Es hat alles keinen Sinn mehr...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von michele120377 22.11.10 - 17:02 Uhr

Hallo,

ich muss mir meine aktuelle Situation einfach mal von der Seele schreiben. Sicher gibt es immer Leute denen es schlechter geht, aber bei mir geht es halt im Moment gar nicht mehr.

Ich wurde vor 7 Wochen am Rücken operiert, ausgegangen wurde von einem klassichen Bandscheibenvorfall, der auch vorhanden war, aber es wurde auch noch festgestellt dass der Nerv wohl zwischen den beiden untersten Bandscheiben eingeklemmt war und somit wurde dort platz geschafft für den Nervenkanal... es wurde ebenfalls festgestellt dass meine Bandscheiben (auf zwei Höhen) schon sehr vertrocknet sind und ich damit noch häufiger Probleme bekommen werde. Summa sumarum ist meine Wirbelsäule 10-15 Jahre älter als sie sein sollte. Am Anfang lief alles plangemäss... Schmerzen ok... Wundverheilung auch ok... so ich habe immer noch Schmerzen und am Freitag war die Kontrolle. Der Nerv hat wahrscheinlech was "abbekommen" weil er so lange eingeklemmt war = heisst diesen Freitag Infiltration (Spritze gegen schmerzen direkt in die schmerzende REgion) unter Scanner... falls das nicht helfen sollte, steht eventuel eine weitere OP bevor #:-( Das drückt mir schon sehr auf die Moral, nach der letzten OP (2004) bin ich nach 7 Wochen wieder arbeiten gegangen, jetzt bin ich seit dem 28 September zu Hause und kein Ende ist in Sicht.

Dazu kommt dass mein Freund, oder besser gesagt jetzt Ex-Freund mich scheinbar einfach vergessen hat. Er hat schwere Depressionen und hat sich jetzt in Behandlung begeben aber er hatte mir versprochen für mich da zu sein, was er natürlich nicht wahr. Wir waren vor der OP noch eine Woche zusammen im Urlaub und danach haben wir uns noch zweimal gesehen und das wars. Und nein für alle miesmacher er hat keine Frau oder Freundin etc... er kommt mit dem Leben nicht klar aber muss es das gerade feststellen wenn ich ihn am meisten gebraucht hätte?? Es tut einfach nur so weh, als er das letzte Mal hier war hat er sich mit den Worten verabschiedet "Schatz ich hab dich lieb, du bist das beste was mir passiert ist" und seit zwei Wochen habe ich nichts mehr von ihm gehört. Es schmerzt echt...

Und so geht es weiter seit ich zu Hause bin, die Besuche werden immer weniger, klar ich bin ja jetzt wieder mobil, eine sehr gute Freundin ist an Krebs gestorben, aber man hat "vergessen" mir Bescheid zu geben udn somit konnte ich nicht einmal zum Begräbnsi fahren und auf wiedersehen sagen.

Dazu kommen eine ganze Ansammlung von Dingen die mich normalerweise nicht umhauen aber jetzt schier unlösbare Probleme werden.

Ich habe keine Sinn mehr im Leben, nichts, nach dem Tod meiner Mum vor 20 Jahren wollte ich eigentlich immer nur eins, eine eigene Familie, Kinder einen Mann, ein kleines Häuschen. Ok das Haus habe ich , aber der REst??

Mir 33 Jahren sieht's so aus, dass ich geschieden worden bin, zwei Kinder verloren habe und alleine bin und ich mag nicht mehr.

Sorry dass der Text so lange ist,
aber musste mir das alles von der Seele schreiben

Michi die schon wieder am heulen ist und das sonst nie macht

Beitrag von xeraniia 22.11.10 - 17:43 Uhr

Puuuh, ich weiß gar nicht, was ich dir raten oder überhaupt schreiben soll... ich wollt dich einfach nur mal virtuell drücken!! #liebdrueck Vielleicht tut das ja gut! :-)

Ausserdem wünsche ich dir gute Besserung und ganz viel Kraft aus deinem "Tief" wieder rauszukommen. #klee Vielleicht kannst du mit jemandem reden, damit deine Seele etwas Ballast verliert und du dir etwas Luft schaffen kannst für etwas Schönes #blume


Liebe Grüße,

Bianca, der es ein Anliegen war dir irgendwas zu schreiben. :-D

Beitrag von michele120377 22.11.10 - 19:23 Uhr

Hallo Bianca,

vielen Dank für deine Antwort. Ich weiss dass es sehr schwer ist, irgendwas auf so ein Thread zu antworten, aber es tut halt manchmal gut es zu schreiben und damit ein bisschen Last abzugeben.

