Erziehen eure Erzieherinnen?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von gluecksschnecke 24.11.10 - 13:41 Uhr

Hallo,

ich habe ein Problem mit unserem Kiga. Es gibt für 3 Gruppen 9 Erzieherinnen und ich habe noch keine Einzige gesehen, die wirklich "aktiv" war. Man sieht sie irgendetwas schreiben, Essen oder irgendwo herumstehen, aber sie mischen sich nur bei wirklich eskalierenden Konflikten ein, vermitteln nicht und spielen nur seltenst mit den Kindern.

Ist das in jedem halboffenen städtischen Kiga so, habe ich zu hohe Ansprüche oder MUSS ein 3,5 Jähriger heutzutage ALLEIN seinen Weg zwischen 3-6 Jährigen finden, ohne das ihm jemand sagt, was richtig oder falsch ist?

Frustrierte Grüße
Elvira

PS: Ich habe ja auch schon das Gespräch mit den sog. Erzieherinnen gesucht, aber die finden nichts an ihrem Verhalten auszusetzen.

Beitrag von sunflower.1976 24.11.10 - 13:51 Uhr

Hallo!

Im KiGa meiner Söhne ist es sehr unterschiedlich. Die Erzieherinnen meines großen Sohnes sind sehr engagiert, beschäftigen sich viel mit den Kindern und sagen ihnen aber auch deutlich, was nicht okay war.

Inb der Gruppe meines kleinen Sohnes bekomme ich zur Zeit mehr mit, weil die Eingewöhnung etwas länger dauert (ist ein anderes Thema). Eine der drei Erzieherinnen ist ebenfalls sehr kompetent und engagiert. Die anderen beiden....da ist noch einiges an Gesprächsbedarf. Beide sind absolut desinteressiert an den Kindern und eine zudem noch unfähig (Beispiel: "Stiller Stuhl" für ein zweijähriges Kind, "vergisst" es dort, hält sich nicht an das, was sie dem Kind sagt und das über 15 Minuten, ohne dass es wirklich etwas angestellt hat). Sie merkt nicht, wenn ein Kind weint, spricht kaum mit den Kinder usw. Das ist nicht nur mein Eindruck und ich bin niemand der schnell mecker. Aber v.a. die eine Erzieherin hat ihren Beruf verfehlt.

LG Silvia

Beitrag von liurin 24.11.10 - 13:59 Uhr

leider haben so einige ihren beruf verfehlt heutzutage oder liegt es an der unterbesetzung und dem völlig überfordert sein? ich weiß es nicht, ich finde es nur traurig.

zum glück gibt es aber auch noch viele sehr liebe, kompetente und interessierte erzieherinnen, denen es spaß macht mit kleinen kindern zusammen zu arbeiten, sie aber auch mal zu "erziehen" und sich um die kids zu kümmern....

wir haben auch so unsere differnenzen hin und wieder und man merkt schnell, welche erzieherin einfach nicht für den beruf geschaffen sind und vor allem welche mit so ganz kleinen kindern können und welche doch besser mit den vorschulkindern umgehen können.

LG

Beitrag von fruehchenomi 24.11.10 - 14:00 Uhr

Uiii da haben wir aber einen Glücksgriff mit unserer Kita gemacht. Enkelmaus Leonie wird dort sehr wohl auch "erzogen". Sauberes Verhalten am Esstisch, Rücksichtnahme, nicht lügen, Spiele in allen Variationen, Malen, Basteln, Stuhlkreis, viele viele Aktionen und und und.
Das ABC-Lied hat sie von den Großen schon mitbekommen, auch andere Lieder gelernt - ich weiß garnicht, was ich alles aufzählen soll. Selbständiger werden beim Anziehen auch....
Letztens stand bei leichtem Regen die ganze Mäusegruppe wetterfest angezogen draußen und streckte die kleinen Zünglein raus, ich musste sooo lachen. Aufgabe: wie schmeckt Regen ? Die Beschreibungen waren köstlich :-)
Sie waren mit Feuereifer dabei. Leonie war fast enttäuscht, dass sie da nicht mehr mitmachen konnte, weil ich sie "schon" abholte.
Ich sehe in einer Kita(Kiga) keine Kinderaufbewahrung sondern schon, dass sie dort was lernen sollen. Was sagt denn der Elternbeirat ?
LG Moni

Beitrag von liz.lemon 24.11.10 - 14:06 Uhr

Ich kenne natürlich nicht deinen Kiga, insofern kann man es natürlich nicht wirklich beurteilen. Aber ich glaube, das freie Spielen im Kiga hat auch seinen Sinn und die Kinder müssen auch lernen, ihre Konflikte alleine auszutragen.

