Zeugnisprofis hier? Rechtsanwaltsfachangestellte

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von schnuppi1983 20.11.10 - 19:06 Uhr

Hallo,

ich hab mal mein Endzeugnis abgetippt, will man eure unabhängige Meinung hören. Für mich sieht dieses Zeugnis nach einer 5 aus?!

Ich kann leider keinen Anwalt mehr beauftragen, da unsere Rechtschutz uns, wegen wiederholter Rechtstreitigkeiten (auch mit meinem Chef- seinerseits ein Fachanwalt für Arbeitsrecht!!) gekündigt hat.

Ich würde meinen Chef zu einer Verbesserung auffordern und im schlimmsten Fall eine Zeugnisklage fertigen.


Muss dazu sagen Zwangsvollstreckung und Kostenrechnungen hab ich wirklich nicht gemacht, da ich aus dem aktuellen Kostenrecht "raus" bin, was er allerdings von Anfang an wusste, mir allerdings dann zum Vorwurf machen wollte.

lg


Arbeitszeugnis

Frau........., ...straße ..., xxxxx Musterstadt, war bei uns vom 01.10.2008 bis zum 06.11.2010 beschäftigt. Aufgrund von Krankheit, einem nachfolgendem Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft sowie anschließender Elternzeit erbrachte Frau..... ihre Tätigkeit bis zum 17.03.2009.

Frau..... war überwiegend mit Sekretariatsaufgaben wie der Bedienung von Telefon und Telefax, dem Posteingang, der Rechtschreibkorrektur des Spracherkennungssystems und der Vorbereitung der Ausgangspost beschäftigt. Die ihr übertragenen Arbeiten erfüllte sie stets zur vollen Zufriedenheit.

..., den 06.11.2010



Unterschrift...



Beitrag von derhimmelmusswarten 20.11.10 - 19:14 Uhr

Unabhängig davon, dass ich Rechtsfachwirtin bin, käme mir das selbst als Laie wie ne 6 vor. Ich würde vor Gericht ziehen, wenn dir das Zeugnis wichtig ist. Damit kommt er bestimmt nicht durch. Es sagt aus, dass du wegen Krankheit und Elternzeit fast nie da warst und dass du, wenn du da warst Lehrmädchenaufgaben gemacht hast.

Beitrag von schnuppi1983 20.11.10 - 19:21 Uhr

danke dir, so hab ich das auch herausgelesen.

Mein Zwischenzeugnis war schon unter aller ...., obwohl vom Gericht per Vergleich festgestellt, dass es mit dem Prädikat stets zur vollen Zufriedenheit formuliert werden sollte.

Da wäre mein nächster Schritt halt nur die ZV gewesen, was ich aber aus Kostengründen erstmal hab sein lassen, um dann halt nach Beendigung das Endzeugnis zu "begutachten".

Beitrag von bruchetta 20.11.10 - 19:14 Uhr

Die Zufriedenheitsklausel ist ja ganz gut ausgefallen, aber das Zeugnis macht ansonsten aber keinen guten Eindruck.

Ich würde auf jeden Fall Deinem Chef gegenüber anmerken, dass er ausführlicher schreibt, dass er eine Schlußformulierung reinbringt, weiterhin fehlt Dein Verhalten gegenüber Vorgesetzen und Kollegen.

Außerdem möge er den Satz mit der Krankheit rausnehmen.

Es ist nicht erlaubt, mit einem Zeugnis den beruflichen Lebensweg zu verbauen!

Weise ihn freundlich daraufhin und bitte um Änderung.

Beitrag von schnuppi1983 20.11.10 - 19:22 Uhr

danke auch dir.

Ich denke, er wollte mich mit der Schlussformulierung in die "Irre" treiben...

Mir missfällt das mit Krankheit etc auch. Muss ja jeder zukünftiger Chef denken, kaum eingestellt, ist die schwanger und macht auf faul....

Das Beschäftigungsverbot hatte ich übrigens hauptsächlich wegen Mobbing.

