theater ums anziehen...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von leerchen 23.11.10 - 09:22 Uhr

hallo mamas,
unser tag hat heute so bescheiden angefangen...#schmoll

mein sohn wollte sich mal wieder nicht anziehen. er ist 3 jahre und 7 monate alt und lässt sich wenn es ums anziehen geht einfach hängen oder spielt weiter und läuft weg. das ist so nervig! im kindergarten ist er was das anziehen angeht oft sogar der schnellste. zu hause geht es gar nicht. heute habe ich ihn bis zur hälfte angezogen und er hat dabei gespielt und sich gewunden. ich bin dann einfach raus aus seinem zimmer und habe ihm gesagt, dass er seine hose selbst anziehen soll sonst geht er wie er ist in den kindergarten. natürlich gab es ein riesiges theater. wenn ich ihn nicht irgendwann holen würde, dann würde er stundenlang in seinem zimmer bleiben und rumschreien.#gruebel
ich hab ihn dann irgendwann runter gertragen und hab meine jacke und schuhe angezogen. er schrie weiter. dann hab ich ihn nochmal aufgefordert seine hose anzuziehen (die hing an seinen füßen und er ist darauf rumgetrampelt), er hat wieder nur geschrien und nicht dergleichen getan. ich bin dann also raus, hab das tor fürs auto aufgemacht und er ist hinter mir her. ohne schuhe, mit der hose an den füßen die er hinter sich hergezogen hat!#aerger ich habe ihn dann nochmal aufgefordert sich anzuziehen, aber es war wieder das gleiche. da hab ich seine jacke, schuhe und mütze geschnappt und ihn ins auto gesetzt (sehr schweißtreibende angelegenheit#schwitz).
wir sind in den kindergarten gefahren und ich hab ihn auch so rein getragen. auch im kindergarten wollte er sich erst nicht ausziehen. als ich ihm dann androhte einfach zu gehen hat er sich endlich angezogen (kindergartenschuhe an & dreckige feuchte hose aus). ich hab mich dann noch lieb bei ihm verabschiedet und bin gegangen. jetzt bin ich so traurig, weil der tag für uns beide so schlecht begonnen hat. ich muss die ganze zeit an mein armes kind denken. er weiß bestimmt nicht was das sollte und warum ich so wütend auf ihn war. trotzdem finde ich, dass ich richtig gehandelt habe (ich kann ja nicht den halben tag warten bis er sich anzieht & irgendwann muss er sich auch selbst anziehen).#nanana

übrigens ist es beim zähneputzen ähnlich. er lässt sich zwar die zähne putzen, aber er albert dabei rum und es nervt mich total. wenn es mir dann reicht und ihm die zahnbürste in die hand drücke, dann putzt er sich die zähne natürlich nicht selbst. er schreit und weint dann und will, dass ich ihm die zähne weiter putze. das macht mich echt wahnsinnig...

wie ist das bei euch so?

traurige ratlose grüße
steffi :-( #kratz

Beitrag von anyca 23.11.10 - 09:34 Uhr

Kommt mir durchaus bekannt vor, nur daß wir mangels Auto noch nicht die "unangezogen in den KiGa" Nummer durchgezogen haben.

Was mir auffiel, war der Satz:
"er weiß bestimmt nicht was das sollte und warum ich so wütend auf ihn war"

Das sollte er schon wissen. Bzw. stellt eine klare Regel auf, wann er sich anzuziehen hat (je nach seinen Fähigkeiten mit oder ohne Hilfe), und wenn er das nicht tut, muß er sich wieder im Kindergarten anziehen. Nicht tausendmal ermahnen, sondern ruhig bleiben und durchziehen ...

Meine Vierjährige hat uns neulich erklärt, sie trödelt beim Anziehen, weil wir ihr immer "dazwischenplappern". Jetzt ermahnen wir sie nicht mehr, und meistens #schwitz klappt es ganz gut mit dem Anziehen ...

Beitrag von atarimaus 23.11.10 - 09:37 Uhr

Hi Steffi,

kenn ich. Habs komplett umgestellt.

Ich suche mit ihr morgens die Sachen raus, sie kann wählen, was sie anziehen möchte. Dann sage ich zu ihr EINMAL: " Ich geh mich jetzt duschen, bitte ziehe dich in der Zeit an. Wenn du Hilfe benötigst, komm zu mir." Dann geh ich. Sie hat dann 15 Minuten Zeit...