Das "Erziehen" findet vielleicht mehr bei den geregelten Abläufen statt - beim Essen, waschen etc. oder in den Zeiten, in denen eine Beschäftigung stattfindet und nicht nur das freie Spiel.

Meistenst sind das ja die Zeiten, in denen keine Eltern mehr herumwuseln, da bei den Beschäftigungen Störungen nicht so gut sind. Du kriegst daher, wenn du dein Kind bringst oder holst, immer nur die freie Spielzeit mit.

Könnte das so sein?

LG

Beitrag von gluecksschnecke 24.11.10 - 14:43 Uhr

Hallo,

ja, so ist es bestimmt.

Da aber nur eine Stunde am Tag "Gruppenstunde" und mind. 4 Stunden freies Spielen ist, hätte ich eigentlich schon erwartet, dass sich auch "generell" eingemischt wird.

Ich finde auch, Kinder müssen lernen, ihre Konflikte untereinander zu lösen, aber pauschal würde ich sagen, dass kein 3 Jähriger einen Konflikt mit einem 6 Jährigen lösen kann, wenn es der 6-Jährige nicht will und keiner vermittelt. Daher habe ich auch verschärft den Eindruck, dass bei uns im Kiga das Faustrecht herrscht.

Danke für deine Antwort.
Elvira

Beitrag von aggie69 24.11.10 - 14:10 Uhr

Also ich bin ja fast "verliebt" in die Erzieherinnen bei meinem Sohn im Kindergarten.
Schon in der Eingewöhnungszeit habe ich beobachtet, wie toll die mit den Kindern umgehen. Schreiben habe ich da noch niemanden gesehen. Meißtens sitzen sie mit den Kindern am Boden und spielen oder am Tisch und malen. Mein Sohn kann schon "stückchenweise" Lieder singen. Er geht dort auf den Topf - freiwillig, er ißt dort super gut und Mittagsschlaf klappt auch prima, wenn seine Erzieherin beim Einschlafen seine Hand hällt (wird alles gemacht - kein Problem)
Die Kinder in der Gruppe - alle unter 2 Jahre - sagen an den "richtigen Stellen" bitte oder danke.
Also ich kann da echt nicht meckern und es ist ein ganz normaler Kindergarten von der AWO (Arbeiterwohlfahrt)

Vielleicht werden die Erzieherinnen da auch nach einem anderen Prinzip eingestellt? Bewerber gibt es ja genug. Die letzte die eingestellt wurde, hat dort mehrere Praktika gemacht, bevor sie in eine freie Stelle eingesetzt wurde. Ein Praktikantin, die ich dort erlebt habe und die meinte Erzieherin wäre ihr Traumberuf, habe ich dort nie wieder gesehen - was auch besser so ist, denn in meinen Augen konnte die nicht mit Kindern umgehen. (Zweijährige anschreien/bzw.ankeifen, weil sie nicht ordentlich am Tisch sitzen, ist in meinen Augen keine Art. Was macht sie wohl, wenn keiner zuguckt?)

Beitrag von gluecksschnecke 24.11.10 - 14:56 Uhr

... in der Kita (1-3 Jährige) war ich auch noch verliebt in die Erzieherinnen. Vielleicht bin ich deshalb jetzt auch so enttäuscht. Kita und Kiga sind bei uns echt Welten auseinander.
Lg Elvira

Beitrag von aggie69 25.11.10 - 13:19 Uhr

Bei uns ist das 1 Gebäude und die Kleinen lernen die Erzieherinnen der größeren Gruppen auch schon früher kennen.
Also, was ich da bis jetzt so mitbekommen habe, sind die "Tanten" für die größeren Gruppen auch "in Ordnung".
Bei der Auswahl an Personal, wären die doch dumm, wenn sie ungeeignete Leute einstellen würden.

Beitrag von berry26 24.11.10 - 14:23 Uhr

Hi,

also ganz ehrlich...
Ich habe auch noch nie eine Erzieherin in unserem Kiga "aktiv" gesehen. Das liegt aber ganz einfach daran, das ich meinen Sohn in der Freispielzeit abhole und dann von den Erzieherinnen meist irgendetwas vorbereitet wird. Sie schreiten dann auch nur ein wenn irgendwo geschrien wird oder jemand was runterschmeisst etc.

Ich weiß aber das dort sehr wohl auch erzogen wird aber in den "aktiven" Zeiten bin ich halt nicht dabei;-)
Mein Sohn geht jedenfalls sehr gerne in den Kiga und überrascht mich auch immer mal mit neugelernten Dingen.

LG

Judith

Beitrag von gluecksschnecke 24.11.10 - 15:04 Uhr

Hallo Judith,

du baust mich auf. Unsere Eingewöhnungszeit war sehr kurz (ich habe den Ablauf gar nicht richtig mitbekommen, weil ich nur vor der Tür saß), und daher bin ich auch nur zum Hinbringen und Abholen da und sehe nur die "freie Zeit".
Aber du hast Recht, er bringt sehr viel Gelerntes aus dem Kiga mit (obwohl er immer sagt, dass er das von den "Großen" hätte.)

