Warum abstillen?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von vchilde1976 19.11.10 - 15:21 Uhr

Hallo Mädels!

Mich interessiert ganz einfach, aus welchen Gründen Mütter abstillen. Hintergrund meiner Frage ist ein Erlebnis in der Klinik, in der ich entbunden habe. Als ich gerade meinen Sohn gestillt habe und dabei von einer Hebamme beobachtet bzw. angeleite worden bin, kam eine Kollegin herein, die wissen wollte, ob eine andere Patientin (hatte an diesem Tag ihr Baby bekommen) ebenfalls angeleitet werden muß. Darauf die Hebamme: "Nein, sie hat abgestillt."

Ich möchte Euch um eine sachliche Diskussion bitten. Das Thema interessiert mich, und im Verwandten-/Freundeskreis wird darüber auch gesprochen.

Viele Grüße
vchilde1976 (stillt voll)

Beitrag von lilly7686 19.11.10 - 15:31 Uhr

Würde mich auch interessieren!
Aber mal hier die Gründe meiner Bekannten.

Meine Nachbarin hatte blutige BW bei der Großen und wollte den Kleinen dann partout nicht stillen, wollte es nicht mehr versuchen.

Eine Bekannte meinte, ihr Sohn hätte nicht trinken wollen und hätte die Brust komplett verweigert (schon am ersten Tag noch im KH).

Eine Freundin hatte nach 4 Monaten keine Milch mehr weil sie wieder arbeiten ging und Stress hatte.

Eine andere Freundin meinte, sie hätte nach 3 Monaten plötzlich keine Milch mehr gehabt.

Meine Stiefmutter hat einmal nach 4 und einmal nach 6 Wochen keine Milch mehr gehabt.

Meine Mutter hatte bei meinem Bruder nach 5 Wochen keine Milch mehr und bei mir wollte sie nicht "dass ich da dauernd am Busen häng".


Ich selbst stille meine Kleine noch immer voll (5,5 Monate).
Meine Große konnte ich nicht stillen, weil sie 13 Wochen zu früh kam. Nach 4 Wochen abpumpen kam keine Milch mehr. Es gab damals keine Unterstützung vom KH oder meiner Familie (na, wie auch). Und Internet hatte ich damals keines (ob mans glaubt oder nicht; ja, ich hatte vor 7 Jahren noch kein Internet und keinen PC). Demnach konnte ich mir keine Hilfe holen. Dass es Stillberater gibt, weiß ich erst, seit ich die Kleine bekommen hab.

Lg

Beitrag von vchilde1976 19.11.10 - 15:45 Uhr

Bei mir wollte es im KH ebenfalls nicht mit dem Stillen klappen. Ich hatte zwar Hilfe, und die Hebammen und Krankenschwestern waren sehr bemüht. Aber Probleme mit meinen Eltern haben Streß in mir verursacht, so daß die Milch nicht fließen wollte. Erst als ich daheim war, ist die Milch eingeschossen, aber so was von! Ich bin froh, daß ich meinen Simon voll stillen kann! Im KH wollte ich schon mehrfach aufgeben und hatte mich innerlich schon mit dem Gedanken angefreundet, abzustillen und Simon mit der Flasche großzuziehen. Aber wie gesagt: Hebammen und Krankenschwestern waren sehr bemüht und haben mich immer wieder ermutigt. Schade, daß das nicht selbstverständlich zu sein scheint.

Beitrag von lilly7686 19.11.10 - 15:48 Uhr

Ich finde es vorallem schade, dass es in einem von der unicef als "stillfreundlich" ausgezeichneten KH nicht selbstverständlich ist.

Meinem Kind wurde ohne mich zu fragen in der ersten Nach zwei Mal die Flasche gegeben. Man hatte sie ins Kinderzimmer gebracht, damit ich mich "ausruhen" konnte. Man wollte sie mir zum Stillen bringen. Ich hab sie am nächsten Morgen nach zwei Mal Nachfragen (hatte KS und konnte nicht aufstehen) bekommen. Mit den Worten "So ein braves Mäderl, zwei Flascherl hats getrunken!"
Außerdem hatte sie nach jedem Wickeln den Schnulli im Mund, obwohl ich gesagt hatte, ich will nicht, dass sie einen Schnulli kriegt.