Danke für alles

Lg
Michi

Beitrag von xeraniia 22.11.10 - 19:41 Uhr

Ja das stimmt... aber es tut ja auch gut, wenn dann jemand auf der anderen Seite ist, der "zuhört" und dir zeigt, dass es auch wieder bergauf geht :-)

Alles Liebe #herzlich

Beitrag von michele120377 22.11.10 - 19:43 Uhr

stimmt , nur tu ich mir im Moment sehr schwer damit zu sehen dass es irgendwann wieder bergauf gehen wird ... naja zu hause rumhängen, Weihnachten und allein sein hilft da nicht unbedingt

Lg

Beitrag von anonym5 22.11.10 - 18:20 Uhr

Hallo

Sei mir bitte nicht böse aber ich möchte dir gerne was dazu sagen

<<<<<Dazu kommt dass mein Freund, oder besser gesagt jetzt Ex-Freund mich scheinbar einfach vergessen hat. Er hat schwere Depressionen und hat sich jetzt in Behandlung begeben aber er hatte mir versprochen für mich da zu sein, was er natürlich nicht wahr<<<<<

Auch wenn es dir alles andere als gut geht so solltest du nicht vergessen das wenn es sich wirklich um schwere Depressionen handelt das eine schlimme Erkrankung ist.Er wird nicht die kraft dazu haben weil ihn seine Erkrankung mit hoher wahrscheinlickeit diese energie nicht lässt.

Du scheinst in letzter zeit wirklich viel mit gemacht zu haben wie man sieht hatt es folgen.Versuche ein Therapieplatz zu bekommen es scheint so als müsstest du einiges aufarbeiten aber dabei kann dir nur jemand proffezioneles helfen grade wenn du schon an den leben zweifelst.
Es wird viel kraft kosten aber alleine kommst du aus deiner Stimmung nicht raus.
Hol dir hilfe.Wünsche dir alles gute.

Liebe grüsse
Bibi

Beitrag von michele120377 22.11.10 - 19:29 Uhr

Hallo Bibi,

ich weiss dass Depressionen eine schwerwiegende Krankheit sind, ich habe selber nach meiner Fehlgeburt vor 8 Jahren dran gelitten und es war ein langer und schwerer Weg aus dieser Sackgasse heraus. Aber im Moment schlägt bei mir der Egoismus durch und möchte in 33 Jahren auch mal umsorgt werden, oder besser gesagt ich bräuchte es.

Ich bin aus dem Krankenhaus raus und habe hier alles allein gemanagt, Haushalt, Hund, usw.... nach 2 Wochen bin ich komplett zusammen gebrochen und meine Freunde haben und unterstützen mich immer noch.

Ich habe im Moment nicht die Energie und nicht die kraft mich um eine therapie zu kümmern, ausserdem hat meine Therapeutin leider aufgehört weil sie selbst nicht mehr klar kommt.

Ich kämpfe seit 20 Jahren mti dem Leben udn irgendwann kommt man an den Punkt wo es nicht mehr geht. Ich musste immer stark sein, als meine Mum gestorben ist musste ich stark sein für meine kleien Schwester, als ich die Fg hatten musste ich stark sein für alle anderen, den jeder hat mehr gelitten als ich, bei der Scheidung musste ich stark sein, denn mein Ex war es nicht wert dass man trauert ... aber ich kann nicht mehr ...


Lg udn vielen Dank für deine Antwort
Michi

Beitrag von anonym5 22.11.10 - 19:45 Uhr

Ja genau das ist wahrscheinlich der Punkt.Du hast wahrscheinlich alles verdrängt oder von dir weg geschoben.Für wem musstest du den stark sein??? Für andere???
Und jetzt platzt es aus dir heraus.Weisst du der Körper macht alles bis zu einen bestimmten Level mit und irgendwann kann er nicht mehr und das merkst du jetzt.
Verdrängen ist der falsche weg.

Ich glaub dir das dir momentan die kraft fehlt dich um ein Therapieplatz zu kümmern aber es wird nicht anders gehen damit es dir besser geht.Glaub mir ich weiss wovon ich rede.
Den sinn des Lebens wird man nie verstehn oder erst dann wenn man den sinn erfüllt hatt.Versuche die letzte kraft zu nutzen um dir hilfe zu holen zu Not auch erstmal bei ein psychater.Hauptsache du begibst dich erstmal in Behandlung.

Wünsche dir viel kraft.
Bibi

Beitrag von michele120377 23.11.10 - 11:21 Uhr

Nochmals Danke für deine Antwort.

Ja ich war immer für andere stark, für meinen Papa, meine Schwester usw... und ich kann nicht mehr ... dass diese Beziehung in die Brüche gegangen ist entzieht mir meine letzte Kraft... einmal hätte ich jemanden gebraucht und der ist dann nicht da. Ich habe mein ganzes Leben lang versucht alleine klar zu kommen und alles wegzustecken aber dieses letzte Mal wieder "verlassen" zu werden... nein...

ich werde mich heute mal umhören wegen einer Therapie. Es geht wahrscheinlich wirklich nicht mehr ohne

lg Michi

Beitrag von sonntagsmalerin 23.11.10 - 07:29 Uhr

Vielleicht solltest du eine Kur beantragen oder dich in stationäre Therapie begeben? Dort hast du einen geschützten Rahmen, kommst mal raus aus allem und findest wieder zu dir selbst...hast Leute, die dir helfen können...

