Wunschkaiserschnitt/Saugglockengeburt mit happy End

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von --lancia-- 19.11.10 - 21:54 Uhr

Es ist nun fast 2 Jahre her aber ich möchte euch meine turbulente Geburt nicht vorenthalten.

Kurz nachdem ich erfahren habe das ich schwanger bin habe ich angefangen zu grübeln. Kaiserschnitt oder spontane Geburt?
Nach ewigen Hin- und Her entschied ich mich für einen Wunschkaiserschnitt. Ich hatte so wahnsinnige Panik vor einer Spontangeburt das ich mich so entschied.
Mein Termin für den KS hatte ich gemacht, alles erschien mir gut und richtig.

Am 19. Februar, 3 Wochen vor ET bekam ich Wehen. Wir sind gegen 00.00Uhr ins KH gefahren. Ich bekam Wehenhemmer und ich war für meinen Wunschkaiserschnitt am nächsten morgen eingeplant.

Am Nächsten Morgen wurde mir dann gesagt es wäre bald soweit und ich werde nochmal untersucht und auf den KS vorbereitet. 2 Hebammen kamen um mich zu untersuchen. Sie sagten mir ich solle es mir doch bitte nochmal überlegen mit dem KS. Mein Baby wäre schon sehr weit unten und eine Spontangeburt wäre einfach für mich. Als ich mir nun wieder unsicher was ich machen soll, haben sie mir vorgeschlagen mich erstmal den Wehenhemmer wegzulassen und ich soll es mir überlegen.

Ich stand am Fenster, beobachtete die Schneeflocken und plötzlich fiel meine Entscheidung. Mein Baby soll natürlich auf die Welt kommen!
Leider waren nun die Wehen weg, ich dachte mir ok, geh ich eben wieder nach Hause. aber plötzlich bekam ich wahnsinnige Bauchschmerzen. Ich wurde an den Wehenschreiber gehängt aber da war nicht die kleinste Wehe! Ich bekam Angst, wusste dem Krümel geht es nicht gut.

Ich musste dann noch eine Nacht im KH bleiben um zu sehen ob die Wehen wieder kommen, sie sind nicht wieder gekommen. Aber die Schmerzen waren noch immer da. Ich sah wie sich mein Bach extrem zur Seite wölbte, so als würde sich mein Baby gegen irgend Etwas streuben.
Was war da nur los?

Noch am Selben Tag (am Samstag den 21.Februar) so gegen Mittag entschied ich mich für das einleiten der Geburt. Ich dachte mir, der Kleine muss da raus, ihm geht es nicht gut.
Natürlich musste ich unterschrieben weil ich 3 Wo. zu früh dran war.
Das machte ich und um ca. 15.30Uhr wurde eingeleitet. Meine Mama und mein Mann waren bei der Geburt dabei.

Die Fruchtblase musste aufgestochen und dann gings los mit den Höllenschmerzen! :-(
Ich bekam die 1.PDA von insgesamt 4 gespritzt. Es war die Hölle! Der Arzt der die PDA gelegt hat, hat gesagt mein Becken ist sehr schmal und würde sich nicht weiten, deshalb wirkt die PDA nicht.
Ich dachte nur, ohje jetzt bin ich mittendrin und es gibt kein Zurück mehr, ich musste da durch, egal wie!

Leider vielen bei jeder Wehe die Herztöne meines Krümels, keiner wusste was los war. ich bekam einen Sauerstoffschlauch in die Nase und musste nur noch durch den atmen damit mein Baby genug Luft bekommt. Ich sagte ich schaff das nicht, es war so schwer nicht durch den Mund zu atmen. Erst als mein Mann schrie: Du musst! Sonst bekommt er keine Luft! habe ich es fertig gebracht.

Mir war schlecht und alles um mich drehte sich. Ich sah wie immer mehr Ärzte in den Kreissaal kamen. Ich hörte die Hebamme telefonieren, ich hörte etwas von Notkaiserschnitt. Da dachte ich, ohman, du hast dich falsch entschieden, dein Kind wird jetzt vielleicht nicht gesund auf die Welt kommen und alles nur weil du dich gegen den Kaiserschnitt entschieden hast....

