HIV / Aids

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Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von koqu 23.11.10 - 16:59 Uhr

Hallo,

ich brauche Rat. Mein bester Freund hat am letzten Freitag erfahren, dass er HIV positiv ist. Seine Werte sind so schlecht, dass er direkt mit einer medikamentösen Therapie beginnen muss.
Wir haben am Wochenende mehrmals lange telefoniert und uns auch gesehen. Wir kennen uns seit ungefähr 17 Jahren und stehen und sehr nahe. Er hat viel geweint, ich auch. Ich bin so traurig, dass ab nun ein Schatten über allem liegen wird, so fühöt es sich an. Wir können viel und eigentlich auch über alles reden.
Trotzdem sind da ein paar Punkte bei denen ich mich sehr hilflos gefühlt habe und die ich mit ihm so noch nicht besprechen konnte.
Wie geht es weiter, wie lange kann das so laufen, wovon hängt es ab wann es ihm schlechter gehen wird, wie kann ich ihm helfen, Trost spenden? Hat jemand Buchtips, Internetseiten, Infos, gerne auch über die VK.
Er hat übrigens einen Partner der nicht positiv ist, die beiden sind seit ca. 8 Jahren zusammen.
Ich weiß nicht so recht weiter. Ich habe ihm gesagt ich bin immer für ihn da und das meine ich auch so, uneingeschränkt, ich liebe ihn wie einen Bruder udn wir ahben viel miteinander erlebt. Aber mit einigen meiner Fragen nach dem wie geht's weiter will ich ihn jetzt einfach nicht noch zusätzlich belasten und möchte versuchen auf anderen Wegen ebenfalls an Information zu kommen.
Kann mir jemand helfen, kennt jemand diese Situation, Ideen, Tipps, egal was...
Und bevor hier jemand auf die Idee kommt ich sei ein Fake: natürlich habe ich mich unter "falschem Namen" neu angemeldet. Ich bin seit ein paar Jahren hier bei Urbia unterwegs, habe hier einige Freunde und auch sonst Freunde und Bekannte die bei Urbia sind und dies ist ein Thema, dass ich absolut anonym halten will. Ich denke das kann man verstehen.
Danke schon mal.
koqu

Beitrag von doucefrance 23.11.10 - 17:07 Uhr

Hallo,

auf Anhieb fällt mir eigentlich nur

Wende Dich an die Aidshilfe, die beantworten Dir Deine Fragen sicher und Du bzw. Dein bester Freund (b) ist dort gut aufgehoben und beraten.

Liebe Grüße und ganz viel Kraft für Euch

Beitrag von koqu 23.11.10 - 17:20 Uhr

Ja klar, da habe ich mir auch schon Numemrn rausgesucht und nächste Woche einen Termin vereinbart aber ich hoffe hier im Formu vielleicht etwas persönlicher einen Rat zu erhalten. Aber trotzdem Danke für deine Anregung.
koqu

Beitrag von manavgat 23.11.10 - 17:38 Uhr

Ich glaube es ist egal, ob jemand Aids oder Krebs oder eine andere (möglicherweise tödlich verlaufende) Krankheit hat.

Am wichtigsten ist imho, denjenigen nicht so zu behandeln, als wäre er schon tot.

Gruß und alles Gute für Deinen Freund

Manavgat

Beitrag von koqu 23.11.10 - 17:47 Uhr

Ja, das stimmt natürlich. Ich hoffe ja auch, dass im Laufe der Zeit so etwas wie ein "Gewöhnungseffekt" eintrifft soweit es überhaupt möglich ist. Ich weiß auch, dass sich einiges ändern wird in seinem / unserem Leben und gleichzeitig hoffentlich lange vieles so bleiben kann wie es ist.
Mir geht es auch zum Beispiel um Fragen die er mir momentan noch gar nciht beantworten kann wie: welche Nebenwirkungen können die Medikamente haben, welche psychologischen Auswirkungen können auftreten, wieviel "Schonung" soll man ihm zukommen lassen, wie "normal" soll man ihn weiterhin fordern, wo können vielleicht auch ich und sien Partner sich austauschen? Wie kann ein Alltag aussehen? So etwas finde ich leider kaum in Inet.
Aber danke für deine Antwort. Ich habe einfach viel Angst im Moment weil ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann (und will).
Lieben Gruß von koqu

Beitrag von simone_2403 23.11.10 - 18:09 Uhr

Hallo

Weißt du was am schlimmsten für mich war als ich so krank war.......dieses behandeln wie ein rohes Ei,dieses "schonen" dieses "blos nicht mit irgendetwas belasten" und dieses "in Watte packen".