Ich glaube, da sind einige Dinge, die du aufarbeiten musst, und du scheinst dringend Erholung zu brauchen.

Ich wünsche dir alles Gute, fühl dich mal #liebdrueck
Du hast ja ganz schön was mitgemacht.

Wenn man dir irgendwie helfen kann oder du reden magst, schreib mir einfach!

LG
Clarissa

Beitrag von michele120377 23.11.10 - 11:23 Uhr

Hallo Clarissa,

noch bin ich nicht bereit mich in eine stationäre Therapie zu begeben. Ich habe einen Hund und ohne den mag ich im Moment gar nicht sein.

Ich habe für meinen Geschmack zuviel mit gemacht und es kommen immer nur noch Sachen dazu , Erholung ja... schlafefn tu ich seit Wochen nicht mehr ordentlich wegen der SChmerzen und halt weil ich die ganze Zeit über alles grübele.

Danke dir für deine Antwort.

Lg Michi

Beitrag von olivia76 23.11.10 - 11:35 Uhr

Hallo Michi!

Ich "kenne" Dich noch aus dem fortgeschrittenen Kiwu und weiß noch wie das gelaufen ist ,mit Deinem Mann, damals. Merke mir sowas normalerweise nicht, aber Dich hab ich mir gemerkt, weil Du auch Pfadi bist #liebdrueck

Das Gefühl das Du hast, dass Du jetzt eigentlich gerne umsorgt werden möchtest, kann ich sehr gut nachvollziehen. Du hat eine Menge geleistet in den letzten Jahren, und ich glaube, da ist auch noch eine Menge Schmerz. Und das Gefühl, immer den kürzeren zu ziehen, egal wie stark man ist, und egal wie sehr man sich anstrengt, ist wirklich schlimm - und es kann einen kaputt machen!

Wie schon gesag wurde, wäre eine stationäre Aufnahme in einer (vielleicht sogar psychosomatischen) Klinik sicher eine gute Möglichkeit. Dort wärst Du erst einmal geschützt vor den zusätzlichen Belastungen des Alltags und könntest Dich mal nur auf Dich konzentrieren. Von Deinem Freund kannst Du wohl im Moment keine Unterstützung erwarten, genauso wie Du ihm sicher keine große Hilfe sein kannst, weil Deine Kraft noch nichtmal für Dich selber reicht.

Du sagst, Du hast selbst auch schon Erfahrung mit Depression? Könnte das jetzt wieder so ein Loch sein, das sich da gerade auftut? Auch wenn es nochmal richtig Kraft kostet, such Dir nochmal Hilfe! Du wirst wieder einen Sinn für Dein Leben finden, das glaub mir einfach mal!

Und das Gute ist, Du bist glaub ich wirklich richtig stark.
Und Du wirst es auch diesmal wieder schaffen.

Ich wünsche Dir wirklich, dass Du jetzt endlich die Talsohle durchwanderst, und dass Du gute Begleiter und einen guten Stock findest für den Aufstieg. Und wenn Du oben bist wünsche ich Dir einen herrlichen Ausblick und erstmal nur noch Sonnenschein!

Fühl Dich gedrückt!

Gut Pfad,
O.

Beitrag von michele120377 25.11.10 - 12:43 Uhr

Hallo,

ich erinnere mich an deinen Nick, aber nicht mehr an die Details... naja im Moment ist mein Gehirn nicht wirklich in Form.

Seit gestern liegt mein Vater im Krankenhaus, seine Nieren funktionnieren nur noch zu 20% und keiner weiss warum. Ich habe Angst dass ich ihn nun auch noch verliere.

Ich habe heute morgen bei meiner Lebenshilfe angerufen. Ich hoffe mal auf baldigen Rückruf. Ich weiss dass ich es nicht mehr schaffe alleine aus diesem Loch zu kommen. Es geht mir jeden Tag schlechter und ich versinke immer mehr in Depressionen und Traurigkeit.

Bei den Pfadfindern bin ich zwar weiterhin noch aktiv aber nicht mehr als Stammesvorstand. Nach 10 jahren war es Zeit an eine jüngere abzugeben. Es fehlt mir im Moment sehr muss ich sagen, werde aber im nàchsten Jahr wieder am Pfingstlager teilnehmen.

Lg und danke für deine Antwort.
Gut Pfad
oder auf luxemburgisch
mat bëschten Scoutsgréiss

Michi