Frage zum Job - schlechtes Gewissen

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von maerzmini 19.11.10 - 17:53 Uhr

Hallo ihr lieben Mitschwangeren,

ich lese seit einiger Zeit ab und zu mal mit. Nun muss ich einmal etwas fragen.

Meine Situation ist so: Ich bin Lehrerin (verbeamtet auf Probe), aber an mehreren Schulen für die behinderten Kinder zuständig. Dieser Job macht viel Freude, ist aber ebenso anstrengend, da ich sehr viel Zeit im Auto verbringe und kaum Pausen habe. Nun hatte ich vor einigen Wochen schon einen Zusammenbruch (so nannte es jedenfalls meine Ärztin) und war auch im Krankenhaus. Danach wollte mich die Frauenärztin bis zum Mutterschutz krank schreiben. Da ich das aber nicht wollte, kämpfe ich mich nun Woche für Woche weiter. In manchen Schulen wird Rücksicht genommen, dass ich gerade nicht so fit bin. In anderen bekomme ich permanent zusätzliche Aufgaben (Dienste am Wochenende - die natürlich freiwillig sind...), meine Doppelbesetzung wird mir abgezogen oder ich muss ganz spontan Vertretungen machen - in mir vollkommen unbekannten Klassen (in Normalsituation auch überhaupt kein Problem für mich). Zusätzlich habe ich gerade einige Fälle, wo ich mich viel mit verschiedenen Ämtern auseinandersetzen muss, mich um Dolmetscher kümmern muss usw. Da gehen etliche Nachmittag in der Woche drauf. Dazu kommt dann noch meine ganz normale Unterrichtsvorbereitung, die ich teilweise nachts mache, wenn meine kleine Tochter (18 Monate) schläft. Ich bin hundemüde... und ich habe Bluthochdruck bekommen. Heute war es dann so, dass mich die eine Schulleiterin nach Hause schickte ... Das war mir so peinlich...

Meine Frauenärztin will mich krank schreiben, aber ich habe ein schlechtes Gewissen gegenüber den Schulen und den Kindern. Meine Aufgaben dort kann nicht einfach jemand anders übernehmen, sie sind zu speziell und ich bin mit den Fällen vertraut. Mein Mutterschutz würde Ende Januar erst beginnen. Bis dahin wollte ich durchhalten. Ich weiß (aus der letzten Schwangerschaft), dass die Schulen keine Vertretung bekommen, wenn ich erkranke (damals war ich sieben Wochen wegen vorzeitiger Wehen krank geschrieben).

Was soll ich tun? Ich merke, dass es mir von Tag zu Tag bescheidener geht, aber ich traue mich nicht, von der Krankschreibung gebrauch zu machen. Ich habe auch Angst, dass es mir, wenn die Festverbeamtung irgendwann ansteht nachteilig ausgelegt wird (nicht stressresistent oder sowas).

Ist hier jemand in einer ähnlichen Situation? Bitte gebt mir Tipps.

LG

Märzminis Mama (25.SSW)

Beitrag von tatjanag1978 19.11.10 - 17:59 Uhr

Hallo,

Schlechtes gewissen schön und gut. Was ist denn mit deinem Baby? Du scheinst so viel verantwortung für deine Schulen und Kinder usw zu zeigen aber irgendwie fehlt mir die verantwortung deines Kindes und dir Selbst gegenüber...#nanana. Gäbe es nicht die möglichkeit eines teil BV? Somit könntest du etwas kürzer treten und dennoch auf dich acht geben...#klee

Lg

Beitrag von kleinerracker76 19.11.10 - 18:00 Uhr

Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich arbeite auch sehr gerne in meinem Beruf... aber was eben nicht geht, das geht nicht...

So sehr du Mitleid mit den Kiddies hast, und ein schlechtes Gewissen wegen deinem Job muss ich jedoch sagen, dass du und vor allem dein Krümel jetzt wichtiger sind als alles andere?

Hört sich hart an, aber wer gibt dir von denen deine Gesundheit? Niemand wirst du jetzt sagen und so ist das auch!!!
Denk an deinen Schatz und trete wirklich kürzer. Wenn dein FA schon das BV gezückt hat, dann nehme es an, es ist zu deinem und vor allem dem Wohl deines Kindes!!!

GLG

Beitrag von blume333 19.11.10 - 18:00 Uhr

Hallo,
das ist ja wohl nicht dein ernst...man ist immer ersetzbar...
kümmere dich um dich und dein Baby u.Babybauch...
du tust dir u.deinem Kind keinen gefallen damit....willst du dich kaputt machen oder später dein eigenes Kind "behandeln"....sieh zu das du zur FA kommst...die weiss schon was sie sagt.....es geht um DEIN BABY.....später dankt es dir eh keiner...glaube mir


LG und alles gute Blume11ssw#ei

Beitrag von jane-zoe83 19.11.10 - 18:00 Uhr

Hallo


Ich kann Dich sehr gut verstehen, aber Du musst jetzt nur an Dich und dein Kind denken ! Wenn du merkst es geht Dir immer schlechter dann folge den Rat deiner Ärztin !

