Mutter belastet mich...

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von mika76 23.11.10 - 09:46 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich brauche dringend mal Rat von Aussenstehenden.
Meine Mutter leidet schon ihr ganzes Leben an Depressionen.
Dadurch hatte ich eine traurige Kindheit.
Sie hat mir IMMER für alles die Schuld gegeben.
Wenn sie sich mit dem Nagel versehentlich auf den Daumen geschlagen hat, habe ich sie abgelenkt etc. ....da war ich 6....

Sie hatte ständig Schreianfälle u ist umgefallen.
Da mein Vater ständig auf Geschäftsreise war, hatten wir in der
Küche die Nummer vom Doc dick auf der Tapete stehen, damit ich ihn immer anrufen konnte.
Ich war Bettnässerin und wenn sie das morgens gesehen hat, hat sich mich mit dem Gesicht da rein gedrückt...
Falls es mal gute Momente gab, hat sie immer gleich "Beweisbilder" gemacht.
z.B. wenn sie es mir u meinem Bruder mal auf der Terasse mit Melonen gemütlich gemacht hat.

Wir hatten eine Putzfrau die jeden Tag da war. Sie hat mich geweckt u zur Schule fertig gemacht. Meine Mutter hat sich nur um meinen Bruder gekümmert.
Ich war emotional vernachlässigt.
Von meinem Vater (Eltern seit ich 7 bin, geschieden) weiß ich, dass meine Mutter auch Nachts nie aufgestanden ist, wenn ich als Baby geweint habe.
Sie lebt in einer völlig anderen Realität!!!
Wenn man sie darauf anspricht, dann weiß sie einfach nichts davon und sagt, sie hätte ja Bilder davon dass es uns gut ging!!!

Jeden Tag hatte ich Angst davor, wie ihre Laune denn heute wieder ist.
Es gab Tage, an denen wir nicht lachen durften.
Na, möchte nicht zu weit ausschweifen....da war noch so viel....
Sie will mir ständig sagen, was ICH in meiner Erziehung besser machen soll. Kritisiert mich ständig und ist grundsätzlich anderer Meinung als ich!
Sie ist in Behandlung und bekommt auch Medikamente. (immer Suizidgefahr)
Aber ich schaffe es nicht mehr Rücksicht auf sie zu nehmen, was ich ja soll weil sie "krank" ist u nichts dafür kann.....
Wenn sie neben mir sitzt, bekomme ich kaum noch Luft u mir wird schwindelig.

Ich denke jeden Tag an die ganzen Ereignisse und bei jedem Treffen mit ihr muss ich mir kleine Sticheleien anhören. Sie merkt gar nicht, was sie mir antut. Sie ist IMMER negativ. Ich sage, ich bin schwanger und sie: warte erst mal, ob das überhaupt sitzen bleibt....und du schaffst das doch gar nicht mit 3 Kindern u.s.w...
Mir wird schon wieder schlecht, wenn ich das jetzt schreibe.

Ich glaube, ich bekomme diesmal ein Mädchen und ich habe fürchterliche Angst davor so zu ihr zu werden wie meine Mutter....
Ich kann das gar nicht beschreiben....Bekomme ständig Panik.
Ich glaube, ich werde langsam verrückt.
Hatte letzte Woche zu ersten mal einen Migräne-Aura Anfall und ich wusste ein paar Wörter nicht mehr auszusprechen und habe nichts mehr gesehen!
Ich bin im Krankenhaus gelandet und die Ärztin meint, es kommt durch Stress u Ängste.
Jetzt soll auch ich mir Hilfe holen!!

Trotz allem tut meine Mutter mir Leid, sie hat auch niemanden.
Aber ich kann nicht mehr.
Was soll ich nur tun? Den Kontakt abbrechen, sie alleine lassen, nicht mehr zu Geburtstagen u Weihnachten einladen?
Sie ist doch krank.....
Habe das noch nie alles so herausgeschrieben und ich bin dankbar, dass es so ein Forum gibt, wo man Meinungen von Unbeteiligten bekommen kann.
Sorry, ist ein bisschen lang geworden.....

Lg, Kati


Beitrag von anyca 23.11.10 - 09:55 Uhr

Das ist ja keine schöne Geschichte ... ich würde sagen, Deine Gesundheit geht jetzt vor! Du hast bald drei Kinder, die Dich brauchen, da kannst Du nicht noch so viel Kraft für die Beziehung zu Deiner Mutter investieren.

Soll sich doch Dein Bruder um sie kümmern, wenn das Verhältnis da etwas besser ist ...

Du hilfst niemandem, wenn Du selber krank wirst. Laß DIR helfen und geh auf Abstand zu Deiner Mutter. Wenn Du den Kontakt nicht ganz abbrechen willst, lad sie doch zum Geburtstag getrennt von der restlichen Feier ein o.ä.

