Wie den Kindern sagen, dass Papa tot?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von saraa85 21.11.10 - 10:03 Uhr

Hallo,
es geht nicht um mich..

Diese Kinder (6 und 3 jahre alt) haben letzte woche ihren geliebten papa verloren.. Neben dem gebrochenen herz, hat die mutter die sorge, dass sie nicht weiss, wie und was sie den kindern sagen soll. Sie hängen sehr an ihrem papa..
Wisst ihr, wie man das macht, bzw was man sagen sollte? wie man es kindern schonend beibringen kann, dass sie ihren vater nie wieder sehen werden?
sie sagt den beiden jedesmal (wenn sie nach dem vater fragen), dass er verreist ist..
aber wie lange kann man kinder hinhalten?
brauche unbedingt rat bitte!!
Wen kann man da fragen? Kinderpsychologen?

Sie tut mir so leid. Mein herz blutet für sie. Ihr mann wurde knapp über 30 jahre alt...
sie haben sich so geliebt :(
Möge Gott den Mann in Seine Barmherzigkeit aufnehmen.

Beitrag von schorti 21.11.10 - 10:40 Uhr

Ich weiß leider auch nicht wie man sich in so einer Situation verhalten kann. Es gibt schöne Bilderbücher die Kindern den Tod näher bringen können. Musst du mal googlen.

Was aber GANZ wichtig ist, das man Kindern NICHT erzählt das Papa (oder wer auch immer gestorben ist) eingeschlafen ist. Weil die Kinder dann oft Angst bekommen vorm Schlafen, weil sie Angst haben nicht mehr wach zu werden wie der verstorbene.

Es ist immer schlimm wenn jemand liebes stirbt und wenn es auch noch ein Elternteil ist, ist es noch heftiger. Ich zünde eine #kerze an.

Beitrag von fruehchenomi 21.11.10 - 11:20 Uhr

Um Himmelswillen, da wird mir ganz kalt. Die Mama ist sicher selber fix und fertig und muss das nun auch noch übernehmen.
Das schafft sie nicht alleine - da sollte DRINGEND ein Psychologe dazu oder sonstiger Fachmann. Mal beim Roten Kreuz/Malteser o.ä. fragen, ob sie einen Psychologen greifbar haben, der ja auch bei schweren Unfällen schnell zur Stelle ist - oder den Pfarrer usw.
Das 6jährige Kind sollte etwas anders behandelt werden als das 3jährige, das versteht doch die Welt nicht mehr.
Vielleicht wäre auch der Kinderarzt eine Hilfe, wenn es ein Vertrauensverhältnis gibt ? Dann kriegten die Kinder keine hilflose Wut auf die Mutter, die ihnen so eine Nachricht überbringt, leider hab ich das auch schon erlebt.
Einfühlsame Großeltern wären vielleicht auch eine Hilfe, überhaupt Familienmitglieder, die die Kinder lieben.
Oder auch einfühlsame Kindergartenerzieher, die die Kinder kennen ?
Ach herrje da sitzt man da und weiß nicht, was man raten soll. Vielleicht war ja ein brauchbarer Tip dabei.
Ich wünsche der Familie alle Kraft der Welt, sie wird es brauchen.
Liebe Grüße von Moni

Beitrag von ss120875 21.11.10 - 11:56 Uhr

Hallo,

allein schon die Vorstellung ist grausam.

Aber ich würde es meinen Kindern sofort sagen. Sie würden ohnehin merken, dass etwas nicht stimmt.

Ich würde nicht erst ein Buch kaufen bzw. einen Psychologen konsultieren noch würde ich sie anlügen. Keine Ahnung wie ich es machen würde, ich hoffe, dass ich in so eine Situation nicht kommen werde.

Aber es ist zweifelsohne schwierig.

Ich wünsche deiner Bekannten alles Gute und Kraft für die nächste Zeit.

Beitrag von esprity 21.11.10 - 12:34 Uhr

Ich würde den Pastor oder Pfarrer in der Gemeinde/Stadt fragen. Das sind ausgebildete Seelsorger, die würden bestimmt einspringen, ob gläubig oder nicht.

Beitrag von lieke 21.11.10 - 12:43 Uhr

Hallo,

eine ganz schlimme Situation, mein Beileid.

Meine Kinder waren 4 als sie vor 3 Jahren ihren Bruder verloren. Ich kann nur sagen, so ehrlich wie möglich sein. Ich kann verstehen, dass sie überhaupt nicht weiss, wie oder was sie jetzt tun soll. Wahrscheinlich muss sie sich est auch um praktische Dinge kümmern, wie die Beerdigung...

Aber Kinder spüren, wenn die Mutter lügt. Was ist deine Rolle dabei? Vielleicht kannst du dich den Fragen stellen, wenn sie es gesagt hat? Versuche so offen wie möglich zu antworten. Ich würde nicht sagen, "er ist jetzt im Himmel" , sondern "ich glaube/ich hoffe/ ich stelle mir vor, dass... ".
Ich habe immer gesagt, dass der Körper "verwelkt" und deshalb begraben wird. Noch heute "sprechen " wir manchmal mit dem Bruder, weil uns das tröstet, aber ich sage auch, dass niemand weiß, ob er uns hört. Auch die Blumen auf dem Grab schaut er vielleicht nicht an, aber ich finde es schön, mir das vorzustellen. So erkläre ich es.