Beitrag von lelou83 19.11.10 - 18:03 Uhr

schön das du soviel an diese kinder denkst.ich ziehe meinen hut.
aber vergiss dich und dein ungeborenes nicht deswegen.
laß dich krankschreiben wenn du merkst das es dir nicht gut geht!

und ich glaube nicht das sich das mal negativ auswirken wird.

lg
jana mit mirek elias(5)&finley lennox(19ssw)

Beitrag von anikawu 19.11.10 - 18:12 Uhr

Hallo,
Dein Körper hat Dir ganz klar Deine Grenzen gezeigt. Mach Schluss damit und lass Dich erstmal krank schreiben. Es dankt Dir später keiner dafür, dass Du bis zum Ende in der Schule gewesen bist, wenn irgendetwas schief geht. Ich glaube nicht, dass es es Folgen für die Festverbeamtung hat. Bei uns an der Schule wäre es definitiv nicht so.
Wir haben gerade für eine Kollegin ausschreiben können, die acht Wochen vor dem Mutterschutz nicht mehr konnte und haben eine Vertretungslehrerin bekommen. Erstmal für die acht Wochen und im Anschluss kann sie dann die Mutteschutzvertretung machen. Ich persönlich würde mich kank scheiben lassen, wenn es mir so gehen würde wie Dir.
GlG Anika (11. SSW)

Beitrag von maerzmini 19.11.10 - 18:13 Uhr

Ich möchte mich bei euch für eure schnellen Antworten bedanken. Wahrscheinlich brauchte ich einfach nur mal ein Feedback - werde am Montag zu meiner Frauenärztin gehen.

Vermutlich kann ich etliches an Bürokratiesachen von zuhause per Mail erledigen.

Weiß jemand, wie so ein teilweise BV funktioniert? Ich fragte die Ärztin diesbezüglich, aber sie meinte nur ganz oder gar nicht. Entweder bin ich arbeitsfähig oder nicht.

Beitrag von kleinerracker76 19.11.10 - 18:20 Uhr

Hey, maerzmini... nehme bitte einen ganz doll gut gemeinten Rat an:

Lass auch den Bürokratie-Kram von daheim aus!!!

Manche Menschen sind dann der Auffassung, man kann dich immer damit belasten... eben auch dann, wenn es dir wirklich gar nicht gut geht. Glaube mir, denen ist das egal und sie werden auch kein Verständnis haben, wenn du dann mal nein sagst.

Ich war jetzt 2 Wochen krankgeschrieben und habe meiner Kollegin einiges über Telefon und E-Mail erklären müssen, da sie in nicht alle Arbeitsdinge von mir eingewiesen war (eine 100%ige Vertretung hat man eben heute nicht mehr). Mir war es oft eine Last... immer wieder ging der Ton der Eingangs-E-Mail... Tagsüber ab und an das Telefon... Mein Mann wurde langsam sauer...

Ich würde es nicht mehr so machen... so gerne ich meine Kollegen habe... aber wenn ich nicht da bin, bin ich nicht da... Es geht nur noch um mich und mein Krümelchen und dann kommt mein Mann... und dann gaaaaaaaaaaaaaaaanz lange nichts mehr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

GLG

Beitrag von lilienlisa 19.11.10 - 18:23 Uhr

Hallo,
ich bin ebenfalls Förderschullehrerin und kann mich, glaube ich, ganz gut in dich hinein versetzen. Auch mir geht es so, dass ich immer super pflichtbewusst bin und nur schwer zu Hause bleiben kann, wenn es mir nicht gut geht. Aber: Ich lerne es gerade! Zum Glück merke ich, dass es irgendwie ganz ohne mein Zutun "Klick" in meinem Kopf gemacht hat und sich die Prioritäten echt verschieben.
Du merkst selber, dass du an deine Grenzen kommst und sie immer wieder auch überschreitest. Und eigentlich weißt du, dass es weder für dich noch für dein Kind gut ist, oder?! Und: Was soll mit deinen Schülern passieren, wenn du irgendwann ganz zusammen klappst? Dann kannst du ihnen auch nicht helfen.
Ich weiß nicht, wie es bei euch geregelt ist, aber bei uns ist es so, dass die Schulleitung eine Feuerwehrlehrkraft beantragen kann (und sie in der Regel auch bekommt), wenn man WEISS, dass man über einen längeren Zeitraum fehlen wird. Solltest du also bis zur Geburt krank geschrieben sein, so wäre es zumindest bei uns so, dass für Ersatz gesorgt werden würde.
Besonders blöd ist natürlich auch, dass nicht an allen Schulen auf deinen Zustand Rücksicht genommen wird. Ansonsten hätte ich dir noch den Tip gegeben, dass man sich auch eingeschränkt berufsunfähig schreiben lassen kann. Meine Schulleiterin hat mir von dieser Möglichkeit erzählt. So hat eine Kollegin während ihrer Schwangerschaft immer nur bis zur 4. Stunde gearbeitet. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass das die optimale Lösung für dich wäre.
Ich glaube auch nicht, dass sich eine Krankschreibung negativ auf deine Verbeamtung auswirken würde. Da würde ich aber vorsichtshalber noch mal beim Personalrat oder bei der GEW nachfragen.
Wie auch immer: Du und dein Baby haben jetzt Vorrang. Und auch deiner Tochter gegenüber hast du Verpflichtungen. Auch ihr geht es mit einer Mutter, die ständig über ihre Grenzen hinwegsieht, sicher nicht gut.
Ich möchte dir jetzt kein schlechtes Gewissen damit machen, sondern dich vielmehr ermutigen, auf dich und deinen Körper zu hören!
Alles Gute für dich und dein Baby!

Beitrag von lilienlisa 19.11.10 - 18:25 Uhr

Ups, da war ich wohl ein bisschen langsam...

Beitrag von susannea 19.11.10 - 18:39 Uhr

Kein schlechtes Gewissen haben. ICh finde es mehr als fraglich, was da abläuft. Soviel ich weiß darfst du mit behinderten gar nicht mehr ohne weiteres arbeiten!