Mein Sohn geht auch gern hin, aber er haut unheimlich oft (was er vorher nicht gemacht hat) und ist total aufgedreht, wenn ich ihn abhole. Und ich hätte erwartet, dass in solchen Punkten eine "Erzieherin" "auch in der freien Zeit" eingreift.

Lg Elvira

Beitrag von berry26 24.11.10 - 15:28 Uhr

Hi,

ich weiß schon was du meinst. Die ersten 2 Monate war mein Sohn auch aufgedreht und brachte vor allem unheimlich viele Schimpfwörter mit. Die Hau- und Schlagphase haben wir allerdings mit 2 in der Krippe schon gehabt.

Allerdings weiß ich auch was im Kiga den ganzen Tag gemacht wird. Jonas geht seit September dorthin. In dieser Zeit gab es ein Apfelfest, St. Martin und jetzt wird Advent vorbereitet. Sie basteln sehr viel, haben selbst gebacken und lernen jeden Tag neue Lieder und Geschichten. Es wird sehr viel Wert auf Ordnung und Manieren gelegt, was ich auch täglich mitbekomme. Es gibt feste Turnzeiten und feste Musik- und Rhytmikzeiten.

Bei Konflikten halten sie sich allerdings meistens raus und lassen das die Kinder selbst regeln, soweit keine Gewalt im Spiel ist.
Woher weisst du denn das die Erzieherinnen zuschauen wenn ein Kind gehaut wird? Die Kleinen schauen es sich auch ab wenn die Erzieherinnen eingreifen.

LG

Judith

Beitrag von kati543 24.11.10 - 14:30 Uhr

Welche Art von Erziehung wünschst du dir denn? Erziehung bedeutet sehr vieles.
Die Erzieherinnen halten sich bei uns in der Zeit des freien Spiels auch komplett heraus und schauen nur, dass alle Kinder da sind und keiner "Mist" macht. In dieser Zeit geht es ja darum, das die Kinder allein mit den anderen Kindern spielen und Konflikte lösen, Spielsachen teilen,... Das ist auch Erziehung. Im Stuhlkreis und beim Essen da arbeiten die Erzieherinnen aktiv mit den Kindern und bringen denen auch was bei.
Meine Söhne würden in einem offenen oder halboffenen Konzept untergehen. Daher habe ich einen Kiga mit geschlossenen Gruppen gewählt. Vielleicht wäre das für dein Kind auch optimaler gewesen.

Beitrag von gluecksschnecke 24.11.10 - 14:52 Uhr

Hallo,

vielleicht wäre es besser gewesen und wahrscheinlich hätte ich mich vorher mehr informieren müssen #heul.
Der Kiga hat eine sehr guten Ruf und war beim 1. Eindruck sehr nett. Und ich hatte nicht gedacht, dass "halboffen" mit "ziemlicher Gleichgültigkeit" gleichzustellen ist - obwohl ich es wahrscheinlich auch einfach ZU enge sehe.
Es ist ja bei euch auch so:
"Die Erzieherinnen halten sich bei uns in der Zeit des freien Spiels auch komplett heraus und schauen nur, dass alle Kinder da sind und keiner "Mist" macht. In dieser Zeit geht es ja darum, das die Kinder allein mit den anderen Kindern spielen und Konflikte lösen, Spielsachen teilen,... "

... unser Sohn kommt auch der Kita und da war es einfach anders. Dort wurde sich sehr gekümmert und die Erzieherinnen waren echte Bezugspersonen, die die Kinder unglaublich abwechslungsreich und liebevoll beschäftigt haben. ... ich hätte halt geglaubt, dass es im Kiga so weiter geht ...

Danke für deine Mail
Elvira

Beitrag von zahnweh 24.11.10 - 16:19 Uhr

Unsere sind super: sie gehen auf jedes Kind individuell ein und machen aktiv aus ihnen eine Gruppe. Sie achten auch auf kleine Missstimmigkeiten und führen sie durch den Kindergartenalltag. Und ich staune oft, welche kleinen Dinge (die mir als Mutter wichtig sind, bei so vielen Kindern, aber leicht mal untergehen) bemerkt werden und zur Sprache kommen.

Desinteresse kenne ich nur von meinem Kindergarten früher.

Beitrag von clautsches 24.11.10 - 19:49 Uhr

Ja, bei uns wird erzogen und sehr individuell auf die Kids eingegangen.
Aber es gibt natürlich auch Zeiten, in denen die Kinder allein spielen und die Erzieherinnen Schreibkram erledigen.

LG Claudi