Alles Gute!#klee

Beitrag von sunshine1176 23.11.10 - 10:12 Uhr

Hallo Kati,

gut, dass du dir mal ein bißchen von der Seele schreibst! Aber ganz ehrlich? Das wird dir auf Dauer nicht helfen! Du brauchst wirklich richtige professionelle Hilfe!
Da lastet ja ein ungeheurer Druck auf dir! Du musst dir unbedingt jemanden suchen, der dir hilft dem gerecht zu werden, wenn du den Kontakt zu deiner Mom nicht komplett abbrechen möchtest!

Meine Freundin hat auch eine depressive Mutter mit einer ähnlich unschönen Vergangenheit. Sie ist seit Jahren in Therapie und hat gelernt damit umzugehen, den Kontakt aufrecht zu erhalten ohne selber dabei zugrunde zu gehen!

Meine Vorrednerin hat vollkommen recht, du hast bald drei Kinder und brauchst Kraft und Freude am Leben, sie brauchen eine glückliche Mama!

Fühl dich mal aus der Ferne gedrückt!

Ich wünsche dir alles Gute!

LG Sunshine

Beitrag von ane72 23.11.10 - 13:43 Uhr

sehe ich genauso.
lg ane

Beitrag von pcp 23.11.10 - 10:35 Uhr

Hallo,

Deine Mutter ist nicht nur krank, sie macht auch Dich krank. Ihr seid in einer Spirale die Du unbedingt durchbrechen mußt. Deine Angst wie Deine Mutter zu werden ist nicht ganz unbegründet, so ein Mutter-Tochter-Konflikt kann durchaus generationsübergreifend wirken. Wenn man nicht daran arbeitet!

Hol Dir psychologische Beratung und distanziere Dich von Deiner Mutter, Dir und Deinem Kind zuliebe.

lg

Beitrag von bensu1 23.11.10 - 10:37 Uhr

hallo,

es tut mir sehr leid, dass deine kindheit so schlimm war!

ich gebe meinen beiden vorschreiberinnern recht, du und deine kinder seid jetzt wichtiger als deine mutter. alles, was mit ihr zu tun hat, belastet. lass sie aussen vor, sie ist ein energievampir und tut dir nicht gut. man sagt nicht umsonst "das/der/die macht mich krank."

du bist nicht für sie verantwortlich, du brauchst keine rücksicht nehmen, wie sie sich fühlen würde. zieh dich zurück.

einladen würde ich sie zu familienfeiern nur, wenn du sehr viel rückhalt von deinem bruder/deinem mann bekommst. und nur dann! alleine würde ich sie nicht einladen.

ich wünsche dir alles gute (und: man wird nicht automatisch so wie seine eltern!).
lg
karin

Beitrag von blaue-rose 23.11.10 - 10:39 Uhr

Hallo Kati,



es ist schön wenn du deine Mutter unterstützen möchtest und auch gern für sie da sein möchtest. Die Unterstützung sollte aber nicht soweit gehen das du dadurch an deine Grenzen kommst. Denn es hilft niemand wenn du dadurch auch noch extrem runter gezogen wirst. Wenn dir der Kontakt mit deiner Mutter nicht gut tut, dann fahre ihn so weit runter bis du dich wieder auf dich selbst konzentrieren kannst.

Das sie dir Vorschriften machen möchte wie du deine Kinder erziehst ist in meinen Augen ein bekanntes Oma-Problem was in vielen Familien vorkommt.

Ich denke du brauchst keine Angst haben das du deine Kindheit auf deine noch nicht geborenes projizierst. Du weißt wie du deine Kindheit empfunden hast und ich denke du wirst alles geben das deine Kinder nicht eine gleiche Kindheit haben.

Katja, vielleicht ist es auch sinnvoll wenn du dir Hilfe suchst und eine Beratungsstelle oder einen Psychotherapeuten aufsuchst. Auch das Schreiben kann helfen Probleme zu verarbeiten. Versuch doch einmal aufzuschreiben wie du deine Kindheit empfunden hast und wie du dich jetzt fühlst. Es könnte sein das du dadurch ein wenig Erleichterung verspürst. Wenn du möchtest kannst du mich auch gern über Vk anschreiben.


Freundliche Grüße


blaue-rose

Beitrag von manavgat 23.11.10 - 10:45 Uhr

Trotz allem tut meine Mutter mir Leid, sie hat auch niemanden.

Du brauchst eine Therapie. Nötigenfalls musst Du vorerst den Kontakt abbrechen, weil Du sonst schwer krank wirst.

Selbstschutz geht immer vor Mitleid.


