Wie soll ich es überstehen?

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von sally79 24.11.10 - 10:49 Uhr

Hallo!

Schon weiter unten kam heute die Frage auf, wie man Weihnachten überstehen soll, in unserer Situation...
Als Tipp wurde genannt, dass man Weihnachten "ausfallen" lassen soll. Das ist an sich sicher die beste Möglichkeit, doch für mich kommt das nicht in Frage, denn ich habe ja ein Kind...

Wie ihr in meiner VK lesen könnt, ist eines meiner Zwillingsmädchen - auf die ich sooo lange gewartet habe - 6 Tage nach der Geburt gestorben. Ihre Schwester ist kerngesund und so süß und schon so groß, ich bin so froh, dass ich sie habe.

Doch die Trauer über Melanie ist in den letzten Monaten gar nicht besser geworden. Mir kommt es oft vor, es wird immer schlimmer. Denn je süßer Alexandra wird (süß war sie natürlich immer, aber ich glaube, ihr wisst, was ich meine), desto trauriger werde ich.
Vor kurzem hat sie das erste Mal richtig laut gelacht. Das war so schön und rührend, da geht einem das Herz auf. Und ich? Breche in Tränen aus, weil ich im selben Moment an Melanie denke, die ganz allein und ohne Mama im Grab liegen muss.

Es tut mir so leid für Alexandra, dass sie immer so eine traurige Mama hat. Deshalb habe ich ihr gegenüber immer ein schlechtes Gewissen.
Doch wenn ich mich von Herzen über Alexandras Fortschritte und ihr Entwickeln freue, habe ich ein schlechtes Gewissen Melanie gegenüber.

Manchmal denke ich mir, ich gehe zu Melanie. Sie soll nicht allein sein. Mein armer kleiner Engel, ganz allein in dem kleinen weißen Sarg unter der kalten Erde. In Alexandra ist die ganze Familie vernarrt, sie wäre nie allein.
Doch ich kann meiner Tochter doch nicht die Mama nehmen, sie hat ja schon ihre Schwester verloren. Wegen ihr, und nur wegen ihr, mache ich also weiter. Obwohl ich oft nicht mehr weiß, wie.

Und jetzt kommt Weihnachten. So viele Jahre habe ich unterm Baum geweint, weil wir kein Baby haben konnten. Jetzt habe ich eins, und bin noch trauriger als je zuvor.
Ich habe schon ganz kleine rosa und silber Kugeln gekauft für den kleinen Christbaum, und eine kleine Krippe, für Melanies Grab. Das stellen wir am Heiligen Abend hin. Oh Gott, ich habe solche Angst davor!!!

Doch ich will doch auch, dass Alexandra ein schönes Fest hat.

Ich bin so verzweifelt.

Traurige Grüße

Sally

Beitrag von tarra 24.11.10 - 11:13 Uhr

Liebe Sally

Es tut mir so leid und mir fehlen echt die Worte.

Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber trotzdem glaube ich, dass dir Unterstützung gut täte. Besonders in der schweren Weihnachtszeit. Bitte versuch es, deiner Alexandra zu liebe.

Alexandra hat den allerbesten Schutzengel den sie je haben könnte, ihre Melanie!

Von ganzem Herzen wünsche ich dir viel Kraft und ein bisschen Zuversicht!

Alles Liebe
Tarra

Beitrag von sally79 24.11.10 - 20:55 Uhr

Liebe Tarra,

Danke!

Ja, Melanie ist unser aller Schutzengel.

Doch wie würde sie jetzt aussehen, wenn sie lacht...

Ich habe sie nie halten dürfen, als sie lebte. Dann erst, als sie gestorben war. Der Verstand hat mir natürlich gesagt, sie ist kalt - doch das zu fühlen, dass hat mich so mit voller Wucht getroffen, dass es mich Tag und Nacht und zu jeder Sekunde verfolgt. :-(

Ich weiß ja nicht einmal, wo ich mich hinwenden könnte, für Hilfe meine ich...

Wir werden es wohl irgendwie schaffen müssen.

Liebe Grüße und alles Gute!

Sally

Beitrag von tamara279 24.11.10 - 11:15 Uhr

Das rührt wirklich zu Tränen!
Melanie ist jetzt ein kleiner Engel,sie passt von oben auf euch auf!Alexandra braucht dich hier unten,da kannst du nicht einfach gehen.Ausserdem denkst du ja an den Engel,also bist du für sie genau so viel da wie für Alexandra.
Ich arbeite oft mit Müttern,die sich zwischen ihren Erden- und Himmelkindern nicht entscheiden können.Was du brauchst ist psychologische Unterstützung.
Ich wünsche dir viel Kraft

Beitrag von sally79 24.11.10 - 21:00 Uhr

Liebe Tamara,

ja, Melanie ist ein kleiner Engel.

