Das Leben ist nicht fair... (und zu kurz zum Zoffen)

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von king.with.deckchair 22.11.10 - 23:32 Uhr

Ein ganz, ganz lieber Kollege meines Mannes ist nach jahrelangem Kampf und etlichen OPs heute wegen eines Hirntumors gestorben. Er war nur drei Jahre älter als mein Mann.

Und mir kam - auch - in den Sinn, wie oft man sich in seiner Partnerschaft doch über Bullshit streitet oder sich über Kleinkram aufregt, der es einfach nicht wert ist.

Schon seit Tagen treiben mich wegen der aktuellen Terrordrohungen wieder Ängste um, weil mein Mann täglich an einem Hbf. einer Großstadt ein- und aussteigen muss. Und nun noch der Tod dieses Kollegen. Was für ein Mist.

Ich nehme mir also - mal wieder - vor, mich nicht mehr so oft über Dinge an meinem Mann oder meinem Kind aufzuregen. Wie schnell könnte es passieren, dass ich auf diese nervigen liebenswerten Macken verzichten müsste.

Just my two cents zur "guten" Nacht, die heute für uns gar nicht gut ist

Bin einfach gerade ziemlich erschüttert (muss auch an einen lieben Kollegen und väterlichen Freund von mir denken, der vor fast genau sechs Jahren mit erst 47 starb...) und musste diese Gedanken mal loswerden
Ch.

Beitrag von asimbonanga 22.11.10 - 23:40 Uhr

#liebdrueck

mein Vater starb am 20.März---
ich achte darauf, das kein Familienmitglied im Streit das Haus verlässt.
Ich kenne diese Gedanken--------

L.G.

M.

Beitrag von sunnysunny 22.11.10 - 23:47 Uhr

Wahre Worte.
Mein Schatz hatte im Februar 2009 ein Autounfall.

Als ich ihn anrief wo er bliebe hat der nur locker gesagt: Schatz, keine Sorge, wir haben uns nur grad mit dem Auto überschlagen.

Ich habe geheult vor Schock.
Als er nach Hause kam sind ir sofort ins KH

Beitrag von gunillina 23.11.10 - 06:46 Uhr

Wie recht du hast.
Das Leben kann jederzeit zu Ende gehen.
Wir sollten also versuchen, glücklich zu sein.
Nicht verbittert und frustriert.
Einatmen und Ausatmen,
k.w.d.c.
#liebdrueck

Beitrag von sternentage 23.11.10 - 07:56 Uhr

Ja, da hast du Recht ...


Wir vergessen zu oft, wie kurz das Leben ist.

Ich habe im Februar diesen Jahres mein Baby in der 38. SSW nur 4 Tage vor dem geplanten Kaiserschnitt verloren, bin auf dem Weg in's KH fast verblutet, war während der Not-OP klinisch tot und noch 3 Tage danach in Lebensgefahr. Mein Leben verdanke ich einer Notärztin, die intuitiv entschieden hat, mich in das näher gelegene Krankenhaus zu bringen und nicht in das geplante Geburtskrankenhaus, einem Professor der nur zufällig in dieser Nacht Dienst hatte, einer gutausgestatteten Intensivstation und vielen Blut- und Blutplasmaspendern ...

Diese Tage haben mein Leben verändert. Das wichtigste ist mir, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich wirklich liebe und die mir viel bedeuten. Ich investiere keine Zeit mehr in Dinge und Menschen, die mir eigentlich nicht wichtig oder sogar lästig sind. (Vom Haushalt mal abgesehen ... ;-))

Es gibt so vieles worüber ich mich vorher geärgert habe ... jetzt bin ich froh, mich noch ärgern zu können ... wenn ich wollte ... ;-)

LG, Tina

Beitrag von sandra7.12.75 23.11.10 - 09:14 Uhr

Hallo

Da hast du Recht.Unsere Nachbarin ist im Oktober mit nur 41 Jahren an Krebs gestorben.

Da sind so Miniprobleme nichts dagegen,Ich glaube das unser Nachbar und die Kinder lieber Miese auf dem Konto hätten,und andere Kleinigkeiten die hier wenn man es ließt zur Trennung führen lieber die Frau und die Kinder ihre Mutter wieder hätten.

