Text (v der gestrigen dickus. baby schreien lassen)von Birgit Welter

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Beitrag von leni...86 20.11.10 - 20:47 Uhr

Guten Abend Mädels,#winke
ich habe ebend meinen Mann den Text vorgelesen, die gestern Abend eine Urbiamitgliederin in den Beitrag rein geschieben hat: baby schreien lassen=schlechte Mutter von Birgit Welter ... worin es darum geht dass man Babys nicht verziehen kann
Wir finden den Text echt gut und sehen es genauso...ich würde meine Püppi auch nicht weinen/schreien lassen aber ab wann testen Kinder denn ihre grenzen aus???
wie soll man den richtigen übergang vom positiven verwöhnen hin zum verziehen finden?

Wir freuen uns über viele Antworten und wünschen euch ein schönes rest Wochenende#winke

Gruß leni,bernd und liara

Beitrag von yorks 20.11.10 - 20:54 Uhr

Mhhh das ist schwer zu beschreiben. Das Weinen ist einfach anders. Mein Kleiner macht das ganz klever. ;-) Er weint sofort mit Tränchen los und wird rot aber es ist ein anderes weinen. Als Mama hört man das einfach, kann man irgendwie nicht beschreiben.

Du wirst das mitkriegen, glaub mir. :-D

LG yorks

Beitrag von schlange100000 20.11.10 - 20:55 Uhr

hast Du mal den Link von gestern??

Ist das ein Buch??


Sorry..hab die kleine auf dem arm u. kann net richtig schreiben

Beitrag von leni...86 20.11.10 - 21:01 Uhr

Ein Text von Birgit Welter (Stillberaterin, LLL) mit Auszügen von Denise Both (Stillberaterin, IBCLC)

„Das Kind wird verwöhnt und verzogen.“
"Ja, das ist jetzt schon total verwöhnt"
"Ihr verzieht das Kind, nachher will es nur noch auf den Arm"
"So lernt das Kind ja nie alleine einzuschlafen, alleine zu spielen, sich mit sich selbst zu beschäftigen ..." "Wie soll das Kind denn seinen Rhythmus finden, wenn Du es ständig mit der herumziehst".
So und ähnlich lauten viele Aussagen wohlmeinender Freunde, Verwandte und auch wildfremder Menschen, von denen man auf der Straße angesprochen wird.
Was ist dran an dieser Theorie, dass das Baby durch die Zuwendung,
die es erhält verwöhnt und verzogen wird?
Bernadette Stäbler beschreibt in ihrem Buch "Mama" die Angst,
sein Kind nicht richtig zu erziehen:
"Und schon ist sie da, diese Angst, sein Kind zu verziehen.
Welche Ursachen hat sie? Denn, wer dieses unschuldige Baby anschaut,
fühlt sich sehr glücklich.
Niemand kann sich vorstellen, dass es eines Tages unerwünschte Handlungen vollbringen wird.
Wenn wir also von "verziehen" sprechen, haben wir ein älteres Kind vor Augen.
Das Kind im Trotzalter, das immer "nein" ruft, läßt seine Mutter denken:
"Was für einen Dickkopf habe ich mir großgezogen. Sicher habe ich es falsch gemacht!"
Ist es wirklich so wichtig, dass unsere Kinder vor der Zeit lernen, alleine zu schlafen, alleine zu sein und sich mit sich selbst zu beschäftigen?
Ist es notwendig, dass wir Erwachsenen unseren Lebensrhythmus ändern und an das Baby anpassen, damit sich das Kind gut entwickelt?
Auch hierzu möchte ich wieder aus dem Buch von Bernadette Stäbler zitieren:
"In vielen ursprünglich lebenden Kulturen, die wir "primitiv" nennen, wurden inzwischen Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse eine Umwälzung unserer Ansichten über die herkömmliche Kindererziehung mit sich brachten.
Ich möchte eine afrikanische Studie herausgreifen und vereinfacht darstellen:

