim Kinderarzt dort wurde er untersucht und raus kam, altersgerechte Entwicklung, beim HNO sind wir auch in Behandlung (er hatte im Feb. Röhrchen bekommen) der hat uns zur Logo überwiesen, nach 5 Std. meinte die Logopädin zu mir, Sie wüßte nicht was sie noch machen sollte, da er eine Altersgerechte Sprachentwicklung hat, nur müsse er ruhiger im Wesen werden.

Die Ärzte sagen altersgerecht und die Kita sagt Entwicklungsverzögert... Was soll ich nun glauben.. Ich weiß das wenn er zu etwas keine Lust hat in der Kita alles schnell schnell macht und dann zum spielen in die Bauecke geht. Wenn in der Kita eine Geschichte vorgelesen wird, er wohl sehr unkonzentriert ist und dann blödsinn macht und dann von der Erzieherin zum spielen geschickt wird. Aber ich finde so kann er es doch nie lernen sich zu konzentrieren und zuzuhören, wenn er jedesmal zum spielen geschickt wird.

Die Kita legte es mir auch ans Herz noch einmal in einer Tagesklinik vorstellig zu werden um ihn komplett abchecken zu lassen und auszuschließen zu können das er auch wirklich gesund ist. Was soll ich tun, ich möchte eigentlich das wir das Jahr noch mehr nutzen können ihn auf die Schule vorzubereiten... Hat evtl auch jemand damit Erfahrung??

Selbst meine Eltern und mein Mann sind der Meinung das das alles übertrieben ist und es dort nur um Fördergelder geht, da unsere Ärzte ja nicht der Meinung sind.

Ich weiß nicht weiter, wäre mal über einen Rat von außerhalb dankbar.

Danke
mami-2010

Beitrag von sunnygirl1978 19.11.10 - 13:21 Uhr

Hallo,

ich denke in erster Linie kennst du dein Kind am besten. Dann die vom Kindergarten immerhin verbringen die ja täglich stunden mit dem Kind.

Die Ärzte sehen die Kinder einmal für 15 Minuten und glauben zu wissen was los ist. Ich geb da immer nicht so viel drauf.

Hör auf dein Bauch.

Beitrag von nudelmaus27 19.11.10 - 13:44 Uhr

Hallo!

Also du wirst hier immer verschiedene Seiten hören. Ich persönlich kann die über einen Jungen berichten, wo die Kita der Meinung war er wäre in seiner Sprachentwicklung stark und auch sonst verzögert entwickelt. Nunja alle Ärzte die ihn getestet haben und das waren nicht wenig und auch Spezialisten (die Eltern haben keine Kosten gescheut ;-)), waren der Meinung keine Verzögerung und heute ein Jahr später ist er völlig normal auch in den Augen der Kita.

Nunja ich denke immer du als Mutter hast das doch am allerbesten im Blick, du kennst dein Kind und weißt wie es tickt. Wenn du der Meinung bist er ist noch nicht schulreif und die Kita sieht es nun auch so, dann stell ihn zurück. Weil schlimmer finde ich, wenn er eingeschult wird und dann in der 1. Klasse sitzen bleibt.

LG, Nudelmaus

Beitrag von silsil 19.11.10 - 13:44 Uhr

Hallo,

als allererstes, warum denkst du dass dein Sohn nicht soweit ist? Weil er alles als Spiel ansieht? Oder hat er deiner Meinung auch sprachliche Defizite.
Zwischen "noch nicht soweit" und entwicklungsverzögert, finde ich, ist aber schon noch ein Unterschied.

Was für eine Ausbildung hatte denn die Sprachberaterin? Und wurde die vom Kindergarten bezahlt? Wenn das der Fall ist, sind die Überlegungen deines Mannes wegen der Fördergelder sicher auch zu bedenken.

Wenn du willst, dass er in dem Jahr mehr gefördert wird, dann rede nochmal mit den Erziehern, dass sie ihn nicht immer gleich zum Spielen schicken.

Wenn du ihm lieber noch ein Jahr geben willst, würde ich bei einem anderen KiA vorstellig werden.

lg
Silvia

Beitrag von mami-2010 19.11.10 - 14:21 Uhr

Hallo,

ich denke weil er einfach vom Wesen her nicht so weit ist. Er ist sehr zart und auch (wie in der Kita beobachtet) noch zu unkonzentriert aber ein sprachliches Defizit kann ich nicht feststellen.

