Sorgerecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von happyzicke 24.11.10 - 18:34 Uhr

Hallo und einen schönen Abend

Ich habe 1 -2 kleine Fragen vll könnt ihr mir weiterhelfen
Ich habe 2 Kinder , 1 jungen von Partner A (Alkoholproblem) und eine Tochter von Partner B mit dem ich weiterhin zusammen bin ,

Ich habe mich von Partner A getrennt vor 5 Jahren , er zahlt regelmässig Unterhalt lebt in Gütersloh ich in Berlin . P A sagt immer er will sich um sein Sohn Kümmern tut es aber nicht , ruft nicht an zum Geburstag , kamm angesoffen zu Treffen und hat Morddrohungen zum Partner B ausgesprochen , mir hägt er eine Drogensucht an . Nun würde auch vom Jugendamt gesagt das es so nicht weiter gehen kann .

Partner A hat kein Sorgerecht

Ich würde gerne das Sorgerecht mit mein neuen Partner teilen , falls mir was passiert das die Geschwister zusammen bleiben , auch habe ich angst das der Junge zu sein Vater kommt .

Kann ich einfach das sorgerecht mit mein neuen Partner teilen obwohl er nicht der leibliche Vater ist ?

vielen lieben dank für die Infos die ihr da lässt

Beitrag von fensterputzer 24.11.10 - 18:45 Uhr

keine un dabsolut keine Chance da das Kind nicht mit ihm Verwandt oder verschwägert ist. Selbst wenn du B heiratest keine Chance außer A unterschreibt das er mit der Adoption durch B einverstanden ist , aber das auch frühestens nach einem jahr Ehe.

Beitrag von happyzicke 24.11.10 - 18:57 Uhr

Hallo und danke für die Info meine Eltern würden sich bereit erklären dies auch zu unterschreiben also das Sorgerecht , für den Jungen ,aber das Mein Neuer Partner die beiden Kinder dann hat .

Also Oma und Opa das Anteilige Sorgerecht und die Kinder würden aber bei mein neuen Partner Leben , würde das gehen ?

Beitrag von fensterputzer 24.11.10 - 19:00 Uhr

Klar geht das , sie haben dann ja automatisch auch das ABR und damit würde dein B Partner sogar das Kindergeld bekommen.

Beitrag von happyzicke 24.11.10 - 19:02 Uhr

Hmm bin am Überlegen was ABR heist ich bin nicht so oft im Netz um Kürzel zu kennen lieben gruss

Beitrag von bob-andrews 24.11.10 - 19:08 Uhr

Aufenthaltsbestimmungsrecht, sozusagen das "Königsrecht" innerhalb des Sorgerechts.

Beitrag von happyzicke 24.11.10 - 19:15 Uhr

lieben vielen dank ihr habt mir super geholfen

Beitrag von fensterputzer 24.11.10 - 19:33 Uhr

wir, auch ehemals, Alleinerziehenden müssen uns doch helfen.

LG Dirk

Beitrag von kruemlschen 24.11.10 - 19:33 Uhr

Hallo,

nein, das ist absolut unmöglich.

Was allerdings möglich ist, ist eine Adoption von Deinem Sohn durch Deinen Partner WENN der leibliche Vater zustimmt.
Dies bedeutet allerdings auch, dass er dann nicht mehr unterhaltspflichtig ist!
Denn durch eine Adoption gibt der leibliche Vater alle Rechte und Pflichten betr. des Kindes an Deinen Partner ab. Auch die Geburtsurkunde wird rückwirkend geändert, Erbrecht, etc.
Dein Sohn wird dann das Kind Deines Partners.
Voraussetzung für eine Adoption ist außerdem, dass Du und Dein Partner mindestens 1 Jahr verheiratet seit.

Es ist auch nicht automatisch davon auszugehen, dass Deine Eltern nach Deinem Ableben das Sorgerecht für Deine Kinder bekommen.

I.d.R. versucht das Gericht ein Kind nach dem Ableben der Mutter zum leiblichen Vater zu vermitteln.

Ich würde an Deiner Stelle ein Testament aufsetzen in dem Du Deinen Wunsch bzgl. der Vormundschaft Deiner Kinder niederschreibst und außerdem (WICHTIG!) auch reinschreibst warum Du NICHT willst dass der leibliche Vater Deines Sohnes das Sorgerecht erhält.