Die erste Gruppe gebar ihre Babys zuhause und ließ diese keinen Moment allein.
Geborgen bei der Mutter, wurden sie nach Bedarf gestillt und mussten niemals schreien.
Bald ging die Mutter wieder auf das Feld, um die gewohnte Arbeit zu verrichten, das Neugeborene in ein Tragtuch geschlungen.
Die Kontrollgruppe bekam ihre Babys im Krankenhaus mit aller medizinischen Hilfe, einschließlich schmerzlindernden Medikamenten.
Gleich nach der Geburt wurden Mutter und Kind getrennt, um zu ruhen.
Die Babys bekamen Fläschchen und Schnuller, weil dies "das Moderne" war.
Daheim schliefen die Kinder in ihrem Bettchen, in ihrem eigens dafür hergerichtetem Zimmer.
Allein, ohne Körperkontakt. Alles ging recht zivilisiert zu, nämlich nach einem genauen Zeitplan, denn die Kinder sollten sich früh an ein geordnetes Leben gewöhnen und weder kleine Tyrannen noch nervös werden.
Ein Jahr später offenbarte sich das Unerwartete:
Die Kinder der ersten Gruppe waren in allem den anderen voraus: Sie waren intelligenter in ihren Verhaltensweisen und auch viel sozialer eingestellt, selbst die körperliche Entwicklung war besser, obwohl sie die ganze Zeit "festgebunden" waren.
Ähnliche Ergebnisse ergaben vielseitige Studien in den verschiedensten Kulturkreisen.
Wenn wir versuchen, dies mit einer natürlichen, einfühlsamen Intelligenz nachzuvollziehen, wissen wir, warum das Ergebnis so ausfallen musste.
Das Baby fühlt sich bei seiner Mutter geborgen.
Es muss seine Kräfte nicht für das Weinen verbrauchen.
Der mütterliche Körper gibt ihm Wärme.
Wenn das Baby sich an seine Mutter schmiegt, fühlt es ein wenig von dem Glück, das es neun Monate lang im Mutterleib haben durfte.
Es kennt von daher ja auch schon die Herztöne seiner Mutter, es kennt sogar schon ihre Stimme und nun sieht es endlich ihr Gesicht, ihre Augen und darf an der Brust trinken, wenn es möchte.
Das ist das Glück, die mütterliche Liebe, die Impulse gibt für die Intelligenz und das soziale Verhalten. Wenn das Baby sich an die Körperbewegungen der Mutter anpassen muss, während sie ihre alltägliche Arbeit verrichtet, übt es in wundervoller Weise seine Muskeln und den Gleichgewichtssinn." (Aus: Denise Both: "Tragen")

In einem amerikanischen Buch über die Entwicklung von Kindern (Aldrich: "Babys are Human Beeings"') habe ich einmal den wichtigen Satz gefunden
"Damit Kinder sich gut entwickeln können, sind liebevolle Fürsorge und ein beständiges, direktes Eingehen auf ihre Bedürfnisse so ausgesprochen wichtig".
Das steht zwar manchmal im Widerspruch zu unserem "modernen, westlichen" Lebensstil, aber es zahlt sich langfristig aus.

Es ist ein seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen bewährtes "Mittel" ein Kind an der Brust zu beruhigen und zum Einschlafen zu bringen.
Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden.
Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses "natürliche" Verhalten des Kindes nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem:
Babys und Kleinkinder wissen nicht, was zur Zeit "Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben und Eltern, die nicht in das "Schema der derzeitigen Mode" passen, werden verunsichert.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass niemand fragt
"Wann muss das Kind selbstständig atmen lernen" oder
"Wann muss das Kind frei laufen können"?
Beim ersteren geht jeder davon aus, dass dies eine Fähigkeit ist, die ein gesundes Kind selbstverständlich beherrscht und bei zweiten wird eine große Zeitspanne von vorneherein als normal angenommen.
Nur beim Schlafen, da wird dem Kind nicht die Kompetenz zugestanden, dass es auch diese Fähigkeit selbst und in dem für es passenden Tempo entwickeln wird.
Da wird immer wieder behauptet, dass die Eltern das Kind entsprechend "trainieren" müssen.

Aus Erfahrung kann ich sagen, dass bis jetzt noch jedes Kind aus dem Bett der Eltern ausgezogen ist und zwar lange vor der eigenen Hochzeitsnacht :) . Die Zweifler und all die, die meinen, dass sie es besser wissen, kannst Du ja mal fragen, ob sie gerne alleine schlafen und ob sie der Meinung sind, dass sie ihren Partner "verwöhnen" (im Sinne von "verziehen"), wenn sie gemeinsam in einem Bett, vielleicht sogar aneinandergekuschelt, schlafen.

