vor 10 jahren gestorben und ich komme nicht damit klar

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von traurig :-( 22.11.10 - 12:41 Uhr

hallo zusammen...
ich weiß es gehört nicht hier her..aber ich will in schwarz schreiben

vor zehn jahren im januar ist meine mama an krebs gestorben.wir sind vier kinder und papa.
ich komme bis jetzt nicht damit klar,wenn ich nur an sie denke kommen mir die tränen.ich hab ein bestimmtes lied,immer wenn es kommt hab ich sie im kopf und schon weine ich.

ich kann mit keinem drüber sprechen,mein freund ist für sowas zu *schwach*..er kann nicht über den tot sprechen.und meine familie will ich damit nicht belasten...papa hats es schon schwer genug und ich weiß nicht ob meien geschwister damit zurecht kommen,deshalb will ich keine wunden aufreißen.


ich bin deshalb so sensibel geworden das ich bei jeden kleinen streit mit meinem freund schon tränen in den augen habe...

ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.ich verstehe nicht warum sie weg ist und vermisse sie jeden tag.

schon allein wenn ich etwas koche,dann denk ich an sie wie sie es gemacht hat...


wie habt ihr so etwas verarbeitet?

ich bin umgezogen und wohne jetzt 100 km vom friedhof entfernt..wollte eigentlich dahin am we,aber das auto ist kaputt gegangen und das reparieren wird so teuer,so das ich nicht mal tanken kann um dahin zukommen...


ich könnte nur noch heulen.
mein freund ist auch nicht der sensibelste,so das ich noch andere sprüche rein kriege(zu anderen themen natürlich)

ich fühle mich allein,und jeder hackt irgendwie auf mir rum.hab das gefühl das ich alles falsch mache,oder mir wird das gefühl gegeben..weiß es nicht genau.

ich muss immer geben geben geben...aber zurück kommt nichts..


wenn mama noch da wäre dann könnte ich hin und alles wäre gut#heul

Beitrag von muddi2011 22.11.10 - 12:57 Uhr

Hallo,

zumal tut es mir sehr leid mit deiner mama

Ich habe vor 5 Jahren meine schwester verloren. sie war gerade 4 Monate alt. Sie starb am Kindstot.
Ich habe sie zusammen mit meiner mutter in der Wiege aufgefunden..
Ich bin damit nicht klar gekommen. Ich habe mir semtliche schuld zugeschoben. Ich habe mich selbst schon gehasst und mich selbst verletzt.

Das ganze führte soweit das ich heute unter einer atypischen depression Angstörung und borderline leide..

Mittlerweile habe ich mich in eine therapie begeben da ich selbst auch nich damit klar kam hatte suizid gedanken.

Ich würde dir auch sowas empfehlen mir hilft es wirklich.
Es dauert zwar bis die therpie anschlägt bis zu dieser zeit habe ich tabletten genommen damit die angstzuständen nachlassen.

Wenn du noch etwas wissen möchtest kannst du mich gerne anschreiben

Viele liebe grüße #blume

Beitrag von mansojo 22.11.10 - 13:01 Uhr

http://www.meinetrauer.de/

hallo,

du solltest deine trauer aufarbeiten
so läßt du dich nur von der trauer treiben


warum kannst du mit deiner familie nicht über deine trauer sprechen
wird alles nur verdrängt?

wer hackt auf dir rum?

hast du einen guten hausarzt dem du vertraust?
sprich mit ihm oder ihr darüber und die möglichkeit einer gespächstherapie um deine trauer zu verarbeiten

gruß manja

Beitrag von traurig :-( 22.11.10 - 13:14 Uhr

mein papa hat versucht mich zu erreichen,bin nicht dran gegangen weil wir unterwegs waren und es war sehr laut.war schon abends.
hab ihn dann zurück gerufen am nächsten tag und musste mir anhören das ich mit absicht nicht ran gehe und das ich mich nie melden würde usw.

das stimmt aber nicht,ausserdem kommt er zu besuch nur zwei mal im jahr.für geburtstage...ich kan mir nicht erlauben jede woche einmal dahin zu fahren.aber er denkt,weil ich weggezogen bin,muss ich zu ihnen kommen.

