Frühzeitig eingeschult-jetzt 3. Schuljahr, Empfehlung a. Zurücksetzung

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von celia791 23.11.10 - 13:45 Uhr

Hallo,

ich frage hier mal stellvertretend für zwei Bekannte.
Es betrifft deren Kinder, die vorzeitig eingeschult wurden, auf Anraten vom Kindergarten und vom Kinderarzt.
Das Mädel ist mit 5,5 Jahren und der Junge mit 5,7 Jahren eingeschult worden. Die beiden ersten Klassen sind echt bilderbuchmässig verlaufen, keine Probleme, weder sozial noch schulisch. Kamen immer gut mit.
Jetzt, im ersten Halbjahr vom 3. Schuljahr gehen aber Probleme los.

Angefangen von kleinen Hänseleien der älteren Kinder. Nur mal ein Beispiel: Die älteren fangen langsam an, sich für Popstars etc. zu interessieren, die beiden aber eben noch überhaupt gar nicht. Sie werden dann immer als Babys abgestempelt.
Der Junge kann sich relativ gut wehren, ist aber von den schulischen Leistungen total eingebrochen, will plötzlich keine Hausaufgaben mehr machen, bzw. sagt oft gar nicht, was er alles aufhat. Die Mutter erfährt dass dann beiläufig von anderen Kindern, die zum Spielen kommen.
Das Mädel würde schulisch mitkommen, lässt sich aber durch die Hänseleien sehr einschüchtern und ist dadurch sehr in sich gekehrt, macht dann auch nicht mehr so mit.
Jetzt war halt Elternsprechtag und die jeweiligen Lehrer haben beiden gesagt, dass sie, wenn das so weitergeht nicht in die nächste Klasse gehen können.
Hat jemand ähnliche Probleme gehabt und haben sich diese im Laufe des Schuljahres gelegt, oder ist es tatsächlich besser, über eine Rückstufung nachzudenken?

Lg Celia.

Beitrag von manavgat 23.11.10 - 14:11 Uhr

Ich würde mal die Verantwortlichen in der Schule fragen, ob bei Mobbing die Lösung nur lauten kann, das Opfer geht.

Alternativ würde ich vorschlagen, dass die Pädagogen vor Ort ihren Job machen und den Kindern dabei helfen miteinander klarzukommen.

Programme wie: Toleranz, ich und die anderen etc. würden da sicher helfen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von rosalinde.x 23.11.10 - 15:08 Uhr

Hallo Celia,

sind die beiden in der gleichen Klasse?

Erst einmal halte ich es für wichtig, die Ursache für die Probleme zu finden (z.B. Mobbing, Überforderung, Langeweile, ...). Dafür sollten sich Eltern und Lehrer zusammensetzten und ggf. einen Schulpsychologen hinzuziehen.
Die Eltern können versuchen, einfühlsam nach den Ursachen zu forschen und die Kinder zu stärken. Z.B. Verabredungen mit Klassenkameraden unterstützen bzw. helfen, sich von Baby-Bemerkungen u.ä. nicht einschüchtern zu lassen.
Nehmen Hänseleien überhand oder kommt es gar zum Mobbing sind die Lehrer gefragt, das in der Klasse zu thematisieren und gegenzusteuern.

Wenn die einzige "Hilfestellung" der Lehrer die Empfehlung zum Zurückstellen ist, machen sie es sich zu einfach. Das halte ich nur dann für sinnvoll, wenn die Kinder tatsächlich in der 3. Klasse überfordert sind (mit dem Stoff oder dem Schulalltag, der in der 3. Klasse mit Klassenarbeiten und Noten durchaus anspruchsvoller ist).

Liebe Grüße

Beitrag von lajo 23.11.10 - 20:48 Uhr

Das ist ein Grund, weshalb hier die Erzieher von frühe Einschulungen abraten, denn das wird später noch schlimmer, wenn alle schon in die Disco usw gehen dürfen, aber die Kinder dann nicht.
Ich würde zurück Stufen lassen, es bringt niemanden etwas, wenn die Kinder sich nicht wohlfühlen.