Um Menschen bewusst zu manipulieren, muss ein gewisses logisches Denkvermögen und auch bereits eine vorausschauende Denkweise vorhanden sein. Über beides verfügt ein Baby oder Kleinkind noch nicht, denn es kennt noch keinen Zeitbegriff und es hat auch noch keine zielgerichteten Gedankenfolgen wie sie erforderlich sind, um den Eltern "auf der Nase herumzutanzen".

Es ist deshalb auch nicht möglich ein Baby zu "verwöhnen" im Sinne von "verziehen".
Ohnehin ist verwöhnen ja nichts Negatives.
Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn uns jemand verwöhnt, will heißen etwas Gutes tut.
Verwöhnen ist nichts anderes als jemandem etwas Gutes tun, dafür zu sorgen, dass er sich wohl fühlt und das ist etwas Positives.

Largo, Buch „Kinderjahre“:
„Manche Erwachsene befürchten, ihr Kind zu verwöhnen, wenn sie auf seine Bedürfnisse allzu rasch eingehen.
Sie meinen, das Kind immer wieder hinhalten zu müssen, damit es nicht allzu verlangend oder gar aufsässig wird.
Das Gegenteil ist richtig.
Wenn man ein hungriges Kind vertröstet, wird sein Hunger nicht kleiner werden.
Nur wenn es Essen bekommt, hört es auf, nach Nahrung zu verlangen.
Genauso ist es auch mit den emotionalen Bedürfnissen.
Erst wenn das Verlangen nach Nähe und Aufmerksamkeit gesättigt ist, klingt es ab.
Kein Kind ist unersättlich in seinen Ansprüchen. Ein Kind verlangt nicht mehr Geborgenheit, als es braucht.

Beitrag von sonne_1975 20.11.10 - 21:10 Uhr

Ich habe den Text jetzt "diagonal" gelesen, sprich überflogen.
Meine Meinung deckt sich mit dem Text vollkommen, so habe ich es immer gemacht.

LG Alla

Beitrag von anela- 20.11.10 - 21:13 Uhr

#pro

Beitrag von sonne_1975 20.11.10 - 21:01 Uhr

Ich weiss nicht, worum es gestern ging. Um Aufmerksamkeit? Tragen? Schlafen?

Bei der Aufmerksamkeit gibt es kein Verwöhnen, es ist ein Bedürfnis nach Nähe, er muss immer befriedigt werden.

Unsere Kinder werden also in den Schlaf begleitet solange sie wollen, sie werden getragen, wenn sie es möchten (ab 1,5 erledigt es sich meistens von alleine).

Was meinst du mit Grenzen austesten? Das können sie sehr früh - mein Kleiner ist fast 11 Monate und weiss, dass er nicht an die Blumen darf. Er grinst nämlich schelmisch, wenn er hingeht und geht weg, wenn ich Nein sage.;-)

LG Alla

Beitrag von leni...86 20.11.10 - 21:04 Uhr

hab den text nochmal raus gesucht und gepostet;-)

Beitrag von lucienne91 20.11.10 - 22:16 Uhr

Tja das frag ich mich auch manchmal. Ich glaube irgendwie , unsere Fabi kommt jetzt langsam in die Phase wo weinen nicht gleich weinen ist. Sie ist 8 Monate alt. Manchmal, wenn sie sonst gemeckert hat, war was. Meistens wollte sie nicht allein sein. Deshalb hab ich sie hochgenommen. Aber zum Beispiel wenn sie nicht gleich das Spielzeug bekommt was sie haben will meckert sie jetzt auch so los und sie weint auch irgendwann. Aber da denke ich mir einfach, es scheint nunmal nicht immer die Sonne. Ich kann ihr nicht immer das geben, was sie will. Ich denke da gehts irgendwie los mit dem "verwöhnen" Ob das richtig ist, weiß ich nicht ... Selbst als angehende Erzieherin nicht und irgendwo ist mir das auch peinlich. Ist man vom Fach und hat keine Ahnung #schwitz Aber in der Kita ist das einfach irgendwie was anderes.