Beitrag von manavgat 20.11.10 - 19:37 Uhr

Das ist kein qualifiziertes Arbeitszeugnis sondern eine Aufforderung zum Tanz!


Nimm Dir eine Anwältin und klag ein anständiges Zeugnis ein.

Gruß

Manavgat

Beitrag von schnuppi1983 20.11.10 - 19:41 Uhr

danke auch dir!


Ich denke ich müsste es dann alleine versuchen mit einer Klage. Herrscht ja glücklicherweise keine Anwaltsplficht vorm ArbG in erster Instanz.

Und Urlaubsabgeltung werde ich höchstwahrscheinlich auch einklagen müssen.


viele Grüße.

Schnuppi

Beitrag von isa-1977 20.11.10 - 19:56 Uhr

Hallo,

ich bin auch gelernte ReNo und habe 16 Jahre beim RA gearbeitet. Aber so ein miserables Zeugnis ist mir ja noch nie unter gekommen.

Hast Du da im Büro nicht mehr gemacht, bis auf die paar Hivi-Sachen, die da aufgezählt wurden? Sowas machen normalerweise nur Azubis.

Schreib UNBEDINGT Dein Ex-Chef an und bitte um Ausstellung eines "wohlwollenden" Zeugnisses. Sollte er sich dagegen wehren, würde ich persönlich wegen der paar Monate die Du da warst, nicht vor's ArbG ziehen. Zumal Du ja noch nicht mal eine RS hast. Da Du ja "vom Fach" bist, kannst Du Dir ja ausrechnen, was nach RVG fällig wird. GK kommen ja auch nochmal hinzu.

Drück Dir die Daumen!

LGe Isa

Beitrag von schnuppi1983 20.11.10 - 20:09 Uhr

Hallo,

ich habe alles gemacht, bis halt auf die ZV und Kostenrechnungen erstellen, da ich das RVG nie erlernt habe (was er von Anfang an wusste).

Ich habe natürlich alle anderweitigen Sachen gemacht (wie Fristenbuch führen, Mandantenempfang, Terminkoordination, Kündigungsschutzklagen, Aktenanlage, Aktenablage etc, Postein-sowie Ausgang) Leichte Kostenrechnungen hab ich auch erstellt.

Bin total deprimiert....

Hatte ihn aufgefordert, mir ein wohlwollendes Arbeitszeugnis zu erstellen.

Und heraus kam dabei dieses....

Kann echt nicht sein, großer Anwalt für Arbeitsrecht und überall immer schön glänzen, aber bei den eigenen Angestellten sowas abziehen, wobei ich dabei nicht die Erste bin, die meisten seiner Ex-Angestellten landeten beim Anwalt für Arbeitsrecht der "Gegenseite".

Ich möchte ihn nicht so einfach davon kommen lassen, wenn ich in Bewerbungen keine Arbeitszeugnisse beilege, sieht das ja auch blöd aus.

(ein Arbeitgeber zog kurze Zeit später ins Ausland, einer meldete Insolvenz an und stellte mir nie eines aus). Bis dato kann ich eigentlich nur eines nachweisen, von meinem Chef, wo ich auch lernte, was ein gutes Zeugnis ist.

lg

Beitrag von tragemama 20.11.10 - 22:55 Uhr

Ganz ehrlich? ZV und Kostenrecht sind die ultimativen Kernpunkte Deines Jobs. Und da zu verweigern, sich selbständig auf den neuesten Stand zu bringen - so jemanden hätte ich als Kanzleileitung (war ich einige Jahre) während der Probezeit wieder gehen lassen...

Andrea

Beitrag von sassi31 20.11.10 - 23:17 Uhr

"Sollte er sich dagegen wehren, würde ich persönlich wegen der paar Monate die Du da warst, nicht vor's ArbG ziehen."

Es handelt sich um 2 Jahre. Da ist ein vernünftiges Zeugnis enorm wichtig.

LG
Sassi

Beitrag von kati543 20.11.10 - 22:47 Uhr

Autsch...das tut ja schon richtig weh. Soweit ich weiß dürfen die Ausfälle im Zeugnis gar nicht stehen.