Anfangs war sie natürlich nicht angezogen, ihr Pech. Wir sind so los. Das war einmal, seitdem ist sie angezogen, wenn wir los wollen.

Wichtig dabei: Bleib ruhig, sag ihm im netten Ton und auch nur einmal, dass er sich anziehen soll. Konsequenzen brauchst du keine androhen, die werden ihm klar sein, besonders nach dem heutigen morgen.

Zum Zähneputzen:
Gib ihm die Zahnbürste, sag er soll sich die Zähne putzen. Wenn er Hilfe benötigt, soll er kommen. ABER nur zu deinen Bedingungen: Kein Gezappel!!!

Viel Glück.

Beate

Beitrag von nakiki 23.11.10 - 10:00 Uhr

Hallo!

Wie ist denn euer morgendlicher Ablauf? Vielleicht solltet ihr diesen Umstellen. Bei uns wird sich erst angezogen und dann gefrühstückt (Müsli). Mein Sohn liebt Müsli. Wenn er beim Anziehen trödelt, gibt es keins mehr, denn wir müssen pünktlich aus dem Haus (er hat die Möglichkeit in der Kita noch zu frühstücken). Spielen geht morgens gar nicht, außer wie haben nach dem Frühstück noch Zeit (sehr selten).

Zum Zähneputzen: Mein Sohn ist auch gerne mal etwas süßes. Wenn er sich nicht ordendtlich die Zähne putzen lässt, gibt es keine Süßigkeiten. Dies ziehe ich konsequent durch. Er darf zuerst alleine bürsten und ich putze nach.

Gruß nakiki

Beitrag von leerchen 23.11.10 - 10:10 Uhr

hallo nakiki,
leider bin ich frühs meist ziemlich gestresst. ich bleib gern 5 minuten länger liegen und dafür beeil ich mich dann. das ist mit kind natürlich nicht so gut zu meistern. sicher liegt es auch daran.
frühstück gibt es bei uns immer im kindergarten, schliesslich bezahle ich diese mahlzeit und er soll dort in der gemeinschaft mit appetit essen können.
wir stehen auf, ich geh ins bad. mein sohn spielt was bis ich fertig bin und dann ist er an der reihe. meist zieh ich ihn an weil es dann schneller geht (daran wird es wohl liegen mit dem theater). wenn er dann nur rumalbert soll er sich selbst anziehen, das gibt dann natürlich ärger...

ich sollte wirklich unseren morgendlichen ablauf anders strukturieren.

LG steffi

Beitrag von jbw 23.11.10 - 10:09 Uhr

Hallo,

ach, das kenne ich so gut!!!!
Morgens gibt es Theater wegen diesem und jenem, und dann sitze ich im Büro und es tut mir so leid ... #heul

Aber trotzdem: Du hast richtig gehandelt.
Bei uns gibt es auch oft Theater ums anziehen. Eigentlich können meine Jungs (3 und 4) das alleine, aber trotzdem: Es gibt Gezeter, wenn sich ein Socken vertüddelt hat, wenn das T-Shirt nicht GENAU richtig rausgelegt ist usw. Bei uns hilft nur: Immer genug Zeitpuffer einplanen (und wenn man meint, es sei genug, noch 5 Minuten mehr zur Sicherheit).
Und beim Zähneputzen ist es mir ganz recht, wenn die Kids wollen, dass ich putze. Ich muss ja eh nachputzen, dann kann ich es auch gleich machen. Geht schneller ;-)

Uns allen viel Kraft und Geduld, jeden Morgen neu -

J. mit 4 #sonne

Beitrag von tinibo 23.11.10 - 10:24 Uhr

Hallo Steffi!

Das Ganze haben wir mit unserem Fynn auch eine ganze zeitlang durchgemacht. Scheint wohl in dem Alter so zu sein. Meist half die Drohung, dass wenn er nicht gleich mitmacht beim Anziehen, er im Schlafanzug in den Kiga muss. Wir hatten ihn auch schon mal im Schlafanzug schon im Auto sitzen. Das Ganze hat ungefähr bis er 4 1/2 Jahre alt war angehalten. Seit einem Jahr ist totale Ruhe eingekehrt, er zieht sich alleine an usw. Das sind wohl immer Phasen, die muss man wohl oder übel aussitzen, und irgendwann sind sie einfach vorbei. Ist zwar kein Trost, aber ist einfach so. Das Gleiche hatten wir eine zeitlang mit dem Duschengehen. War auch ewig Theater und auf einmal war es vorbei.