Ich war wie in Trance, sah die ängstlichen Gesichter der Hebammen, das blasse Gesicht meiner Mutter, meinen Mann total verschwitzt und fertig. Dann stürmte die Oberärztin mit einer seltsame Gerätschaft herein. Ich konnte nicht erkennen was es war, die Ärztin erklärte es mir kurz und dann musste ich wieder pressen. Mein Mann und eine Hebamme stemmten sich gegen meinen Bauch, das hört sich schlimm an, war es für mich aber nicht. Es war erleichternd, ich wusste jetzt ist er bald da...
Nach 10 Min.. Saugglocke war er das dann endlich.

Er hatte 2-fache Nabelschnurumschlingung:-(

Er war am ganzen Körper blau aber er hat so kräftig gebrüllt das ich laut lachen musste, er wurde sofort vom Kinderarzt untersucht. Ich sah wie sie an ihm herum hantierten und fragte: Geht es ihm gut? Der Kinderarzt nickt. Dann endlich durfte ich ihn in meinen Armen halten. Ich sah ihn an und sagte: Du bist wunderschön. Ich wusste, alles ist gut. Ihm fehlt nichts. Und ich hatte recht. Er war und ist trotz allem kerngesund:-D

Habe lange gebraucht um das alles zu verarbeiten. Immer wieder habe ich gegrübelt ob es nicht besser für uns beide gewesen wäre wenn er per KS gekommen wäre.

Nein, wäre es nicht!:-)

lg Claudia mit Maximilian#verliebt

Beitrag von mamarosenrot 20.11.10 - 14:09 Uhr

wow ich musste gerade anfangen zu flennen.. Das war ja wirklich eine turbulente geburt! Ich freue mich das ihr das so gut überstanden habt! Und toll das du es doch natürlich geschaft hast!!!

liebe grüße

Beitrag von seluna 20.11.10 - 14:36 Uhr

Hallo,
ja das kenne ich.
Ich hatte bei meiner jüngsten auch das gefühl, das stimmt was nicht, sie muss da schleunigst raus.
Ihre Geburt war nicht so turbulent, aber dafür turboartig dank Wehentropf (9,5 cm mit einer wehe)

sie hatte ebenfalls die Nabelschnur 2 mal um den Hals, leider schrie sie aber nicht und bekam nach rütteln und schütteln erstmal Sauerstoff in die Lunge gepresst.

Sie hat es unbeschadet überstanden, ist inzw fast 7 Jahre alt und ein schlaues Köpfchen .-)

Beitrag von jankar 20.11.10 - 20:37 Uhr

Ein sehr schöner Bericht liebe Claudia und ich denke auch, dass du gut entschieden hast...mit dem Herzem halt#liebdrueck Dafür ist Maximilian ja nun ein Kämpfer...und soooooo süß#verliebt
Drück dich, Karina mit Mija-Luna und Jannick-Mikkel

Beitrag von mellepelle 21.11.10 - 10:12 Uhr

so ich heule nun auch #heul

toller bericht und es beweist mal wieder das man immer auf sein bauchgefühl hören sollte #liebdrueck

Beitrag von fain 23.11.10 - 12:17 Uhr


Herzlichen Glückwunsch!

Mensch, das war ja echt turbulent!
Erstmal großen Respekt, dass du dich von Wunsch-KS zu spontaner Geburt entschieden hast #pro
Dass das alles so dramatisch war, lag vielleicht daran, dass soviel Stress und Panik um dich herum war. Das ist im KH oft so, dass der Körper dann nicht mehr mitmacht wenn von außen zu viele Einflüsse kommen. Auch Wehenhemmer und Einleitungsmittel bringen den natürlichen Geburtsverlauf durcheinander. Und das merken auch die Bays im Bauch, vielleicht hat sich dein Sohn geweigert gegen die Einleitung, sich gedreht (wie du schreibst, hast du ja richtige Beulen sehen können) und sich deswegen in der Nabelschnur verheddert. Klar kann man das jetzt nicht mehr genau sagen, aber das ist zumindest meine Vermutung.
Ich wünsche dir, dass du bald darüber hinweg bist, denn so ein Klinik-"Horror" ist echt nicht schön :(
Ich habe selbst den Unterschied zwischen KH-Geburt mit Einleitung und Hausgeburt erfahren dürfen. Diese lockere Entspanntheit, das inuitive Körpergefühl der Hausgeburt waren einmalig! Und die Schmerzen waren im Vergleich zur KH-Geburt gleich null.

Liebe Grüße, Fain mit zwei Kids & #stern