Sie ist zum einen Lehrerin und zum anderen Sprachberaterin, von wem genau sie bezahlt wird kann ich leider nicht sagen.

Ich habe das Thema ja auch angesprochen das es eben nötig ist den kleinen Mann auch mal konsequenter zu fördern, aber dann bekomm ich zur Antwort das es nicht möglich ist ihn ständig eine einzel Betreung zu geben er müsse eben mitziehen wie alle anderen Kinder auch.

Ich bekomme demnächst auch noch den Bericht von der Sprachberaterin und werde dann ein Gespräch noch einmal mit den Ärzten suchen.

Ich frag mich manchmal nur wie unsere Eltern das geschafft haben uns groß zu bekommen, denn irgendwie gab es das alles führer nicht.

Ich danke für Eure Antworten, werde wirklich auf mein Bauchgefühl hören.

Mami-2010

Beitrag von wemauchimmer 19.11.10 - 18:12 Uhr

Hmm, mit 6 ist er nunmal schulpflichtig und ohne ernsten Grund kannst Du ihn nicht zurückstellen. Und zumindest theoretisch liegt (bei uns) die Entscheidung bei der Schule, jedenfalls hat der Kindergarten offiziell gar nichts mitzureden. Ich weiß nicht, ob es bei dieser Ausgangslage so einfach wird, ihn nicht in die Schule zu lassen. Über die Sinnhaftigkeit würde ich mir kein Urteil aus der Ferne erlauben wollen...

Beitrag von mami-2010 19.11.10 - 19:54 Uhr


Er ist ein Oktoberkinder und somit also noch 5. Da es ja die Gesatzeslage so möchte das ein komplettes Jahr eingeschult wird.

Ich werde sehen, wir haben im Dezember die Schuluntersuchung und da werde ich auch noch einmal mit dem Arzt reden... Es ist ja auch nicht so das ich es ihm nicht gönne oder etwas böses möchte. Nur ist es mir auch wichtig den kleinen so gut wie möglich darauf vorzubereiten, damit er nicht in der ersten Klasse schon eine Ehrenrunde dreht, denn ich denke damit schwindet der Elan für die Schule.

Beitrag von picco_brujita 19.11.10 - 18:34 Uhr

mich kotzt mittlerweile dieses gefasel der kitas und kigas dermaßen an, wenn es immer heist ein kind sei entwicklungsverzögert.
verdammt noch mal, was haben wir früher gemacht???? es ist schon heftig, wenn ich sehe wieviele kinder in der heutigen zeit angeblich entwicklungsverzögert sind - was wollen die denn? lauter mini einsteins?

hör auf dich selbst und entscheide du ob dein kind soweit ist! und wenn sogar ein logopäde sagt, dass die entwicklung normal ist, dann wird es wohl so sein.

lg
brujita

Beitrag von mami-2010 19.11.10 - 19:56 Uhr


Du sprichst da meinem Mann total aus der Seele.

Beitrag von humor 19.11.10 - 21:59 Uhr

Leider ist es wirklich so, dass mehr Kinder als z. B. in den 80 er Jahren Entwicklungsverzögert sind. Ich sage da nur "Die Fernsehgeneration". Heutzutage werden viele Kinder überall mit dem Auto hingekarrt, keine Spaziergänge gemacht (Folge kann eine starke beeinträchtigung der Motorik sein).
Kleine Einsteine? Das ist doch blödsinn. Aber was ist so schwer daran, seinen Kind regelmäßig ein Buch vorzulesen? Oder KEIN ferrnseh anzumachen, sondern eigene Fantasien entwickeln zu lassen? Das sind so Sachen, die eine Verzögerung herrufen kann, abgesehen von den medizinischen Schwierigkeiten die natürlich auch da sind, nicht mehr oder weniger als Früher.
An die TE:
Vertraust du denn Erzieherinnen? Es ist sehr selten das ein kind wirklich zurückgestellt wird. Da müssen schon gravierende Gründe vorliegen.

Hör auf dein Bauchgefühl.

LG, Anna

Beitrag von alpenbaby711 19.11.10 - 19:49 Uhr

Unser Kinderarzt früher meinte auch mein Sohn wäre normal entwickelt. Heute ist er schwerbehindert und Autist. Glaub nicht alles!
Ela

Beitrag von mami-2010 19.11.10 - 19:59 Uhr


Hallo,

ich hoffe das es nicht zu persönlich ist aber in welchem Alter hat es sich bei Deinem Kind gezeigt? Und hast Du evtl. auch Veränderungen an Deinem Kind bemerkt?

