Geänderte Empfehlung zur Dauer des Stillens??

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kiki290976 24.11.10 - 20:37 Uhr

Hallo,

auch ich habe eine Frage zum Thema "Wie lange sollte man Stillen"

Ich bin auch der Meinung (gewesen?), dass man am besten mindestens 6 Monate voll stillen sollte. Wurde ein wenig stutzig, als der Kia meiner Freundin einen Rüffel erteilte, dass sie bei ihrem Kind (knapp 8 Monate alt) noch keinen Gemüse-Fleisch-Brei eingeführt hat. Das Kind bräuchte doch Eisen, da der Eisenvorrat ab dem 5. Monat rapide absinkt #kratz

Ich kenne den Kia, wir waren da früher auch, waren aber nicht so zufrieden was seine Medikation bei spastischer Bronchitis anging, aber ansonsten war er eigentlich gut.

Habe nun meine Kiä bei der U4 danach gefragt und sie meinte, die Empfehlung sei aktuell geändert worden und diese lauten nun so wie in den folgenden Berichten:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/allergien/article/611356/stillen-beikost-endlich-klare-empfehlungen-eltern.html

http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_983_neue-empfehlung-zum-stillen-vier-monate-sind-ausreichend.html

#kratz #kratz #kratz

Mein Sohn ist jetzt 4 Monate alt und ich wollte auch eigentlich 6 oder gar 7 Monate voll stillen, bin aber jetzt doch verunsichert, da dort auch steht, man muss spätestens mit 6 Monaten Beikost einführen, die Empfehlung lautet tatsächlich nach 4 Monaten.

Was meint ihr??

LG
Kiki

Beitrag von brina82 24.11.10 - 20:47 Uhr

Hi!

Ist ja nur ne Empfehlung!
Da steht ja 5.-7. LM... hab auch von meiner Hebi gehört, dass man spätestens mit dem 7. LM ANFANGEN sollte!
Also ich hab 6 Monate voll gestillt und mein Zwerg ist nicht anämisch. Er isst bis heute nur 2 mal die Woche Fleisch!
Er isst überhaupt nicht gerne Brei... und früher hätte ich keine Chance gehabt.
Ich finde ein Säugling darf ruhig länger gestillt werden!

LG Brina

Beitrag von lilly7686 24.11.10 - 20:53 Uhr

Hallo!

Die WHO empfiehlt weiterhin 6 Monate voll Stillen.

Ich, als Mutter, bin der Meinung, dass man mit Beikost anfangen sollte, wenn das Baby bereit dazu ist.
Erst gestern beim Elternabend haben einige Mütter erzählt, ihre Kinder hätten erst mit 8 bzw. 10 Monaten Beikost bekommen, weil sie vorher absolut keine wollten.
Achte einfach auf die Zeichen der Beikostreife, dann machst du nichts falsch ;-)

Alles Liebe!

Beitrag von assteit 24.11.10 - 20:59 Uhr

Dein Kind entscheidet. Mein Sohn wollte früh etwas richtiges zu sich nehmen (ca. 5 Monate) und meine Tochter ist nun 10 Monate jung und möchte immer noch nicht essen. Meine Tochter stille ich voll und ich werde ihr einfach immer wieder was anbieten. Mache Dir keinen Streß und warte einfach ab, Du wirst schon merken, wenn Dein Kind etwas anderes als Muttermilch zu sich nehmen möchte.

Beitrag von jumarie1982 24.11.10 - 21:12 Uhr

Huhu!

Schöne Antworten bisher #pro

hier noch was zum Lesen:
http://www.rabeneltern.org/stillen/ammenmae/ammenmaerchen.shtml#n
(siehe Punkt 14)

und zur Beikostreife:
http://www.rabeneltern.org/ernaehrung/wissenswertes/erste_beikost.shtml#2
(siehe Punkt 2)

LG
Jumarie

Beitrag von culturette 24.11.10 - 21:15 Uhr

Ich habe 11 Monate vollgestillt und einen Rüffel von meinem Kinderarzt bekommen. Gerade wegen dem Eisen.

Dann kam meine Stillberaterin zu Hilfe und erklärte mir folgendes:
Ein Stillkind kann Eisen aus der Muttermilch zu 50% verwerten.
Eisen aus Säuglingsnahrung egal ob Milch oder Gläschen kann das kind nur zu 8 - 10% verwerten.

