Urvertrauen

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie euer Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von cosima07 22.11.10 - 10:13 Uhr

Hallo und Guten Morgen,

mich beschäftigt schon seit längerem eine frage:

Wie kann ich wissen das ich das Urvertrauen bei Luisa gut aufgebaut habe? Wie müsste sie sich verhalten?? Und was kann ich noch "retten" wenn ich es versaut habe :-( ??

Über Antworten würde ich mich sehr freuen #winke

Cosi

Beitrag von lotosblume 22.11.10 - 10:32 Uhr

Wieso meinst du das du versaut hast????

Beitrag von cosima07 22.11.10 - 10:58 Uhr

Ich weiss es nicht. Sie klammert zz viel ( was ich ok finde, es stört mich nicht eine Minute)
Aber hier liest man so viel wegen dem Urvertrauen das ich mal hören wollte wie sich das beim Kind äußert??!!

Beitrag von lilly7686 22.11.10 - 13:00 Uhr

Urvertrauen ist einfach da.
Deswegen heißt es ja URvertrauen. Es ist einfach da.

Zerstören kannst du es, indem du dein Kind brüllen lässt und aus dem Zimmer raus gehst. Es alleine lässt. Es im Kinderwagen liegen lässt und schreien lässt, während du zum Bäcker rein gehst. Keine Ahnung, solche Dinge eben.

Wenn dein Baby klammert, dann ist das einfach normal.

Weißt du, in unseren Genen sind noch immer die Infos, die auch in der Steinzeit schon da waren.

Für ein Baby heißt weg gelegt werden: Ich werde gefressen, weil niemand da ist, der mich beschützt.
Für ein Baby heißt kuscheln: Jemand ist da, der mich lieb hat und der mich beschützt.
Wenn ein Baby "klammert" will es nur sicher sein, dass Mama nicht weg geht.

Ein Baby das früher hingelegt wurde und die Mama weg ging, wurde von einem wilden Tier gefressen.
Unsere Kinder bzw. ihre Gene wissen ja noch nicht, dass es heute ganz anders ist.

Ich hoff, ich konnte das halbwegs verständlich erklären? ;-)

Beitrag von cosima07 22.11.10 - 13:30 Uhr

? Also wenn das Urvertrauen da ist, warum schreiben hier so viel ( in Bezug auf Ferbern) das es erst aufgebaut werden muss?? Oder hab ich das falsch gelesen??
Luisa weint jeden morgen wenn ich sie zur Kita bringe( hört sofort auf wenn ich aus Sichtweite bin) und klammert sich an meinem Hals fest...
Ist das normal? Urvertrauen das Mama wieder kommt, oder gest. Urvertrauen und ergibt sich der Situation? Wie soll ich das deuten???

Cosi

Beitrag von muehlie 22.11.10 - 13:44 Uhr

Das Urvertrauen wird ja schon im Mutterleib aufgebaut. Ab ca. der 20. SSW können Babys im Bauch schon hören und nehmen dadurch auch die Stimme der Mutter wahr. Wenn sie dann geboren werden, ist ihnen die Stimme der Mutter bereits vertraut, jetzt fangen sie an, diese Stimme mit einem Gesicht und mit Gefühlen von Wärme, Hungerstillen, Trost etc. zu verbinden. Dadurch wächst ihr Urvertrauen.
Aus einem guten (oder schlechten) Urvertrauen entwickeln sich die verschiedenen Bindungstypen. Was das ist und wie sich verschiedene Bindungstypen äußern, kannst du hier nachlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie

Beitrag von lotosblume 22.11.10 - 13:47 Uhr

Wie alt ist sie denn jetzt??

Unser Bub wird demnächst 2 und klammert auch gerade wie ein ängstliches Häschen. Das ist einfach eine Phase - hat auch mit der Abnabelung der Kinder zu tun.
Ihnen wird eben auch bewußt, dass sie ja ein eingenständiges Individuum sind und eben nicht so fest mit Mama und Papa verwurtzelt. Da sehen sie sich der großen Welt plötzlich "alleine" gegenüberstehen.
Solange man aber in solchen Situationen auch immer für sie da ist, sehe ich kein Problem.

Das sie im Kindergarten weinen wenn sie abgegenen werden ist ganz häufig und hat nichts damit zu tun, dass du ihr Urvertrauen zerstörst.
Sie ist ja dann auch gleich abgelenkt. Hast du schon mal mit den Erziehern dort gesprochen wie sie sich verhält?

Möglicherweise klammert sie gerade auch so, weil sie eben morgens abgegeben wird. DAnn sucht sie einfach die Nähe zu dir.
Gib sie ihr und die gibst ihr was sie braucht!

Beitrag von binecz 22.11.10 - 14:38 Uhr

Das mit dem Urvertrauen ist so eine Sache.
Man kann nicht sagen "daran und daran stellt man es fest". Wenn dein Kind ein gewissen Selbstbewußtsein hat, gerne Dinge ausprobiert aber auch gerne zur Mama kommt wenn es unsicher ist. Wenn manchmal auch ein Blick reicht um ihm zu sagen "ich bin da". Wenn es klammert, aber auch loslassen kann...wenn wenn wenn. Ob ein Kind Urvertrauen hat oder nicht, das kann man glaube ich erst im Nachhinein wirklich feststellen. Wenn es nicht übermäßig ängstlich, und nicht übermäßig selbstständig ist, dann bist du auf einem guten Weg.
"retten"??? Urvertrauen bildet sich indem das Kind weiß Mama ist immer da wenn es mir schlecht geht und holt mich aus unangenehmen Situationen heraus bzw. erleichtert sie mir. Natürlich muss sich das entwickeln. Und das dauert eine lange Zeit. Der Grundstein wird im gesamten 1. Lebensjahr gebildet, aber die Festigung nimmt noch viel mehr Zeit in Anspruch!