Gruß

Beitrag von alpenbaby711 19.11.10 - 21:13 Uhr

Nein nein keine Sorge zu persönlich ist mir das nicht. Mein Kind ist zwar durch das zu 100% schwerbehindert ( sieht man ihm kaum an) aber ich geh sehr offen damit um.
Ich behaupte so um 2,5 bis 3 Jahre herum fiel mir auf er ist anders oder komisch. Stärker mit 3.5 Jahren . Das Problem ich war sogar beim Kinderarzt und sprach ihn auf ein paar Sachen an. Der meinte ob ich mein Kind für behindert halte. Hab ich noch gesagt: aktuell nein, aber in meinem Kopf hatte ich trotzdem die ganze Zeit das Gefühl das Kind hat was behindertes an sich. Das Problem ist nur es ist nicht offensichtlich und es war in erster Linie ein Gefühl. Nur wie willst du das Ärzten begreiflich machen oder erklären wenn man das selbst nicht kann!
Autismus ist angeboren also von GEburt an vorhanden und nicht erworben, also später entstanden. Mit der Zeit wurden ein paar Eigenarten stärker und so kam es zur TEstung. Da hatten wir es dann mit Brief und Siegel wie man so schön sagt. Autismus fällt oft erst im 3. Lebensjahr auf was ja auch zu uns paßt. Aber mit dem Wissen was ich dazu jetzt erst habe sag ich rückblickend klar das es vorher schon vorhanden gewesen ist und es Anzeichen dafür gab im Verhalten und überhaupt. Das weiß ich aber auch erst jetzt. Meiner hat ja außer Autismus ( Kanner Autismus= Frühkindlicher Autismus),noch ne Wahrnehmungsstörung, ne Entwicklungsverzögerung, ne Teilleistungsstörung und auch noch ADHS. Er kriegt Medis gegen letzteres was ihm auch deutlich hilft.
Aber ich will nicht sagen das dein Kind auch sowas hat oder so. Mein eigentlicher Kinderarzt war selbst Arzt in einem SPZ und referiert sogar über die Entwicklung von 2 bis 3 Jährigen was die können sollten. Tja noch Fragen? Der hats nicht gemerkt. Gut ich sag auch dazu ich erwarte nicht das jemand mein Kind bei 15 Minuten U-Untersuchung so gut deuten kann wie ich bei 24 Stunden. Trotzdem erwarte ich von jemand mit so einem beruflichen Werdegang etwas mehr. Es hätte die Sache zwar nicht verändert aber vielleicht hätte man ein paar Sachen früher angehen können. Verstehst du!?
Vor allem hat mein Sohn anfangs noch ein paar Sachen im üblichen Entwicklungsschema mitgemacht. ER lief innerhalb von 18 Monaten genauer gesagt mit 17 Monaten und 1 Tag lief er frei. Er fing aber nicht von sich aus an die ersten Schritte zu machen dazuz musste man ihm helfen . Normalerweise sollte man Kinder nicht erinnern wenn sie etwas falsch machen weil sie das zurückwirft. Mein Sohn brauchte aber ständige Erinnerung wie was richtig war ( Sprache, Entwicklung) sonst klappte es nicht. Ich musste ihm zeigen welche Schritte er wie machen musste sonst hätte ers nicht selbst gemacht. Eben viele was ich heute anders deute.
Inzwischen entwickelt er sich nicht mehr im Schema 08/15 sondern braucht länger bis er etwas kann was er schon längst können sollte. Die Abstände werden manchmal immer größer was jetzt mehr auffällt. ER malt jetzt erst Häuser, er ist geistig auch etwas zurück. Wie gesagt ich liebe mein Sohn so wie er ist aber ich habs einfach vorher gewußt.
Wenn du noch mehr Fragen hast gerne per PN oder so. Wie gesagt keine Scheu ich geh sehr offen damit um und es ist mir auch nicht peinlich.
Ela;-)

Beitrag von engelshexle 19.11.10 - 22:07 Uhr

Hallo mama2010,

ich bin seit über 15 Jahren als Erzieherin aktiv und es gibt immer wieder Eltern, die zwecks Einschulung/ Rückstellung sehr unsicher/ uneinig sind....

Als Erstes: DU kennst dein Kind am Besten, hör auf dein Bauchgefühl !!!!!
Was sagt denn dein Sohn ? Will er in die Schule ??? Kinder sind oft sehr klar in ihren Aussagen und können sich selbst schon recht gut einschätzen.....

