Private Krankenversicherung. Welche könnt ihr empfehlen

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Beitrag von anette79 24.11.10 - 08:22 Uhr

Hallo ihr Lieben,

wer hat von euch eine Private Krankenversicherung und kann mir eine empfehlen. Gibt es das ganze auch als Familienversicherung? Was muss ich beachten? Ich habe da überhaupt keine Ahnung. Wir waren bisher nur gesetzlich versichert. Nur mein Mann ist seit einem Jahr selbstständig und jetzt überlegen wir ob wir in eine Private wechseln sollen. Wie gesagt, ich habe da null Ahnung. Also schreibt mir alles was euch dazu einfällt.
Danke
Liebe Grüße
Anette

Beitrag von kati543 24.11.10 - 08:48 Uhr

Ihr habt 2 Kinder. Beim Wechsel in eine Private müssen die auch in der privaten (oder gesetzlichen) zu einem eigenen Beitrag von ca. 125€/Monat/Kind versichert werden. Eine Familienversicherung gibt es bei der privaten nicht. Jeder hat einen eigenen Beitrag.
Nur wenn du selber berufstätig (oider ALG1 bekommst) bist UND sozialversicherungspflichtig, kannst du weiterhin in der gesetzlichen bleiben. Sobald du das nicht mehr bist, musst du dich ebenso zu einem eigenen Betrag in der GKV oder in der PKV versichern (FALLS dich die PKV nimmt). Frauen im gebärfähigen Alter sind in der PKV sehr teuer. Die Kosten für unsere Familie pro Monat für KV liegen bei 1000€. Wir haben 2 Kinder und alle eine Selbstbeteiligung von 300€/Jahr. Wir haben keine "extremen" Teile in unserer KV, also kein Einzelzimmer im KH. Die KV zahlt noch nicht einmal Kuren/Rehas. Und mit dem Wechsel in die PKV verzichtet man ja leider auch auf die 10 Kind-krank-Tage.

Beitrag von kati543 24.11.10 - 08:50 Uhr

Also bleibt bloß in der GKV und nehmt euch eine Zusatzversicherung, wenn ihr wollt. Nichts ist preiswerter und hat ein breitgefächerteres Angebot als die GKV. Schon gar nicht als Familie.

Beitrag von helly1 24.11.10 - 09:53 Uhr

Seh ich genauso. Wir sind auch "nur" zusatzversichert in der privaten und fahren damit deutlich günstiger. Außerdem kenne ich Fälle, die mit 55 plötzlich arbeitslos geworden sind und keine gesetzliche KK sie mehr nehmen wollte, auch nicht die AOK - dann stand die Familie dort allein mit ihren hohen Krankenversicherungsbeiträgen!

Beitrag von kati543 24.11.10 - 11:17 Uhr

Ab 55 kommt man nicht mehr in die GKV zurück. Vor 55 nur mit äußersten Problemen.

Beitrag von manavgat 24.11.10 - 10:38 Uhr

Lass die Finger von der privaten. Ende des Jahren werden die Beiträge um ca. 30! % erhöht. Hinzu kommt: es gibt keine Familienversicherung. Jeder einzeln.

Die TK ist sehr gut, ich bin da freiwillig gesetzlich versichert und habe eine private Zusatzversicherung bei der DKV.

Gruß

Manavgat

Beitrag von miau2 24.11.10 - 11:14 Uhr

Hi,
private KV werben mit supertollen Leistungen. Und irgendwelchen billigen Einsteigertarifen "private KV ab 59 Euro im Monat!".

Mein Mann ist privat versichert.

Fehler macht jeder mal, und der Wechsel in die private KV gehört leider zu den Fehlern, die sich praktisch nicht mehr korrigieren lassen.

Er bereut es.