Ich kann einfach nicht damit umgehen. Manchmal denke ich mir, wenn Alexandra ein Jahr später geboren worden wäre, wäre es leichter... Denn so hat man ständig vor Augen, wie es wohl wäre...
Doch ich weiß, ich muss dankbar sein, dass ich ein Kind habe! Für uns ist unsere Tochter ein Wunder. Ich kann ja nicht "einfach so" schwanger werden. Ich weiß, wieviele Vorgänge einfach perfekt laufen müssen, dass aus Ei- und Samenzelle ein Kind wird. Und dass das Kind gesund geboren wird. So was ist ein wahres Wunder. Und doch für die meisten Menschen irgendwie selbstverständlich.

Doch warum wurde uns unser anderes Wunder wieder genommen? Wir lieben sie doch so sehr!!

Sally

Beitrag von kerstini 24.11.10 - 11:24 Uhr

Hallo Sally,

es ist schwer bei solchen Schicksalsschlägen die richtigen Worte zu finden!

Erstmal möchte ich dir sagen wie leid es mir tut und ich zünde eine #kerze für Eure Melanie an.

Für mich wird es das 2.te Weihnachten nach dem Tod meiner Kinder und auch dieses Jahr habe ich wieder wahnsinnige Angst davor!
Leider kann ich dir keinen guten Rat geben. Ich denke auch das du dir professionelle Hilfe holen solltest. Ich habe lange mit meinem Mann und meiner Hebamme darüber diskutiert ob mir das helfen würde oder nicht und ich muss sagen... es hat mir mehr als nur geholfen. Seitdem kann ich wieder lachen.

Aber du musst Dir und Deiner Trauer auch Zeit und Raum geben. Hast du ausgiebig getrauert? Ich kann mir vorstellen wenn man mit einem Neugeborenen zu Hause ist "vergisst" man seine Trauer schon mal und schiebt Sie in den Hintergrund. Außerdem ist es erst 1/2 Jahr her dass Euch Eure Melanie verlassen musste. Jeder Mutter würde es so gehn wie Dir.

Vielleicht findest du einen Mittelweg für Dich um Weihnachten doch noch zu feiern. Etwas ruhiger und im kleineren Rahmen? Deine Alexandra würde sich bestimmt sehr darüber freuen. Das mit dem Weihnachtsbaum auf dem Friedhof werden wir dieses Jahr auch wieder machen. Ich fand es eine sehr schöne Geste! Denn meine Kinder gehören genauso zur Familie, auch wenn Sie nicht hier bei uns sind.

Ich wünsche dir, dass du die Vorweihnachtszeit mit deiner Alexandra genießen und auch etwas Freude daran finden kannst. Vielleicht gelingt es dir ja etwas Freude auch wieder in dein Herz zu lassen.

Ganz liebe Grüße


Kerstin mit #stern Madita & #sternLeo *08.09.09+ #stern12.SSW und Ida 32.SSW #verliebt

Beitrag von sally79 24.11.10 - 21:10 Uhr

Liebe Kerstin!

Es tut mir unglaublich leid, was du alles durchmachen musstest!
Manche trifft es wirklich schlimm...
Man kann in diesem Zusammenhang auch nicht davon sprechen, wem es "schlechter" geht, denke ich. Wer ein Kind verliert, der leidet unendlich. Noch dazu, wenn man so lange darauf warten muss.

Es ist schon was dran, an dem, was du sagst. Ich hatte ein Neugeborenes, dann hat sich meine Kaiserschnittwunde infiziert, ich durfte nur zur Beerdigung meiner Tochter aus dem Krankenhaus (musste ja wieder rein), letztendlich hatte ich nach 5 Wochen noch eine Ausschabung, weil ein Plazentarest in der Gebärmutter war, und ich wahnsinnig starke Blutungen bekommen hatte. Wieder Krankenhaus. Und "ganz nebenbei" mein Baby. Die erste Zeit nach der Geburt war einfach ein Wahnsinn. Mir kommt das oft alles vor, wie ein Albtraum...