Alles Gute

Manavgat

Beitrag von claus 23.11.10 - 11:13 Uhr

Hallo Kati,

meine Mutter ist auch psychisch krank, sie ist manisch depressiv und schizophren und das auch schon sehr, sehr lang.
Meine Eltern haben sich scheiden lassen, da war ich 17 Jahre alt.
Meine Vater war auch beruflich sehr eingespannt und ich bin größtenteils bei meiner Oma aufgewachsen.
Meine MUtter ist auch heute noch sehr krank und ich gehe alle 4 Wochen mit ihr zum Psychologen und es kommt zweinmal am Tag der Caratas Dienst, um ihr ihre Tabletten zu geben und darauf zu achten, ob alles in Ordnung ist.
Ich kann das nicht mehr alleine machen, ich habe einen 3-jährigen Sohn und bin halbtags berufstätig und ich möchte nicht, daß meine Mutter Tabletten daheim hat, weil sie schon mehrere Suizidversuche hinter sich hat.
Ich merke bei meiner Mutter sofort, wenn es ihr schlechter geht und habe sie vor Jahren schon mehrmals in die Psychatrie zwangseinweisen lassen.
Lass dir ein wenig Arbeit abnehmen von einem Pflegedienst oder guck mal, ob es bei euch in der Nähe Heim für psychisch kranke gibt.

Kopf hoch!


LG

Claudia

Beitrag von sarosina1977 23.11.10 - 13:02 Uhr

Das, was Du erlebst, nennt man Co-Abhängigkeit. Diese ganzen Schuldgefühle, die Du mit Dir rumschleppst, sorgen dafür, dass Du Dich nicht von Deiner Mutter, die Dir nicht gut tut, lösen kannst.

Auch als erwachsene Menschen sind wir die Kinder unserer Eltern und wir wünschen uns, dass wir geliebt werden. In kranken Eltern-Kind-Beziehungen ist es nicht möglich, zu einem gesunden, fröhlichen Erwachsenen zu werden und auch wenn man es schafft, einigermaßen aus diesem Sumpf zu krabbeln, kriegt man immer wieder eine auf die Mütze, damit man sich immer schön schlecht fühlt.

Ich kenne das nur zu Genüge. Bin selbst Tochter einer gestörten Mutter und ich habe mir professionelle HIlfe gesucht, damit ich endlich lernen kann, dass ich ein Recht darauf habe, gesund und glücklich zu leben und meine Grenzen zu setzen, ohne vor schlechtem Gewissen verrückt zu werden.

Hab Mut!!! Man hat auch als erwachsene Tochter das REcht, diesen Wahnsinn, den die eigenen Eltern veranstalten, nicht mehr mitzumachen.

Wenn man sich dazu entschließt, eigene Wege zu gehen und den Kontakt abzubrechen, ist es im ersten Moment wie eine Befreiung. Aber da wir co-abhängig sind, beginnt dann so eine Art Entzug von der Droge "Mutter", die uns vorgaukelt, es ja nur gut mit uns zu meinen - und in Wahrheit ergötzt sie sich an unserem Leiden, weil sie krank sind.

Schau auf Dich und Deine Kinder und suche Dir professionelle Hilfe.

Alles, alles Gute!!!!

Beitrag von mika76 23.11.10 - 14:15 Uhr

Ich danke euch sehr für die Antworten!!!
Es hat mir viel gebracht...
Werde mir auf jeden Fall professionelle Hilfe holen
und den Kontakt zu meiner Mutter erst mal aufs Minimum
reduzieren. (liegt noch 1 Geburtstag vom Enkel an)

Am Donnerstag habe ich einen Arzttermin und lasse mich weiterleiten.
Werde ihr nicht viel erklären können, da sie selbst ja NIE
davon ausgeht, dass mit ihrem Verhalten etwas nicht stimmt.

Mein Mann wird meiner Mutter sagen, dass ich Ruhe brauche.
So komme ich gar nicht erst in die Situation, in der sie mir
wieder Vorwürfe machen kann.

Nochmal vielen Dank an euch!!!!#liebdrueck

Beitrag von alpenbaby711 23.11.10 - 19:51 Uhr

Ganz ehrlich nabel dich dringend an deine GEsundheit ist jetzt schon gewaltig im Ar..... Sorry aber anders kann man das nicht sagen. Vor allem klar ist ein Suizidgefährdeter Problematisch aber wieso sollst du noch weiter und ständig Rücksicht deshalb auf sie nehmen. Damit darfst du sie dann wohl nie kritisieren aber sie dich weiterhin fertig machen? Ich würde in Sachen Erziehung einmal klar sagen:
Pack dich lieber mal an die eigne Nase und lass mir meine Erziehung. Fertig. Wenn sie kapiert gut wenn nein steht dann jedes Mal auf und geht.
Ela