Ich liebe jemanden, den es gar nicht gibt

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 13:45 Uhr

Hallo zusammen!
Ich wollte das endlich mal loswerden und die Reaktionen anhören.
Irgendwie klingt das verrückt, aber ich habe mich in jemanden verliebt, den es gar nicht gibt.
Ich bin verheiratet und Mutter. Und ihr wisst ja wie es ist, den perfekten Partner gibt es nicht. Wie in fast jeder Ehe gibt es auch bei uns mal Streit und Frust und vieles hatte man sich anders vorgestellt. Um meinem Ärger zu entfliehen, habe ich in meinen Gedanken und Tagträumen einen "perfekten" Mann erfunden... der ist natürlich so, wie ich einen Mann an meiner Seite gerne hätte. Jeden Tag denke ich an ihn und erfinde Alltagsgeschichten mit ihm, ein Haus wo wir gemeinsam wohnen etc. aber auch erotische Phantasien... inzwischen bin ich so weit, dass ich ihn vermisse! #schock
Ist das nicht komplett bescheuert??!
Oder machen das andere auch so??
Betrüge ich auf eine gewisse Weise meinen Ehemann mit solchen Gedanken oder ist so etwas normal? Gibt´s hier jemanden, dem es auch so geht?
Und wie lange werde ich wohl noch sehnsüchtig an meinen erfundenen Traummann denken... bis ich 80 bin...??

Naja, danke für´s Lesen. Vielleicht kann mir ja eine(r) sagen, dass ich nicht ganz einen an der Klatsche hab... #schmoll

Beitrag von fensterputzer 22.11.10 - 13:49 Uhr

Vielleicht kann mir ja eine(r) sagen, dass ich nicht ganz einen an der Klatsche hab...

stimmt! Aber es riecht verdammt nach geschlossener Abteilung eines Landeskrankenhauses.

Beitrag von mauseannie 22.11.10 - 13:49 Uhr

Hm, ich finde das schon seltsam. Arbeitest Du? Wenn nicht, denke ich Du hast einfach viel zu viel Zeit und Langeweile. Steck Deine Energie doch statt dessen mal in Ideen Deiner Ehe neuen Pepp zu geben...

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:00 Uhr

Naja, mit zu viel Zeit oder Langeweile hat es nichts zu tun... denn denken kann man ja bekanntlich auch unter der Dusche, auf dem Weg zur Arbeit, während dem Kochen und Bügeln, etc. Also, die meisten Frauen sind in der Lage, mehrere Dinge auf einmal zu tun. :-p
Außerdem ist mein Mann oft auf Geschäftsreise oder mit seinem Privaten Hobby beschäftigt, so dass ich alleine mit dem Kind bin.

Aber mit dem Pepp in die Ehe bringen gebe ich Dir Recht!

Beitrag von -kopfsalat- 22.11.10 - 13:58 Uhr

Moin,

wie kannst du jemanden vermissen, der in deiner Phantasie exisitert? Du kannst ihn doch immer bei dir haben. Oder vermisst du ihn, wenn du zu sehr mit der Realität beschäftigt bist?

Klingt irgendwie schon sehr abgefahren. Aber kein Grund für die Klapsmühle ;-)

Hast du deinem Mann davon erzählt?

Salat

Beitrag von fensterputzer 22.11.10 - 14:05 Uhr

du weißt aber schon das Menschen die in einer Phantasiewelt leben eventuell , wenn sie mit ihren Fantasiegestalten auch sprechen , schizophren genannt werden??

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:10 Uhr

Lieber Fensterputzer,
gib mal "Schizophrenie" bei google ein oder kauf Dir medizinische Literatur und Du wirst feststellen, dass da einige Unterschiede bestehen. Aber vielen Dank für Deinen Beitrag.

Beitrag von -kopfsalat- 22.11.10 - 14:14 Uhr

wenn dir dieser Beitrag ausreicht, um jemandem eine geschlossene Anstalt zu empfehlen, dann ist das dein Ding. Meins nicht.

Beitrag von fensterputzer 22.11.10 - 14:17 Uhr

ich habe das nicht empfohlen! Sondern damit ausgedrückt, daß sollte sie immer mehr in ihre Livefantasien abfriftet es soweit kommen kann. Realität ausblenden und sich in Träumen verlieren ist gefährlich wenn es dauernd passiert und irgendwann wird die Fantasie das reale Leben völlig verdrängen

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:07 Uhr

JA EBEN! #zitter
Klar kann ich ihn immer bei mir haben. In Gedanken. Und neben mir steht dann ein realer Mann, der mich nicht versteht, anders handelt und anders (bzw. gar nicht!) mit mir redet als Mr. Perfect.
Wahrscheinlich "vermisse" ich gewisse Verhaltensweisen bei meinem Mann (??).

Nein um Gottes Willen, meinem Mann kann ich das nicht erzählen, der hält sowas für verrückt. Mit Gefühlsdingen kann er sowieso nix anfangen. Ein Krisengespräch kann man auch schlecht mit ihm führen (ich hab´s versucht). Nein, er würde das nicht verstehen.