Die Beitragssteigerungen in den letzten Jahren waren der Wahnsinn pur. Ja, sicher, es fängt schön billig an. Die Leute sollen ja angelockt werden. Und dann gibts Beitragssteigerungen, gegen die jede Erhöhung in der gesetzlichen Kasse in den letzten Jahren ein Witz war.

Dazu wie schon gesagt: es gibt keine Familienversicherung. Jeder kostet extra.

Wir hatten für unsere Kinder Angebote von 80-200 Euro pro Kind und Monat vorliegen. Man muss extrem genau hingucken. Die einen zahlen nicht alle oder gar keine IMpfungen oder verlangen Zusatzzahlungen. Selbstbeteiligung bis weit in den dreistelligen Bereich pro Jahr kann man locker mit einplanen, die meisten Kinder werden nun mal öfter krank. Nicht alle zahlen Rooming in (macht meine gesetzliche problemlos), Haushaltshilfen hätte von denen, von denen wir Angebote hatten keine gezahlt.

Wir würden einiges dafür geben, dass mein Mann wieder in die gesetzliche wechseln kann. Geht aber nicht.

Also zahlen wir brav jeden Monat ca. 140 Euro pro Kind - in die freiwillige gesetzliche KV (Techniker, wie schon empfohlen - der Empfehlung kann ich mich nur anschließen). Plus ein paar Euro für eine private Zusatzversicherung fürs Krankenhaus - denn eine der ganz wenigen wirklich erstrebenswerten Leistungen ist das Einbettzimmer, wenn man mit kleinen Kindern ins KH muss.

Wobei - eine privatversicherte Bekannte landete mit Kind im Mehrbettzimmer (3) - es war schlicht und einfach nichts anderes frei...aber wenigstens hat der Chefarzt hallo gesagt ;-). Wobei - den habe ich bisher auch bei jedem KH mit gesetzlich versicherten Kindern begrüßen dürfen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von anarchie 24.11.10 - 11:59 Uhr

Bleibt in der Gesetzlichen!

Wir(2 Erw. und 4 kids) sind zwar alle in der privaten, aber nur, weil mein Mann - und damit wir alle - beihilfeberechtigt ist.
Ansonsten ist das verdammt teuer!

Macht lieber Zusatzversicherungen bei Sachen, die euch wichtig sind.

lg

melanie

Beitrag von vwpassat 24.11.10 - 12:51 Uhr

Die GKV ist zwar für einen Selbständigen auch ein Fass ohne Boden, da die Beiträge nicht nach dem Einkommen direkt berechnet werden, aber so wie eine Familie und Kinder mit dranhängenm allemal besser als die PKV.

Ich hab mich vor 3 Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt und für mich kommt die PKV niemals in Frage.

Beitrag von grafzahl 24.11.10 - 13:36 Uhr

Es gibt kaum eine Entscheidung mit einer wirtschaftlichen Tragweite, wie der Wechsel von einem Krankenversicherungssystem in ein anderes Krankenversicherungssystem.

Mein Tipp: informieren, informieren, informieren.

Lies alles, was das Internet dazu hergibt. Freund Google hilft.

Und lass´ dich nicht vom Monatsbeitrag beeinflussen. Der Beitrag ist einfach eine Zahl. Wenn du heute mit einem sehr niedrigen Beitrag "gelockt" wirst, kann das bedeuten, dass die Beitragssteigerungen in der Zukunft um so höher ausfallen.

Und erwarte nicht, dass du hier in urbia brauchbare und fundierte Informationen bekommst. Dafür ist das Thema viel zu komplex.

Zu mir:
Ich bin 2003 von der GKV (BKK Mobil Oil) in die PKV (Landeskrankenhilfe V.V.a.G.) und habe es bislang nicht bereut. Ich habe aber auch noch keine einzige Rechnung eingereicht und fette Beitragsrückerstattungen kassiert. Und meine Frau ist Beamtin und unsere beiden Kinder zu 80% Beihilfeberechtigt. Sonst wäre die Rechnung wohl auch nicht aufgegangen.