naja,und mein freund ist auch nicht einfach...mann kann nur schwer mit ihm reden,er wird schnell beleidigend usw.
alle probleme die ich habe sind lächerlich.manches wird einfach ins witzige gezogen und ich werde veralbert.wenn was mit meinem kind ist,dann bin ich schuld,wegen meiner erzehung usw...ach es sind so viele kleine dinge.


normalerweise lohnt sich das nicht sich drüber aufzuregen.aber weil ich emotional so unten bin,sind es für mich jedesmal wie herzstiche,wenn wieder ein blöder spruch kommt oder so.

zb.stehen wir in der disco...ich,mein freund und ein kumpel.geht eine vorbei mit mini an....von ihm kommt der spruch*boar,da würde ich gut drauf aussehen oder die würde ich auch gern mal.....* und ich stehe daneben!!! mir ist klar das männer sowas sagen,aber wenn ich daneben stehe finde ich das einfach respektlos.er sagt,es sind nur sprüche und ich übertreibe.

aber so kann ich ihm auch nicht 100% vertrauen.
er hat schon mal einer freundin an die titten gfasst,sie waren beide betrunken.ich stand am rand der tanzfläche und hab es gesehen.hab ihn dan angeschrieen was das soll...aber...ein ohr rein...


im mom ist einfach der wurm drin.

Beitrag von mansojo 22.11.10 - 13:29 Uhr

die probleme in deiner partnerschaft ist aber eine andere baustelle

deine mutter hätte dich vielleicht in gewisserweise unterstützen können
aber arbeiten an deiner beziehung musst du


macht dochmal ein familientag
ihr geschwister und euer vater da ergibt sich bestimmt ein gespräch

meinst du deine vater und die geschwister haben den tod eurer mutter verarbeitet?

Beitrag von badguy 22.11.10 - 13:04 Uhr

10 Jahre sind eine lange Zeit um Abschied zu nehmen. Da es dir bisher nicht gelungen ist, solltest du dir dabei professionelle Hilfe suchen.

Ich mag dir nicht zu nahe treten, du schreibst von massiven Störungen mit deinem Umfeld. Dies ist eine sehr persönliche Sichtweise.

Eine Mutter kann mit Sicherheit trösten und begleiten, du musst aber grundsätzlich deinen Weg alleine finden.

Viel Glück dabei.

Beitrag von traurig :-( 22.11.10 - 13:22 Uhr

ich weiß..
hab schon gedacht das ich es garnicht will,abschied nehmen...

vielleicht flüchte ich mich dann in diese gedanken,als wenn sie noch da ist....

ich war schon mal bei psychologen,aber es war nix für mich.er saß da nur und starrte mich an und ich musste erzählen.hat mir keine fragen gestellt und nix...

Beitrag von marsupilami2010 22.11.10 - 13:37 Uhr

Er soll dich durch seine Fragen ja auch nicht in eine bestimmte Richtung lenke. Versuch es doch bitte mal mit einem anderen Psychologen. Man darf von der Krankenkasse aus 3-4 (glaub ich, bitte erkundige dich vorher) Psychologne ausprobieren, bis man sich entscheiden muss. Dass Therapiekonzept variiert je nach Ausrichtung des Psychologen ja auch sehr stark. Da wäre es gut, dies mit deinem Hausarzt zu besprechen.
Ansonsten klingt das bei dir nach einer komplizierten Familiensituation und das du dich nach 10 Jahren noch zur Problemlösung gedanklich zu deiner Mama flüchtest ist - sorry, bitte nicht falsch verstehen - nicht "normal". Ab einem gewissen Alter muss man Probleme auch bei einer noch lebendigen Mutter selbst lösen.
Deine Partnerschaft ist ne andere Baustelle, hängt aber in meinen Augen mit deinem Selbstkonzept zusammen.
Lass dir bitte unbedingt helfen

Beitrag von badguy 22.11.10 - 14:23 Uhr

Na ja, versuch es mal von der Seite zu sehen, dass du die Probleme hast, nicht dein Arzt. Du musst deine Probleme so schildern, wie du dich fühlst. Schau, es soll dir doch besser gehen. Du analysierst ja schon richtig, keine Frage, du weigerst dich zu akzeptieren, dass Dinge sich verändert haben.