Beitrag von sk 22.11.10 - 14:04 Uhr

Nein, so ganz bescheuert bist du nicht.

Ich habe mich mal heftigst in einen Spielpartner in einem Internet-Game verliebt: Nicht mal den richtigen Namen kannte ich, geschweige denn das ich ein Foto gesehen hätte ... er war übrigens peinlich berührt, als ich ihm meine "Liebe" gestand ...

Für mich war das damals der Anlass, meine Ehe kritisch zu betrachten. Und da lag vieles im Argen. Ich habe dann die Ehe beendet, und war 3-4 Monate richtig krank vor Liebeskummer.

Dir kann ich nur empfehlen, deine Gedanken von deinem Phantasiemann abzulenken, und dir ein paar ehrliche Gedanken zu deiner Partnerschaft zu machen.

SK.

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:27 Uhr

DANKE!

Deine Geschichte kann ich sehr gut nachvollziehen.

Du hast Recht, ich sollte mir Gedanken über meine Ehe machen, bzw. ich mache mir ja Gedanken, aber diese in die Tat umzusetzen, ist das größere Problem. Ich habe auch schon versucht, ein Gespräch in diese Richtung mit meinem Mann zu führen, komme aber da nicht weit, weil er über Probleme nicht sprechen mag. :-(

Beitrag von frieda05 22.11.10 - 14:07 Uhr

Darf ich mal fragen, wie ich mir das vorstellen muß ?

Ist das so ähnlich wie mit diesem großen Hasen? Meint, Du hast eine konkrete Vision, wie der Mann aussieht, wie er sich anfühlt, Du "redest" mit ihm und kaufst teilweise beim Schlachter Sachen, von denen Du annimmst, Mr. Right würde sie gerne verputzen?

Oder ist das mehr die Idee eines perfekten Partners, auf welchen Du Eigenschaften projezierst, die Dein Real-Life-Gatte nicht abdeckt? Eine wabernde, romantische Denkblase, die immer herhalten kann, wenn der tatsächliche Gatte wieder einmal die Funktion eingestellt hat?

Kläre mich auf.

GzG
Irmi

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:18 Uhr

Ersteres: nein!
(Wer ist der große Hase??!) #rofl
Übrigens rede ich nicht mit "ihm".

Zweiteres: schon eher.
Ich bin ja nicht ganz blöd und meiner Meinung nach mit einigermaßen gutem IQ gesegnet.
Mir ist schon bewusst, dass es eine FLUCHT ist. Flucht vor Veränderungen (Gespräch mit dem Partner oder aber auch selbst etwas zu verändern). Zu hohe oder falsche Erwartungen an den Partner gestellt, und wenn er die nicht erfüllt, renne ich in Gedanken zu dem virtuellen Traummann. Natürlich ist das so eine "romantische Denkblase".

Beitrag von -kopfsalat- 22.11.10 - 14:19 Uhr

"(Wer ist der große Hase??!) "

na, der Harvey *ggg*

http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Freund_Harvey

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:45 Uhr

*autsch* - Bildungslücke!
Ich ziehe meine Meinung über meinen IQ zurück! ;-);-)

Beitrag von frieda05 22.11.10 - 14:39 Uhr

Na dann finde ich Dich garnicht so ausgeklinkt. Reichte bei mir jedenfalls nicht für so ein "hab-mich-lieb-Jäckchen" oder die Geschlossene.

Persönlich bin ich noch nie auf so einem Trip gewesen, vielleicht fehlt mir hier (erstaunlich und nahezu unfassbar...) die Phantasie.

Wessen Partner mag schon perfekt sein? Ich denk nahezu jeder hier, hätte dem seinen gerne schon mal einen mit ner Bratpfanne einen Scheitel gezogen, oder bei sich gedacht #augen... "oh Elend", was habe ich bloß in meinem ersten Leben verbrochen, daß ausgerechnet ich den abgekommen habe?" Das nenne ich ein stückweit normal (vorausgesetzt ersteres wird nicht in die Tat umgesetzt).

Entscheidend ist doch, was überwiegt. Führst Du eine Ehe "zu dritt" und ziehst Dich zurück, statt Konflikte zu lösen führte Dein Phantasieheld mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dazu, daß Deine Ehe den Bach runtergeht. Woher soll Dein Mann wissen, was Du von ihm hälst, wenn Du in Stresssituationen den imaginären Stinkefinger zeigst und mit Deinem Traummann eine Runde spazieren gehst (oder in die Badewanne ;-)).

Überlege Dir, was Du wirklich willst. Einen etwas problematischen Mann zum Anfassen (der sich vielleicht hin und wieder wie ein Komapatient aufführt), oder Deinen Comichelden.

GzG
Irmi

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:50 Uhr

Vielen Dank, auf solche Antworten hatte ich gehofft - die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
Lieber den Komapatienten zum Anfassen als gar keinen Mann - nein, Spaß beiseite. Du hast wahrscheinlich Recht und mein Mann ahnt nicht mal im Entferntesten, wie unglücklich ich bin. Männer verstehen nur den Wink mit dem ganzen Zaun, die können mit Andeutungen nix anfangen. Ich werde um eine Veränderung nicht drumherum kommen.