Beitrag von lucy15 23.11.10 - 21:30 Uhr

Und was machst du, wenn ein Kind wegen seiner Brille gehänselt wird ? Oder weil es zu große Füße hat? Oder weil es eine andere Hautfarbe hat? Oder wiel es eine Narbe im Gesicht hat?

Findest du es echt die Lösung, das Opfer von Mobbing zu entfernen, anstatt die anderen Kinder zu Tolleranz zu erziehen????

Was genau würdest du denn mit den oben genannten Kindern machen? In die Parallelklasse und hoffe, dass da ein besseres Sozialverhalten herrscht???

Ich versuche meinen Kindern beizubringen, dass es KEINEN Grund gibt jemanden zu ärgern. Und wenn sie selbst geärgert werden, dann deshalb, weil die anderen Kinder halt doof sind und jemand brauchen, den sie klein machen können. Denn ganz ehrlich: ein mit sich selbst zufriedenes, ausgeglichenes Kind muss kein anderes runter machen um sich selbst toll zu fühlen!!!

LG,
Lucy

Beitrag von lajo 24.11.10 - 07:02 Uhr

Habe ich nie behauptet, aber wenn ein Kind sich nicht wohlfühlt, dann sollte man handeln.
Es sind nicht alle Eltern so, dass sie ihre Kinder so erziehen, dass sie keine anderen Ärgern. Vielen sind die Kinder auch egal und da kannst du noch so oft mit den Kindernoder Eltern reden.
Ich habe das gerade erst mitgemacht, was andere Eltern betrifft.

Beitrag von sandra7.12.75 24.11.10 - 09:00 Uhr

Hallo

Du kannst aber dann nicht immer die Opfer von den Tätern fernhalten.

Wir haben es leider auch durch.

Unsere Tochter ist durch eine Mobbinggeschichte zur Förderschule gewechselt.

Das Kind ist jetzt in der 4.Klasse und die letzten Tage wurde die komplette Klasse 2 mal von 8.Klässlern getreten,geschlagen und sonstwas.

Wir haben in der Schule vorgesprochen das die was unternehmen,ansonsten stelle ich Strafanzeige.Die Täter sind in dem Alter schon Strafmündig und haben bei solchen Verhalten auch bestraft zu werden.
Ich ducke mich bestimmt nicht mehr.

Der erste Täter wurde auch nicht bestraft.War ja nur Spaß,er wollte ja nur spielen,klar ,mit Gras in die Hose stecken und anderen Dingen,würg.

lg

Beitrag von lucy15 24.11.10 - 11:09 Uhr

Klar muss man handeln wenn es einem Kind nicht gut geht- aber WARUM sollen immer die Opfer gehen??? Warum kann man nicht mal einen der "Täter" zwangsversetzen in eine andere Klasse? Auch um den anderen zu signalisieren: so gehts nicht!

Denn was passiert, wenn das Opfer die Klasse verläßt? Richtig! Die Täter suchen sich ein neues Opfer! Denn sie haben ja gelernt, dass ihnen eh nichts passiert. Und was lernt das Opfer? Ich bin verkehrt....ich muß gehen.

Eben WEIL deutsche Schulen so lasch mit Mobbing umgehen wird es immer mehr Opfer geben :(


LG;
Lucy

Beitrag von barbarelle 24.11.10 - 08:26 Uhr

Hallo Lucy,

an unserer Schule gab es einen Jungen, der "schwierig" war. Er wurde heftig gemobbt und dadurch war sein Verhalten nicht gerade das beste.

Ein Teufelskreis. Die Schule und die Eltern haben sich grosse Gedanken gemacht. Mit der Klasse wurde gesprochen aber es hat nicht geholfen.
Mit der Schulleitung und den Eltern wurde dann beschlossen, das Kind in eine andere Klasse zu schicken damit es einfach eine neue Chance bekommt.

In der neuen Klasse hat er von vorne angefangen, ohne die "Altlasten" der alten. Es ging von da ab bergauf mit dem Kind. Er ist nun voll integriert, fällt nicht mehr negativ auf.

Manchmal muss man eben auch diese Wege gehen.

Lg
Barbarelle