Du bist wahrscheinlich selbst noch recht jung gewesen, als deine Mutter ihren Kampf verloren hat.

Jetzt kämpfst du den deinen.

Beitrag von swety.k 22.11.10 - 13:20 Uhr

Hallo,

Du solltest eine Therapie machen. Das wird Dir sicherlich helfen. Was Du schreibst, klingt so, als hättest Du noch andere Probleme und Du denkst, daß die sich besser würden, wenn Deine Mutter noch da wäre. Laß Dir helfen, das ist das Beste für Dich.

Alles Gute und liebe Grüße

Swety

Beitrag von traurig :-( 22.11.10 - 13:24 Uhr

ja zu wem geht man wenn man was auf dem herzen hat....zu mama

und sie ist nicht da...

deswegen will ich sie nicht los lassen denk ich.

Beitrag von ********************** 22.11.10 - 15:31 Uhr

Hallo,

lass Dich erst mal fest drücken.

Ich kann Dich sooo gut verstehen. Meine Mutter ist in diesem Jahr 26 tot.
Ihr Tod hat mich vor 10 Jahren eingeholt; ich bekam eine Angsterkrankung, die mich bis heute immer wieder mal mehr mal weniger "ausser Gefecht" setzt.

Bei uns war es auch ähnlich: ich steckte mitten in den Abschlussprüfungen als meine Mutter plötzlich starb. Meinen Freund wollte ich damit nicht belasten; wir haben zwar ab und an mal geredet, aber ich dachte damals, wenn ich nicht viel drüber rede, geht der Schmerz eher weg.
Meine Schwester und mein Vater hatten selbst genug dran zu knabbern, keiner wollte dem anderen wehtun indem er ein Gespräch darüber anfing.

Ich fühlte mich eigentlich damals nicht allein, aber als meine Kinder älter wurden und anfingen, immer mehr das Nest zu verlassen, da schlug die erste Panikattacke zu...
Ich habe mittlerweile 2 Therapien hinter mir, es gab einige Jahre nach der ersten Therapie wieder einen Todesfall, der mir sehr naheging und danach kam alles wieder hoch.

Mein RAt an Dich: hole Dir Hilfe von aussen. Geh in eine Trauergruppe oder zu einem Trauergespräch einer sozialen Einrichtung (Caritas, AWO, Pro Familia). Es kann auch sein, dass die nicht unbedingt Trauergespräche anbieten, dann bitte um einen Beratungstermin. Oder Du sprichst mit Deinem Hausarzt und bittest ihn um Rat und eine Überweisung zu einem Therapeuten. Ich denke, es muss dringend aufgearbeitet und verarbeitet werden.
Hätte ich damals davon gewusst, ich wäre sofort dorthin gegangen, dann hätte ich mir wahrscheinlich vieles ersparen können.

Zu guter Letzt möchte ich Dir folgende Buch ans Herz legen, das mir mein Therapeut empfohlen hat:

"Auf der Suche nach den Regenbogentränen" von Jorgos Canacakis
http://www.amazon.de/Auf-Suche-nach-den-Regenbogentr%C3%A4nen/dp/3570120406

Das hat mir unheimlich geholfen und ich lese heute noch ab und zu darin


Ich wünsche Dir von Herzen Kraft und Mut und dass Du den Tod Deiner Mutter endlich verarbeiten kannst - denn Deine Gefühle, immer nur zu geben und nichts wieder zu bekommen sowie das Hypersensible -immer gleich Tränen - sind Hilferufe Deiner Seele.
Jorgos Canacakis ist der Meinung, dass jedes unterdrückte Gefühlö, jede nicht geweinte Träne sich irgendwann irgendwie den Weg ans Licht sucht. Durch Krankheit oder dadurch, dass man selbst alle Gefühle verschließt.
Das Buch ist wirklich absolut genial, bringt zum Weinen, Nachdenken, spendet Trost und gibt viel Kraft.

Liebe Grüße