Sorgen!!! Ich erkenn sie nicht wieder :-( Lang.

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von ziege125 22.11.10 - 20:33 Uhr

Hallo zusammen,

ich schilder Euch jetzt einfach mal mein Problem.

Seit einer Woche kenn ich meine Tochter (wird im Februar 3 Jahre) nicht wieder. Sie quengelt den ganzen Tag nur rum. Ständig sagt sie, dass sie müde ist, dass ihr langweilig ist (wobei ich nicht glaube, dass sie weiss was das heißt, hört sie ständig von ihrer älteren Cousine). Sie hat zu nichts Lust. Erst will sie raus spazieren gehen, im nächsten Moment hat sie keine Lust mehr. Will ich mit ihr was spielen, keine Lust oder die ersten paar Minuten nur. Anziehen geht im Moment gar nicht. Essen eher schlecht als recht. Was immer geht, sind Chicken Nuggets, was natürlich nicht grad gesund ist. Trinken tut sie relativ gut. Schlafen tut sie im Moment ziemlich unruhig. Träumt sehr viel. Sie geht abends so um 20.30 Uhr und schläft bis morgens spätestens 7.00 Uhr. Mittags schläft sie ca. ne Stunde. Sie war aber noch nie ein Vielschläfer.
Wenn ich sie allerdings ließe, würde sie am liebsten den ganzen Tag nur vorm Fernseher liegen, was ich natürlich nicht zulasse.

Komisch ist auch, dass sie seit ein paar Tagen immer nach Hause will. Wir fahren nachmittags meistens zu meiner Mutter. Im gleichen Haus wohnt auch mein Bruder mit Frau und Kindern und mein Neffe ist dann auch meistens da. Den liebt Lia. Früher war es immer mit Geschrei verbunden, wenn wir nach Hause fuhren, im Moment sagt sie von sich auch, Mama nach Hause fahren, will mit dir kuscheln.

Ich muss dazu sagen, dass sie letzte Woche Magengrippe hatte und eine Woche davor der erste Backenzahn durchgekommen ist. Kann es vielleicht damit zusammenhängen???
Ich kenne sie einfach nicht wieder. Sie war schon immer Mama-Kind, aber im Moment ist es wirklich extrem und ich merke wie es mich täglich mehr runterzieht und meine Sorgen größer werden.

Sagt mir bitte, dass es mir nicht alleine so geht und es nur mal wieder ne Phase ist, die vorbei geht.

Sorry fürś lange gerede, aber ich hoffe echt auf einige aufmunternde Antworten.

Vielen lieben Dank.

LG
Silke

Beitrag von bnien 22.11.10 - 21:58 Uhr

Hallo.
Ich kann Dir mal von uns berichten. Mein Sohn(fast 4) wollte nicht mehr draussen spielen, und wir haben sonst eher das Problem das er nicht rein möchte!Er wollte nicht mehr mit dem Fahrrad zum Kindergarten( vorher war es große Überredungskunst wenn ich mal mit dem Auto fahren wollte) Er legte sich auf einmal unter den Wohnzimmertisch oder auf das Sofa, weil er Ruhe haben wollte. Er schlief schlecht. Mal hat er über Bauchschmerzen geklagt, dann hatte er wieder nur einen Abend Fieber und am nächsten Tag alles wieder weg. Nachts, aber nur nachts hatte er Husten.Zuletzt wurde er immer blasser und bekam Augenringe. Ißt aber in Mengen Obst und Gemüse!
Ich hab mein Kind nicht wieder erkannt!! Dann kam per Zufall heraus das er Spulwürmer hat! Er hat zufällig eine Stuhlprobe abgeben müssen. Dabei sind die Eier nachgewiesen worden. Er bekam ein Medikament und innerhalb von zwei Tagen hat sich sein Gemütszustand verbessert!
Ist nur eine Idee, aber sprich es vielleicht mal beim KIA an. Kannst ja auch mal Spulwürmer googeln und Dich erst mal belesen und dann selbst reflektieren ob das passen könnte.
Ich wünsch Dir alles Gute #blume
Gruß Bnien

Beitrag von mama0102 22.11.10 - 22:10 Uhr

Hallo Silke!

Also ich kann Dich beruhigen, das ist wirklich nur eine Phase, die zwar noch eine Weile dauern, aber vorüber gehen kann. Mit 3 entwickeln sich die Kinder mal wieder so richtig "vorwärts", ihre Welt verändert sich extrem. Sie wollen und müssen das auch, sind sie doch immerhin dann schon ziemlich groß ;-) Am Schlimmsten in dem Alter ist glaub ich die Erkenntnis, dass nichts wirklich so selbstverständlich ist, wie bisher angenommen. Bisher war eigentlich klar, die Mama geht kurz weg, kommt aber sicherlich wieder, wieso sollte sie das auch nicht tun? Nun muss die Maus erkennen, dass es auch anders sein kann. Dass die Mama nichtmehr kommt, sie will nach Hause in ihre sichere Umgebung, die im Moment wahrscheinlich für sie das einzig Konstante darstellt. Sie lernt, dass Dinge sich ändern, dass sie nicht diejenige ist, die das bestimmen kann. Sie lernt so langsam, was Zeit bedeutet, erkennt aber nicht, was kurz oder lang bedeutet, das kommt dann erst später. Ihr Bild von sich und ihrer gesamten Umwelt wird gerade über den Haufen geworfen und sie wird von einem sehr kleinen Kind zu einem großen Kleinkind, das sicher auch bald in den Kindergarten geht... Ausgerechnet zu dieser Zeit sind solche Phasen natürlich ziemlich schwierig, ist doch der ganze Alltag dann völlig neu und fremd, aber wie gesagt, das wird vorbei gehen.
Dass sie dabei unruhiger schläft und schlechter ißt, ist nicht unnormal, sie muss so viel Neues verabeiten, das zehrt und macht durcheinander, da kann man nicht noch viel hunger haben ;-). Und wenn Du schonmal ziemlich verunsichert oder nervös warst, weißt Du doch sicher, dass dieses Gefühl besonders nachts wenn alles ruhig und dunkel ist ganz besonders bedrohlich auf einem liegt....
Das einzige was jetzt hilft ist, ihr zu zeigen, dass all die Veränderungen ihr keine Angst machen brauchen, dass Du bei ihr bist und ihr soviel Konstanz bietest, wie möglich. Hilf ihr, Neues zu entdecken und geb ihr "Rückendeckung". Tröste sie, wann immer sie das braucht, aber mach Dir keine Sorgen, das wird schon wieder. Meist kommt eine ähnliche Phase nochmals kurz bevor sie zur Schule kommen, also wenn wieder so ein riesen Umbruch ansteht. Ich hatte das Glück, ein Kind zu haben, die das wirklich "Lehrbuchmäßig" alles der Reihe nach durchgemacht hat, mittlerweile ist sie 9 und ein völlig normals Kind :-p

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von ziege125 22.11.10 - 22:14 Uhr

Hallo Sandra,

vielen Dank für Deine Antwort. Jetzt bin ich ganz im Ernst viel beruhigter. Lia hatte ja schon einige Phasen, aber die find ich doch mit am heftigsten.

Aber ich werde jetzt immer an Deine Worte denken und hoffentlich auch bald sagen können, es geht vorbei, war nur ne Phase.

LG und gute Nacht

Silke