Ich bin auch nicht dafür, Kinder, die eigentlich schulreif sind noch im Kiga zu belassen, aber so wie du dein Kind beschreibst denke ich, daß er noch ein Jahr Zeit bekommen sollte....

Ärzte legen andere Maßstäbe für eine Schulreife an, als z.B Erzieher....Wichtig für das Kind ist nicht nur die geistig/kognitive Reife sondern auch die soziale Reife und genau dieser Punkt ( noch sehr verspielt, entzieht sich anstrengenden Situationen...) würde mich bei deinem Süßen zu einem weiteren Kigajahr tendieren lassen....
Wie reagiert er auf unbekannte Aufgaben ? Traut es sich zu vor einer Gruppe zu reden ? Kann er seine Bedürfnisse artikulieren und gleichzeitig sie für eine Weile zurückstellen ? Schafft er es sich über eine längere Zeitspanne zu konzentrieren und an etwas dranzubleiben? Findet er Lösungen, wenn etwas nicht so geht, wie er es sich vorstellt ? Kann er Rücksicht auf andere nehmen ohne sich selbst zu vergessen ?

Das sind Punkte, die mir bei unseren Schulanfängern immer wichtig waren...

Wie gesagt, so etwas wird von Ärzten nicht abgeklärt (dafür haben sie ja auch keine Zeit und kennen das Kind zu wenig )...

Ich hab schon oft die Erfahrung gemacht, daß ein Jahr mehr Kiga den Kindern sehr viel Selbstvertrauen gibt....

Und ich denke es ist für eine erfolgreiche Schulzeit wichtig, daß die Kinder mit Spaß und Freude in die Schule gehen und nicht schon zu Anfang überfordert werden...

Unter www.familienhandbuch.de gibt es sehr gute Artikel zum Thema Schulreife...

Hoff, ich konnte dir ein paar Denkanstösse geben...

Liebe Grüße vom engelshexle

Beitrag von mami-2010 20.11.10 - 12:00 Uhr


Hallo engelshexle,

vielen Dank für Deine Worte, unter Deinem genannten Link habe ich mich auch schon informiert.

Und einiger Deiner Fragen sind wirklich hilfreich auch noch einige Dinge abzuklären...

Danke

mami-2010

Beitrag von engelshexle 20.11.10 - 19:53 Uhr

Gern geschehn ;-)

Die Entscheidung die ihr jetzt treffen müsst ist sehr wichtig für die Zukunft eures Schatzes, deshalb denke ich, muß man genau abwägen und vorallem: hör in dich hinein...DU kennst dein Kind am Besten und erlebst ihn die meiste Zeit und in vielen Situationen....

Liebe Grüße....

Beitrag von plda0011 19.11.10 - 22:27 Uhr

Hallo,

wenn du den Eindruck hast, dass dein Kind noch nicht so weit ist würde ich die Möglichkeit nutzen ihn noch ein Jahr in der KiTa zu lassen. Ich bilde mir ein, dass es den Kindern wahnsinnig hilft, wenn man ihnen eher mehr Zeit gibt um die Persönlichkeit auszubilden, bevor man sie in die Schule steckt.

Auch in Hinsicht auf ihre schulischen Leistungen.

Ich finde es total widersinnig, dass der Kann-Muss-Kind (oder wie die alle heissen) Zeitraum immer weiter zurückgesetzt wird. Mein Sohn hat keine Wahl und muss wohl auf jeden Fall kurz vor seinem sechsten Geburtstag in die Schule. Wäre er ein paar Jahre früher geboren worden, wäre er nur ein Kann-Kind gewesen und man hätte noch die Wahl gehabt...

LG

Beitrag von mami-2010 20.11.10 - 12:06 Uhr


Hallo,

Wir hier haben ja nun Gott sei Dank die Möglichkeit mitzureden ob das Kind in die Schule kommt oder nicht, doch wie gesagt nur mitreden aber letztenendes entscheidet es doch das Schulamt.

Und wenn ich höre das die Kinder die mit 6 Jahren eingeschult werden "ÜBERALTERT" sind, dann frag ich mich, was waren wir dann die mit 6 oder 7 Jahren eingeschult worden sind?

Es ist eben alles sehr sehr schlimm geworden, ich mag auch nicht daran denken wie es wird wenn unsere Kinder dann mal Kinder haben.

LG