Und dennoch: Von Seiten meiner Schwiegereltern höre ich mitunter schon, dass ich jetzt wohl genug getrauert hätte. Ich solle nicht mehr jeden Tag zum Friedhof gehen... (wohnen ganz in der Nähe, der erste Weg beim Spaziergang mit dem Kinderwagen führt mich täglich an Melanies Grab).
Das macht die Sache nicht leichter. :-(

Ich wünsche dir alles Glück der Welt für eure kleine Ida!!

Liebe Grüße
Sally

Beitrag von berghutze 24.11.10 - 22:39 Uhr

Liebe Sally,

ich bin hier in diesen Foren-Abschnitt eher zufällig geraten und möchte Dir gern mein volles Mitgefühl ausdrücken. Es hat mich echt so sehr berührt, dass mir dicke Tränen übers Gesicht gerollt sind. Ich bin Mama eines 18 Monate alten Kindes.

Obwohl wir nicht dasselbe Schicksal teilen, kann ich so sehr verstehen, warum es Dir so sehr schlecht geht. Du bist so dankbar über Deine Tochter aber gleichzeitig wirft es einen Schatten auf einen schlimmen Verlust. Ich denke, dass Du vor allem mit einem schlechten Gewissen gegenüber Melanie zu kämpfen hast, wenn Du ein glückliches Leben mit ihrer Schwester weiterführst. Das alles ist verständlich und schnürt mir den Atem ab. Aber liebe Sally, es sei Dir gesagt, dass lediglich Melanies Körper der Erde zugeführt wurde. Sie ist BEI EUCH! Bitte sei Dir dessen bewußt. Sieh sie als Euren persönlichen Schutzengel an, der stets in Eurem Herzen und Euren Gedanken ist. Wenn Dir das schwer fällt, zögere bitte nicht, Dir Hilfe zu suchen. Du hast Todessehnsucht, um bei ihr zu sein aber dann verlierst Du beide Töchter. Alexandra braucht ihre Mutter, keine Verwandten! Es ist keine Schande, sich in professionelle Hände zu geben, denn Du trägst eine schwere Last. Ich habe einen 18 Monate alten Sohn und sehe ihn nicht als Selbstverständlichkeit an. Meine beste Freundin hatte mehrere Fehlgeburten, eine andere Freundin hat ihr Baby still zur Welt bringen müssen und am Tag meiner Hochzeit musste eine andere Freundin ihre 2jährige Tochter gehen lassen. Es ist so schlimm, ich weine deswegen so oft. Aber der Tod ändert ja nix an den Gefühlen, denn in unserem Herzen leben sie weiter!!! Von daher kann ich die Reaktion Deiner Schwiegereltern nicht verstehen.

Liebe Sally, Du bist Mutter zweier wundervoller Mädchen. Leider können sie nicht zusammen groß werden, das ist ein wahnsinniger Schmerz. Aber Du bist nicht schuld daran! Es ist ein Fehler der Natur, dass Melanie einen Herzfehler und somit keine Chance hatte. Alexandra ist körperlich bei Dir, aber Melanie begleitet Euch dennoch jeden Tag. Es ist nur schade, dass es auf traurige Art und Weise geschieht. Ich nehme an, dass Du die Trauer einfach nicht verarbeiten konntest. Nimm Dir die Zeit, hol Dir Hilfe. Rede mit Gleichgesinnten, schreib Melanie einen Brief und lege ihn ihr ans Grab. Schreib ihr, dass Du sie unendlich vermisst und alles dafür geben würdest, sie bei Dir zu haben. Schreib Dir alles von der Seele. Aber vergess ihre Schwester nicht dabei. Sie lebt! Und in ihr lebt auch ihre Sternenschwester weiter! Genieß bitte die Zeit mit Alexandra. Sie ist ein großes Geschenk #herzlich

Ich wünsche Dir von ganzen Herzen alles Gute und ganz viel Kraft #liebdrueck

Beitrag von sally79 25.11.10 - 21:24 Uhr

Ich danke dir für deine lieben Worte.
Es ist überhaupt sehr schön, wie viel und wie rührend mir geantwortet wird. Danke!

Weißt du, es ist so, dass mir mein Verstand auch das alles sagt. Dass Melanie ein kleiner Engel ist, dass sie keine Chance hatte und es einfach so kommen musste. Und dass Alexandra mich braucht. Und mein Mann - der Gott sei Dank immer zu mir hält.

Ich denke, schwere Schicksalsschläge treibt ein Paar entweder auseinander - oder schweißt es umso enger zusammen. Bei uns ist letzteres der Fall. Ein großes Glück.