Das Gericht nimmt normalerweise Rücksicht auf die Wünsche der Mutter und prüft intensiv alle Möglichkeiten und entscheidet dann am Ende zum Wohle des Kindes.

Ich würde Dir aber empfehlen die ganze Sache mal mit einem Anwalt durch zu sprechen, ein Beratungstermin ist nicht so arg teuer und ggf. erhältst Du auch einen Beratungsschein beim Amtsgericht.

Gruß K.

Beitrag von parzifal 24.11.10 - 23:50 Uhr

"Das Gericht nimmt normalerweise Rücksicht auf die Wünsche der Mutter und prüft intensiv alle Möglichkeiten und entscheidet dann am Ende zum Wohle des Kindes. "

Bist Du dir da sicher? Ist es nicht so, dass der leibliche Vater Vorrang hat, wenn er dem Kind nicht schadet (was bei einem Alkoholiker natürlich gegeben sein kann)?

Meines Wissen stimmt die obige Aussage so nur, wenn ein Vormund bestellt werden soll und kein Elternteil mehr existiert.

Beitrag von kruemlschen 25.11.10 - 08:17 Uhr

Du hast meine Antwort aber schon komplett gelesen, oder??

"I.d.R. versucht das Gericht ein Kind nach dem Ableben der Mutter zum leiblichen Vater zu vermitteln."

"Ich würde an Deiner Stelle ein Testament aufsetzen in dem Du Deinen Wunsch bzgl. der Vormundschaft Deiner Kinder niederschreibst und außerdem (WICHTIG!) auch reinschreibst warum Du NICHT willst dass der leibliche Vater Deines Sohnes das Sorgerecht erhält.

Das Gericht nimmt normalerweise Rücksicht auf die Wünsche der Mutter und prüft intensiv alle Möglichkeiten und entscheidet dann am Ende zum Wohle des Kindes."

Beitrag von parzifal 25.11.10 - 12:14 Uhr

Ja habe ich.

Der Rest ist doch auch korrekt.

Meine Frage bezieht sich doch nur auf den letzten Satz.

Also anders gefragt.

Was bedeutet: " das Gericht versucht ein Kind nach dem Ableben der Mutter zum leiblichen Vater zu vermitteln" in Verbindung mit dem Satz:
"Das Gericht nimmt normalerweise Rücksicht auf die Wünsche der Mutter und prüft intensiv alle Möglichkeiten und entscheidet dann am Ende zum Wohle des Kindes."

Das der Vater das Kind nur bekommt, wenn es dem Wohl des Kindes entspricht?





So ganz klar ist mir aber nicht, wie Deine Meinung zu meiner Frage ist?

Beitrag von ppg 25.11.10 - 12:44 Uhr

Nein es ist genau umgekehrt: Der leibliche ist die erste Möglichkeit, erst wenn dieser nicht willens oder geeignet ist das Kind bei sich aufzunehmen, dann prüft das Gericht weitere Möglichkeiten.

Ein Testament der Mutter wird immer nachrangig behandelt. Es wird gar nicht berücksichtigt, wenn die Gründe die gegen den Kindesvater sprechen rein persönlicher natur sind und sich auf Vorkommnisse auf der Beziehungsebene beziehen. Z.B. Der Vater soll das Kind nicht bekommen, weil er immer fremdgegangen ist.

Es gibt entweder Gründe die dem Kindeswohl entsprechen, z.B. das Kind in der gewohnten Umgebung bei Geschwisterkindern belassen, oder der leibliche Vater bekommt das Kind.

Fakt ist, das Gericht nimmt nur dann Rücksicht auf die Wünsche der Mutter, wenn diese auch dem Kindeswohl entsprechen.

Ute

Beitrag von parzifal 25.11.10 - 12:57 Uhr

Ich kenne es so, dass der nichtbetreuende Elternteil das Kind bekommt, wenn dies dem Kindeswohl nicht schadet. Es muss ihm aber nicht dienen.

Beitrag von kruemlschen 25.11.10 - 13:01 Uhr

Das bedeutet, dass der leibliche Vater normalerweise Vorrang vor allen Anderen hat.