Soviel zu stillfreundlich...

Beitrag von imrhien 19.11.10 - 15:35 Uhr

Hej,
ich denke da gibt es verschiedene Gründe. Manchen Frauen ist der Gedanke unangenehm (hat mir eine mal gesagt). Manchmal wollen es auch die Männer nicht. Gerade jüngere Frauen können sich nicht vorstellen so abhängig oder gebunden zu sein. Wer arbeitet muss/will vielleicht bald wieder in die Arbeit und da ist die Flasche einfacher.
Andere hatten vielleicht vorher bei anderen Kindern so schlechte Erfahrungen gemacht, dass sie es gar nicht wieder versuchen wollen.
Ich habe ein Kind gestillt und eines nicht. Bei dem 2. Kind konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht. Nach etwa 2 Wochen nach der Entbindung musste ich Medizin nehmen, die in die Milch ging. Da musste ich innerhalb von 8 Stunden abstillen. Das war allerdings kein schönes Erlebnis. Jetzt, beim Dritten, stille ich wieder. Aber ich bin durch die Erfahrung mit der Flasche auch entspannter geworden. Ehrlich, das war leichter und weniger stressig. meine Stillerfahrung war nicht sooo schön wie manche das beschreiben. Es war ok, gut und richtig für mich, aber die Flasche war auch nicht schlecht. Zumal ich nicht weniger Bindung zu diesem Kind habe. Von Aspekt der Gesundheit (allergien) abgesehen, kann ich durchaus verstehen, dass Flasche manchmal leichter ist. Zumal die Kinder schneller einen Rhythmus bekommen.
Diesmal werde ich stillen so lange es für mich passt. Und dann wenn nötig auf Flasche umsteigen.

Grüße
Imrhien

Beitrag von 2007.shady 19.11.10 - 19:11 Uhr

das hast Du schön auf den Punkt gebracht!

LG

Beitrag von imrhien 19.11.10 - 19:25 Uhr

Danke sehr. Und das ich, wo ich mich doch nie kurz fassen kann :)

Liebe Grüsse
Imrhien

Beitrag von danny1878 19.11.10 - 15:50 Uhr

Ich persönlich verstehe das auch nicht.
Es gibt nichts besseres. Immer die richtige Temperatur, Zusammensetzung, immer dabei, es muss nichts angemischt werden. Die Nähe beim Stillen ist herrlich, wenn man mal weg muss wird abgepumpt... Alles prima und sogar für UMSONST!

Eine Freundin konnte nicht, da ihr Sohn ne Trinkschwäche hatte. War ihr dann dauerhaft zu nervig immer abzupumpen.
Meiner Bettnachbarin im KKH war die Nähe unangenehm und sie mochte ihre Brust nicht.
Einer anderen Bekannten war der Druck zu gross...

Ich glaube, da gibt es die verschiedensten Gründe.
Für mich wäre/würde eine Welt zusammenbrechen, wenn ich nicht stillen könnte/dürfte...

LG Danny, die gerade vollgespuckt wurde und sich nun umziehen kann.

Beitrag von sabrina1980 19.11.10 - 15:50 Uhr

#sonne

ich kann dir meine Gründe gern nennen.

Eines vorweg...ich finde es toll, wenn man stillt und es alles super klappt, was mich einfach nervt ist...das es immer mal wieder Frauen gibt, die das normalste von der Welt so in den Himmel loben und es immerwieder betonen wie lange sie denn schon stillen.

Bei Carla-Joelle lief alles schief, die Geburt (Sternengucker> Zange> Dammschnitt mit Riss 3.Grades) Dammnaht nach 3 Tagen gerissen, Entzündung, nach Gabe von Amoxicilin allergisch reagiert, nach 4 Wochen ambulant nochmal genäht....in dieser schweren Zeit habe ich trotzdem versucht zu stillen...

...nachdem ich aber nach dem 2ten mal nähen nach der Narkose aufgewacht bin, habe ich solche Schmerzen gehabt und ich fragte die Schwester ob sie mir eine Voltaren Tablette geben kann....die Antwort war....kann ich ihnen nicht geben "sie stillen"....ich war sprachlos und fühlte mich bevormundet.

