Was mach ich nur, meine Tochter will nicht lesen?

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Beitrag von steffken80 23.11.10 - 18:25 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist jetzt in der ersten Klasse und macht sich glaube ich ganz gut, bis aufs lesen. Ihre Lehrerin sprach es von ein paar Wochen auf dem Elternsprechtag an. Ich muss ehrlich sagen, mir ist es gar nicht so aufgefallen, ist mein erstes Kind und ich hab keine Ahnung wie gut sie schon lesen müsste.

Jedenfall üben wir seit etwa 4 Wochen täglich lesen und es wird immer schlimmer. Ist nun wirklich nicht viel was sie lesen soll. Sie stellt sich total sturr und irgendwann sitzt sie nur noch da und macht gar nicht mehr. Hab geschimpft, gebettelt, versucht mit ihr zusammen zu lesen (sie nur die leichten Wörter), versucht mit ihr vernümpftig zu reden, dass es eben wichtig ist und man das Lesen für so viele Sachen braucht.
Hab es mit verschiedenen Erstlesebüchern, kleinen Zettelchen auf denen ich ihr kleine Informationen wie " im Wohnzimmer liegt ein Paket von Oma Nate für dich" geschrieben habe und sogar mit Harry Potter, in der Hoffnung, dass ich vielleicht ihr Interesse mit einen spannenden Buch wecke, wo sie nun wirklich nur noch die leichten Wörte lesen sollte und ich den grossen Rest.

Aber nichts ist, sie will nicht.

Hat jemand noch nen Rat oder Tip für mich.

LG Steffken

Beitrag von leopoldina1971 23.11.10 - 18:35 Uhr

Vor ein p a a r W o c h e n sprach die Lehrerin an, dass das Kind noch Probleme beim Lesen hat?#kratz

Also bei Unserem wird nicht so ein Tempo vorgelegt bzw. Druck gemacht.

Kopf hoch. Das kommt doch von ganz allein.

LG

Beitrag von ayshe 23.11.10 - 18:40 Uhr

Was sie liest immer noch keinen Harry Potter???

Meine Tochter hat schon alle Hawkings durch.





Nein, Mensch, was ist denn das für ein Streß bei euch?
Meine Tochter ist auch in der ersten Klasse.
Richtig lesen kann sie auch nicht, verlangt auch keiner.
Sie bastelt sich Wörter zusammen, wenn sie will, auch wenn es der Name auf dem Schaumbad ist.
Aber es ist eben selten, ich lasse sie einfach, die Lehrerin erwartet da auch nichts.

##
Ihre Lehrerin sprach es von ein paar Wochen auf dem Elternsprechtag an.
##
Was hat sie denn gesagt?



Und ihr übt also seit 4 Wochen täglich?
Wahrscheinlich hat deine Tochter einfach dichtgemacht, aus Protest oder um Ruhe zu haben.

Sie wird es schon noch wollen, auch wenn sie sieht, wie die anderen dann mal lesen, dann wird sie auch wollen, meinst du nicht?

Beitrag von janamausi 23.11.10 - 19:19 Uhr

Hallo,

meiner Tochter macht lesen großen Spaß. Sie verschlingt alles, egal ob es beim Autofahren irgendwelche Straßenschilder etc. sind oder irgendetwas geschriebenes auf Verpackungen etc.

Aber würde ich ihr ein Harry-Potter Buch geben, würde sie wohl streiken. Das wäre ihr viel zu klein geschrieben, viel zu viel Text auf einer Seite und viel zu unübersichtlich. Trotz das sie gerne liest wäre sie mit dem Buch überfordert und würde wohl Panik kriegen. Das Buch ist ja für Erwachsene schon relativ viel zu lesen...

Meine Tochter hat das Lesen angefangen mit einem Buch nur mit Großbuchstaben. Auf der Seite waren jeweils ca. 2 Bilder und dadrunter ein kurzer Satz mit nur paar Wörtern und das Buch hatte auch nur paar Seiten. So hatte sie es relativ schnell durchgelesen und war mega stolz, was ihr natürlich wieder einen Ansporrn gegeben hat.

Ich denke auch, dass "sie sollte nur die leichten Wörter lesen und ich den großen Rest" nicht gut ist. Wo ist die Grenze dabei? Wer entscheidet ob ein Wort leicht ist oder nicht. Da finde ich die Erstlesebücher viel besser und wenn in den Büchern ein schweres Wort ist, kann man ja den Kind helfen beim Lesen.

Oder Du schreibst selbst kurze "Geschichten". Du kannst mit ganz leichten Wörtern anfangen, so dass deine Tochter auch einen Erfolg hat und dadurch motiviert wird. 4 Wochen tägliches Lesen mit Streß ist sicher sehr demotivierend...

LG janamausi

Beitrag von seluna 23.11.10 - 20:01 Uhr

Als erstes, keinen Druck ausüben.
Mit Druck machst du alles nur noch schlimmer.

Mein Sohn ist 11 und liest erst seit einem knappen halben Jahr.
Er konnte es vorher einfach nicht, er hat eine schwere Lese-Rechtschreibschwäche und konnte es ohne therapeutische Hilfe gar nicht erlernen.

Das schimpfen nützt gar nichts, außer das das Kind noch mehr eingeschüchtert wird und noch mehr zu macht.