Alles Liebe!
Christina!#katze

Beitrag von kleine1102 23.11.10 - 11:55 Uhr

Hallo Steffi!

Erstmal zwei Dinge vorweg: ich kann nachvollziehen, dass Du traurig bist! Denn das geht mir in solchen Situationen ähnlich :-(. Zweitens: Dein Sohn weiss SEHR genau, "was das sollte" ;-). Schliesslich versteht er ja- ebenfalls sehr genau- was Du von ihm erwartest. Er soll sich morgens anziehen, möchte/muss in den Kindergarten.

Ich find's gut, dass Du den Aufforderungen, dem Endlos-Reden und Diskutieren auf diese Art ein Ende bereitet hast. Wir haben morgens oft das gleiche Problem mit unserer Tochter (gerade vier Jahre alt geworden). Vor kurzem habe ich sie nach einer ähnlichen "Vorgeschichte" wie Eurer heute barfuss in den Kindergarten gebracht (auch mit dem Auto). Schuhe und Socken unter einem Arm, das Kind auf dem anderen #schein, bin ich mit ihr in den Kindergarten. Wir hatten das mehrfach angekündigt, sie oft genug aufgefordert, sich anzuziehen. Das "Ende vom Lied" war dann, dass Lina den ganzen Vormittag über barfuss in ihren Hausschuhen unterwegs war, weil sie die Socken partout nicht anziehen wollte. Wohl nach dem Motto, "Wenn ihr meint, dass ich ohne hingehen soll, dann bleibe ich auch ohne da!" :-p. Intention des Kigas in dem Fall war, der Situation (also dem Anzieh-Theater) nicht noch mehr "Raum" zu bieten- da ziehen wir also zum Glück "am selben Strang".

Wie auch immer, sie hat gemerkt, dass unsere "Diskussionsfreudigkeit" deutliche Grenzen hat. Auch weiss sie, wie es morgens idealer Weise "laufen" soll (ein bißchen kuscheln, einen Becher Milch trinken, waschen & anziehen, danach noch etwas Zeit zum Spielen zu Hause)- hinterfragt aber ständig auf's Neue unsere Strukturen. Mal klappt das Ganze, mal nur mit viel Theater. So anstrengend das ist und so wenig Lust wir natürlich darauf haben- es ist in dem Alter nicht ungewöhnlich und eine (leider oft recht ausdauernde) Phase #schwitz. Einerseits lassen wir uns längst nicht mehr auf Diskussionen ein (Lina versucht's trotzdem beharrlich wieder), helfen lediglich, wenn sie uns ruhig und freundlich um Hilfe bittet. Gibt's Theater, muss sie in ihr Zimmer und sich dort allein anziehen. Klappt das auch nicht, wird sie ggf. so weit angezogen, wie sie gerade ist, in den Kindergarten gebracht (war bisher noch nicht wieder nötig). Ein Stück weit versuchen wir, das Anzieh-Theater von vornherein zu unterbinden, indem wir zwar jeden Morgen ganz direkt (also ohne "Bitte, bitte!") sagen, dass es jetzt Zeit zum Anziehen ist, sie loben, wenn etwas gut/schnell klappt und sie davon abgesehen mit ihren Klamotten in Ruhe lassen. Gibt's wie so oft Geschrei, ("Mann, diese blöde Socke will nicht... #aerger #wolke #schrei!" o.ä.), ignorieren wir dieses bzw. weisen darauf hin, dass sie Hilfe bekommen kann, wenn sie entsprechend ruhig danach fragt. Ist ein bißchen tagesform-abhängig bei ihr, ob sie sich auf positive, freundliche Zuwendung einlassen kann oder lieber ihre Ruhe will- und in Ruhe weiter nörgeln ;-). Erfahrungsgemäß verläuft alles ruhiger, je weniger "Angriffs-Fläche" oder Konfrontations-Möglichkeiten wir unserem kleinen "Wut-Zwerg" bieten. Alles so ruhig und so konsequent wie möglich, ein Lob (auch nicht ZU überschwänglich), wenn alles klappt- und hoffen, dass diese Phase bald ein Ende hat #cool!

Auf dass dann bald unsere jüngere Tochter mit dem "Theater um's Anziehen" beginnen wird #huepf :-p ;-)...

... lieben Gruß #blume,

Kathrin & zwei Mädels