Eine Liebesgeschichte (SILOPO lang)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von einfachmalso 19.11.10 - 14:57 Uhr

Vor etwa 6 Jahren lernte ich, hier in unserer Stadt, einen Mann auf der Straße kennen.

Die Umstände unter denen wir uns kennen lernten, waren damals alles andere als leicht.

Mein Mann war 2 Monate zuvor tödlich verunglückt. Und er hatte, so machte es den Eindruck auf mich, den Glauben an die Frauen oder sogar die gesamte Menschheit, verloren. Dennoch schlug er sich wacker. Wenn auch nicht mehr ganz aufrecht, bzw. aufrichtig.

Er kümmerte sich liebevoll um seinen Sohn, um den es, auch durch seine Ex, viele Probleme gab.

Zwischen uns entwickelte sich eine Art Beziehung. Langsam vorsichtig.

Alles war wirklich wunderschön.
Bis er ganz plötzlich anfing, mir Dinge zu unterstellen, ich nenne das jetzt mal so, die ganz und gar nicht so von mir beabsichtigt waren, wie er sie empfunden haben muss. Aus seinem Misstrauen mir gegenüber, wuchs mein Misstrauen Ihm gegenüber.

"Frauen knallen eh nur durch". Ein Satz, den er vielleicht nur ein einziges Mal erwähnt hat, den ich aber nie vergessen habe und durch sein Verhalten auch nie vergessen konnte.
Es vergingen Jahre, in denen ich mich wirklich unendlich geprüft und getestet gefühlt habe. Das war für mich eine Anspannung ohne Ende.

Mit Ihm darüber zu sprechen war nicht möglich. Jedes Gespräch schlug Ihn in die Flucht. Es war zum Haare raufen. Ich hielt mich selbst für verrückt, das ich das mitmachte. Hielt ich Ihn doch auch längst schon für ein A... oder sogar für einen Heiratsschwindler. Es gab Anzeichen dafür.

Er erwähnte mal "Multiple Persönlichkeit".
Ich empfand es so, als hätte er sich, aufgrund seiner Lebensgeschichte, ein unendliches Sicherheitsnetz gebastelt, das Ihn auffing wenn er fiel oder abglitt. Jedoch konnte er es nie zulassen aufgefangen zu werden oder wirklich zu vertrauen.
"Getrennt" habe ich mich absichtlich und bewusst nie von Ihm. Ich ließ Ihn und ich ließ "es laufen".

Eines Tages musste ich ausbrechen aus der ganzen Situation. #wolke Ich "knallte durch". Bewusst. Musste die Bombe platzen, und die Katze aus dem Sack lassen.
Bombardierte Ihn mit völlig sinnfreien, sinnvollen aber auch provokanten SMSs und E-mails. Ab und an einen Anruf, er möge bitte mit mir sprechen.

Ende vom Lied: Er fühlte sich bedroht von mir.
Drohte mir mit der Polizei, was ich verständlich fand. Ich erwiderte "Ja, mach doch, dann kann ich denen auch gleich was erzählen."

Logisch, das er jetzt nicht mehr mit mir spricht.

Dumm nur, das ich Ihn wirklich liebe.

Den verrückten aber doch liebevollen, den ganz großen, manchmal auch kleinen, den unglaublich schüchternen aber Großes-Mundwerk-Mann #liebdrueck

Den liebevollen, auch ernsten Vater, aber eben auch den kleinen Jungen in Ihm.

Sorry, das musste mal sein!

Beitrag von similia.similibus 19.11.10 - 15:18 Uhr

Das nennst du "Liebesgeschichte"? #gruebel

Beitrag von mauseannie 19.11.10 - 15:30 Uhr

Liebesgeschichte??? Welche Liebe? Das ist ein jahrelanger Horrortrip!

Beitrag von guest70 19.11.10 - 15:35 Uhr

Das ist gruselig #zitter

Wer sich so verhält, benötigt Hilfe - wer es sich gefallen lässt und diese Art der Abhängigkeit mit Liebe verwechselt - ebenfalls!!

Beitrag von zzhhuukk 19.11.10 - 16:36 Uhr

Hut ab: Du hast eine Liebesgeschichte mit einem tödlich Verunglückten, also einem Toten.

Beitrag von stubi 19.11.10 - 17:02 Uhr

Schon mal an professionelle Hilfe gedacht? Wenn du das Liebesgeschichte nennst, na dann ...