Kind macht Autotür auf und beschädigt dabei den Nachbarwagen.

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Beitrag von tauchmaus01 19.11.10 - 19:00 Uhr

Folgendes ist passiert:

Mutter und Kind gehen zum Auto auf einem Parkplatz. Die Mutter räumt etwas in den Kofferraum, das Kind (5) macht seine Tür auf und will einsteigen.
Dabei macht es die Tür etwas zu schwungvoll auf und die Autotür stößt an die Autotür des Nachbarwagens. Nun ist dort eine kleine, typische Beule.

Aus reiner Neugier frage ich mich, wie schaut die Schadensbehebung rechtlich aus? Zahlt die Autoversicherung den Schaden?
Gilt folgendes bei so einem Fall?

http://www.das-sichere-kind.de/haftung.html

Danke für Eure Meinungen,

Mona#winke

Beitrag von seikon 19.11.10 - 19:41 Uhr

Da der Schaden durch das Fahrzeug verursacht wurde (und nicht durch das Kind, auch wenn das die Tür geöffnet hat) wird der Schaden durch die KFZ Haftpflicht reguliert.

Beitrag von urbani 19.11.10 - 20:39 Uhr

Hallo!

Wie kommst Du darauf? Bei mir hat in dem Fall die Privathaftpflicht gezahlt!!!!

LG
urbani

Beitrag von -kopfsalat- 19.11.10 - 19:42 Uhr

Ich denke die private Haftspflicht ist dafür zuständig.

Beitrag von bibabutzefrau 19.11.10 - 20:02 Uhr

nein weil der Schaden durch ein Auto entstanden ist,ist die Autoversicherung zuständig.

Wäre das Kind mit einem Gegenstand am Auto entlang geratscht -dann wäre die Haftpflicht zuständig.

Beitrag von -kopfsalat- 19.11.10 - 20:12 Uhr

ehrlich, ich hab keine ahnung. Daher schrieb ich "Ich denke.."

Gruß
Salat

Beitrag von bibabutzefrau 19.11.10 - 20:18 Uhr

ist doch kein Problem,ich weiss es ja;-) (wir hatten den Fall auch schon,Minimacke an altem Auto kostete dann 1300 Euro#schock)

Beitrag von buzzfuzz 19.11.10 - 20:10 Uhr

dein kind ist 5,war sie es?

ist doch nix schlimmes:-) Ruft man die Autoversicherung an und die regelt den rest.

Diana

Beitrag von urbani 19.11.10 - 20:38 Uhr

Hallo!

Genau der gleiche Fall ist mir vor 4 Jahren auch passiert. Mein Auto stand auf einem Parkplatz, mein damals 12jähriger Sohn wollte aussteigen und kam mit der Beifahrertür ziemlich heftig an ein neben uns parkendes Auto. Es war Freitagabend, bei der Versicherung erreichte ich niemanden und so fragte ich hier bei urbia nach - genau wie Du jetzt.

Jeder hier war sich total sicher, dass das ein Fall für meine Kfz-Haftpflichtversicherung sei, da der Schaden ja durch das Auto entstanden sei (was mich ziemlich ärgerte, denn ich hatte noch nie einen Unfall und damit wären meine Prozente hochgegangen)

Wie überrascht war ich da, als mir die HUK dann mitteilte, dass der Schaden durch meine PRIVATHAFTPFLICHT erstattet würde! Was hab ich mich gefreut! So stiegen nicht meine Prozente, der Schaden (fast 1500 Euro) wurde durch die Privathaftpflicht bezahlt und ich war glücklich!

Also nicht immer haben die Urbianer(innen) hier recht! Es kann natürlich sein, dass Versicherungen in so einem Fall unterschiedlich reagieren, aber bei mir war es eben so.

LG
urbani

Beitrag von liki 19.11.10 - 21:16 Uhr

Hallo Mona,

unser Auto wurde Anfang des Jahres auf diese Art von einem Kind, das aus dem Nachbarfahrzeug stieg, beschädigt.

Nach einigem Hin- und Her (die Fahrzeughalterin behauptete, das Kind gar nicht zu kennen und nur zufällig und zum ersten Mal mitgenommen zu haben und war nicht bereit, ihre Daten rauszugeben, etc...)

hat schlussendlich tatsächlich die Privathaftpflicht des Kindes (also von den Eltern des Kindes) gezahlt. Das hat mich gewundert, ich hätte die KFZ-Versicherung der Fahrzeughalterin vermutet... aber: nein, es zahlte die Privathaftpflicht.

das Kind war glaube ich 11 Jahre alt - keine Ahnung, ob das relevant ist (wegen Aufsichtspflicht).

LG, liki

Beitrag von urbani 19.11.10 - 21:29 Uhr

Genau, so wars bei uns auch! Die Privathaftpflicht ist zuständig!

