Wer ennt sich biz Blutungs-/thromboseneigung aus???

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von jessi1511 22.11.10 - 15:14 Uhr

Also ich war gestern im kh, aber wegen was anderem!!!

Die haben mich drauf hingewiesen das ich jetzt anfangen soll mich zu spritzen, bin 34. ssw da ich dazu neige da meine schwester & oma thrombose, lungenembolie und blutgerinnungsstörungen haben bzw hatten!!! Liegt also in der familie...
Und meine fä meint ich brauche nicht spritzen, jetzt weiß ich nicht was ich tun soll... #schwitz

Ich hab jetzt auch bedenken, dass die mir einen ks raten... Ich habe keine ahnung was ich jetzt tun oder lassen soll???

Ist jemand in einer ähnlichen situation?


#danke und #winke

Jessi mit Bauchprinzessin #verliebt

Beitrag von lacky06 22.11.10 - 15:24 Uhr

Guten Tag Jessi!!

bin zwar nicht ss aber mein krümel ist jetzt 5 jahre alt und ab und zu bin ich hir im forum unterwegs.

also, ich selber hatte nach einen treppenstrutz 2003 eine lungenembolie musst 1 jahr blutverdünner nehmen und durfte dann alles absetzen, da es ja durch einen unfall entstanden ist und nicht angeboren. meine vorgeschichte. 2005 im dez. kamm mein kleiner krümel auf die welt mit notkaiserschnitt und ich brauchte mich auch erst nach der op spritzen bis ich entlassen wurde. bei mir ist es so, das ich mich erst spritzen muss nach einer op, also nicht vorher.

ich würde mich an deiner stelle nicht spritzen. macht vorher keinen sinn, außer wenn du vor lange liegen musst, dann würde ich es machen. z.b. wenn du wegen frühen wehen bettruhe halten musst, dann ja, aber nicht vor her wenns nicht umbedingt sein muss.

ich hoffe ich habe dir etwas geholfen.

liebe grüße und einen schönen tag wünscht dir claudi

Beitrag von vicki81 22.11.10 - 15:28 Uhr

Ist bei dir ein Gerinnungsdefekt bekannt oder wird es einfach vermutet wegen der Familiengeschichte? Wenn es bekannt ist (meist heterozygoter Faktor 5-Defekt) aber ohne jemals eine Thrombose gehabt zu haben, hast du schon ein erhöhtes Risiko (allerdings nicht erst jetzt), wobei man meines Wissens erst Heparin spritzt, wenn noch andere Risikofaktoren dazu kommen (Übergewicht, massive Krampfadern). Falls du mehrere Risikofaktoren hast oder schon mal eine Thrombose wäre es empfehlenswert. Falls gar nicht sicher ist, ob du überhaupt einen Defekt hast, ist es Abwägungssache.

Da ich kein Gyn bin, kann ich dir nicht sagen, ob es für die ganz feste Leitlinien gibt. Bei uns in der Inneren ist es immer ein wenig Abwägungssache - du wirst unterschiedliche Meinungen hören je mehr Ärzt du fragst.

Meine Schwägerin hat damals gespritzt (hatte aber schon mal vorher eine Thrombose) und das einzige Problem war, dass sie abends gespritzt hatte kurz bevor die Wehen losgingen - dahin ging die Möglichkeit einer PDA. Ansonsten hab ich mit Heparin keine schlechten Erfahrungen gemacht so lange du dich an die Dosierungsanleitung hälst. Eine Thrombose mit Lungenembolie hab ich in unserem Haus mit (sehr kleiner) Gyn einmal im Rahmen einer Geburt erlebt - ging alles gut, war aber trotzdem dramatisch.

Sprich es nochmal mit deinem Gyn ab und sag einfach, welche Empfehlung du im KH bekommen hast (übrigens von wem - Gyn oder andere Fachrichtung, Assistenz-, Ober- oder Chefarzt?). Wenn du keinen bek. Gerinnungsdefekt hast, wird es am Ende Abwägungssache sein und du solltest dem Arzt folgen, dem du mehr vertraust (gibt leider in Medizin nicht immer einfach richtig oder falsch).

Beitrag von emmelotte 22.11.10 - 15:40 Uhr

Gleich vorweg: Ich bin kein Arzt und werde dir nichts raten, aber ich kann dir erzählen wie es bei mir ist.

