Kosten für Abbruch bei medizinischer Indikation?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von hfhb153 19.11.10 - 21:05 Uhr

Hallo zusammen,

vor zehn Wochen mussten wir unsere Tochter in der 14. SSW aufgrund einer Amnionbandsequenz und Bauchwanddefekt (Darm + Leber) ziehen lassen. Die Überlebenschancen wären lt. Arzt äußerst gering gewesen und die Schwangerschaft sehr kompliziert - also haben wir die Schwangerschaft schweren Herzens abgebrochen.

Ich befinde mich definitiv grade in der schlimmsten Phase meines Lebens - die Trauer schmerzt so sehr #schmoll

Nun erhalte ich heute einen Brief meiner Krankenkasse, dass die Kosten für den Abbruch nicht übernommen werden können. Wir hätten vor dem Abbruch ein Formular anfordern und ausfüllen müssen - da dieses nicht vorliegt, gehen sie davon aus, dass eine Kostenübernahme nicht notwendig ist.

Lt. Internet werden die Kosten bei medizinischer Indikation übernommen - davon war ich bisher immer ausgegangen (uns hat auch niemand auf irgendwelche Kosten oder Formulare aufmerksam gemacht). Aber ob es sich bei uns tatsächlich um eine medizinische Indikation im rechtlichen Sinne handelt, weiß ich nicht sicher.

Hat jemand ähnliches erlebt bzw. weiß, in welchen Fällen die Krankenkasse bezahlt? Leider konnte mir heute bei der Hotline niemand weiterhelfen.

Versteht mich nicht falsch - wenn wir die Kosten selbst tragen müssten, wäre das sicherlich das allerkleinste Übel an der ganzen Sache. Aber es kommt mir grade vor, als wolle mir die ganze Welt das Leben schwer machen. Das kann doch einfach nicht wahr sein...

LG und Danke!

Beitrag von knutschkugel4 19.11.10 - 21:10 Uhr

erst -mal - #liebdrueck#liebdrueck#liebdrueck
pass auf -ich denke wenn du der kk ne bericht vom arzt vorlegst wo man lesen kann das es aus med gründen war ist die sache bestimmt vom tisch


desweiteren würde ich bei dem schreiben der kk noch ne persönliches schreiben beifügen -der zum ausdruck bringt was du von der aktion hälst#aerger

für dein mäuschen#kerze
und für euch -ganz viel kraft#liebdrueck


lg dany


Beitrag von francie_und_marc 19.11.10 - 21:15 Uhr

Hallo!

Ich hatte vor 2 Monaten auch einen Abbruch aus medizinischer Indikation. Ich bin bei der DAK versichert und ich musste bisher nichts bezahlen. Im Krankenhaus musste ich ganz viel unterschreiben. Unter anderem ein Schreiben das eine medizinische Indikation vorliegt und der Abbruch zum Wohle von mir vorgenommen werden muss (fand ich jetzt krass ausgedrückt da wir die Entscheidung ja unserem Marten zuliebe getroffen haben). Dieses Schreiben musste ich dann unterschreiben und noch einiges anderes, was genau weiß ich aber nicht mehr da ich da noch vollkommen neben mir stand. Rufe doch mal in dem Krankenhaus an, vielleicht können die dir weiterhelfen.

Ich hatte letztens auch bekommen das ich 50 Euro für die 5 Tage KH Aufenthalt bezahlen soll. Da habe ich auch dort angerufen und gefragt warum, denn in den 5 Tagen habe ich meinen Engel still geboren. Ich habe dann nur einen Brief fertig gemacht an das KH und die Rechnung ist vom Tisch. Vorher hatte ich übrigens bei meiner Krankenkasse angerufen und die meinten ich muss bezahlen. Da habe ich gefragt wo da der Unterschied liegt. Bei meinem ersten Sohn wurde von Donnerstag an eingeleitet und am Sonntag kam er erst zur Welt und bei meinem zweiten Sohn war es absolut genauso, von Donnerstag bis Sonntag. Habe ich die Frau gefragt ob das einen Unterschied macht das mein zweiter Sohn tot ist, dass es nicht als Geburt anerkannt wird, was es denn dann gewesen sei. Naja da war sie etwas schockiert. Kenne ich ja nichts. #aerger

Liebe Grüße Franca mit Marc fest an der Hand und Marten still geboren 21.SSW am 19.09.2010 tief im #herzlich

Beitrag von kirin27 19.11.10 - 22:02 Uhr

ich würde auch mal bei der krankenkasse anrufen!

wir haben unsere maus auch letzte woche gehen lassen müssen .

wir haben auch diese formulare unterschrieben, medizinische indikation, zu meinem wohl...
wie franca auch schon schrieb!

von irgend welchen kosten hat niemand etwas gesagt und ich gehe auch davon aus, dass da nichts mehr kommt, sonst rück ich glaub ich mit meiner krankenkasse mal ordentlich zusammen!
bin bei der kkh!

bei welcher kasse bist du?

lg

Beitrag von hfhb153 19.11.10 - 22:27 Uhr

Ich weiß nichts von einem Schreiben wg. medizinischer Indikation, zu meinem Wohl etc. Aber ich stand auch völlig neben mir - gut möglich, dass ich sowas unterschrieben hab...

