Kündigung bei geringfügiger Beschäftigung ohne Vertrag?

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Beitrag von pamela1410 22.11.10 - 16:22 Uhr

Hallo,

vorab ich habe zwei Kinder, meine Tochter ist sechs und hat im September mit der Schule angefangen und mein Sohn ist zwei. Mitte Oktober hab ich wieder angefangen zu arbeiten auf 400,-€ Basis, da ich unbedingt wollte und auch einen Ausgleich zum Kinderalltag brauchte. Soweit so gut. Ich hab meiner Chefin von Anfang an gesagt, dass ich zwei Kinder habe und nur zwei halbe Vormittage die Woche arbeiten kann, da da auch dann die Betreuung der beiden gewährleistet ist. Nachmittags geht es deshalb nicht. Hat sie auch verständnisvoll akzeptiert. Die ersten beiden Wochen liefen super, auch mit den Kids. So dann kam der Dienstplan für´n November. War auch noch ok, obwohl es da dann manchmal drei halbe Tage waren. Allerdings entpuppte sich die zuvor nette Chefin zu einem richtigem Biest, dem man nichts, aber auch garnichts recht machen kann! Ihr Verständnis für Kinder ist auch wie weggeblasen. Aus eins wurde halb zwei, egal ob meine Tochter vor der Tür stand oder nicht, hat sie nicht interessiert. Jetzt der Dienstplan fürn Dezember. Jeden Tag, halbtags, und auch mal eine Woche nachmittags! Ich versteh es voll und ganz dass jetzt dann Weihnachten vor der Tür steht, aber ich kann mir eben keine zusätzliche Oma aus den Rippen schneiden, die auf meine Kinder aufpasst! Also entweder ich lass meine Kids zu hause allein, oder ich geh nicht zur Arbeit! Ich hab sie mehrmals drauf angesprochen, wegen Betreuung usw, aber ihr Kommentar ist nur: Ist mir egal, sie haben da zu arbeiten, wie sie das machen ist ihr Problem!
Toll.
Kann mir jemand sagen, welche Kündigungsfrist ich hab? Ich hab keinen Vertrag...

Sorry für das viele #bla, aber momentan steht´s mir echt über!

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 16:28 Uhr

<<Ich hab keinen Vertrag... <<
Natürlich hast du einen, aber nur mündlich.

Wenn es keinen Tarifvertrag mit einer Kündigungsfrist drin gibt, gilt für dich die gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. bzw. Monatsende.

Zitat:
§ 622 Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen
(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.
Zitatende
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html

Beitrag von pamela1410 22.11.10 - 16:40 Uhr

Danke für Deine Antwort! D.h. ich kündige zum 01.12. und muss dann den Dezember noch arbeiten, wenn ich das richtig verstanden hab?

Allerdings ändert das nichts an meinem Betreuungsproblem:-( Manche Chef´s sind echt schwierig#zitter

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 16:52 Uhr

Zum 15.12. kannst du nicht mehr kündigen, da es bis dahin keine 4 Wochen mehr sind. Somit kündigst du jetzt zum 31.12.2010. Du musst die Kündigung rechtzeitig abgeben. D. h. wenn die Kündigung zum 31.10.2010 wirksam sein soll, muss sie allerspätestens am 03.12.2010 deinem Arbeitgeber zugehen! Aber nicht erst dann an die Post übergeben, sie muss spätestens an diesem Tag in den Kenntnisbereich des Arbeitgebers eingehen.
Am besten gleich die Kündigung übergeben und nicht bis auf den letzten Drücker warten.

Du kannst ihr natürlich anbieten, dass du nur, wie zuvor mündlich abgesprochen, arbeiten kommst. Entweder sie kündigt dich oder nicht.

Beitrag von kleinehexe1606 22.11.10 - 16:36 Uhr

Ohne Vertrag gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, Du kannst das ja verkürzen in dem Du Dich weigerst diese Zeiten zu arbeiten, ich denke dann wird sie dir kündigen. Ich würde so auch nicht arbeiten, die Kinder sind nun mal wichtiger. Das geht mal gar nicht, schon gar nicht wenn es vorher abgeklärt wurde

Beitrag von pamela1410 22.11.10 - 16:43 Uhr

Eben das ist ja das was mich ärgert! Ich hab´s extra abgeklärt und sie war einverstanden! Sonst hätt ich nie dort angefangen zu arbeiten.
Denke ich werd das nochmal ansprechen (dann schon zum vierten Mal) und wenn sie dann immer noch keine Einsicht zeigt, dann komm ich eben nicht.

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 16:54 Uhr

Gar nicht hingehen geht aber auch nicht. Du musst schon arbeiten gehen bis sie dich kündigt oder du gekündigt hast und die Kündigungsfrist um ist. Sonst kann dich das teuer zu stehen kommen.

Beitrag von pamela1410 22.11.10 - 17:00 Uhr

Das ist mir schon klar, dass das auch keine Lösung ist. Aber soll ich die Kinder mitnehmen? Oder allein zu Hause lassen? Ich find das einfach nur unverschämt von ihr mich vor so ne Wahl zu stellen.

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 17:23 Uhr

Wie gesagt du bietest ihr an so arbeiten zu kommen wie es anfangs abgesprochen war.

Beitrag von pamela1410 22.11.10 - 17:27 Uhr

Ok, das mach ich so. Aber wenn sie es nicht akzeptiert? Welche Folgen hat das dann, wenn ich "verweigere", d.h. nicht erscheine (ausser einer Kündigung von ihr), weil Du oben geschrieben hast das könnte teuer werden...

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 17:34 Uhr

Der Arbeitgeber kann z. B. ggf. Schadenersatz verlangen.

Beitrag von kleinehexe1606 22.11.10 - 17:43 Uhr

Na also ganz so einfach ist das sicher nicht, wenn bestimmte Zeiten abgemacht waren und sie diese nicht einhält ist das sicher nicht dem AN sein Problem. Es herrschen schließlich aus einem Vertrag auch mündlich Rechten und Pflichten. Wenn ich eine Vollzeitstelle annehme tagsüber kann mein Chef nicht sagen ich muß jetzt Vollzeit Nacht arbeiten. Denn dafür bin ich nicht eingestellt. Es wurde vorher abgeklärt das sie Nachmittags nicht kann, dann kann sie der AG auch nicht ohne Absprache Nachmittags einteilen, diesen Schaden hat er sich dann selbst zugefügt.

Beitrag von goldtaube 22.11.10 - 17:46 Uhr

Es geht darum wenn sie sich ganz weigert hinzugehen. Dann kann es schon passieren. Sie muss wenigstens zu den Zeiten gehen die Anfangs abgesprochen waren. Und das so lange bis sie selber gekündigt hat und die Kündigungsfrist um ist oder bis der Arbeitgeber sie kündigt.