Ich bin vor 6 Wochen wegen Schmerzen am Schambein zu meiner FÄ. Nach allen möglichen Untersuchungen wurden meine Gerinnungswerte genommen und siehe da: sie waren erhöht, fast verdoppelt (D-Dimer-Wert nennt sich der Wert). Ab zum Internisten, der dann eine Teilthrombose in einer Schambeinvene festgestellt hat.

Seit dem spritze ich mir täglich eine Spritze Heparin, was völlig harmlos ist, sobald man sich das erste Mal überwunden hat. Auf jedenfall wohl hundert mal besser als eine Lungenembolie...

Auch bei mir traten Thrombosen schon in der Familie auf, deshalb wurde ich weiter getestet auf die Faktor-V-Leiden-Mutation, einer erblichen Thromboseneigung, und das war positiv. Ist also genetisch bedingt. Was bedeutet, dass ich bis zur Geburt, wahrscheinlich so 2 Wochen länger, spritzen werde. Nach der Geburt ist es dann in der Regel nicht mehr nötig zu behandeln, außer eben in Risikosituationen (Schwangerschaft, Bettlägrigkeit, lange Flugreisen..).

Ich war extra in einem spezialisierten Gerinnungslabor und habe mich da gut beraten lassen. Auch wenn du spritzt ist ein KS nicht notwendig. Einzige Einschränkung: bis 12 Stunden nach dem Spritzen darfst du keine PDA bekommen. Aber mal ehrlich: dann stehen bei der Spontangeburt die Chancen halt 50/50 für die Möglichkeit einer PDA. Und es gibt auch andere Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Und wenn du morgens merkst dass du irgendwelche Vorzeichen für die Geburt hast, kannst du die Spritze auch mal weglassen. Genauso bei einem geplanten Kaiserschnitt - da bleibt die Spritze eben weg.
Und bei einem Not-KS bekommst du ja sowieso eine Vollnarkose, also auch kein Problem.

Kann nur das FAzit der Ärztin wiederholen: Das ist keine Krankheit, deshalb nennt sie ihre Klienten auch nicht Patienten. Aber wenn man weiß dass ein Risiko besteht, sollte man es minimieren. Heparin schadet dem Baby erwiesenermaßen nicht - eine Lungenembolie unter Umständen schon, dir aber auf jeden Fall.

Hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen.

LG emmelotte mit Justus (34+5)

Beitrag von vicki81 22.11.10 - 15:48 Uhr

Super geschildert und alles richtig gelaufen#pro.

Möchte nur aus meiner Erfahrung anmerken, dass D-Dimere zwar Hinweise geben, alleine aber leider gar nix taugen, weil sehr fehleranfällig (können auch durch die SS alleine erhöht sein, genauso wie durch Infekte - wenn ich die in der Notaufnahme mache, ist es immer eine 50/50-Chance, ob sie positiv oder negativ sind). Entscheidend ist der Thrombosenachweis im Ultraschall.

Das sollte übrigens auf keinen Fall Kritik sein, sondern nur falls das jemand liest und Panik wegen einem erhöhten Wert bekommt (bei uns heißt das immer: wir behandeln Patienten, keine Laborwerte)

Beitrag von emmelotte 22.11.10 - 15:56 Uhr

Ja du hast Recht, so hatte mir die Ärztin das auch erklärt. #pro

Hätte ich aber schon zu Anfang gewusst, dass ich den Faktor-V habe, hätte ich ab der Bestätigung meiner Schwangerschaft gespritzt, auch ohne Thrombose, einfach nur zur Prävention. Also NUR die nachgewiesene Thrombose gibt auch nicht den Ausschlag - wer familiär vorbelastet ist, sollte gut darüber nachdenken, ob er nicht diese doch relativ simple Möglichkeit des Spritzen nutzen möchte, um das doch große Risiko einer Thrombose von vorne herein auszuschließen.

Beitrag von vicki81 22.11.10 - 17:01 Uhr

Persönlich sehe ich das auch so und hätte das auch so gemacht - hab aber halt durch meinen Job auch keine Angst vor Heparin. Wie gesagt bin ich mir nur nicht sicher, ob es feste Richtlinien sind oder ob es bei nicht ganz eindeutigen Fällen nicht eben doch immer nach persönlichem Gusto des behandelnden Arztes geht.