Aber leider ist es echt so das sowas schnell wieder verdrängt wird und es gibt kleine Zofferreien.

lg

Beitrag von darkblue81 23.11.10 - 09:39 Uhr

Hallo,

ja ich weiß was du meinst.

Seit meine Oma 2003 überraschend starb, bemühe ich mich nicht mehr so viele negative Dinge zu sehen und Streit soweit es geht aus dem Weg zu gehen.

Ich hatte morgens noch mit Oma telefoniert, ihre Worte werde ich nie vergessen und abends war sie tot: Herzinfarkt.

Im letzten Jahr war mein Paps fast 4 Monate im Krankenhaus, es war mehrmals sehr knapp für ihn und in solchen Momenten geht man in sich und denkt nach, ich konnte mir auch lange nicht verzeihen dass ich mich damals nicht von meinem Opa (starb 1996 nach langer Krankheit) nicht verabschiedet habe.

Man sollte sich auch immer mal wieder vor Augen halten, irgendwann wird es zu spät sein um etwas zu sagen und wenn es nur ein "Danke" oder ein "Hab dich lieb" ist.

LG und alles Gute für dich

Beitrag von tecum 23.11.10 - 09:59 Uhr

jain.
Ich denke, wir alle streiten mit unseren Partner/innen und bin sicher, dass gehört zum Zusammenleben einfach dazu. Und dass, obgleich die Streits auch zu 99 % überflüssig sind, bzw. Konflikte besser anders, sachlich gelöst werden sollten.
Aber in meiner Beziehung ist das egal, Und wenn auch etwas tödliches passieren sollte, nachdem wir uns gerade richtig gefetzt haben, würde der Überlebende von uns sicher sein, dass der Andere sich bis zum letzten Augenblick der Liebe des Partners bewußt war. Wir haben gerade aus (leider) aktuellem Anlass darüber gesprochen und denken (wissen es) beide so.

Und ab davon: das sich vertragen nach einem Streit kann doch so herrlich sein, ich jedenfalls wollte nicht darauf verzichten - mithin auch nicht auf Streit. ;-)

Beitrag von aeternum 23.11.10 - 12:25 Uhr

Aloha,

ich kann Dir halb zustimmen, halb nicht.

Ich habe drei Menschen verloren, die ich sehr geliebt habe, teils unter extremen Umständen. Es stimmt, daß dies die Perspektive in vielerlei Hinsicht ändert. Der Blick auf Menschen und Beziehungen, die Liebe.. auf sehr vieles wird anders. Bei mir allerdings AUCH gelassener. Es gibt niemanden, den man als nun einmal Sterblicher ungebührlich und über manche Zeit hinaus festhalten kann, und auf viele Dinge hat man keinen Einfluß - man muß sie akzeptieren. In diesem Rahmen kann man alles versuchen, das man vermag, mehr nicht.

Ich schätze außerdem die Auseinandersetzung, und möchte nicht auf sie verzichten - war allerdings (fast) nie der Typ für kleinliche Streits. Dazu habe ich keine Lust und meine Zeit ist mir zu schade; man mag eine gewisse Kühle aus diesen Worten heraushören.

Man ist Mensch und als solcher eben auch mal Kleingeist. Ich denke, gegen die eigene Natur kommt man nicht immer an - das ist in Ordnung, solang man einen übergeordneten Blick nicht verliert und weiß, was im Leben wichtig ist. Leider besinnt man sich darauf manchmal nur unter extremen Umständen.

Liebe Grüße,

Ae

Beitrag von starshine 24.11.10 - 13:37 Uhr

Ich verstehe auch sehr gut was Du meinst. Meine Cousine ist vor 2 Jahren mit knapp 40 an Krebs gestorben. Die Auseinandersetzung mit dem unvermeidbaren Tod damals hat mir die Kraft gegeben meine Beziehung zu beenden, denn ich habe mir auch gesagt, dass ich meine Zeit nur noch mit Menschen verbringen moechte, die mich schaetzen, lieben und mir und meinen Kindern gut tun.

Auch ich achte darauf, dass keiner mit einem "boesen" Wort das Haus verlaesst. Und das ist bei Pubertierenden manchmal nicht einfach!

Carpe diem!