Sicherlich ist deutlich mehr Eisen in Säuglingsnahrung als in Muttermilch, das kann man ganz leicht ergoogeln im Zweifel. Aber meine Stillberaterin sagt:
Man kann noch viel mehr Eisen in Säuglingsnahrung packen. Ruhig das vierfache oder zehnfache, oder einen ganzen Eisenblock (nein Scherz, wie das dann wohl schmeckt?) und es bleibt trotzdem bei den 8 - 10% die das Kind davon verwerten kann.
Die Muttermilch hat deutlich weniger Eisen, aber das Kind kann 50% davon aufnehmen. Es kommt also nicht darauf an wieviel Eisen da ist, sondern wie bioverfügbar es ist.

Soviel habe ich gehört und dann den Kinderarzt gewechselt. Das war eine gute Entscheidung.

:-)
lg

Beitrag von kiki290976 24.11.10 - 21:29 Uhr

Hallo nochmal

und danke für Eure ausführlichen und auch sehr hilfreichen Antworten.

Na, dann können wir ja weiterstillen wie gehabt und der leise Zweifel, der mich beschlichen hat, ist nun wieder weg :-)), schön!

Euch allen noch einen schönen Abend!

LG
Kerstin

Beitrag von anarchie 24.11.10 - 22:57 Uhr

Hallo!

ich meine, dass jede Empfehlung unsinnig ist.
Der einzig wichtige Parameter ist das eigene Kind!

Wenn das Kind beikostbereit ist, sollte man geeignete beikost anbieten.
Wenn es isst, ist es gut, wenn nicht, dann braucht es auch nichts.

Am gedeckten Tisch verhungert kein Kind.

Mein 1. Kind(8) stillte 8 Monate voll..
Das 2. Kind (6) 11 Monate
Das 3. Kind(3) 14 Monate
das 4. Kind ist 15 Monate und isst homöopathische mengen...

Alle sind nie krank, bestens ernährt, topfit und hatten nie irgendeinen Mangel...

Viele naturvölker stillen traditionell 1 Jahr lang voll...


lg

melanie

Beitrag von muehlie 24.11.10 - 23:50 Uhr

Nein, nein, nein. Lies dir das alles noch mal ganz genau durch. Im ersten Link steht schon mal nicht, dass man nach dem 4. Monat zufüttern muss. Da steht, dass zwischen dem 5. und 7. Monat zugefüttert werden kann/sollte. Das ist nichts Neues.

Der zweite Artikel ist fast schon eine Frechheit. Obwohl im Artikel eindeutig geklärt wird, WAS jetzt tatsächlich neu ist, heißt es in der Überschrift "4 Monate sind ausreichend" und später im Text "Säuglinge sollten bereits nach Vollendung des vierten Lebensmonats Beikost bekommen." Das ist natürlich völliger Käse und wird deutlich, wenn man sich den Artikel weiter durchliest.
Die Empfehlung, sein Kind 6 Monate voll zu stillen, galt bisher auch als Mittel zur Allergieprävention. Darüber hinaus gab es jede Menge Empfehlungen, welche Lebensmittel man bis zu welchem Alter meiden sollte. Viele dieser Empfehlungen wurden bereits vor Jahren zurückgenommen (bzgl. Fisch beispielsweise), aber das haben nur wenige wirklich mitbekommen. Jetzt hat man offiziell festgestellt, dass es die Kinder eben nicht unbedingt vor Allergien schützt, wenn man ihnen bis sonstwann potenziell allergene Lebensmittel vorenthält. Daher die Empfehlung, dass man bei allergiegefährdeten Kindern ruhig schon früher - ab dem 5. Monat - mit der Einführung von Beikost beginnen kann.

Da Stillen aber auch noch viele weitere mehrfach nachgewiesenen positiven Wirkungen hat, würde ich mich weiterhin an die Devise halten, alles ganz langsam und dem Tempo des Kindes entsprechend anzugehen.

Beitrag von oekomami 25.11.10 - 09:40 Uhr

Hallo,

und mein KIA hat gemeint eigentlich heißt es man soll die Lebensmittel mit dem Kind in Kontakt bringen wenn es noch gestillt wird oder PRe bekommt.

Aber da nunmal die meisten mit 4 Monaten abstillen und auf Folgemilch 2 umsteigen ist daraus ab dem 4 Monat geworden

Beitrag von muehlie 25.11.10 - 10:18 Uhr

"mein KIA hat gemeint eigentlich heißt es man soll die Lebensmittel mit dem Kind in Kontakt bringen wenn es noch gestillt wird oder PRe bekommt."