Ja, der Verstand sagt viel. Viel Logisches.
Aber mein Herz tut einfach nur furchtbar weh! Denn egal, wie ich es sehe. Mein Kind ist tot, ich lebe - das ist nicht richtig. Und doch kann ich es nicht ändern. Das tut unbeschreiblich weh!

Liebe Grüße

Beitrag von sagapo 25.11.10 - 20:23 Uhr

Hallo Sally

Auch von mir mein volles Mitgefühl und eine #kerze für deine Melanie! Ich kenne diese Gefühle von Verzweiflung, Trauer und auch Verständnislosigkeit anderer! Verstehen kann nur wer es selber erlebt hat! Du bist eine Mama von zwei wundervollen Töchtern, für Alexandra musst du jetzt eine starke Mama sein! Das du zum Friedhof gehst ist ganz alleine deine Sache, ich lasse mir da auch nicht reinreden, schon gar nicht von meiner Schwiegermutter! Du wirst immer um deine Tochter Melanie trauern, der Schmerz wird sich ändern aber vergessen wirst du sie nie! Wegen Weihnachten geht es mir genauso wie dir! Ich mache es für meinen kleinen Sohn und für ihn muss ich stark sein!

Alles Gute für dich sagapo

Beitrag von sally79 25.11.10 - 21:32 Uhr

Liebe Sagapo!

Es tut mir so leid, was du alles mitmachen musstest. Ja, du hast Recht. Verstehen kann es nur, wer es selber erlebt hat.

Am schlimmsten sind die Leute, die immerzu sagen: Naja du hast ja eh noch ein Kind.
Als wäre Alexandra das Reservekind!!
Versteh mich nicht falsch, ich bin unendlich dankbar für sie! Ohne sie, ich wüsste nicht... Noch dazu, wo ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben hatte, jemals schwanger zu werden. Den letzten ICSI-Versuch machte ich eigentlich meinem Mann zuliebe. Ich dachte echt nicht, dass es funktionieren könnte.

Und nun habe ich ein Kind. Wie wundervoll! Es sollte die schönste Zeit meines Lebens sein. Aber ich komme mir vor, als wäre ewig Nacht. Die finsterste Zeit meines Lebens.
Und mir tut Alexandra so leid. Ich meine, ich versorge sie, ich liebe sie abgöttisch. Es ist sicher nicht so, dass ich still in der Ecke sitze und "nur" trauere. Doch auf all den schönen Dingen, dem ganzen Baby-Alltag liegt ein riesiger Schatten.

Ich wünsche uns allen viel Kraft!!

Alles Gute!

Sally

Beitrag von sagapo 26.11.10 - 10:52 Uhr

Hallo Sally

Ich verstehe dich nicht falsch#liebdrueck ganz im Gegenteil, ich fühle genau so wie du!

Tg sagapo

Beitrag von hannah.25 25.11.10 - 07:16 Uhr

Liebe Sally,

als erstes möchte ich dich ganz, ganz fest drücken!! #liebdrueck

Es tut mir sehr leid, dass eure Melanie nicht bei euch sein darf und dass sie Weihnachten genau wie alle anderen Tage immer fehlen wird. Ich weiß nicht, wieso solche Schicksale passieren und womit man das verdient hat. Aber es macht mich wahnsinnig traurig, dass es so viele Sternenkinder geben muss :-(

Aus deinen Worten lese ich ganz große Verzweiflung und Trauer heraus und ich bin mir sicher, dass der Schmerz und die Trauer jetzt, wo Alexandra etwas größer ist und nicht mehr den ganzen Tag umsorgt werden muss, herausbricht. Außerdem siehst du an Alexandra jeden Tag, was dir mit Melanie verwehrt geblieben ist und du leider nie mit ihr erleben wirst.
Ich kann deinen inneren Zwiespalt so gut verstehen. Wir haben selbst zwei Kinder verloren und haben nun vor drei Wochen unseren Per bekommen und jedes Mal, wenn ich ihn sehe oder halte oder ihm die Flasche gebe, weiß ich, was wir mit Niklas und Sarah nie erleben durften und dass sie uns so sehr fehlen. Ich muss mich dann auch manchmal zwingen, dass ich nicht so denke, dass ich es genieße, weil es Per eben auch verdient hat und merkt, wenn die Mama traurig ist.