Familie/Verwandschaft/Freunde alle waren mit einem Schlag "komisch" und mir kam jedes Gespräch vor als tuschelt man hinter meinem Rücken,es war furchtbar.Ich war krank,ja,aber ich war immer noch da und wollte auch so behandelt werden.Ich habe eine sehr gute Freundin,sie war die einzige die auch mir erst mal klar machte das diese ganze Situation auch für mein "Umfeld" nicht leicht ist,das auch die anderen sich erst an diesen "Zustand" gewöhnen müssen.

Auch wenn es für alle nicht einfach ist,versucht zu stützen aber nicht zu bemuttern,versucht zu helfen aber nicht alles aus der Hand zu nehmen,seid einfach so,wie ihr es euch wünscht behandelt zu werden.

lg

Beitrag von schullek 23.11.10 - 18:20 Uhr

hallo,

du solltest vielleicht rat bei einem arzt suchen bzw. einfach mal googlen oder die bibliothek aufsuchen.
generell ist glaueb ich wichtig zwischen HIV positiv und AIDS zu unterscheiden. das eine bedeutet nicht gliehc das andere. ein mensch kann sehr, sehr viele jahre mit HIV leben, bevor überhaupt AIDS ausbricht. aber mehr kann ich auch nicht zum thema sagen. such dir jemand fachkundigen.

sicherlich gibt es auch selbsthilfegruppen für angehörige etc.

lg

Beitrag von koqu 23.11.10 - 19:13 Uhr

Ja, dass man unterscheiden muss zwischen infiziert udn krank weiß ich. Ich bin mir halt nicht sicher ob er schon als "erkrankt" gilt weil er ja bereits jetzt direkt MEdikamente bekommt oder ob das noch als das "nur" infiziert Stadium gilt.
Klar ich werde mich auch bei Selbsthilfegruppen etc. informieren,das dauert nur alles seine Zeit bis ich da Termine machen kann bzw. bekomme. Ich bin berufstätig und habe Kinder, das will alels koordiniert sein.
Aber danke für die Antwort.
Viele Grüße von koqu

Beitrag von schullek 23.11.10 - 20:06 Uhr

also soweit ich das weiß, nehmen HIV infizierte von anfang an medikamente, eben damit die eigentliche erkrankung hinausgezögert wird. udn as heutzutage wohl schon sehr erfolgreich.

alles gute euch.

lg

Beitrag von hummingbird 23.11.10 - 18:40 Uhr

HIV-Infizierte ohne Symptome haben eine nahezu normale Lebenserwartung
http://www.hivandmore.de/kongresse/croi2010/lebenserwartung_hiv.shtml

Alles Gute!

Beitrag von scrapie 23.11.10 - 19:08 Uhr

Hallo,

heutzutage ist HIV mit Medikamenten gut in Griff zu bekommen und die Leute können ein (fast) ganz normales Leben leben (ausser die regelmäßige Medikamenteneinnahme und regelmäßige Arztbesuche).

Auch die Lebenserwartung ist heute viel höher wie vor 20 Jahren.

Jetzt seid ihr noch sehr aufgewühlt. Jetzt kommen erstmal zig Beratungsgespräche, die der Freund deines Freundes unbedingt mitmachen sollte, wenn er die Beziehung "trotzdem" noch will.

Aber ich verspreche, dass es in 4 Wochen schon anders aussieht.

Ich wünsche deinem besten Freund alles gute#liebdrueck

Und er braucht sich nicht zu verstecken. Wenn man sich vor Freunden verstecken muss, dann sind es keine wahren Freunde. Wer heute immer noch nicht so aufgeklärt ist, dass er weiß, dass HIV keine Pest ist die durch die Atemluft übertragen wird... mit demjenigen würd ich nichts zu tun haben wollen.