Wenn die Mutter jedoch in ihrem Testament einen Grund nennt warum das hinterbliebene Kind nicht zum Vater soll, weil das dem Kindeswohl nicht entspricht (z.B. Alkoholkrank, aus der gewohnen Umgebung gerissen, von Geschwistern getrennt, Vater im Leben noch nie gesehen, etc.) und zusätzlich noch einen Wunsch äußert wer für ihr Kind die Vormundschaft und/oder das Sorgerecht erhalten soll, wird das Gericht diesen Wunsch berücksichtigen, die Möglichkeiten prüfen und zum Wohle des Kindes entscheiden.

"Das der Vater das Kind nur bekommt, wenn es dem Wohl des Kindes entspricht?"
Ich würde eher sagen, dass der Vater das Kind nicht bekommt, wenn es nicht dem Wohl des Kindes entspricht. Klingt sehr ähnlich, ist aber doch etwas anderes, denn es können ja mehrere Möglichkeiten dem Kindeswohl entsprechen.

Beitrag von parzifal 25.11.10 - 13:31 Uhr

Na dann sind wir ja bald auf einem Nenner.

Ich drücke es halt lieber positiv aus.

Der nichtbetreuende Elternteil bekommt das Kind, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht schadet.

Und zwar auch dann, wenn es bessere Wahlmöglichkeiten für das Kind gibt.

Die Verfügung der Mutter (bzw. deren Begründung) in einem Testament dient dann aber letztlich nur als Infos für das Gericht, die ein ""dem Kind schaden" begründen sollen.

Beitrag von kruemlschen 25.11.10 - 13:56 Uhr

Ja, so ist es leider.

Beitrag von ppg 25.11.10 - 13:37 Uhr

Ich würde eher sagen, dass der Vater das Kind nicht bekommt, wenn es nicht dem Wohl des Kindes entspricht

Ja, dem stimme ich zu!

Dennoch geht in der momentanen Rechtsprechung der leibliche Vater vor allem anderen, also auch der gewohnten Umgebung, Geschwisterbindung etc. Mütter können gerne dahingehend ihre Wünsche äußern, sollten sich aber bewußt sein, das ihr Testament im Falle eines Falles eine ausgesprochen untergeordnete Rolle spielen wird.

Ich kenne mich selbst aus leidvoller Erfahrung damit aus. Mein KV ist psychisch krank und meine Kinder wollen nicht zu ihm. Glücklicherweise sind sie nun alt genug um im Falle eines Falles ihre Wünsche vor Gericht vorzutragen. Per Testament hätte ich keine Chance den Vater auszuschließen - selbst nicht mit dieser Diagnose und mehreren bereits erfolgten Suizidversuchen . Denn für Krankeiten kann man nichts und außerdem ist er immer wieder in Kliniken....#augen

Ich habe eine hervorragende Anwältin , die mich sehr realistisch beraten hat und eben nicht zu allem ja und Amen sagt nur um ein paar Silberlinge zu verdienen.

Ute

Beitrag von kruemlschen 25.11.10 - 13:50 Uhr

Hallo Ute,

hm... hat denn Dein Ex noch das Sorgerecht für die Kinder?

Denn Meine Anwältin (die ich natürlich auch für sehr kompetent halte ;-) ) hat mir eben genau das gesagt was ich geschrieben habe, mit dem Zusatz dass die Chancen, mein Sohn würde dann zu meiner Mutter kommen sehr gut stehen.

Allerdings wurde meinem Exmann das Sorgerecht entzogen und außerdem hat er ihn noch nie gesehen. Meine Mutter ist neben mir die Hauptbezugsperson meines Sohnes.

K.

Beitrag von ppg 25.11.10 - 14:43 Uhr

Ja, er hat Sorgerecht und da da ist meine position aussichtslos das alleinige SG zu bekommen. Andere längere geschichte.

Denn Meine Anwältin (die ich natürlich auch für sehr kompetent halte ) hat mir eben genau das gesagt was ich geschrieben habe, mit dem Zusatz dass die Chancen, mein Sohn würde dann zu meiner Mutter kommen sehr gut stehen.