Tja Erziehung ist echt schwer ... hmm

Beitrag von inis 20.11.10 - 22:19 Uhr

Guten Abend!

...irgendwer Schlaues hat mal gesagt, Babies kann man gar nicht zu sehr verwöhnen... #verliebt


...und das "Grenzen austesten" der Kleinen geschieht meiner Ansicht nach zuerst auf "harmloseren" Gebieten, wie schon jemand schrieb: z.B durch Runterwerfen von Sachen, oder Haareziehen, oder sonstwas - aber eher nicht beim Schlafengehen.
So "groß" die Kleinen tagsüber auch wirken mögen und sich vielleicht auch fühlen, gerade abends in müdem Zustand sind sie oft wieder gaaaaanz klein, und brauchen eben mehr Zuwendung und Geborgenheit als tagsüber.

Schreien und Quengeln vorm Einschlafen sind meiner Ansicht nach Hilferufe: "ich schaffs nicht, alleine einzuschlafen, bitte hilf mir!" Da mag ich ungern mein Kind alleine lassen...
Zuerst sollte man besser gucken, ob das Kind denn schon müde genug ist - oder vielleicht schon zu müde. Wachheit und Müdigkeit wechseln sich oft im 2-Stunden-Rhythmus ab, und wenn ein müder Punkt überwunden ist, sollte man lieber ruhig mit dem Kind spielen oder kuscheln, anstatt zwei Stunden lang krampfhaft zu versuchen, das Kleine ins Bett zu stecken...

Ich denke, das "Verziehen" setzt am ehesten bei einem selbst an: wenn ich zu kraftlos oder genervt oder desinteressiert bin, um entweder meinem Kind Grenzen zu setzen oder aber seine Bedürfnisse sinnvoll zu erfüllen. Beispiel Essen: das Kind hat Hunger, aber ich schaff es nicht, Mittagessen zu kochen, also kriegt das Kind eine Nuckelflasche - und so viele Tage immer wieder... oder dem Kind ist langweilig und es quengelt rum, mir fällt aber nix ein und das Wetter ist doof, also setze ich das Kind vor den Fernseher... das sind so Momente, wo ein "Verziehen" (besser vielleicht: unschöne Gewohnheiten) anfangen kann, weil man sich selbst gerade keinen Ruck geben kann. #schwitz
Und wenn das Kind eben erst gemerkt hat, daß es mit Rumnerven und Terrormachen die Mama irgendwann rumkriegt, hat man ein Problem - das so nicht entstanden wäre, wenn man schon in den Situationen davor bestimmter reagiert hätte.

Soll kein Vorwurf oder ähnliches sein, ist mir selbst auch schon passiert - Väter sind übrigens aus lauter Kinderliebe sogar manchmal noch anfälliger für diese Falle (sie mögen das Kind im Laden nicht schreien oder quengeln lassen, also kaufen sie ihm ein Auto :-p)...

Alles Gute und starke Nerven! #klee

lg,
inis mit Iulian (2,5 J.) und kleinem Brüderchen (26.ssw)

Beitrag von gingerbun 21.11.10 - 14:28 Uhr

Hallo,
ich finde das merkt man. Wir haben unsere Tochter intensiv getragen über das erste Lebensjahr hinaus und ebenso ausgiebig und lange gestillt, also ich :-). Sie war quasi immer bei uns. Dadurch hat sie logischerweise das total Urvertrauen mitbekommen und weiss, dass wir immer wieder kommen und sie sich auf uns verlassen kann. Dadurch wiederum gab es keinerlei Probleme bei der Eingewöhnung bei der Tagesmutter oder im Kindergarten. Irgendwann testete sie natürlich auch ihre Grenzen aus, ab wann das begann kann ich gar nicht genau sagen aber es war einfach ein Unterschied zu einem natürlichen Bedürfnis.
Ich denke, wenn man immer auf seinen Bauch hört, kann man gar nichts falsch machen. Auf andere Meinungen hab ich nie was gegeben.
Sollte sie jetzt nachts wachwerden holen wir sie auch noch zu uns, warum auch nicht. (Sie ist jetzt 3).
Gruß!
Britta