Ich kann mich nur an dieses Formular bzgl. der Beratungsmöglichkeit erinnern, das musste ich unterschreiben.

Bin bei der BI* versichert (*=G - keine Ahnung, ob ich das normal schreiben darf).

Da hab ich vorhin schon angerufen, die Dame konnte mir aber nicht weiterhelfen. Werde wohl morgen zurückgerufen. Würde aber gerne schon vorher wissen, wie das ganze ausgeht... Das macht mich jetzt echt verrückt.

Könnte die ganze Zeit nur heulen - wollen die mich fertig machen?
Mir bleibt im Moment aber auch gar nichts erspart.

Beitrag von francie_und_marc 19.11.10 - 22:47 Uhr

Deine Krankenkasse #nananawill nur die Kohle haben, wollte meine ja anscheinend auch mit den 50 Euro für den "Krankenhausaufenthalt". #aerger
Die müssen dir im KH den Schriebs zum unterschreiben gegeben haben, ohne den geht das nicht. Da wir ja drei volle Tage vom Gesetzgeber warten müssen (ist ja auch gut so) und diese ganzen Schreiben sind gesetzlich vorgeschrieben. Du wirst das schon unterschrieben haben, was deine Kasse da von dir will ist mir echt ein Rätsel. #kratz
Echt zum kotzen der Verein, als wenn nicht alles schon schlimm genug wäre. #heul Ich drücke dir ganz doll die Daumen das sich alles schnell zum Guten wendet, denn das wirft einen nochmal richtig zurück.

Liebe Grüße Franca

Beitrag von hfhb153 19.11.10 - 23:04 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele - das wirft mich grade total zurück. Es ist ohnehin alles so grausam, ich leide sehr unter der Situation.

Plötzlich zweifle ich an unserer Entscheidung und der Beratung des Arztes, denn wenn die Krankenkasse nicht bezahlt, kanns ja so schlimm nicht gewesen sein!?!?!?!

Ist denen klar, was die damit anrichten? Können die nicht selbstständig beim Arzt nachfragen, bevor sie mir so eine Entscheidung mitteilen. Das ist echt herzlos.

Am liebsten würde ich 500 € in einen Umschlag packen und zur KK schicken, einfach damit sie mich in Ruhe lassen...

Beitrag von francie_und_marc 20.11.10 - 08:36 Uhr

Lass dir da bloss nichts einreden. Da versucht man irgendwie sich in seinem neuen Leben ohne sein Kind einzurichten da kommt haut wieder einer oben drauf. Es ist schon so schwer genug aufzustehen. #heul
Wir haben mit bestem Gewissen das Beste für unser Kinder getan und sie vor einem Leben mit Schmerzen und Leid bewahrt. Nur deinem Baby zuliebe konntest du diese Entscheidung treffen, da du deinen Krümel so sehr geliebt hast, hast du auf alles verzichtet und deine Wünsche und Hoffnungen begraben. Eine bessere Mama konnte sich dein Engel nicht wünschen.
Ich denke die im Krankenhaus können dir da eher weiterhelfen, die müssen sich dann mit deiner KK in Verbindung setzen und das klären.

Ich wünsche dir das das bald alles vom Tisch ist und endlich wieder Ruhe einkerrt, denn die brauchen wir momentan noch am ehesten.

Liebe Grüße Franca

Beitrag von lieke 20.11.10 - 10:07 Uhr

Hallo,

kann zum Thema an sich nichts sagen, aber- hast du nicht jemanden, den du bitten kannst an deiner Stelle die Telefonate zu führen etc.?
Mutter, Schwester, Freundin?

Du hast doch jetzt echt andere Sorgen und musst das doch vielleicht nicht unbedingt selber regeln?

Oder schon mal an den sozialen Dienst vom KH gedacht, wenn es dort sowas gibt?

LG

Beitrag von kirin27 20.11.10 - 06:47 Uhr

ich musste die 10 euro pro tag sofort im krankenhaus abdrücken!
hab garnicht gewusst, dass man die nicht zahlen müsste!

Beitrag von francie_und_marc 20.11.10 - 08:24 Uhr

Morgen!