Das sehe ich wiederum als nicht sehr realistisch an. Es wird zunächst nach Familienangehörigen in der selben Generation geschaut - also Tanten oder Onkel des Kindes - erst dann kommen die Großeltern in Frage. Und auch hier ist eine wichtige Frage , wie alt die Großeltern zu dem Zeitpunkt sind. Bei meinen Kindern war auch der Wunsch da, im Fall des Falles zu den Großeltern zu kommen. Sie sind nun Ende 60 und Anfang 70 und meiner Anwältin zu Folge zu alt um pubertierende Kinder aufzunehmen.

Es ist ein Vabanspiel, keiner weiß wie das Gericht entscheiden wird, daher finde ich die Aussage deiner Anwältin ausgesprochen mutig bis verwegen. Zumal auch keiner weiß, wie sich z.B. der Gesundheitszustand deiner Mutter entwickeln wird. Natürlich sind das alles Einzelfallentscheidungen, ohne Frage.

Was hat Dir deine Anwältin denn für das Testament berechnet - bei dem sie sicher sein kann, das keinerlei Reklamationen nach dem Rechtstreit kommen werden?

Ute

Beitrag von kruemlschen 25.11.10 - 15:05 Uhr

In meinem Fall gibt es von meiner Seite nur einen Bruder und der würde ihn nicht nehmen, ansonsten nur noch meine Mutter und die ist jetzt 55.

Meine Anwältin hat mir schon gesagt, dass das Testament jährlich neu überdacht werden soll bzw. die enthaltene Sorgerechtsverfügung. Sie hat mir kein Testament geschrieben, mir nur gesagt/gezeigt wie es aussehen muss, bzw. was enthalten sein muss.
Wie sie diese Beratung abgerechnet hat, kann ich Dir nicht sagen, das Ganze lief im Rahmen der Härtefallscheidung und des Sorgerechtsverfahrens über PKH im vorletzten Jahr.

Außerdem ist mein Exmann direkt nach der Trennung in die USA gezogen und wie gesagt, weder er noch irgendein Mitglied seiner Familie haben meinen Sohn je zu Gesicht bekommen und werden es die nächsten Jahre wohl auch nicht.

Diese Faktoren spielen ja alle eine Rolle, bei mir kommen noch die Gründe der Härtefallscheidung und des Sorgerechtsentzugs dazu und lt. meiner Anwältin ist das bei mir ausschlaggebend. Ein Familiengericht entzieht im Normalfall nicht erst einem Elternteil das Sorgerecht um es ihm dann wieder zu geben "nur" weil die Mutter verstorben ist, vorallem wenn das Kind den Vater noch nie gesehen hat und sich zwischen dem Sorgerechtsentzugs und dem Ableben der Mutter nichts zwischen der "Beziehung" von Vater und Kind geändert hat.

K.

Beitrag von redrose123 25.11.10 - 08:52 Uhr

Ich denke mal nur wenn Papa A zustimmt, oder das Kindeswohl sehr gefährdet ist.....

Beitrag von frau.mecker 25.11.10 - 15:06 Uhr

Dein Partner B hat bereits ein alltägliches Sorgerecht, das bedeutet das ein Stiefelternteil Dinge des täglichen Lebens regeln §1687b BGB

mfg

Beitrag von super_mama 26.11.10 - 09:22 Uhr

Hallo,

also B müsste deinen Sohn adoptieren - sonst sieht es schlecht aus.
Bei uns ist es ähnlich, wenn mir etwas passieren sollte, muss mein Freund auch darum "kämpfen" das mein Großer, obwohl er in dieser Familie lebt, kaum Kontakt zu seinem leiblichen Vater hat und dieser auch kein Interesse hat oder zeigt, bei ihm bleiben darf.
Die Chancen hierfür sind allerdings nicht so schlecht ... eben weil mein Ex sich nicht um unseren Sohn bemüht, nie da ist und auch sonst keinerlei Interesse an seinem Leben hat es sei denn es geht ums Geld.
Ihr könnt per Notar etwas aufsetzen lassen das es dein Wunsch ist das der Große bei deinem Freund bleiben kann, das muss nach deinem Ableben berücksichtigt werden (!), aber ein Kampf wird es so oder so, sofern der leibliche Vater dies nicht will.