Beitrag von liki 19.11.10 - 22:03 Uhr

erstaunlich, gell? #winke

Beitrag von bibabutzefrau 19.11.10 - 22:46 Uhr

bei uns eben nicht.Die Dame von der KFZ und die von der Haftpflicht erklärten uns dass das Auto durch UNSER Auto beschädigt wurde,also greift die KFZ Versicherung.

Wenn ich jetzt mit nem Einkaufskorb am anderen Auto hängen geblieben wäre ,würde die Haftpflicht greifen.

Beitrag von superschatz 20.11.10 - 10:57 Uhr

Nach einigem Hin- und Her (die Fahrzeughalterin behauptete, das Kind gar nicht zu kennen und nur zufällig und zum ersten Mal mitgenommen zu haben und war nicht bereit, ihre Daten rauszugeben, etc...)

Sorry, aber ich liege gerade unterm Tisch vor Lachen. Sie hat behauptet, das wäre nicht ihr Kind und sie würde es gar nicht kennen? Was hat dieses Kind dann in ihrem Auto zu suchen, wenn sie es nicht kennt? #rofl#huepf#rofl

Beitrag von liki 20.11.10 - 21:12 Uhr

ja, im Nachhinein mussten wir auch total lachen #rofl. Aber in der Situation wars nicht grad lustig...
ich meinte dann, das klingt ja schon fast wie eine Kindesentführung...#schock

auf jeden Fall mussten wir die Polizei holen, anders war gar nix möglich...

#winke

Beitrag von urbani 20.11.10 - 21:18 Uhr

Bei uns weigerte sich die Polizei damals, überhaupt zu kommen. Die meinten, es sei kein Verkehrsunfall und wir sollten das unter uns klären. Und als Zeugen würden die auch nicht fungieren. Es wurde hinterher ein wenig schwierig, weil die Besitzerin des geschädigten Autos behauptete, dass auch noch ihr Spiegel in Mitleidenschaft gezogen worden sei, was nicht stimmte. Musste dann noch ein Gutachter ran, der das dann glücklicherweise ausschloss!

Beitrag von lisasimpson 19.11.10 - 22:13 Uhr

hallo!

Ja, also im grunde ist das richtig so.
Das Kind ist schuldunfähig.

ob deine privathaftpflicht dafür aufkommt hängt davon ab, ob entweder schuldunfähige kinder extra mitversichert sind (was sich immer anbietet machen zu lassen!) oder ob du deine aufsichtspflicht verletzt hast (was aber in diesem fall höchstwahrscheinlich nicht angemommen werden kann.

laß es deine privathaftpflicht prüfen. kommen die zu dem ergebnis, daß sie nicht zur zahlung verpflichtet sind, bist du es auch nicht (außer dein kind hat es mit absicht gemacht)

lisasimpson

Beitrag von manavgat 20.11.10 - 11:05 Uhr

Das geht über Deine Haftpflicht.

Melden und gut ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von rienchen77 20.11.10 - 12:38 Uhr

bei uns hat das die KFZ Versicherung übernommen, aber der Schaden war gering und wir haben den Schaden selbst bezahlt...war besser als hochgestuft zu werden und wir haben nur eine PKW Haftpflicht...

Beitrag von tauchmaus01 20.11.10 - 17:43 Uhr

Danke für Eure TIps, der Schadenliegt wohl nur bei 100 € (ausbeulen und polieren) daher werden wir den Schaden auch so zahlen ;-)
Aber denoch interessant mal herauszufinden wie es rein rechtlich ausschaut.....daher werden wir Montag nochmal genauer nachhaken bei den Versicherungen.

Mona

Beitrag von woodgo 20.11.10 - 18:43 Uhr

Hallo,

wir haben das erst durch, meine Tochter mit dem Auto der Feundin, also sie hat sie früh mit zur Schule genommen. Ihre Autotür (unbeschädigt) gegen eine andere Tür.
Im Nachhinein hätte es über die Fahrzeugversicherung meiner Freundin geregelt sein müssen, aber die wollten es nicht melden. Der Kostenvoranschlag lag bei ca. 1000 Euro#schock ja, wir hatten auch mit 100 Euro gerechnet, aber falsch gedacht.
Unsere private Haftpflicht wäre eingesprungen, wenn die Autohaftpflicht nicht gezahlt hätte, aber es wurde ja nicht gemeldet.
Ich muß dazu sagen, der Mann meiner Freundin wäre nach der Schadensregulierung in der Versicherung nicht mal aufgestiegen. Na egal.
Unsere Versicherungsfrau hat uns dann noch darauf hingewiesen, daß in dem Fall eigentlich keiner haftet, Kind ist unter 7 Jahren. Da wir aber selber schon ein paar Schäden an unseren Autos hatten, und sich die Verursacher aus dem Staub gemacht hatten, und überhaupt, macht man es nicht, einfach abzuhauen, wollten wir den Schaden auch zahlen. Mit dem Autohaus unseres Vertrauens haben wir dann 500 Euro zahlen müssen. Dem Mann mit dem beschädigten Auto tat das alles sehr leid und er hat auch immer gesagt, wie froh er ist, daß der Schaden gemeldedt wurde. Und wir sind eigentlich auch froh und eben 500 Euro leichter#schwitz