Klingt logisch und deckt sich auch mit der Empfehlung bzgl. Zöliakie. Da hat man ja mittlerweile auch längst festgestellt, dass es nichts bringt, Gluten bis zum ersten Geburtstag aus der Ernährung rauszuhalten, wohl aber, Gluten in der Zeit einzuführen, in der das Kind noch gestillt wird, was allerdings tatsächlich bei vielen nach 4 oder 6 Monaten längst nicht mehr der Fall ist.

Beitrag von qrupa 25.11.10 - 08:27 Uhr

Hallo

zusätzlich zu dem was schon gesagt wurde geht es beid ieser "beikost nach dem 4. Monat" eigentlich nur um das Allergierisiko, das scheinbar nicht steigt wenn man schon nach dem 4. Monat zufüttert. Das bedeutet aber zum einen nicht, dass man dann zufüttern muß. Zum anderen geht es beim stillen auch um andere Risikofaktoren (spätere Diabetis, Übergewicht,...) bei denen länger als 4 Monate vollstillen nach wie vor sinnvoll ist. es geht also nur um einen einzigen Punkt und auf Allergieprävention springen ja alle sofort an.
Ideal ist nach wie vor voll stillen bis das Baby beikostreif ist (was die meisten mit 5-7 Monaten sind) und allergene Nahrungsmittel noch während des stillens einzuführen weil sie dann beser vertragen werden.
Nur haben die allermeisten Frauen mit 6 Monaten bereits abgestillt. Also macht man dann schnell ein "zufüttern mit 4 Monaten" draus anstatt zu sagen "nach beikosteinführung weiter stillen"

LG
qrupa

Beitrag von kleiner-gruener-hase 25.11.10 - 08:53 Uhr

Naja was die WHO empfiehlt steht wieder auf einem anderen Blatt und daran halte ich mich.

Unser Sohn wurde fast 8 Monate voll gestillt!

Beitrag von muehlie 25.11.10 - 10:21 Uhr

Bei genauer Betrachtung ist das ja gar keine neue Empfehlung, die der der WHO groß widerspricht. Aber wenn so wie im zweiten Artikel die Empfehlungen leicht uminterpretiert dargstellt werden, klingt es tatsächlich neu und anders. Und viele Mütter ziehen dann los und glauben, sie müssten ihrem Kind bereits mit 4 Monaten unbedingt Beikost geben.

Beitrag von kiki290976 26.11.10 - 09:47 Uhr

Hallo nochmal an alle!

Nochmals danke für Eure Antworten, sie waren wirklich sehr hilfreich. Ich habe vermutlich auch die Artikel nicht genau genug gelesen. Ich war ja vorher schon so perplex, nachdem der Kia meiner Freundin Vorwürfe gemacht hat, wieso das Kind mit knapp 8 Monaten noch kein Fleisch bekommt. Dann meinte meine Kiä, dass die Empfehlung gerade ganz aktuell zurückgenommen wird und dann finde ich die besagten Artikel, die sich auf den ersten Blick mit dem decken, was die Ärzte gesagt haben.

Mein Sohn ist jetzt genau 4 Monate alt und hat aktuell Hunger ohne Ende #schwitz, so dass aus unseren 4 Stillmahlzeiten am Tag mal locker 7-8 geworden sind. Scheint ein akuter Wachstumsschub zu sein. Werde aber dennoch weiter voll stillen und dann mal schauen, wie es so in einem Monat aussieht.

Aber auch wenn wir in einem Monat mit Beikost anfangen, werde ich milchmäßig nicht auf Fertignahrung umstellen, sondern weiter zu den Mahlzeiten stillen.

Schönen Tag Euch allen noch.

LG
Kerstin

Beitrag von muehlie 26.11.10 - 14:39 Uhr

Mit 4 Monaten machen viele Kinder tatsächlich einen gewaltigen Entwicklungsschub mit. Das ist auch der Grund, weshalb tatsächlich sehr viele Mütter in diesem Alter abstillen. Liest sich dann immer wieder gleich: die Muttermilch machte ihn nicht mehr satt, er hatte immer Hunger, als ich ihm die Flasche gab, war er ganz plötzlich soooo zufrieden. ;-)
Fall nicht drauf rein! In ein paar Wochen sieht alles wieder anders aus. Und es lohnt sich auf jeden Fall, noch eine ganze Weile - auch nach dem Beikoststart - beim Stillen zu bleiben. :-)