Beitrag von bensu1 23.11.10 - 21:52 Uhr

hallo,

tut mir leid für dich und deinen freund. ich kann mir vorstellen, dass diese nachricht alles auf den kopf stellt...

im prinzip kann ich dir nichts neues mitteilen, was nicht schon geschrieben wurde.
ausschlaggebend ist, dass die medikamente schnell greifen, dann kann man sicher mehr sagen. in den letzten jahren/jahrzehnten hat sich einiges getan in der aids-forschung, sodass die medikamente, die heute verfügbar sind, sicher besser wirken als die von vor 20 jahren.

wurde hiv im zuge einer "normalen" untersuchung festgestellt oder hatte er irgendwelche beschwerden, wie z.b. starken gewichtsverlust ohne erkennbare ursache, sodass auf hiv untersucht wurde?

glg
karin

Beitrag von koqu 23.11.10 - 22:53 Uhr

Er war in den letzten ca. 15 Monaten ständig irgendwie angeschlagen, erkältet, krank, Mandelentzündung...hat aber (als braver Unternehmensberater dauernd auf Achse) alles verschleppt, selbst behandelt, wie das halt so ist. Sein Freund mit dem er schon viele Jahre zusammen ist, hat dann vor zwei Wochen gesagt, er müsse sich jetzt mal durchchecken lassen, das sei nicht mehr normal. Sein Freund ist Arzt, steckt gerade in den Prüfungen zum Facharzt. Und als dann die Praxis anrief er solle zum Termin kommen, außerhalb der Sprechstunde und am besten jemanden mitbringen, da wurde es eng. Und wir ahben auf Krebs oder so getippt, und dann sagte der Arzt das sehr direkt und ohne große Umschweife. Und erst im Nachhinein kommen jetzt so viele Fragen die wir eigentlich dort hätten stellen müssen. Und mein Freund ist auch angemeldet für eine Beratungsstelle udn noch für einen anderen Arzt aber es dauert halt auch immer ein paar Tage bis die Termine klappen.

Entschuldige, dass ich gleich so ausführlich werde aber das Problem ist, dass unser Freundekreis sehr deckungsgleich ist und ich kann sonst mit niemandem Reden und seinen Freund (den ich auch schon sehr lange kenne und sehr mag) will ich zumindest die nächsten Tage noch in Ruhe lassen bis seine Prüfungen rum sind. Ich habe halt gerade niemanden mit dem ich mich wirklich austauschen könnte. Mein Mann ist auf Dienstreise und kommt erst am kommenden Montag zurück ... oh Mann, ich weiß halt grade nicht so recht weiter.
Aber danke für's zuhören.
Koqu

Beitrag von bensu1 24.11.10 - 09:40 Uhr

reden tut gut, und ich höre gern zu. :-)

ich finde, es liegt in der natur des menschen, bei arztterminen, in denen man einen schlechten befund bekommt, auf die eigentlichen fragen nicht zu kommen. dass man wie vor den kopf geschlagen ist, ist ganz klar und verständlich. darum gibt's auch beratungsstellen, die tolle arbeit leisten und die betroffenen auffangen können.

einer meiner freunde hat vor nicht ganz 20 jahren die diagnose bekommen, aber erst, nachdem aids schon ausgebrochen war.
aber, wie gesagt, die heutigen medikamente sind mit sicherheit viel wirkungsvoller, um das quantitative wachstum der t-zellen (wenn ich mich recht erinnern kann) zu bremsen.

lg
karin

Beitrag von k_a_t_z_z 23.11.10 - 22:48 Uhr



Ein guter Freund von mir ist der in Deutschland bisher am längsten "Überlebende" mit HIV.
Er hat es "damals" aus Kanada mitgebracht als es noch niemandem bekannt war. Das ist nun etwa 25 Jahre her.
Und er lebt relativ gut damit, hat auch schon lange wieder einen ebenfalls HIV - positiven Partner mit dem er sehr glücklich ist.
Infektionen nehmen ihn etwas mehr mit als gesunde Menschen aber das war's auch.

Ganz wichtig ist sicher ihm klarzumachen dass das Leben weitergeht und gar nicht schlecht sein muss - die heutigen Medikamente können schon viel. Aber - er muss sich auch genau an die Einnahmeintervalle halten! Das ist wichtig!

Sei' ansonsten einfach da.


Alles Liebe, Katzz