LG

Beitrag von tauchmaus01 20.11.10 - 20:16 Uhr

In unserem Fall ist es nur eine kleine Delle die herausgedrückt werden kann. Dem Fahrzeughalter liegt viel daran dass es auch dabei bleibt, denn falls lackiert wird, sinkt der Wert des Autos.
Er war heute in der Werkstatt, die "Reparatur" liegt bei 100 €.

500 €, wow..
Ein Schaden an unserem Auto vor 4 WOchen kam dem Verursacher 1800 € (neue Stoßstange, dann die Lackierung dieser und die Arbeitszeit sowie der Leihwagen für mich für 3 Tage...)

Mona

Beitrag von woodgo 21.11.10 - 10:47 Uhr

Hallo,

na bei uns war´s auch nur ne kleine Delle, aber das Auto war neu und es hing mit dem Lack zusammen. Naja, Leihwagen und Arbeitsstunden waren auch dabei.
Dann seid Ihr ja mit 100 Euro gut dran;-)

Schönen Sonntag noch.

Beitrag von ra-cc4kids 27.05.16 - 10:37 Uhr

Liebe alle,

als Anwältin: Solange das Auto steht, ist der Schaden nicht "beim Betrieb" das KFZ entstanden und fällt deshalb nicht unter die strenge KFZ-Gefährdungshaftung:

http://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__7.html

Deshalb ist er auch kein Schaden für die KFZ-Haftpflicht, sondern allenfalls für die Privathaftpflicht.

Auch die Privathaftpflichtversicherung zahlt nur, wenn entweder ihr zahlen müst (also eine "Haftpflicht" = Pflicht zur Haftung/zum Schadensersatz besteht) oder wenn der Tarif kulanzhalber auch "Schäden durch deliktsunfähige Kinder" mit umfasst, so dass man keinen Ärger bei der Frage des Verschuldens hat.

Dass ihr für einen solchen Schaden wirklich zahlen müst (also eine "Haftpflicht" = Pflicht zur Haftung/zum Schadensersatz besteht) ist nur der Fall, wenn entweder

1) die Aufsichtspflicht verletzt wurde (das ist in so einem Fall eher unwahrscheinlich):
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__832.html

oder

2) das Kind selbst schon verschuldensfähig (über 7 Jahre und weitere Voraussetzungen) ist und mindestens fahrlässig gehandelt hat:

Zur Verschuldensfähigkeit:
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__828.html

Wenn euer Tarif kulanzhalber auch "Schäden durch deliktsunfähige Kinder" mit umfasst oder ihr meint, dass eine Haftung besteht (siehe oben), einfach Schaden bei der Privathaftpflichtversicherung melden. Ansonsten müsst weder ihr noch irgendeine Versicherung zahlen. Der Eigentümer des beschädigten Autos muss dies als "Allgemeines Lebensrisiko" selbst tragen.

Grüße, ra-cc4kids

Beitrag von passioflora 07.10.16 - 11:28 Uhr

Liebe/r ra-cc4kids,
als ich Ihren Beitrag gestern gelesen habe, klang das sehr gut und plausiebel.

Mein Kind hat mit der Tür ein vorbeifahrendes Auto beschädigt und ich dachte auch, dass das ein Fall für die Privat-Haftpflicht mit Zusatz "deliktunfähiges Kind" wäre. Ist es aber laut Versicherung nicht....
Obwohl das Auto geparkt war und ich selbst nicht einmal im Auto saß, gilt das Auto auch beim Be- und Entladen und auch beim Ein- und Aussteigen, als "am Verkehr teilnehmend" oder so ähnlich. Damit ist die Privat-Haftpflicht angeblich raus.
Ich habe vorhin versucht die KFZ-Haftpflicht dazu zu bewegen, den Schaden nicht zu begleichen. Schließlich steigen wir dann in den Prozenten, was in den kommenden Jahren 600 Miese ausmacht und zudem fand ich die Idee mit "allgemeines Lebensrisiko" recht reizvoll (denn ich habe den Fahrer nicht gezwungen einen sehr enge Straße entlang zu fahren, bei der kein Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos möglich ist).
Leider geht das auch nicht. Der gegnerische Anwalt hat seine Ansprüche gegenüber unserer KFZ Haftpflicht geltend gemacht und das können die wohl nicht ablehnen.
Gibt es vielleicht Ideen, wo ich noch einhaken könnte, um vielleicht in Einspruch zu gehen?
Danke und liebe Grüße,
passioflora

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