Eine Entbindung ist immer umsonst. Deshalb habe ich dagegen protestiert, es sollte doch nun wirklich keine Rolle spielen ob man sein Kind in der 16, 20, 30 oder 40 SSW entbindet. Mein Krankenhaus hat mir recht gegeben. Ich meine mir ging es wirklich nicht um die 50 Euro eben nur ums Prinzip. Und genau dieser Brief hat mir auch nochmal unheimlich zurückgeworfen und weh getan. Als wenn meine Schmerzen und die vier Tage Tortur nichts gewesen wären. Erst wollte ich resignieren einfach schnell bezahlen und fertig, aber dann habe ich mich doch entschlossen zu kämpfen.

Liebe Grüße Franca

Beitrag von hfhb153 20.11.10 - 09:08 Uhr

Achso - bei mir handelte es sich um eine Ausschabung, nicht um eine Einleitung.

Aber das dürfte doch keinen Unterschied machen, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, oder?

Außerdem hat die Krankenkasse die Chorionzottenbiopsie bezahlt und mir die humangenetische Beratung nach dem Abbruch zugesprochen (hatte vorab nachgefragt)?!?!

Ich hoffe nur, die wollen jetzt nicht die gesamten Kosten zurück haben, weil irgendein Formular oder irgendeine Unterschrift fehlt...

Beitrag von francie_und_marc 20.11.10 - 10:53 Uhr

Nein das macht keinen Unterschied. Frauen die eine Abtreibung machen weil sie ihr Kind nicht wollen die müssen doch auch nichts bezahlen, oder? Die haben drei Ausschabungen für umsonst.

Das ist wirklich eine Frechheit. :-[ Da könnte ich an die Decke gehen.

Ich drück dich ganz doll. Liebe Grüße Franca

Beitrag von hfhb153 20.11.10 - 11:05 Uhr

Meines Wissens müssen Frauen, die das Kind nicht wollen und über einer bestimmten Einkommensgrenze liegen, den Abbruch selbst bezahlen. Die Krankenkasse zahlt nur bei medizinischer oder kriminologischer Indikation.

Aber bisher war ich fest davon überzeugt, dass bei uns eine medizinische Indikation vorliegt.

Der Arzt hat uns gesagt, dass es höchst verwunderlich ist, dass die Schwangerschaft bis dahin gehalten hat und der weitere Verlauf wahrscheinlich kein gutes Ende nehmen würde und die Schwangerschaft relativ riskant werden würde.

Ich meine, ich hab schon gelesen, dass Frauen Kinder mit Handfehlbildungen nach der 12. SSW abgetrieben haben - auch das scheint also zur medizinischen Indikation zu gehören (sonst darf ein Spätabbruch ja nicht durchgeführt werden).

Dann doch wohl unser Fall auch, oder?

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten... Aber es wült mich grade unheimlich auf.

Beitrag von oekomami 20.11.10 - 14:58 Uhr

Hallo,

das ist auch nicht ganz richtig.

Die Entbindung ist nur am Tag der Geburt frei.

Wenn du z. B. Donnerstags um 23.50 Uhr ins Krankenhaus kommst und das Kind am Freitag um 0.10 kommt musst du für den Donnerstag zahlen.

LG

Beitrag von francie_und_marc 20.11.10 - 17:09 Uhr

Hallo!

Das stimmt so nicht. Bei meinem ersten Sohn wurde ab dem 8.01.2004 bis er am 11.01.2004 zur Welt kam und die darauf folgenden Tage wo ich noch im Krankenhaus war, musste ich auch nichts bezahlen. Und heute habe ich einen Brief von dem Krankenhaus bekommen wo ich meinen Marten still geboren habe, sie haben die Rechnung storniert und ich muss nichts bezahlen.

Als ich mit meinem ersten Sohn in der SS wegen schlechter Herztöne im KH lag, da musste ich auch bezahlen. Aber eine Entbindung und die Tage danach sind generell von der Zuzahlung befreit.

Liebe Grüße Franca

Beitrag von ostwanst 22.11.10 - 00:31 Uhr

Hallo, tut mir echt leid für euch!! Also wegen dem bezahlen das muß auf dem einweisungsschein stehen und außerdem muß es der arzt der kasse melden! War bei mir so, ne info an das gesundheitsamt machen die eigentlich auch, zumindest wars bei mir so, weil das kind nochmal untersucht wurde! Gehe zu dem arzt der alles veranlasst hat, unbedingt!!

Beitrag von froschi0812 23.11.10 - 11:35 Uhr

Hi...

ich musst Anfang des Jahres einen SS-Abbruch vornehmen lassen. Unser Kind wäre nicht überlebensfähig gewesen.

Bei uns lag daher eine medizinische Indikation vor und wir mussten nichts zahlen.