Bei uns hat das Internet mitgewirkt, im Internet muss man halt lesen können um sich zurecht zu finden, aber auch das hat gedauert.

Gib deinem Kind Rückhalt und setzte sie nicht unter druck, frag die Lehrerin ob der Druck notwendig sei.

Wenn deine Tochter Probleme hat zu lesen, dann kannst du ihr 10 Harry Potter hinlegen, was sie nicht kann, das kann sie eben nicht.

Ich habe meinen Sohn das Gefühl gegeben (musste ich auch erst lernen) das es o.k ist, wenn es nicht lesen kann.
Ich habe ihm nicht gedrängt und am ende kam er von ganz allein an, hat zwar gedauert aber mein Sohn geht inzw. auf die Förderschule, da ist das nicht so schlimm.

Bei deiner Tochter würde ich einen Arzt aufsuchen und sie auf eine Lese-Rechtschreibschwäche untersuchen lassen, erkläre ihr ruhig warum du das möchtest und das man ihr dann gezielt helfen kann, sollte sie eine Diagnose bekommen.
Sprich auch nochmal mit der Lehrerin.

Vieleicht fühlt sich deine Tochter auch einfach zu sehr unter Druck gesetzt und ist unsicher, wurde evtl gehänselt und traut sich nicht mehr.

wie gesagt, nehmt den Druck weg...ihr richtet mehr schaden an, als alles andere.



Beitrag von anni_78 23.11.10 - 21:53 Uhr

Hi,

unserer Lehrerin ist das Lesen auch sehr wichtig. Lesen üben ist immer Pflicht!
Aber schau dir erst mal an, welche Buchstaben sie bereits kennen gelernt haben. Mein Sohn hat keine Probleme mit dem Lesen, aber Bücher etc. kann und WILL er auch noch nicht lesen.
Wichtig ist zunächst, dass deine Tochter versteht, wie man die einzelnen Buchstaben zu einem Wort formt.
Gib ihr ein paar kurze Wörter zu lesen: Mama, Tim, Lola, Oma, Salat... Halt Wörter, bei denen sie die Buchstaben schon kennt. Und wenn sie dann ein paar geschafft hat, dann kanns ja vielleicht ne kleine Überraschung geben.
bis zum ersten Buch ists wohl noch n bissel Zeit.
Viel Glück! Und nicht zuviel Druck...

LG Anni

Beitrag von h-m 24.11.10 - 08:48 Uhr

Meine Tochter ist auch in der ersten Klasse. Elternsprechtag ist erst nächste Woche, bislang habe ich noch keine "Rückmeldung" von der Lehrerin.

Meine Tochter mag auch nicht lesen. Die lässt sich lieber vorlesen. ;-) Aber sie kommt bei mir nicht drum rum. Würde ich ihr Harry Potter hinlegen, würde sie wohl auch total abblocken. Ich habe die IntraActPlus-Materialien, dort werden erst mal nur einzelne Buchstaben gelesen, dann Silben, dann einfache Worte. Die Lesetexte in der Fibel oder die von der Lehrerin ausgeteilt werden, kann meine Tochter viel zu schnell auswendig. Erstelesebücher haben wir auch zu Hause, und in der Bücherei (wo wir regelmäßig hingehen) gibt es davon ganze Regale voll, aber bislang hat meine Tochter daran keine Interesse. Vielleicht probiere ich es nach dem Elternsprechtag noch mal mit so einem Buch.

Jetzt wird es aber schon etwas besser, manchmal versucht sie sogar von sich aus, auf einem Schild oder einer Packung ein Wort zu entziffern, anstatt mich oder Papa zu fragen, was da steht. :-D

Beitrag von manavgat 24.11.10 - 10:33 Uhr

Meine Tochter wollte auch nicht lesen und hat sich total verweigert. Ich hab den Opa um Unterstützung gebeten und nach wenigen Wochen ist der Knoten geplatzt. In der 3. Klasse las sie dann Harry Potter.... Heute (Klasse 11) ist sie in Deutsch unter den Besten der Klasse sowie in allen anderen textlastigen Fächern.

Ich denke, es war gut, dass ich damals aus dem Konflikt gegangen bin. Mit Opa war entspannter.

Gruß

Manavgat

Beitrag von birgitz 24.11.10 - 14:30 Uhr

Hallo,

ein Tempo legen manche Schulen vor.

Wenn sie schon lesen soll, dann hat sie sicher schon alle Buchstaben, oder soll sie eben nur die Wörter lesen, die sie schon hat, laut der Buchstaben?

Wie übt ihr denn? Hast du erst mal überprüft, ob sie alle kleinen und großen Buchstaben benennen kann? Sonst ist ja nix mit lesen.

Dann würde ich mit Buchstabenverbindungen weiter machen, am, an, im, at, ...., und erst wenn das klappt würde ich zu drei zusammenhängenden Buchstaben gehen und so weiter.

Auch gut durchführbar und für den relativ kleinen Geldbeutel: Lesen und Rechtschreiben lernen: nach dem IntraActPlus-Konzept, uns hat es sehr geholfen, und wenn mein Erstklässler anfängt beim Lesen zu schwächeln hole ich es wieder aus dem Schrank.

Viel Kraft wünscht Birgit