ich brauche eure Meinung - Verlustängste bei Stieftochter

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von das-mariechen 20.11.10 - 22:30 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Ich muss mich einfach mal jemandem mitteilen und hoffe auf positive Worte. Mein Partner und ich (in der 36. SSW) haben vor 5 Wochen geheiratet - soweit ist alles gut. Mein Mann hat eine Tochter von fast 12 Jahren mit der ich mich bis zur Hochzeit auch blendend verstanden habe, es war ein absolut harmonisches Verhältnis. Aber seit der Hochzeit hat sie sich total verändert. An dem Wochenende war sie schon sehr komisch, hatte auch während der Trauung geweint. Dieser Tag hat wohl viel in ihrem Kopf verändert. Sie hat nun Angst, ihren Vater zu verlieren bzw. denkt wohl, ich habe ihr ihren Papa genommen. Und nun hat sie auch noch Angst wegen dem Baby, das kommt, da sie nicht mit Mama und Papa zusammen aufgewachsen ist.

Meine Stieftochter ist jedes Wochenende bei uns aber seit besagtem Wochenende ist alles anders. Sie ist total abweisend, lässt niemanden an sich heran und nur schlecht drauf. Natürlich setzen wir, mein Mann und ich, alles dran, dass sich das Verhältnis irgenwann wieder normalisiert, und ich hoffe, dass das sehr bald sein wird. Mir macht die Situation schwer zu schaffen, fühle mich einfach schuldig an allem. Ich denke mir "wäre ich nicht schwanger geworden, wären wir nicht in dieser Situation". Aber natürlich freue ich mich trotzdem auf das Baby und hoffe, dass sich die große Schwester auch bald dran erfreuen wird.

Mein Mann ist dieses Wochenende nun extra mit seiner Großen zu seiner Mutter gefahren, um sie sozusagen aus der Situation zu nehmen, dass sie etwas Abstand von allem bekommt. Aber so kann das ja nicht ewig weiter gehen. Zu allem Überfluss musste ich heute feststellen, dass Caro mich aus der Freundesliste in Facebook gestrichen hat. Das tut einfach nur weh! Wollte meinen Mann aber heute am Telefon damit nicht belasten. Ich hoffe, dass der Brief, den ich an Caro geschrieben habe, etwas bewirkt und ihr Mut macht.

Kann mir jemand Hoffnung machen? Aber bitte keine gespielte Hoffnung.
Danke für´s Zuhören!

#winke Maria

Beitrag von grundlosdiver 21.11.10 - 03:57 Uhr

Meine Stieftochter ist jetzt 10 und mein Mann und ich haben jetzt das 2.Kind bekommen. Beim 1. hatte sie auch noch totale Verlustängste, was sich bei ihr darin äußerte, dass sie total geklammert hat und z.T. regelrecht hysterisch war! Beim 2. jetzt war es nicht so.

Hör auf Dir irgendwelche Vorwürfe zu machen!!! Ihr seid immer für sie da, da brauchst keine Gewissensbisse haben! Ich nehme mal an, dass Du mit der Trennung ihrer Eltern nichts zu tun hast?!?
Sie ist 12!!!! Teenager!!!! Klar kann man da nicht alles drauf schieben, aber ich weiß noch gut, wie ich mit 12 war #hicks
Nun verändert sich die Situation dramatisch und vielleicht ist sie auch etwas neidisch- das Baby hat eine glückliche Familie, Mama und Papa sind da!

Ich denke es hilft nur behutsam reden, Halt geben, abwarten!
Das renkt sich sicher wieder ein!!!

Beitrag von das-mariechen 21.11.10 - 18:52 Uhr

Nein, mit der Trennung habe ich absolut nix zu tun. Die Eltern sind schon seit 12 Jahren getrennt und ich kenne meinen Mann erst seit 5 Jahren. Und ja, ich denke auch, dass es vor allem Neid ist, da sie Mama UND Papa nur 2 Jahre hatte und daran kann sie sich ja leider nicht erinnern.

Du sagst es - wir müssen für sie da sein und ihr zeigen, dass sich nix geändert hat und hoffen, dass sich die Situation wieder ganz bald beruhigt und alles wie früher wird bzw. noch schöner! Immerhin sind wir eine Familie und sie bald große Schwester, worauf sie stolz sein kann.

Beitrag von rufinchen 21.11.10 - 13:09 Uhr

Hallo,

die Situation war damals vielleicht ein bisschen ähnlich. Mein Mann stammt aus der ersten Ehe meiner Schwiegermutter. Als sie ihr drittes Kind bekam, welches vom jetzigen, also zweiten Ehemann ist, "musste" mein Mann zum Kinderpsychologen, weil er damit seelisch nicht klar gekommen ist. Mein Mann war damals aber noch viel kleiner, so ungefähr fünf oder sechs Jahre alt.

Wenn die Situation so schwierig geworden ist, wären doch vielleicht ein paar Sitzungen bei einem Psychologen nicht schlecht. Professionelle Hilfe kann da als Aussenstehender neue Einsichten gewähren und an das Kind herankommen.

LG
Rufinchen

Beitrag von syldine 21.11.10 - 15:38 Uhr

Liebe Maria - ich würd es an deiner Stelle mal etwas anders versuchen, als dass sie "nur" das WE mit ihrem Vater verbringt.... plan du nur mit ihr einen schönen Nachmittag - vielleicht einen kleinen Ausflug irgendwo hin, wo sie gerne ist, dann schön Eis essen -- und du nutzt den Tag, um ihr zu sagen, dass sie genauso Teil der Familie ist wie das Baby und ich würd ihr auch zeigen, dass DU sie lieb hast... Das würde vielleicht auch helfen ihr zu zeigen, dass du ihr niemanden wegnehmen willst.

Beitrag von das-mariechen 21.11.10 - 18:47 Uhr

Vielen Dank, syldine, das ist sicherlich eine gute Idee. Aber damit muss ich wohl etwas warten, denn ich weiß nicht, ob sie diesen Vorschlag annehmen würde, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ich warte jetzt erst mal ab, wie das WE verlief und ob sie meinen Brief gelesen hat, wo ich ihr genau das gesagt habe. Und dann versuche ich sie mal zum Weihnachtsmarkt mitzunehmen, verbunden mit einer Shoppingtour. Daran hat sie Spaß und bringt vielleicht die alten Zeiten zurück. Ich wünsche mir, dass vor den Feiertagen alles wieder im Lot ist und wir glückliche Weihnachtstage verbringen können. Das wäre das schönste Geschenk!