Ein halbes Jahr ist noch keine Zeit, um annähernd getrauert zu haben und es werden auch nach Jahren noch viele traurige Tage kommen, genau wie es wieder Sonnentage gibt.
Ich kann es dir nicht verdenken, dass du dir manchmal denkst, du gehst zu Melanie. Ich habe oft so gedacht. Aber weißt du, auch wenn deine Alexandra viele Menschen hätte, die sie lieben. Du bist der wichtigste Mensch für sie und du würdest ihr am meisten fehlen. Außerdem bin ich mir sicher, dass dein Mann genauso gebrochen wäre, auch wenn du das vielleicht nicht gleich siehst.
Melanie ist nicht allein da unten in der kalten Erde. Ich bin mir sicher, sie ist auf ihrer Wolke, spielt mit den anderen Sternenkindern und sie schaut auf euch herab und sieht, dass es dir so schlecht geht und gleichzeitig ist sie stolz und beschützt ihre Schwester.

Ich kann dir nur raten, hol dir wirklich professionelle Hilfe. Aus deinen Worte lese ich ganz viel von mir wieder und ich weiß, dass ich es ohne Hilfe nie geschafft hätte und ich denke, dass ihr ein Psychologe helfen könnte, die Freude mit Alexandra anzunehmen und der Trauer trotzdem einen angemessenen Platz einzuräumen.
Tu es nicht nur für Alexandra, dass du dir Hilfe holst. Tu es auch für Melanie, denn sie möchte ihre Mama auch glücklich sehen und tu es für deine ganze Familie und auch für dich selbst, damit du wieder leben kannst!

Dass du vor Weihnachten Angst hast, ist verständlich. Weihnachten ist das Fest der Liebe und Familie und es wird dir immer wieder vor Augen geführt, was bei euch fehlt. Und doch weiß ich, dass Melanie sieht, dass ihr sie nie vergesst und ihr ein schönes Fest auch für sie bereitet.

Ich wünsch dir alles, alles Gute und ganz viel Kraft! Und ich finde, du hast den ersten wichtigen Schritt mit dem Reden hier schon gemacht.

Liebe Grüße
Hannah mit #stern Niklas und #stern Sarah ganz fest im Herzen und Per fest im Arm

Beitrag von sally79 25.11.10 - 21:40 Uhr

Liebe Hannah,

Danke für die lieben Worte.
Es tut mir leid, dass deine Kinder auch zu den Engeln gegangen sind. Es ist einfach immer furchtbar!

Ich weiß nicht, ob mir ein Psychologe helfen kann. Ich war damals, in der ewig langen Kinderwunschzeit, auch in Behandlung. Damals hat es mir nicht wirklich geholfen.
Und jetzt - jetzt denke ich mir, egal was ich tue oder denke oder rede - sie kommt NIE WIEDER zu mir zurück! Dieser Schmerz zerreißt mich fast.

Alles Gute für deinen Per, er wird bestimmt bald schon viel mehr trinken und ein großer starker Junge werden!!!

(Alexandra wurde am 4.7. mit 2295 g geboren - jetzt hat sie 6500 g!)

Liebe Grüße
Sally

Beitrag von morla29 25.11.10 - 20:46 Uhr

Hallo Sally,

dein Beitrag hat mich echt zu Tränen gerührt. Ich drück dich fest und bin mit meinen Gedanken bei dir.

Einen wiklichen Tipp für Weihnachten kann ich dir nicht geben, denn ich überleg auch grad, wie ich es überstehen soll. Werd morgen wohl meinen Therapeuten fragen.

Aber glaub mir, deine Melanie ist nicht allein. Sie feiert mit allen Sternenkinder das Weihnachtsfest. Vielleicht sogar mit mit meiner Verena, die Ende Januar in der 31. ssw still geboren wurde. Vielleicht sind sie schon beste Freundinnen.

Ich werde auch einen kleinen Baum auf dem Grab aufstellen.

Deine Familie braucht dich!

Viele liebe Grüße

morla
mit zwei Mädels an der Hand (3,5 und 5)
und einem Mädel tief im Herzen (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von sally79 25.11.10 - 21:43 Uhr

Liebe Morla,

es tut mir so leid, dass Verena nicht bei euch ist. Die Vorstellung ist schön, dass die Kleinen da oben spielen und Freunde sind.
Doch gibt es einen besseren Platz für sie, als bei Mama und Papa? Es ist einfach so traurig...


Liebe Grüße und ganz viel Kraft!
Sally

Beitrag von michi0416 25.11.10 - 23:35 Uhr

Hallo,

Wenn ich das lese schiessen mir die Tränen in die Augen#heul.Lass dich ganz fest #liebdrueck.

Sei stark für deine Tochter,sie braucht dich doch!