Später wurde ich von Arzt&Bekannten& Hebamme förmlich genötigt weiterzustillen (hatte überlegt abzustillen und dies auch angesprochen)...ich bekam immerwieder zu hören "versuchen sie es weiter, das ist doch so gut"...in dieser Zeit hat mich keiner gefragt wie es mir eigentlich geht.

Man kann sich das so vorstellen...mein Mann hat sich 5 Wochen extra freistellen lassen damit er mir helfen kann, ich konnte ja noch nichtmal unser Kind auf den Arm nehmen um es zu stillen...in dieser Zeit konnte ich eh nur im liegen stillen....5 Wochen lang konnte ich nicht mal laufen und dann hatte ich noch einen astreinen Baby Blues....nach 7 Wochen habe ich dann abgestillt.

Beim 2tem Kind habe ich mich gegen das stillen entschieden..im nachhinein trauere ich dem schon ein bisschen nach, aber nun ist es so.

lg
Sabrina

Beitrag von sonne_1975 19.11.10 - 23:36 Uhr

Hm, mir wurde nach der 1.Geburt mehrere Tage Voltaren-Zäpfchen gegeben (rezeptpflichtige, also starke), obwohl ich gestillt habe. Es war gar kein Problem, auch lauter Hebamme.

Beitrag von sabrina1980 20.11.10 - 00:03 Uhr

Kurz nach der Geburt, habe ich auch eine Voltaren Schmerztablette bekommen (weil die Schmerzen echt nicht zum aushalten waren), habe es ja auch nicht verstanden warum mir die Schwester keine geben wollte...sie hat mir doch tatsächlich eine Paracetamol angeboten#rofl

Beitrag von widowwadman 20.11.10 - 00:11 Uhr

Da hat die Schwester allerdings keine Ahnung gehabt, Voltaren darf man waehrend der Stillzeit einnehmen (mir haben die gut nach dem KS geholfen)

Beitrag von sabrina1980 20.11.10 - 00:21 Uhr

Wahrscheinlich bin ich an einer geraten, die keine Ahnung hatte:-(

Wie ich ja schon schrieb...unmittelbar nach der Geburt habe ich sie ja auch bekommen, aber in dem moment war ich #klatsch, ich war ja noch halb im Dämmerzustand:-(

Beitrag von lucaundhartmut 19.11.10 - 15:59 Uhr

Hi vchilde1976,

ich bin zwar selbst Brustmutter gewesen und werde es wohl auch wieder bei meinem 2. Kind sein, aber ich kenne viele, die kurz oder gar nicht per Brust gefüttert haben.

Da es weder etwas Schlimmes, noch etwas Verwerfliches, noch etwas fürs Kind Schadhafte ist, wenn man nicht oder kurz per Brust füttert (zumindest in Erste-Welt-Staaten wie der BRD), ist Deine Frage eigentlich etwas befremdlich. Aber gut.

Die Frauen, welche ich kenne und welche kurz oder gar nicht per Brust ernähren konnten, wollten oder durften, hatten/haben folgende Gründe (wobei man sich hierfür absolut nicht zu rechtfertigen braucht):

- 1 Frau bekam ihr Kind 13 Wochen zu früh und hatte auf Dauer nicht genügend Energie, abzupumpen und das Anlegen zu versuchen
- 1 Frau hat 6 Kinder in 2-Jahresabständen und kann es sich zeitlich nicht erlauben, ein Kind per Brust zu ernähren
- 1 Frau ist durch ihren Mann mit dem HI-Virus infiziert worden
- 1 Frau hat schwere Depressionen (ihr Mann hat Selbstmord begangen) und muss stärkste Medikamente einnehmen
- 1 Frau hat nachweislich zu wenig Milchdrüsengewebe
- 1 Frau ist teilbrustamputiert
- 1 Frau bekam ihr Kind trotz sehr häufigen Anlegens, guter Ernährung und fachgerechter Beratung auf Dauer einfach nicht satt
- 1 Frau hat nach dem 3. Kreislaufzusammenbruch aufgegeben
- 1 Frau hat bereits ein sehr junges Kleinkind daheim, das auch viel Zuwendung braucht und nicht "vernachlässigt" werden kann, nur weil die Mutter alle 90 Minuten das Baby per Brust ernähren muss
- 1 Frau ist drogensüchtig (aber in Behandlung)
- 1 Frau ist Alkoholikerin (ist in Behandlung)

Nebenbei: Es ist unlängst nachgewiesen worden, dass nicht alle Frauen anatomisch dazu in der Lage sind, ihr Kind zumindest in den ersten Lebensmonaten voll oder teilweise per Brust zu ernähren. Wenn man bedenkt, wie viele Frauen es auf dieser Welt gibt, sind das enorm viele.