Bücher habe wir auch viel genutzt, allerdings haben das zum Glück in der akuten Zeit Freunde oft übernommen. Es ist wichtig, das die Kinder eine Bezugsperson haben AUSSER der Mutter, mit der sie offen reden können. Warum? Kinder wollen ihre Eltern nicht traurig machen. Sie müssen aber den Raum bekommen, ihre Gefühle zu äußern und Fragen zu stellen. Kinder versuchen ihre Eltern zu schützen und ihnen keinen Kummer zu machen. "Nicht das Baby angucken, dann muß Mama wieder weinen" habe ich mal gehört. Aus Rücksicht auf mich, trauten sie sich nicht in einen Kinderwagen zu schauen. das fand ich ganz schlimm. Sie müssen frei sein, für ihre eigene Trauer, verstehst du?

Mit dem Psychologen würde ich auch erstmal warten. Sie sind so jung! Gebt ihnen erstmal die Chance, selber damit umzugehen. Wichtig ist, das das Umfeld mithilft, das kann jeder sein, der zuhört und willens ist.

Wenn du ihnen helfen willst, würde ich dir raten dich auch selber in die Thematik einzulesen. Und die Mutter viel entlasten. Kinder können einfacher umschalten und auch mal wieder lachen, wenn uns erwachsenen das noch total unmöglich scheint. Nimm demnächst die Kinder mal mit zum Platzchenbacken, der Mutter wird ein Stein vom Herzen fallen, wenn sie sich mal in der Trauer gehen lassen kann, sie ihre Kinder aber in unbeschwerter Atmosphäre weiß.

Ich wünsche dir und ihnen viel Kraft!

Beitrag von manavgat 21.11.10 - 13:11 Uhr

Meine Güte, wie traurig und belastend. Es gibt Trauerbegleiter, auch für Kinder. Die würde ich mit ins Boot holen. Wenn man keinen kennt, dann kann man bei Hospizen nachfragen, die müssten Bescheid wissen.

Ich habe letztens den Film: Grace is gone

gesehen, da ging es genau um dieses Thema. http://de.wikipedia.org/wiki/Grace_is_Gone

Vielleicht hilft der Film der Mutter.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von anyca 21.11.10 - 13:54 Uhr

Ist ja nachvollziehbar, daß die Mutter mit der Situation überfordert ist, aber um Himmels willen jetzt nicht noch lügen! Die Kinder werden doch sonst ihr Leben lang Panik schieben, wenn jemand "verreist" ist ...

Schonend beibringen kann man so was letztlich nicht, nur umsichtig. Hat sie nicht andere Angehörige (Großeltern, Geschwister ...) die in ihrem Beisein mit den Kindern reden können, wenn sie es selber nicht schafft?

Beitrag von syldine 21.11.10 - 15:31 Uhr

Da sie sich in einer absoluten Ausnahmesituation befindet, will ich natürlich nicht die Sache mit dem "verreist sein" kritisieren - sie wusste einfach nicht, was sie tun sollte -- aber: die Wahrheit muss jetzt sofort raus, und man sollte auch kleine Kinder nicht unterschätzen. Ihr könnt den Kindern sagen, dass der Papa einen Unfall (??) hatte, dass er sich dabei sehr weh getan hat und dass das so schlimm war, dass er gestorben ist.
Als Kind hat mich eines immer sehr getröstet - und ich weiß nicht, wie ich damals auf die Idee gekommen bin - vielleicht zu viel kleiner Prinz, ich weiß es nicht, aber ich war fest davon überzeugt, dass mein Vater den allerhellsten Stern, der am Himmel war, extra für mich so hell gemacht hat, damit ich sehe, dass er immer noch auf mich aufpasst.
So schlimm die Situation auch ist, die Kinder müssen sofort die Wahrheit erfahren, damit sie lernen können damit umzugehen!
LG und viel Kraft wünsch ich deiner Freundin!

Beitrag von optimista 21.11.10 - 16:33 Uhr

hallo
ich weiss nur vom kindergarten her,
dass diese kinderbuch sehr geegnet ist, um über das thema
tod / trauer zu reden
http://www.amazon.de/Grossmutter-Kirsten-H%C3%B6cker/dp/3980412466/ref=sr_1_16?s=books&ie=UTF8&qid=1290353472&sr=1-16
es handelt zwar von der oma , aber ich denke, es ist wichtig einfach über die eigenen gefühle um den tod, die trauer zu reden und ihnne eine hilfestellung zum verarbeiten zu gaben.
ausserdem kann vielleicht diese seite helfen: kindertrauer.org
möge gott der ganzen familie kraft und trost spenden.
alles gute

Beitrag von daniko_79 22.11.10 - 07:12 Uhr

Hallo

komisch das die Kinder das nicht mit bekommen , das der Papa tod ist ? Steckt Die Mutter der Kinder das so weg das sie es sich nicht anmerken lässt ? Finde ich irgendwie schon sehr seltsam . Die Kinder haben ein recht darauf , zu erfahren das der Vater gestorben ist und wie er gestorben ist . Ich könnte meinen Kindern nicht ständig erzählen , das der Vater verreist ist .
Kindern kann man den Tod eines Menschen doch auf Kindliche Art und Weise beibringen .
Mein Vater ist vor 3 Jahren verstorben , meine Schwiegermutter vor 2.5 Monaten wir haben den Kinder gesagt das sie schwer krank waren und das sie es nicht geschafft haben hier zu bleiben aber sie sind jetzt oben im Himmel bei den Engeln und wenn wir mal Probleme haben und nicht weiter wissen dann können wir sie jederzeit fragen und mit Ihnen sprechen .

Dani