Beitrag von seelenspiegel 22.11.10 - 15:11 Uhr

Muss ich mir jetzt Gedanken machen wenn Du wieder mal zu mir "mein Hase" sagst? #gruebel

Beitrag von frieda05 22.11.10 - 15:15 Uhr

jepp - Puschelpopöchen #rofl...,

doch Du bist doch nicht groß und weiß...#cool

Beitrag von seelenspiegel 22.11.10 - 15:32 Uhr

Nö...mhh...ja eigentlich doch ...zumindest sehr blass......Kreatur der Nacht halt #schein

Beitrag von metalmom 22.11.10 - 14:21 Uhr

Hi!
Ich finde es nicht ungewöhnlich, wenn man sich vorstellt wie es wäre, einen perfekten Mann zu haben. Vor allem kann ich so etwas gut nachvollziehen, wenn man mit dem eigenen Mann unzufrieden ist, was bei Dir ja der Fall ist.
Ich glaube Du bist mit Deinem Leben total unzufrieden und denkst Dich in eine perfekte Traumwelt mit Traummann. Beides ist Fantasie, das solltest Du Dir mal klar machen.
Du vermisst keinen realen Menschen, sondern gewisse Eigenschaften Deines Partners, vielleicht auch Äusserlichkeiten.
Ob Du normal tickst? Was ist schon normal? Ich denke, es ist ein Zeichen dafür, dass Dir etwas fehlt.
Du hast das in einem anderen Beitrag schon beschrieben, dass Dir gewisse Dinge bei Deinem Mann einfach fehlen und da liegt dann wohl auch der Grund für Deine Fantasien.
Scheinbar hat es dann auch keinen Sinn, mit Deinem Mann zu reden. Hast Du ja schon versucht.
Nunja, vielleicht den Mann abhaken und einen Neuen suchen?
LG,
Sandra
(der ein perfekter Mann viel zu öde wäre)

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 14:41 Uhr

Der Beitrag von metalmom trifft es ziemlich gut... man sollte bei sich selbst anfangen zu suchen. Es stimmt, dass ich nicht in allen Bereichen mit meinem Leben zufrieden bin. Dafür kann ich meinen Mann nicht verantwortlich machen. Er wiederum sollte nicht automatisch "Narrenfreiheit" haben, nur weil wir einen Ring am Finger tragen und ein gemeinsames Kind haben. Eine intakte Ehe kann nur funktionieren, wenn sie nicht einseitig ist. Daran werde ich wohl arbeiten müssen. Nur leider habe ich das Gefühl, dass er nicht bereit ist, an sich zu arbeiten. Aber gut, wir werden sehen.

Nein, den einen abhaken und einen neuen suchen, will ich nicht. Das hatte ich schonmal versucht (wer nicht?) und das ist nicht die Lösung. Ein neuer Partner bringt auch neue "Probleme", neue Schwächen, neue Reibungspunkte mit sich, dann fängt man wieder von Null an. Ich bin müde, mir immer wieder was Neues aufzubauen, um dann festzustellen, dass man die Probleme nur verschoben hat.

Beitrag von metalmom 22.11.10 - 15:17 Uhr

Richtig, aber wenn Dein Mann nicht der Hauptgrund für Deine Unzufriedenheit ist, wieso erdenkst Du Dir dann einen Traummann? Du sagst ja selber, dass das nicht die Lösung wäre.

Beitrag von Tagträumerin 22.11.10 - 15:32 Uhr

Weil ich eigentlich versuchen wollte / will, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe und aus dem das Beste zu machen, was jetzt ist.

Ich habe, bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, ein anderes Leben geführt (also, anderer Wohnort, zeitaufwendiges Hobby, andere Freunde, andere Arbeitsstelle). Mir hat mein Leben gefallen. Dann bin ich zu meinem Mann gezogen und habe versucht, mir hier ein neues Leben mit ihm aufzubauen. Ich kann nicht wieder zu meinem Sport zurück und so leben wie ich will, da wir nun ein Kind haben. Ich muss nun Abstriche machen, die mir mein Kind auch Wert sind. Ich wollte Mutter werden, das Kind war gewünscht. Ich wusste auch, dass ich verzichten muss. Aber ich wusste nicht, dass sich etwas in der Beziwhung ändert. Aus uns sind Eltern geworden und nicht mehr 2 eigentständige Menschen. Und mein Mann erwartet von mir, dass ich die brave Hausfrau bin.

Der Fokus in meinem Leben ist nun mal die Familie, zumindest jetzt gerade. Meine Arbeit macht mir Spaß, ist aber nicht das Wichtigste. Der Dreh- und Angelpunkt ist schon mein Mann, mit ihm steht und fällt meine innere Zufriedenheit. Durch das Kind befinden wir uns ja auch irgendwie in einer gewissen Abhängigkeit. Die Beziehung nimmt den größten Platz in meinem Leben ein. Deswegen besteht da halt mein Wunsch, irgendwie glücklich zu werden. Ich weiß, das mit dem "Comichelden" ist nicht so ganz der richtige Weg...

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