Zudem gibt es sehr viele Gründe, weshalb eine Frau ihr Kind nicht lang (ausschließlich) per Brust ernähren kann, darf oder möchte.

Niemand hat das Recht, darüber zu urteilen.


LG
Steffi mit ehemaligem Brustkind Luca und Bauchzwergchen

Beitrag von lilly7686 19.11.10 - 16:06 Uhr

In deinen Aufzeichnungen zu stöbern und von Müttern zu schreiben, die hier im Forum mal ihre Geschichten erzählt haben, find ich etwas dreist von dir. Vorallem, zu behaupten, du würdest diese Frauen kennen...

Beitrag von vchilde1976 19.11.10 - 16:08 Uhr

Wieso befremdlich? Ich habe die Frage interessehalber gestellt. Und es steht mir wie auch niemand anderem zu, über abgestillte Frauen zu urteilen. Meine Mutter (der Grund, warum es zunächst im KH mit dem Stillen nicht klappen wollte) hat merkwürdige Bemerkungen gemacht, als ich von den Schwierigkeiten berichtete. Sie erzählte mir auch, daß sie mich voll gestillt hat, meine drei Schwestern aber Flaschenkinder waren: "Du hast ihnen die Milch komplett weggetrunken." Diese Bemerkung einen Tag nach der Entbindung hat mich richtig fertig gemacht.

Beitrag von nadja.1304 19.11.10 - 16:42 Uhr

#rofl
Ich weiß ja nicht, ob "per Brust", "Brustkind" und "Brustmutter" Fachausdrücke sind (ich hab sie zumindest noch in keinem meiner Bücher entdeckt), aber ich find sie einfach nur saukomisch........... sorry, das musste raus.

Beitrag von berry26 19.11.10 - 19:24 Uhr

Stillen ist einfach zu langweilig! Für manche Leute müssen eben extra Begriffe erfunden werden.#rofl#rofl

Beitrag von gslehrerin 19.11.10 - 21:56 Uhr

Dann kann ich dir noch die "Brusternährungsberaterin" und den "Brusternährungsvorgang" anbieten. Diese tollen Sachen kamen diesmal gar nicht.#schmoll

Beitrag von duvute 19.11.10 - 20:23 Uhr

Was ist Brustmutter?
Frau mit Brüsten?#kratz

Beitrag von tanzlokale 19.11.10 - 20:30 Uhr

Brustmutter ist der einzigartige Ausdruck für stillende Mutter, wenn man aus irgendeinem Grund zu verkappt und verbohrt ist, um diesen auch zu benutzen... mich überkommt immer das Gefühl, da hat wohl eine einen Stock im A..., wenn ich das lese.

Im Wortsinn wäre es natürlich die Mutter der Brust. Aber mit solchen sprachwissenschaftlichen Feinheiten will ich in diesem Fall mal gar nicht erst anfangen...

Beitrag von duvute 19.11.10 - 20:32 Uhr

Danke#winke

Beitrag von hoffnung2010 19.11.10 - 21:16 Uhr

die brustmutter is die, die manchmal nicht genug frauenmilch produzieren kann und deshalb auf die käuflich zu erwerbende säuglingsmilch umstellt und deswegen auch kein schlechtes gewissen haben muss.






#rofl#rofl

Beitrag von duvute 20.11.10 - 14:59 Uhr

wow super, danke!!!!!!!!!!!!!
#huepf#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl

Beitrag von hoffnung2010 19.11.10 - 21:14 Uhr

boooooaaaah, is schon erstaunlich, wie viele frauen du kennst, die keine frauenmilch geben konnten - und was die alle für probleme haben.....

#rofl

jaja, ich weiß, die käuflich zu erwerbende säuglingsmilch is eine gute lösung, für alle, die es einfach haben wollen! :-)